Thementag Brucknerhaus/Brucknerfest 2026
Show transcript
00:00:00: Gemeinsam im Stehenden jetzt.
00:00:03: Das Brucknerfest Lintz-swei-tausendsechsundzwanzig lädt zu außergewöhnliche musikalischen Momenten zwischen Tradition,
00:00:12: Aufbruch
00:00:13: und Unendlichkeit!
00:00:15: Ein Thematag auf Radio Kassick-Steffans Dom heute live aus dem Bruckener Haus Lints.
00:00:23: Es ist zehn Uhr neunundfünfzig gleich elf Uhr.
00:00:27: Sie hören einen Live-Thematag aus dem Brugner Haus in Linz, mir gegenüber Platz genommen hat Wolfgang Sausenck.
00:00:35: herzlich willkommen!
00:00:37: Am siebenundzwanzigsten September gibt es ein ganz besonderes Konzert im mittleren Saal hier im Brugnahaus.
00:00:45: Es ist im Rahmen Bachmann unendlich die zweite Aufführung eines Wie Sie es genannt haben, musikalischen Szenarios.
00:00:55: Was genau erwartet uns dann?
00:00:58: Ja zuerst einmal danke für die Einladung und einen schönen guten Morgen allen Zuhörerinnen und Zuhören.
00:01:08: Das musikalische Szenario dieses Wort habe ich eigentlich für mich erfunden weil ich dieses Stück das nicht szenisch aufgeführt wird aber eigentlich das Szenisches an sich hat, deutlich vom Oratorium abheben will.
00:01:31: Dass es nicht ganz leicht ist aber ganz gut bei der Ur-Aufführung in Krems bei IMAGOTE gelungen mit kleinen Aktionen natürlich ohne Kostüme Aber die Kleidung dafür solist war ein bisschen angepasst und Es gab eine ganz minimale Lichtregie, die ein bisschen Eindrücke also alles sozusagen ohne großen Aufwand.
00:01:58: Und so ist dieses musikalische Szenario über die Bühne gegangen und ich hoffe, dass das auch beim Pognerfest ähnlich geschehen kann.
00:02:09: Szenarium deshalb weil die Geschichte, die diesem Werk zugrunde liegt ja eigentlich eine große Szene ist
00:02:23: Frühling Leeresland zwischen Abschied und Aufbruch.
00:02:26: So ist der Titel dieses Werks, und es nach der Erzählung die Karavane und die Auferstehung von Ingeborg Bachmann.
00:02:33: Heuer ist ja auch ein Bachmann?
00:02:35: Ja!
00:02:36: Können Sie uns ein bisschen hinführen?
00:02:38: was ist diese Geschichte, was ist dieser Szene bei?
00:02:41: die Karawane- und die Aufferstehungen?
00:02:43: beziehungsweise wie haben sie's dann in Frühling leeres Land komponiert?
00:02:47: Dann muss ich vielleicht etwas ausholen weil mich schon sehr lange kompositorisch mit dieser großen österreichischen Poetin, Lürikerin befasse.
00:02:59: Ich habe in zweikäußeren Werken der Basio Jesu und in meinen hierbsgesängen Texte von ihr schon vertont und bin hier wieder auf einen Prosatext gekommen.
00:03:11: Das ist eine Erzählung die Ingeberg Bachmann in ihren ganz frühen Wienerjagen verfasst hat.
00:03:20: Es gab da eine Zeitung, die an den Autoren damals im legendären Café Raimund mit Hans Weigl, die sich dort versammelt hat und herangetreten ist.
00:03:34: Da haben verschiedene junge Leute dann für die Zeitung so für jeden Sonntag oder jeden zweiten Sonntage kleine Erzählungen verfasst unter anderem auch Elfriede Meiröcker und Ingeberg Bachmann.
00:03:47: Ich glaube, ich habe drei bis vier solche Erzählungen geschrieben.
00:03:54: Man muss dazu sagen sie hat damals Philosophie studiert.
00:03:59: in Wien war eine junge Studentin bei Frankl auch, bei Viktor Frankl und bei Alois Tempf.
00:04:07: von Alois Tempf hatte sich die Vorlesung in Metafüßik und diese metaphysischen Gedanken-Tempfs sind hier sehr in dieser Erzählung vor allem eingeflossen.
00:04:22: Ich habe natürlich diese kurze Erzählung nicht so vertonen können, wie sie geschrieben ist sondern hab das Glück gehabt eine hervorragendes Libreter von einer bekannten geschrieben zu bekommen.
00:04:46: Elisabeth Ratenböck die hier in Linz auch tätig ist.
00:04:53: Und die Frau Rattenböck hat diese Erzählung ganz, ganz fein und ganz, auch in den Hintergrunddrehten eigentlich behandelt, hat daraus Werse- und Wörter geformt, die der Chor und die Solisten singen können.
00:05:15: Das ist ein ganz starkes Libretto!
00:05:20: Man kennt mich ja, dass ich nur vom Wort, also bei Vokalmusik unbedingt vom Wort aus gehe und das Wort eigentlich zum Leben erwecken will.
00:05:32: Zum musikalischem Leben er wecken will und nicht viel Schnörksel um das Wort herum machen will.
00:05:40: Deshalb ist ein guter Text für mich ganz wichtig und es ist ein fantastischer Text sowohl von der Autorin in der Erzählung als auch von der Libertistin.
00:05:49: Für welche Besetzung haben Sie das jetzt dann komponiert?
00:05:52: Es ist ein Auftragswerk des Chorus Sinnomene, mein drittes großes Auftragswerk dieses Chors schon.
00:06:00: Fantastischer Wiener Chor und die Besetzung ist für Solisten, fünf Solisten der Chor Und die Instrumentalbesetzung passt sich natürlich an einer mittelgroßen Aufführungsmöglichkeit.
00:06:24: Es gibt hier ein Saxophonquartett, Johannes Himmetzberger arbeitet schon länger mit dem Mobilis-Quartett zusammen.
00:06:31: die haben das gespielt, die werden es auch in Linz spielen.
00:06:36: Saxophons Quartet, Konterpass, Klavier als klanglicher Mittelpunkt und Perkussion.
00:06:45: Das ist nicht sehr groß aber eigentlich ganz gut gelungen, glaube ich mit dieser kleineren Besetzung auch den Korts unterstützen und die Worte Bachmanns umzusetzen.
00:07:02: Frühling, leeres Land zwischen Abschied und Aufbruch von Wolfgang Sausengern musikalisches Szenario nach der Erzählung die Karavane und die Auferstehung von Ingeborg Bachmann ergänzt um lateinische Texte nach einem Libretto von Elisabeth Ratenberg im Brugnerhaus.
00:07:19: Im mittleren Saal am siebenundzwanzigsten September um achtzehn Uhr mit Johannes Himmelsberger und dem Chorus Sine Nomine live zu erleben.
00:07:28: Sie haben aber auch noch ein anderes Stück mitgebracht.
00:07:31: Die Visione durch Dejima, damit wir auch ihre Musik hier hören können.
00:07:38: Ein paar Worte zu diesem Stück?
00:07:41: Ja das ist ein Stück für Akabela-Kor.
00:07:44: Ich muss gestehen ich wollte einmal etwas machen, dass so ähnlich wie Osakon Convivium von Messia abläuft.
00:07:52: Ist mir nicht gelungen!
00:07:54: Es ist ein anderer Stück daraus geworden Aber vielleicht von der Stimmung her oder vom Grundgedanken ist es ähnlich.
00:08:04: Der Text stammt von Hildegard von Bingen aus ihrem großen Werks Zivias, von elfhundertvierzig glaube ich.
00:08:18: eine Vision die unglaublich eindrucksvoll ist nämlich die Vision das damals noch im Geozentrischen Weltbild natürlich gedacht, dass alle Planeten, alle Sterne um die Erde herum stehen bleiben.
00:08:37: Die Bahnen nicht verlassen aber auf jeden Bahnen stehenbleiben und es ist dann ewiger Tag und nicht Nacht, schreibt Illegerd van Bingen Und ich habe diese wunderbare Vision.
00:08:58: Ich hatte mich schon sehr lange auch mit Johannes Kepler und seinen Zusammenhängen von Geometrie, Mathematik, Astronomie und Musik befasst.
00:09:13: Und es gibt ja – wie wir wissen – ganz deutliche Parallelen in den Verhältnissen der Planeten, Panen der einzelnen Planeten Ellipsen und den Intervallen.
00:09:27: Da gibt es also wirkliche Bezüge.
00:09:31: Und das hat mich dazu bewogen, hier mit keplerischen Intervallen zu befassen und die in dieses Stück... Das muss man aber dazusagen, Keppler ist natürlich schon helliozentrisches Weltbild.
00:09:46: Also das macht ja nichts, dass hier in der Kunst sich so was kreuzen kann.
00:09:58: funktionierenden Planetenbahnen beginnen, die ins Schlingern geraten und dann stehen bleiben.
00:10:03: Das ist sozusagen das musikalisch technische Programm in dem Stück.
00:10:07: Der Text ist auf Latein und ja ich kann vielleicht, ich würde gern diese vier Zeilen der Hilligart vorlesen damit er auch diese Stimmung nachvollzogen werden kann.
00:10:24: sie schreibt Mit großem Glanz und Liebreitz, rot-golden am Firmament.
00:10:36: Und standen ohne Umlaufbewegung still.
00:10:40: So dass sie ferner hin Tag und Nacht nicht mehr schieden.
00:10:45: Und so blieb es nicht nacht sondern tag... ...und es kam zum
00:10:50: Ende.".
00:11:12: Musik von Wolfgang Sauseng Textildigard von Bingen.
00:11:16: das war der Chorusiamo unter der Leitung von Florian Mayer.
00:11:21: Sie hören einen Thementag live aus dem Brugnerhaus in Linz.
00:11:25: Wolfgang Sauseng sitzt zu mir noch gegenüber, wir haben zuerst gesprochen über die Aufführung hier im Brugnahaus.
00:11:31: Frühling Leeresland zwischen Abschied und Aufbruch waren jetzt bei Hildegard von Bingen.
00:11:37: Was tut sich in der nächsten Zeit bei Ihnen an, woran arbeiten sie gerade?
00:11:41: Ja ich nachdem ich vor zwei Jahren emmeritiert bin, komme ich wieder zum Komponieren.
00:11:49: Ich arbeite gerade an einem größeren Orgelstück für Solo-Orgel, das in der Jesuitenkirchen Luzern einmal erklingen soll und erklingen wird hoffentlich.
00:12:06: Die Arbeit... ich habe zuerst über Vokalmusik gesprochen oder meine Arbeit an Vokals Musik.
00:12:13: bei der Arbeit für Orgelsolo ist es immer so da gibt's ja keinen Text, da brauche ich eigentlich Bilder als Grundlage oder auch Ideen, Geschichten.
00:12:28: Ich bin nicht einer der Partiten uns Orgels und Nartenschreiben kann – das liegt mir nicht so.
00:12:34: Also ich baue immer eigentlich ein großes Szenario.
00:12:38: Innerlich!
00:12:41: Wie wann ist das geplant?
00:12:44: Das Stück sollte schon lange fertig sein, aber das Große hat entgegengekommen in der Interpretin, dass sie mehr sozusagen... Die Zeit gibt, wann es fertig ist.
00:12:56: Dann wird's fertig sein!
00:12:58: Es wird ein Stück sein mit einem sehr außergewöhnlichen Thema nämlich die Mysterien von Elefzis, die im antiken Griechenland über Jahrhunderte stattgefunden haben.
00:13:16: Ich habe es nicht gekannt, fast niemand spricht darüber.
00:13:19: Unglaublich toller Stoff.
00:13:22: Wir bleiben gespannt.
00:13:23: Herzlichen Dank Wolfgangs Außeng für den Besuch bei uns.
00:13:26: Vielen Dank auch.
00:13:27: Danke!
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