Lehár Festival 2026
Show transcript
00:00:01: Reisen Sie mit dem Leha-Festival Bad Ischl rund um die Operettenwelt.
00:00:05: Zum Fünfundsechzigjahr Jubiläum senden wir heute für sie live
00:00:09: aus der Festspielstadt!
00:00:13: Es ist genau zehn Uhr, dreißig halb elf.
00:00:15: Sie hören einen Themantag live vom Lea Festival Bad Ischel.
00:00:19: Wir sitzen hier in einem improvisierten Studio im Saal-Foyer im ersten Stock des Kongressen Theaterhauses in Bad Ischl und mir gegenüber Platz genommen hat Christina Siedack aktuell als Boccaccio hier zu erleben.
00:00:33: Herzlich Willkommen
00:00:34: Vielen Dank, einen schönen Vormittag.
00:00:36: Es freut mich, dass Sie sich Zeit genommen haben an einem Aufführungstag von Bocaccio in der Früh herzukommen und hier noch zu plaudern.
00:00:46: Wenn man an das Vorbild denkt, erwartet man, dass jetzt ein Mann gegenüber setze.
00:00:52: Wir haben auch gerade Hermann Prey gehört.
00:00:54: Aber Bocaco war eigentlich nicht ursprünglich für einen Sänger gedacht?
00:01:00: Ganz genau.
00:01:01: Also Franz von Saupé hat sich da wirklich auch eine Frau, also eine klassische Hosenrolle vorgestellt und die Sängerin der U-Aufführung war eben genauso ein Interpret in einer Hosen Rolle Und ich fühle mich sehr geehrt dass ich jetzt in ihre Fußstapfen treten darf.
00:01:16: Das war dann eigentlich nur so wenn ich da richtig das verstanden habe So eine Modephase dass das Männer gesungen haben.
00:01:24: Genau, also die Aufnahmen, die es gibt.
00:01:27: Die sind soweit ich weiß alle mit Männern in der Titelpartie besetzt und das war sicher auch der Mode der Zeit geschuldet der fünftiger, sechziger, siebziger Jahre dass man da sozusagen naturalistischer sein wollte wobei ich glaube, dass Sopeda schon ganz bewusst gespielt hat auch mit dieser Tradition der Hosenrollen wie wir sie beim Mozart finden den Kerubino oder später dann bei Strauß den Octaviern, wo sich das fortgesetzt hat.
00:01:54: Also dieses Spiel mit dem verschwimmen der Geschlechter und der Errotik und der Poesie sie sich daraus ergibt – das hat zu P schon ganz toll gefunden auch offenbar!
00:02:05: Und seine Libertisten haben dann ja auch nicht eine unbedingt leicht nachzuerzählende Geschichte rund um Verwirrungen, Verkleidung und so etwas geschrieben.
00:02:13: Die Dramaturgin des Lehrfestivals Jenny Wegreger hat den Bokatschu bearbeitet.
00:02:18: Darf ich es jetzt bitten vielleicht?
00:02:20: Ich weiß das ist sehr schwer aber kurz zu erzählen worum's da geht?
00:02:24: Ja das geht!
00:02:25: Das geht.
00:02:26: also wenn man sich noch ein paar Wochen schon damit beschäftigt hat sollte es eigentlich zu scharfen sein.
00:02:32: Unsere Fassung basiert eigentlich auf dem großen und berühmtesten Werk von Giovanni Boccaccio, also dem historischen Dichter.
00:02:41: Giovanni boccacio der ja im vierzehnten Jahrhundert in Florenz einer da ganz großen Nebendante und Betragah war die Renaissance und ihre Dichtung vorangetrieben hat und damit auch den Humanismus.
00:02:54: Und das Werk Die Kamarone dass er geschrieben hat Es ist übrigens wirklich sehr lesenswert, gibt es auch als höher Buch.
00:03:00: Also hat mich sehr amüsiert und unterhalten diesen Frühling.
00:03:04: Da geht's um in Wirklichkeit das sehr ernste und traurige Zeitalter der Pest in Florenz.
00:03:11: aber wie so oft machen sich Menschen auch in den dunkelsten Zeiten irgendwie schön.
00:03:15: Und bei Bokaccio finden sich da zehn junge Adelige Menschen aus Florenz zusammen, die sich eine schöne Zeit in einer eleganten Villa machen um quasi in Edelkarantäne der Pest zu entfliehen und erzählen einander dort Geschichten.
00:03:32: Also sie beschließen jeder und jede bekommt an jeden dieser Tage diese zehn Tage die Sie dort verbringen diese Erzählerkrone, die sie sich da einrichten aufgesetzt und darf mit dieser Erzählerkrone dann auswählen zu welchem Thema erzielt werden soll.
00:03:48: Und das hat Jenny wie Gregor aufgegriffen und als Rahmenhandlung in unseren Pocaccio gebastelt.
00:03:55: und das funktioniert sehr gut weil wir alle uns sozusagen immer wieder diese Erzälerkone aufsetzen und damit die anderen gewissermaßen auch damit beauftragen, unsere Geschichte darzustellen.
00:04:10: Und da entstehen natürlich interessante Dynamiken wenn man anderen Leuten sagt, jetzt spiel doch mal was ich mir so ausdenke und dann schauen wir mal wie dir das gefällt.
00:04:19: Manchmal gefällt den andern das gut und manchmal finden die das natürlich ein bisschen blöd.
00:04:27: Das sagt Kristina Siedack als eine Inspiration für den Boccaccio von Franz von Suppé in der Spielfassung von Jenny W. Grégor, live heute auch wieder zu erleben ab fünfzehn Uhr dreißig wie ich vorher schon angekündigt habe.
00:04:42: Thomas Enzinger wird um fünfzehnt Uhr eine Einführung zu diesem Stück geben für das Publikum hier.
00:04:48: wir werden das auch live hier übertragen.
00:04:52: Ich nehme an, das war Ihr erster Bocaccio.
00:04:54: Prisina Siederk, oder?
00:04:55: Genau!
00:04:55: Das war und ist bisher mein Erster Boccaccio und ich freue mich sehr weil ich durfte vor einigen Jahren als noch als Studentin mit der Volksoper auf Tour gehen mit einer Boccaco-Produktion wo Zusatzchor der jungen Studentinnen mitgesungen habe und das war schon so eine tolle Erfahrung, dass ich jetzt mit ja besondere Freude auch darauf zurückblicke.
00:05:18: Dass sich der jetzt in mein Leben gesählt hat dieser Bokaccio.
00:05:22: Den Bokaco hier in Bad Ischl zu singen?
00:05:25: Das ist sicher auch etwas Besonderes!
00:05:27: Ich frage immer wenn ich hier zu Gast bin die Künstlerinnen und Künstlern was halten Sie von Bad Isschel?
00:05:38: Also da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll.
00:05:40: Ich glaube es ist diese wirklich gelungene Mischung aus Arbeit und Sommerfrische die man hier genießen kann.
00:05:48: das ist wirklich etwas ganz Besonderes.
00:05:51: Und was es speziell auch besonders schön macht ist dass ich den Eindruck habe dass in diesem Festival alle mit so einer Hingabe und Leidenschaft beteiligt sind das Gefühl haben oder alle allen das Gefühl geben, dass im Team am besten funktioniert.
00:06:14: Also es ist wirklich ein ganz großes gemeinschaftliches Projekt mit ganz viel Liebe und ganz viel Wertschätzung.
00:06:21: Mit ganz viel Fröhlichkeit und Freundlichkeit macht das Arbeiten ganz besonders schön!
00:06:26: Ich hätte jetzt auch besonders gut gefallen, dass Sie sofort die Worte anders gewählt haben.
00:06:32: Normalerweise würde man sagen Arbeit und Urlaub aber wenn man vom Partikel spricht, sagt man automatisch Sommerfrische!
00:06:37: Ja das geht gar nicht anders.
00:06:38: also wenn man diesen wunderschönen Willen vorbeigeht und diese Noblesse dieses Ortes und seine Geschichte mitatmet bei jedem Gang zu jeder Probe dann wird es einfach gleich mal zusammen frischen.
00:06:52: Wie wichtig ist die Operette in Ihrem persönlichen Leben?
00:06:57: Ja, doch erstaunlich präsent.
00:07:00: Also als Mezzosopran ist es zwar nicht mal so aufklägt dass man mit der Operette so häufig in Berührung kommt.
00:07:09: natürlich gibt's ein paar sehr schöne Rollen.
00:07:10: die mezzo-sopranistinnen sehr gerne und häufig singen in Operetten aber gerade glaube ich eben diese Hosenrollen.
00:07:17: also ich hatte einmal die Gelegenheit in der Volksoper selten gespielte Operette von Jacques Offenbach auch eine Metzohosenrolle zu spielen.
00:07:27: Das war in König Karotte der Robin, also der war auch so ein irgendwie ein Glücksgriff für mich weil ich ihn sehr mochte diesen jungen Mann und so ähnlich geht es mir beim Bocajo auch.
00:07:38: Also ich glaube das was Operette so besonders macht ist dass wir da noch einmal vielleicht ein Stück anders oder näher an Menschen herankommen können.
00:07:53: Das gelingt natürlich mit Opa auch, aber manchmal vielleicht mit Operette noch ein Stück besser.
00:07:59: und da liegt ein großer Schatz den das Leha-Festival glaube ich ganz vorbildlich hebt weil es eben lange nicht mehr nur darum geht Klischee auf die Liebesgeschichten zu erzählen sondern wirklich zu erzähln.
00:08:13: was Menschen damals wie heute bewegt kommt auch bei unserem Boccaccio sehr gut zu tragen.
00:08:19: Denn im Endeffekt, ja wir erzählen uns da alle Geschichten und die sind manchmal sehr augenswinkelnd und frivol aber letztendlich bleibt übrig wie wir als Menschen erzählen einander immer gerne Geschichten Und wir erzäheln auch gerne aus unserem Leben und formen damit auch unser Leben.
00:08:40: Ich glaube das ist das was Theater kann und in diesem Fall Operette besonders gut.
00:08:46: Danke für den Besuch hier in unserem Studio im Saalfoyer.
00:08:51: und wie Christina Siedack klingt, wenn sie singt.
00:08:54: Das hören wir jetzt einen Ausschnitt aus der Kester-Hauptprobe von Boccaccio.
00:08:58: Christiana Siedak in der Titelpartie des Boccaco.
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