Impuls für den Tag am 16. September 2026 mit Frank Sauer
Show notes
Evangelium neu betrachtet | 14. bis 19. September 2026 In dieser Woche hören wir sowohl in katholischen als auch in anglikanischen Gottesdiensten Abschnitte aus dem Lukasevangelium. Die Texte erzählen von Begegnungen, in denen Jesus Menschen heilt, sie ins Leben zurückholt oder durch Nähe und Zuwendung Heilung ermöglicht. Es geht um Mitleid, Barmherzigkeit und Liebe. * Frank Sauer*, Theologe der Anglikanischen Kirche und Mitarbeiter der Pfarrcaritas der Erzdiözese Wien, gestaltet die Auslegungen von Montag bis Freitag. Am Samstag spricht die evangelische Pfarrerin und Psychotherapeutin Rotraud A. Perner zum Evangelium des Tages.
Die Beiträge der Woche
Montag, 14. September „Er verdient es, dass du seine Bitte erfüllst.“ Lukas 7,1-10 Sprecher: Frank Sauer
Dienstag, 15. September „Er hatte Mitleid mit ihr.“ Lukas 7,11-17 Sprecher: Frank Sauer
Mittwoch, 16. September „Die Weisheit Gottes wird bestätigt durch alle, die für sie offen sind.“ Lukas 7,31-35 Sprecher: Frank Sauer
Donnerstag, 17. September „… weil sie mir so viel Liebe gezeigt hat.“ Lukas 7,36-50 Sprecher: Frank Sauer
Freitag, 18. September „Sie unterstützten Jesus und die Jünger mit dem, was sie besaßen.“ Lukas 8,1-3 Sprecher: Frank Sauer
Samstag, 19. September „Wann geht die Saat wirklich auf?“ Lukas 8,4-15 Sprecherin: Rotraud A. Perner
Bibeltexte zur Sendereihe:
Die vollständigen Texte der Tagesevangelien finden Sie auf der Website der Erzabtei Beuron:
Show transcript
00:00:08: Im Puls für den Tag Diese Woche mit dem Theologen Frank Sauer.
00:00:16: Der heutige Abschnitt aus dem Evangelium könnte man meinen, ist für Wiener geschrieben.
00:00:23: Die sind ja bekannt als ewig grantike Suderer!
00:00:27: Man kann es ihnen schwer recht machen.
00:00:30: Solche Leute gab es aber wohl auch schon zur Zeit von Jesus in Galilea – wir hören.
00:00:36: In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge.
00:00:38: Mit wem soll ich also die Menschen dieser Generation vergleichen?
00:00:43: Sie sind wie Kinder, die auf dem Marktplatz sitzen und einander zurufen.
00:00:47: Wir haben für Euch auf der Flöte gespielt und Ihr habt nicht getanzt!
00:00:51: Wir haben Klagerlieder gesungen und ihr habt nicht
00:00:54: geweint.".
00:00:56: Johannes der Träufer ist gekommen – er isst kein Brot und trinkt keinen Wein.
00:01:00: und ihr sagt Er isst von einem Dämon besessen.
00:01:03: Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt.
00:01:06: Darauf sagt ihr dieser Fresser und Säufer, dieser Freund der Zöllner und Sünder.
00:01:11: Und doch hat die Weisheit durch alle ihre Kinder recht
00:01:16: bekommen.".
00:01:17: Es gibt Menschen, denen kann man wirklich gar nichts Recht machen!
00:01:22: Das sind Menschen, die immer irgendwie grantig sind.
00:01:25: Wenn es regnet, sodern sie über das furchtbar nasse Wetter.
00:01:30: Wenn die Sonne scheint wird über die unerträgliche Hitze gestöhnt.
00:01:35: Das sind Menschen, die sich über das halbleere Wasserglas beschweren und nicht merken dass sie immerhin ein halbvolles Wasserklas vor sich stehen haben.
00:01:45: Sie sehen die Wirklichkeit durch die Brille ihrer eigenen engen Erwartungen Und diese verstellen ihnen den Blick auf den gegenwärtigen Augenblick.
00:01:54: Das heutige Evangelium handelt von solchen Menschen.
00:01:58: Johannes der Teufa ist ihnen zu enthaltsam und deshalb irgendwie ein komischer Vogel Und Jesus ist ihnen viel zu maßlos.
00:02:07: Was es das für ein fragwürdiger Messias, der sich mit den Gstopften abgibt?
00:02:13: Aber Gottes Wirklichkeit und Gegenwart ist ganz oft anders als erwartet.
00:02:20: Manchmal ist es da wichtig seine eigenen Erwartungen zur Hinterfragen – und offen zu sein um das Reich Gottes, dass manchmal fast unbemerkt bereits ihm hier und jetzt durch scheint als Geschenk annehmen zu können.
00:02:38: Da gibt es zum Beispiel die vielen Ehrenamtlichen, die sich in den Wiener Pfahren für Menschen in Not einsetzen – da wird gekocht, es werden Kleider ausgegeben oder Menschen fühlen sich im Gespräch einfach einige Minuten nicht einsam und schöpfen wieder Hoffnung.
00:02:57: Sind das schon die Zeichen des Anbrechenden Gottes Reiches?
00:03:02: Der letzte Vers unseres heutigen Evangeliums bringt es auf den Punkt Hier in der Version der guten Nachrichtbibel.
00:03:10: Aber die Weisheit Gottes wird bestätigt durch alle, die für sie offen sind.
00:03:15: Mal ehrlich Gehören Sie und ich nicht auch manchmal zu den Grandlernen?
00:03:21: Wäre da das heutige Evangelium nicht eine wunderbare Gelegenheit einmal die eigenen Erwartungen zur Hinterfragen Und über das nachzudenken was einen so tagtäglich zum Sudern
00:03:32: bringt.
00:03:44: Das war der Impuls für den Tag mit Frank Sauer.
00:03:48: Er ist Mitarbeiter der Pfarrkaritas der Ärzt-Diocese Wien und Theologe in der Anglikanischen Kirche.
00:03:54: Die heutige Textstelle ist ein Abschnitt aus dem Lukas Evangelium Kapitel sieben, diverse einund dreißig bis fünfunddreißig.
00:04:02: Nachzulesen und nachzuhören auf radioklassik.at.
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