Impuls für den Tag mit Marie Theres Igrec
Show notes
21. bis 26. September 2026 - 25. Woche im Jahreskreis
Von der Kirche als Feldlazarett ist unter anderem in dieser Woche die Rede, ein Bild das Papst Franziskus gerne benutzt hat. Gedanken zu den Evangelienabschnitten aus dem Matthäus- und Lukasevangelium macht sich Marie-Theres Igrec. Sie ist promovierte Theologin und Leiterin des Bereichs Bildung und Ordensschulen der Österreichischen Ordenskonferenz.
(Wir wiederholen Beiträge aus dem Jahr 2022)
Sa., 26.9.2026
Was begrifflich nicht fassbar ist.
Lukasevangelium 9, 43b-45
Show transcript
00:00:08: Im Puls für den Tag.
00:00:12: Diese Woche mit der Theologin Marietta Rees Igretz.
00:00:16: Wir sprechen über das Evangelium von heute.
00:00:19: Da kündigt Jesus an, dass er den Menschen ausgeliefert werde.
00:00:23: Doch die Jünger verstehen das nicht Und es heißt sie trauten sich nicht zu fragen was Jesus damit sagen wollte.
00:00:30: Hier mir persönlich sind die vielen Passagen in denen von dem Verständnis Schwierigkeiten der Jüngern Die Rede ist sehr sympathisch.
00:00:39: Auch das ist Zeugnis eines sehr lebendigen Glaubens.
00:00:42: Ein Glaube, der Wehrcharakter hat, der auch Verständnisschwierigkeiten und Zweifel kennt und trotzdem dabei bleibt und vertraut.
00:00:51: Das heißt aber nicht dass Glaube die Vernunft außen vorlassen soll – ganz im Gegenteil!
00:00:57: Das Ringen um Einsicht für jedes Querenzintellektum wie es bei Ansinnen von Canterbury heißt, ist ganz zentral im Christentum.
00:01:05: Es gibt aber auf diesem Weg zur Einsicht eben auch Schwierigkeiten, Stolpersteine und Ehrwege.
00:01:13: Und es gibt Grenzen menschlicher Vernunft, menschlichen Begriffsdenkens – Dinge die Geheimnis bleiben und vielleicht auch nie zu Gänze begrifflich zu fassen sind — deswegen aber keineswegs unvernünftig sein müssen!
00:01:27: Auch heute nach zweitausend Jahren theologischer dogmatische Auseinandersetzung mit der Offenbarung gibt es Dinge, die schwer zu verstehen sind….
00:01:35: Das Problem entsteht, wenn Menschen aufhören zu fragen.
00:01:39: Da schwingt schon auch ein Stück Kritik mit, wenn es im Evangelium auch heißt aber sie scheuten sich zu Fragen was Jesus damit sagen wollte.
00:01:48: Vieles wird heute gerade im religiösen Chagrin fraglos übernommen entweder weil er schon so viel fraglos übelieferte Antwortmuster eingefahrene Begriffe gibt die man Gebetsmüllenartig wiederholt und Aufhörter nachzufragen was das für mich persönlich wirklich bedeutet Oder?
00:02:07: Und ich denke, dass es vielleicht ein Merkmal unserer Zeit – weil man keine oder wenig Geduld hat sich auf komplexe Zusammenhänge einzulassen.
00:02:15: Auf Dinge die vielleicht auch gar nicht gleich zu verstehen sind!
00:02:19: Da verlässt man sich dann lieber auf simplifizierte Begründungen, die aber mit vehemens als Wissen verkauft werden.
00:02:25: Es ist schwer einen Nichtwissen, einen Noch-Nicht-Wissen oder einem Nichtverstehen auszuhalten.
00:02:32: Von einem aufgeklärten Glaube Der Dinge nicht fraglos übernimmt.
00:02:36: Aber auszuhalten weiß, dass nicht alles unmittelbar verstanden werden kann?
00:02:41: Könnte auch ein moderner Wissensumgang vielleicht einiges
00:02:44: lernen.".
00:02:54: Das war der Impuls für den Tag mit Mariteris Igrets.
00:02:58: Sie ist promovierte Theologin und Leiterin des Bereichs Bildung- und Ordensschulen der Österreichischen Ordenskonferenz.
00:03:05: Die Texte, über die wir in dieser Woche gesprochen haben finden sie im achten und neunten Kapitel des Lukas Evangeliums.
00:03:12: Alle Impulse der Woche können Sie nachhören im Podcastbereich auf radioclassic.at.
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