Thementag Ehrbarsaal: Gedenkkonzert Alma Rosé am 3. November

Show notes

Vielversprechendes Talent, herausragende Musikerin der Zwischenkriegszeit, von den Nationalsozialisten verfolgt, interniert und 1944 in Ausschwitz gestorben. In die Musikgeschichte eingegangen ist sie vor allem als Leiterin des sog. Mädchenorchesters von Ausschwitz. Am 3. November erinnert ein Gedenkkonzert im Ehrbarsaal an die Geigerin Alma Rosé.

Show transcript

00:00:00: Die Bezirksvorsteherin vom vierten Bezirk Leer Halbwidl ist auf mich zugekommen und hat mich gebeten bzw.

00:00:07: gefragt, ob ich im Erbasal ein Gedenkkonzert für Alma-Rosé veranstalten möchte.

00:00:16: Gemeinsam mit Seebechstein haben wir uns dann entschieden, dass wir das machen werden.

00:00:24: Welche Künstler und Künstlerinen könnte ich einladen?

00:00:28: Und haben wir dann natürlich den Experten schlecht hingesucht, den Herrn David Frühwirt, der an der MDW das Alma-Rosee-Institut leitet.

00:00:42: Einfach gefragt!

00:00:43: Da ist eine wunderschöne Kooperation zustande

00:00:45: gekommen.".

00:00:46: So Katrin Kütil, künstlerische Leiterin des Ehrenbarsaales über die Idee hinter dem Gedenkkonzert am dritten November.

00:00:54: Seit einigen Jahren trägt das Institut für Streichinstrumente, Gitarre und Harfe in der Musikpädagogik der MDW den Namen von Alma Rosé.

00:01:03: Institutsleiter ist der angesprochene David Früwert.

00:01:07: Weil die Alma Rosée steht ja nicht nur für ein individuelles Schicksal sondern auch für eine gewisse Haltung also für den Glauben an die Würde der Kunst selbst dort wo vielleicht maximal menschliche Würde systematisch zerstört wurde.

00:01:21: Und wir verstehen uns in dieser Tradition auch als Institut, als Ort des Erinnerns und der Wiederentdeckung unter Verantwortung.

00:01:31: Das freut uns sehr eben die verfehmte Musik oder auch Kompanistinnen wirklich auch innerhalb einer Universität für den Rahmen zu

00:01:39: geben.".

00:01:40: Im Mittelpunkt des Konzertes am dritten November stehen Werke von Komponistinnen die ein ähnlich tragisches Schicksal erlitten haben, wie Alma Rosé selbst.

00:01:50: Da gibt es zum Beispiel die Henriette Bosmans aus Holland, der verfolgt wurde, Rose Wertheim streichvertät wird gespielt.

00:01:58: dann kommt aber auch noch ein Enkelsohn einer Lager überlebenden, Simon Waldfisch Ein Sänger, wir werden auch Liebe singen von Egon Welles dem österreichischen Kompanisten und Welli Weigel Und deswegen gibt es ein sehr buntes Programm, mindestens acht verschiedene Kompanistinnen und Kompanisten werden aufgeführt.

00:02:21: Ich glaube dadurch wird das auch diese Musik und die Wirkung von dieser Musik damit ihr wirklich ihren Platz findet in diesem Konzertleben.

00:02:30: Für Katrin Kütil geht mit der künstlerischen Leitung des Ehrbarsaales auch eine gewisse Verantwortung einher, wenn es um die Erinnerung an verfolgte Vertriebene und ermordete Musikerinnen und Musiker geht.

00:02:43: Wir

00:02:43: haben im Haus kein Archiv aber seit ich im Haus bin wird das Stück für Stück aufgearbeitet.

00:02:50: Das wird jetzt dann auch in den kommenden Jahren eine wissenschaftliche Arbeit dazu geben.

00:02:56: Es wird immer mehr erforscht Natürlich auch, dadurch dass wir im Austausch sind mit Künstlerinnen und Künstlern.

00:03:05: Ich habe auch Zeitungsartikel gefunden wo ich nachvollziehen kann das das Rosé Quartet im Erbasaal mehrmals gespielt hat.

00:03:16: ob Alma Rosé selbst anwesend war konnte ich noch nicht belegen aber auf jeden Fall das Rosée Quartet war im Haus.

00:03:25: Es ist sehr wichtig sich an diese Geschichte zu erinnern, sie aufzuarbeiten und im Erbersaal ist natürlich Raum dafür.

00:03:35: Und wie kann das Alma-Rosé-Institut der MDW nun nachhaltig zur Erinnerungskultur beitragen?

00:03:41: Und diese an Nachfolgende Generationen weitergeben?

00:03:45: In den letzten vielen Jahren waren schon einige Projekte, Konzerte, Diskussionsrunden genau in diese Richtung Und auch für uns ist es sehr wichtig, dass die Studierenden sich auch mit dieser Zeit auseinandersetzen.

00:04:00: in der Musik.

00:04:02: Ich würde sagen, die letzten dreißigvierzig Jahre wurde wieder viel neu entdeckt was verloren gegangen ist oder man geglaubt verloren gegangen sind.

00:04:11: und das ist wunderbar weil erstens die Musik ist großartig und berührt die Menschen aber berührt die Musikierenden, in dem sie bewusst diese Geschichte mitleben, wo vielleicht dieses Werk entstanden ist.

00:04:27: Wie dieses Werk entsteht und wo es vielleicht erstmals aufgeführt worden ist?

00:04:32: Also ich selber hatte schon einige Werke erst aufgeführte, die vor siebzig Jahren komponiert wurden sind.

00:04:38: Da fühlt man sich wie ein Schatzgräber auch mit der unglaublichen Verantwortung aber auch wenn man die selbst berührt weil das ist der erste Moment von diesem Werk oder einer der wenigen.

00:04:48: Und das ist wirklich was Besonderes und ich glaube, dass nehmen die Jungen gerade die Studierenden – wir haben ja auch natürlich IGB-Pädagogikstudierende, das heißt die zukünftigen Lehrer.

00:04:59: Das ist auch sehr schön weil sie können dann weiter in den Zukunft in die Gesellschaft hineinwerken.

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