Sommergespräch mit Philipp Hochmair Langversion

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00:00:18: Ich begrüße jetzt sehr herzlich im Studio Extra zu uns gekommen mit dem Fahrrad Philipp Hochmeier.

00:00:26: Grüß Gott, hallo!

00:00:27: Philipp und ich darf ich dazu sagen uns verbindet ein bisschen was.

00:00:30: deshalb darf ich auch per du mit ihm sein.

00:00:32: wir sind knapp zehn Tage auseinander zur Welt gekommen.

00:00:35: ich habe gelesen du bist drei Wochen vor dem Termin gekommen, ich zwei Wochen vor dem Termin.

00:00:41: Also unsere Mütter hätten bei nahe unserer Geburt verpasst und weil ich aber Anfang Oktober geboren bin, bin ich ein Jahr früher eingeschult worden und deshalb sind wir ein Jahr auseinander in dieselbe Schule, in selbe Gymnasium gegangen ins BG-VI die Maroldtinger Gasse und das ist dann doch etwas was einen verbindet.

00:01:01: und zusätzlich kennen wir auch beide dieses Pendeln zwischen Wien und Oberösterreich weil wir beide oberösterreichische Väter haben.

00:01:09: Lustig!

00:01:10: Philipp, du bist zwar so wie ich erst Anfang Fünfzig dennoch gibt es schon eine Biografie von dir und da steht ganz schön viel drinnen.

00:01:18: also dieses Buch hat ja ganz viele Seiten zweihundertfünftig Seiten.

00:01:25: aber du sagst das war eigentlich gar nicht deine Idee das zu schreiben.

00:01:30: Es gab aber schon einige Anläufe und Idee hätte ich nicht gehabt, das so zu machen.

00:01:34: Aber es hat mich natürlich gefreut dass der Pranscher der Verlag auf mich zugekommen ist und sowas mit mir machen wollte.

00:01:39: Und der Auslöser war das Einspringen beim Jedermann-Zweißen-Achzehn und damals ein größeres Vorstellungsgespräch in den Buch zu verwandeln.

00:01:49: und nach mehreren Anläufen ist dann das dabei rausgekommen sechs Jahre später.

00:02:01: Also es gibt einen Impuls dazu, das so zu nennen.

00:02:04: Das beschwöre ich den Dichter immer herbei bevor ich den Abend beginne.

00:02:08: also hoffmannszahl wo bist du rufig gerne von jedermann oder schiller wo bist Du um die dichte herbeizuholen und sie bitten mir beizustehen in der reise dich da anbiete?

00:02:18: aber Die Frage ist schon auch mit davor zu sehen, weil ich einfach ständig unterwegs bin und auch oft nicht weiß wo ich mich befinde.

00:02:26: Und insofern ist diese Frage, welche Rolle bin ich eigentlich?

00:02:30: In welchem Charakter bin ich im welchen Gemütszustand eigentlich?

00:02:34: Das ist für mich doch so eine Lebensfrage und die stelle ich mir über das Buch hinweg ständig oder ums Leben hinwegständig.

00:02:40: und darum fanden wir es ein... ziemlich treffend ein Titel.

00:02:43: Und ich finde auch sehr gelungen, im Einband sind die ganzen ermöglichen Titel, die wir auf der Liste hatten.

00:02:49: Die Liste war extrem lang und das ist auch lustig diese ganzen Vorschläge, die es dazu gab oder diese Liste einfach mal durchzulesen oder lautwort zu lesen.

00:02:59: Das ist auch ein eigener Vorgang.

00:03:01: Ich dachte es wären Stichwörter, also sozusagen eine Art Brainstorm.

00:03:07: Also man suchte beim Buch immer den Titel oder bei einem Song, oder einer Platte.

00:03:11: Man suchte immer einen Titel wie man es nennt eine Namen für die Sache und auf der Suche nach diesem Namen für diese Sache haben wir eben alles aufgeschrieben was das so den Kopf gerauscht ist über die Arbeitszeit Und da ist einiges zusammengekommen.

00:03:23: Die Lustigsten haben wir dann in diesen Einband hineingeschrieben.

00:03:26: Es sind sehr viele.

00:03:28: Sowas wird ja jeder Mann Spezialist.

00:03:30: Hochmeier kocht Faulenzen.

00:03:31: also mit Faulencen würde man sich hier wirklich überhaupt nicht wissen.

00:03:34: Das ist ein zerkastischer Titel

00:03:35: kreatives Chaos, das will ich noch eher.

00:03:40: Und wenn man dann weiter schaut ist auf der nächsten Seite ein Zitat lost in the supermarket von The Clash.

00:03:49: Also es auch wieder so einen Synonym für mein Leben dass man eben... Ich habe mich oft wiedergefunden sich nach einer Vorstellung oder nach einem langen Drehzeit Einfach im Supermarkt stehen mich an den regalen Erwärme oder in diesem normalen Leben versucht zu orientieren, dass man da abgebildet sieht.

00:04:07: In dem Bühnenbild des Lebens und diese ganzen Marken und Kisten und was alles da steht strahlende gewisse Sicherheit aus, eine falsche Sicherheit.

00:04:17: Und dieses Gefühl lost in der Supermarke trifft schon ganz gut meinen Zustand, der mich in meiner Schöpfung oft umgibt Und so haben wir uns für diesen Titel entschieden.

00:04:27: Ich suche immer nach einem Song, gerne einen Buch auch in die Bildern könnte.

00:04:31: dieser Titel des Songs hat das irgendwie ganz gut auf den Kopf getroffen.

00:04:35: Aber es stimmt auch mit dem Supermarkt?

00:04:37: Das ist interessant oder nicht?

00:04:38: Ich hasse Supermärkte aber manchmal.

00:04:40: ich bin viel lieber auf Märkten und auf offenen Märkten.

00:04:42: Und red gern mit den Leuten und komm gerne ohne Plastik aus dass der einfach die Gemüse und die Ware einfach da raus liegt und man auch saisonal spürt oder regional spürt, wo man sich befindet.

00:04:53: Das ist gerade Winter, das ist gerade Sommer.

00:04:55: Es sind ja unterschiedlichste Produkte.

00:04:56: Ein Supermarkt bietet hier ... rund ums Jahr dieselben Produkte und nicht achten, welche Jahreszeit und welche Anreise diese ganzen Produkte haben.

00:05:07: Und drum hasse ich eigentlich Supermärkte.

00:05:09: aber die komische Sicherheit, die so ein Supermarkt ausstrahlt wenn man völlig zerschossen nach einer Aufführung oder nach einer langen Drehzeit durch das Leben ird.

00:05:18: Diese Sicherheit, wie dieser Supermarkt austrahlt ist hat man mal was beruhigendes.

00:05:22: und dieses Gefühl haben wir versucht mit diesem Titel einzufangen

00:05:26: Warst dann perfekt, trifft perfekt.

00:05:28: Bist du im Sommer in Salzburg auf der Schranne?

00:05:31: Immer

00:05:31: immer!

00:05:31: Ich bin jeden Donnerstag auf der schranne ich liebe das dort und es gibt ja noch zig andere Märkte.

00:05:36: aber die Schran ist schon wirklich, würde man sagen eine der schönsten Märkte der Welt.

00:05:39: Das ist schon ein richtig schönes Treiben Und da kann man wirklich toll einkaufen.

00:05:43: Aber ich kann mir vorstellen dass du viel Zeit dort brauchst weil ich nehme an Du wirst permanent angesprochen

00:05:49: Ich lege mit deinen inneren Helmen auf und dann ziehe ich dadurch.

00:05:52: Es ist schöner, wenn man da entspannt, dass ich durchkostet und Stunden verbringen könnte.

00:05:57: Und das bleibt mir leider verwert im Sommer.

00:05:59: Aber immerhin kann ich dieses Pitoressketreiben aufsaugen und das inspiriert mich sehr.

00:06:05: Die größte Gefallsohle ist mir zu viel gekauft und es gar nicht aufessen kann über die Woche.

00:06:10: Dann gehe auch mal nur so zum Schauen hin.

00:06:12: oder Messerschleifen kann man dort auch lassen oder man kann sich einfach ganz gut treiben lassen in diesem Gemüserausch... ...und Hühnerrausch & Fleischrausch und Brotrausch.

00:06:22: Du kochst ja auch gerne.

00:06:24: Ja,

00:06:24: das wird mir dann da zum Verhängnis weil ich dann einfach zu viel kaufe.

00:06:28: Also diese Reichhaltigkeit an Produkten die da eben im Sommer zu finden sind ist schon echt

00:06:34: beeindruckend.

00:06:36: Hat dir Kochen jemand beigebracht oder hast du dir das selbst erarbeitet?

00:06:41: Die Mutter hat immer schön improvisiert und einfach viel gekocht und gern gekochte uns auch aus einer Art Beruhigungsvorgang erlebt.

00:06:50: Sie kamen immer relativ gestresst aus der Arbeit und hat sich dann nur das Kochen so ins Leben zurückgekocht.

00:06:55: Und diesen Vorgang habe ich wahrscheinlich irgendwie

00:06:58: übernommen.".

00:06:59: Du hast das Buch, dass es ja eine Biografie ist.

00:07:01: Eine Biographie würde man erwarten.

00:07:03: wer wird gewidmet?

00:07:04: den Eltern oder da weiß ich nicht den Großeltern oder sonst der Familie?

00:07:10: Bei dir steht aber für Frau Professor Köchlhuber.

00:07:15: also du widmest das Buch deiner Englischlehrerin Wieso?

00:07:22: Sie hat ohne es zu wissen eine Tüme im Herzen aufgemacht, die mein Leben lang offen geblieben ist und die mein leben sehr verändert hat.

00:07:32: Und diesen Moment haben wir eben in dieser Widmung versucht zu verdeutlichen.

00:07:37: Ich hab's ja schon öfters erzählt, ein Interview so einem Buch ist auch ein wichtiges Thema.

00:07:40: aber Wir saßen im Englischunterricht und haben mir meinen Film gesehen Die Outsiders von Francis Coppola.

00:07:47: Ein Bandenmitglied in diesem Bandenfilm sagt eben im Anbetracht der aufgehenden Sonne oder untergehende Sonne, ein Gedicht von Robert Frost auf.

00:07:55: Das heißt nothing gold can stay also nichts die alles schön nicht vergeht.

00:07:59: könnte man das so übersetzen?

00:08:01: und hat die Frau Professor Kögelhuber eben dieses Film gestoppt und gesagt schaut euch an da spricht einen Banden mit Glied, einem Gedicht frei Und ist halt in einem guten Gymnasium in Wien.

00:08:14: Ich bin sicher keiner von euch kann den Gedicht aufsagen.

00:08:17: Und wie es der Teufel so wollte, hatte ich eben damals zum ersten Mal ein Gedicht auswendig gelernt in Totentanz von Goethe und bin dann auch im Film der Club der Todendichter vorgespielt wurde, auf den Tisch gesprungen habe das Gedicht vorgetragen und das war mein erster Auftritt sozusagen meinem Leben.

00:08:33: Und ich hab erwartet dass die Schüler mit dem Klingeln der Schulglocke aufstehen werden und meinen Vortrag unterbrechen und sich dafür nicht interessieren.

00:08:41: Aber das Gegenteil war der Fall, die Pausenglocke hat geläutet.

00:08:44: Unendlich lang!

00:08:46: Früher war es ein gewohntes Geräusch und dass man überhört hat.

00:08:50: Und auf einmal hat diese Pausenlocke mit den Sirenen dieser Sprache von Goethe hineingesägt... ...und alles in ganz gebannt sitzen geblieben haben.

00:08:56: Das bis zum Ende angehört und sind völlig bedroppelt da gesessen.

00:09:00: Ich selber war völlig überrascht über meinen Mut oder meinen Impetus.

00:09:06: Dieser Moment und die Dankbarkeit über diesen Moment, über den großen Zufall wird in der Servitmung ausgedrückt.

00:09:12: Weil es steht ja auch nicht da für Waldrautkörchelhüber oder für meine Englisch-Lehrerin, oder für Magister.

00:09:21: Es steht wirklich für Frau Prof.

00:09:22: Körchelshübertag.

00:09:23: In mir entweckt das die Assoziation, dass der Schüler – ein dankbarer Schüler seiner Lehrerin, der sie in die Hand drückt und sagt, Frau Professor, das ist für Sie!

00:09:33: Die richtig hat schon was davon.

00:09:34: Also einen naiefer Blick auf diese Zeit.

00:09:37: Und lustigerweise haben wir uns über dieses Buch dann wiedergefunden, Ich habe bei Interviews gesagt, sie mögen sich doch bei mir melden.

00:09:45: Weil ich hab keinen Kontakt und keine Nummer.

00:09:46: Und so hat das dann auch super funktioniert als Buschfeuer.

00:09:50: Dann ist die sogar gekommen mehrfach jetzt nach Salzburg zu den Vorstellungen.

00:09:53: Wir haben ein neues Verhältnis aufgebaut.

00:09:57: Das ist wirklich toll!

00:09:58: Meine letzten Vorstellungswerte im Akzentjahr da wie Sie gesehen sind sehr eifriger interessierter Zuschauer.

00:10:06: Aber die Jahrzehnte zwischen Matura Und jeder Mann nicht, da war kein Kontakt.

00:10:11: Das heißt, sie hat das auch nicht gewusst?

00:10:13: Gar nicht!

00:10:14: Also es ist über das Buch, dass letztes Jahr rausgekommen ist zu einer Aufführung von jedermann gekommen oder ich hab ihr Karten besorgt für eine Jedermann-Aufführungen.

00:10:21: Da haben wir uns danach, ihr Sohn und ihre Familie alle waren da, haben uns dann wieder gesehen beim Getränk danach und das war wirklich sehr, sehr nett.

00:10:30: Es ist super aktiv und super fresh und es ist wirklich toll lebendig offenen Geist, den sie damals in der Schule hatte einfach erhalten.

00:10:39: Das hat mich

00:10:39: gefreut.".

00:10:41: Das was so schön ist auch an diesem Bruch ist da gibt es ein paar größere Themen, Blöcke drinnen die durchaus nicht unproblematisch sind und wo du auch sehr offen Schwierigkeiten ansprichst.

00:10:52: aber das Schöne ist dass es Versöhung gegeben hat, dass es gut ausgegangen ist.

00:10:57: Deine Kindheit war glaube ich nicht so ganz einfach.

00:11:00: Offensichtlich, wie es sich liest für alle Beteiligten, dein Bruder hat offensichtlich einmal gesagt du hast das Familie ein Gefüge gestört in dem Moment in dem du zur Welt kamst und du selber schreibst dass du dich eigentlich falsch gefühlt hast lange Zeit.

00:11:14: Dabei würde das jetzt auch außen.

00:11:15: Würde man nicht den Eindruck haben, du hast Eltern die beide Akademiker sind, die beide berufstätig sind?

00:11:22: Das war nicht selbstverständlich in unserer Jugend, dass auch die Mütter Akademikerinnen sind und arbeiten.

00:11:29: Deine Eltern haben ein Haus am schönen Wilhelm Menemberg in so einer schönen Grünruhe Lage gehabt und haben mit Sicherheit versucht ihren beiden Söhnen alle Werkzeuge mitzugeben damit sie dann gut bestehen können.

00:11:44: Und bei deinem Bruder hat das offenbar so funktioniert, wie sie sich das vorgestellt haben.

00:11:49: Da hat ihr sogar den Beruf deiner Mutter ergriffen aber bei dir ist es irgendwie nicht so reibungslos verlaufen.

00:11:55: was war denn das Problem?

00:11:57: Also danke mal für diese schöne Formulierung, das hast du sehr gut in Worte gefasst.

00:12:00: Wieder die Situation war also von Ausbetrachten ist es sicher alles ideal aber wie es bei vielen Künstlernaturen ist dass sie sich in dieser bürgerlichen Sicherheit dann doch unwohl fühlen und andere Impulse wollen außer die Routine des Alltags oder einfach ausbrechen wollen und somit tritt das ja keine Schuld niemand, also dass er keiner speziell schult an meinem unwohl sein sondern es ist eine Hochbewegung der Seele die woanders hin will.

00:12:25: Und man wird eben da eine wahrscheinlich sehr sichere und harmonische Situation hineingeboren, aus der man aber ausbrechen muss.

00:12:34: und dieses Ausbrechen müssen ist irgendwie wie gelegt.

00:12:38: Der Teufel war da im Spiel und hat dann mehr einen Impuls mitgegeben, den er halt raus wollte.

00:12:48: Und das sieht man oft bei Künstlernaturen, dass die dann aus diesem geordneten System ausbreche wollen und darüber eine Kraft entwickeln und kreativ werden.

00:12:57: Aber ich kann jetzt nicht sagen, das ist der und der Grund.

00:13:00: Das war einfach die gesamte Mischung aus Schule und allem.

00:13:08: Große Eltern, die aus dem Krieg kommen... Und das Unaufgearbeitete vielleicht?

00:13:14: Das unausgesprochene, was dann da war.

00:13:16: Und diese eignatigen Achtzigerjahre in Wien, das war schon eine eigenartige... Ich kann es gar nicht analysieren wo der Hasem Pfeffer liegt aber Ich habe ein sehr uneigentliches Leben geführt bis dann eben die Erweckung zu dem Beruf kam, was vielleicht in der Schule passiert ist.

00:13:33: Also dieses Mischspüren in der Literatur und den Performance, das da in einem Klassenzimmer passiert ist... Das war wie so ein Erwachen!

00:13:42: Und dieses Erwachsen hat bis dahin nichts stattgefunden.

00:13:44: Klar braucht es eine bürgerliche Bildung, eine bügerliche Schule, ein bürgelsches Elternhaus um überhaupt einen toten Tanz von Goethe zu lernen und auch nach einem Film von Francis Coppola dieses Feuer zu empfangen.

00:13:57: Aber das ist jetzt weniger aggressiv gegen die Umwelt gemeint, sondern mehr gegen mich selber.

00:14:02: Weil ich mich halt in der Welt, die mir da geboten wurde, nichts heimisch war.

00:14:07: Wie soll so?

00:14:07: Ich wurde sowas ausgebildet was ich nicht sein wollte.

00:14:12: Na ja bis achtzehn haben deine Eltern wahrscheinlich gesagt, dass wir es meiner auch gesagt haben.

00:14:17: wichtig ist einmal, dass du... Nein meine Eltern haben gesagt, das muss nicht matura sein aber eine Ausbildung!

00:14:22: Das wäre ihnen wichtig gewesen.

00:14:23: Nehme an deine Eltern haben auch so gedacht.

00:14:26: Ich habe keine Ahnung.

00:14:26: Aber da war so eine unglaubliche Angst, dass wir das nicht schaffen oder ordentlich machen und auf die schiefe Bahn geraten.

00:14:35: Da schwäbte man so eine Wolke drüber.

00:14:41: Wohlwollen positiv, sondern es war einfach Angst geprägt.

00:14:45: Und diese Fernsteuerung, dass man so einen Lehrplaner füllen muss und was er nicht entspricht, das hat mich in die Kirche gemacht und hat mir das Gefühl gegeben ich bin da auf einer falschen Spur.

00:14:58: Über diese Schauspielschule ist die Nadel auf der Plattenrille eine richtige Rille gefallen.

00:15:04: Auf einmal hat sie richtig Musik gespielt und vor allem über die falsche Musik.

00:15:11: gefunden und das war richtig.

00:15:13: Und lustigerweise über Brandauer dann mein Lehrer war, habe ich einen gegenüber gehabt wo ich mich gesehen gefühlt habe und auf einmal ein Dialog da war der meiner Kraft entsprochen oder was wachgerufen wurde, was in mir war und was verborgen war und dieses nicht ausgelebte Potenzial hat in mir einen Wiederwählen und etwas Unrundes Erzeugt, also die ganzen Jahre davor.

00:15:40: Und in der Person Brandauer habe ich wirklich einmal einen Gegenüber gehabt, wo ich mich gesehen gefühlt habe und wo es ein Dialog gab, der mir entsprochen hat?

00:15:48: Was würdest du an Eltern empfehlen, die irgendwie merken, ein Kind tickt irgendwie anders oder hätten da für dich eine Kindertheatergruppe?

00:15:58: was gewesen...

00:16:01: Vielleicht.

00:16:01: Aber vielleicht ist auch alles richtig gewesen, so wie es war.

00:16:04: Das habe ich auch beobachtet beim Leben.

00:16:05: Ich brauche immer relativ lang in einem gewissen Unwohlsein.

00:16:09: bei Proben auch zum Beispiel wenn ich ein neues Stück mache oder einen Film bin ich zuerst die ersten zwei Wochen völlig orientierungslos.

00:16:15: Das ist schon mein Charakter, das ist überhaupt nicht meine Umwelt so ein Charakter.

00:16:18: Da fühlt sich dann prinzipiell mal falsch in dem was da passiert also in den Proben, in dem Vorbereiten und dann auf einmal liegt sie so einen Schalter um und auf einmal wird es zu meiner Welt.

00:16:27: Und dieses dieser Moment bis dass dann kommt das ist einfach der reife Prozess und ab wann geht die Hingabe los?

00:16:36: Wann wird das Fremde zum eigenen?

00:16:38: Das ist halt bei mir der Prozess.

00:16:40: Und er hat sich in meinem Leben auch so wiedergespiegelt, dass man eben auf der Suche nach Wahlverwandtschaft ist und die dann auf einmal irgendwie im Zeichen Lehrer oder im Schauspielschullehrer oder für sich wo findet zufällig.

00:16:52: Dann bilden sich da Allianzen und entsteht den Groove!

00:16:59: Und davon beginnen wir zu musizieren.

00:17:00: und diese Suche nach der Band prägt ja mein heutiges Leben auch.

00:17:04: Also ich such immer eine Gruppe mich herum, mit der ich irgendwie kreativ sein kann... ...und im besten Fall eignen sich dann tolle Aufführungen oder schöne Platten oder irgendwas, also man ereignet sich was her.

00:17:15: Und diese Sehnsucht nach dem richtigen Platz die ist halt betonen angeben in meinem Leben.

00:17:22: Du malest dir auch ganz ausgezeichnet.

00:17:24: Wäre das eine Option gewesen?

00:17:26: Das war ein Selbstfindungsvorgang, aber ich meine überhaupt nicht mehr.

00:17:33: Ich bin im ganzen anderen Abschnitt angekommen.

00:17:36: Aber in der Zeit wo ich da in der Schule war und meinen Platz gesucht habe, war das Zeichnen und eben die Verbindung zum Zeichenlehrer irgendwie die Parallelwelt oder der Ort wo ich mich beruhigen konnte oder wo ich dann mich spüren konnte.

00:17:51: genau Ich konnte mich in der Klasse oder zu Hause nicht spüren.

00:17:55: Ich habe mich immer nur im Echo der anderen wahrgenommen und das Echo war jetzt nicht unbedingt nur positiv, sondern ich habe erst gefühlt, ob ich stöhr da oder ich bin so laut oder so unruhig... Und es gab nur wenige Leute wo es gefühlte, dass ich richtig bin.

00:18:06: Also meiner großen Mutter am Land in Oberostreich hat das Gefühl, ich bin richtig!

00:18:10: Das war sehr beruhigend.

00:18:11: Da gab's zumindest einen Menschen auf der Welt, bei den Bauern dort war ich irgendwie richtig.

00:18:16: Da habe ich gemerkt, dass das ein Ort, wo ich zu Hause bin.

00:18:20: Aber in diesem funktionierenden Staat oder in der Schule oder dieses Gehorchen sowie so eine Hundeschule, wo man dann einen Haken gehängt wird und mitgehen muss oder sitzt, stehe, Platz frisst und so hat dieser ganzen Mist, das hat mich da einfach

00:18:36: gequält.".

00:18:38: Du warst aber erst zehn Jahre alt als diese oberösterreichische Großmutter gestorben ist?

00:18:42: Das war doch eher früh!

00:18:44: Wie ist es dir dann

00:18:45: gegangen?".

00:18:47: Ohne diese geliebte Oma.

00:18:50: Also ich habe den Tod jetzt nicht so als schmerzhaft empfunden, das war ganz natürlich.

00:18:56: Es ist auch im Krankenhaus gewesen und hatte, glaube ich, Krebs und so... Das war schon ein länger Prozess dieser Ableben.

00:19:06: Und noch der Großvater davor, wie er aufgebahrt war, wie man es eben so gemacht hat am Land.

00:19:10: Das waren schon tiefe Erfahrungen aber wir hatten so tolle Sommer zwischen vier und sieben, mein Alter Die waren so prägend und so reichhaltig, dass die bis heute noch nachstrahlen.

00:19:26: Was hat sie denn gemacht?

00:19:27: Weil ich nehme jetzt nicht

00:19:28: an... Wir haben euch nur gelassen!

00:19:29: Dass Sie jetzt nämlich genau das Ding ... Heute würde man ja versuchen, die Kinder extrem zu beschäftigen.

00:19:35: Ich

00:19:35: hätte durch ihre Art mit mir zu sein einfach ein Gefühl gegeben, ich bin richtig auf der Welt oder die einfach mit mehr Zufrieden oder im Einklang.

00:19:50: Fand das in Ordnung wie ich bin?

00:19:51: Ich mochte mir einfach so.

00:19:52: Dein Vater wird es beschrieben im Buch, hat glaube ich einmal versucht was richtig zu machen und dann war's wieder falsch.

00:20:01: Und zwar hast du nach der Matura glaub' ich ein eigenes Stück schon konzipiert und bist damit durch die regionalen Kindergärten so gedingelt und dein Vater hat aber einen Nachbarn gebraucht um zu realisieren, dass das eine gute Sache ist, die du da gemacht hast.

00:20:20: Ja, das war so ein bisschen der Bruch mit dem Elternhaus oder das Ausziehen also den Eltern meiner Urlaub und ich habe dann sozusagen ein Angebot bekommen für Kinder ein Stück zu machen.

00:20:30: Eine Bibliothekarin aus dem sechzehn Bezirk hat mich gefragt ob ich für diese Bibliothek einen Kinderstück machen kann jetzt mich in einer Schule gesehen zum Abschluss Theaterabend im Gymnasium Und dachte so aus einem Impuls heraus, dass sie mir das anbieten kann.

00:20:49: Dass ich einfach ein Kinderstück machen kann.

00:20:51: Das sind die Kinder kommen und sich Bücher ausleihen... ...und dieses Kinderstück ist dann immer größer geworden!

00:20:57: Ich bin da eine ganze Jahr lang damit herum getourt.

00:21:01: Die Premiere in der Bibliothek war aufregend für mich.. ..und da war eben der Nachbar da und hat meinem Vater nicht über einen Zaun geschildert,... ...dass ihn das bewegt hat.

00:21:12: Hat mich erstmal berührt, dass den Nachbar wahrnimmt und dann hat es mich aber extrem verärgert, dass der Vater erst auf die Reaktion des Nachbarn hin mich ernst nimmt.

00:21:22: Und das war letztendlich nicht der Impuls, der dazu geführt hatte.

00:21:27: Ich musste jetzt mal aus dem Elternhaus raus und jetzt mal schauen, ob ich ein Studium mache.

00:21:33: Dann wurde ich auch sofort genommen am Max-Reiner-Seminar Ort gesucht hat oder nach einer Kanalisierung, einer Kanalisierung gesucht.

00:21:46: Er ist in einem Ort gefunden und diese Schauspielschule war für mich der idealen Ort.

00:21:50: Vorbei noch Zivildiener.

00:21:52: das war auch eine schöne Zeit im Pflegeheim für alte Leute.

00:21:57: da habe ich mir auch sehr wohl gefühlt.

00:21:58: Du hast dann eine soziale Ader.

00:22:01: Da war ich so ein lustiger Vogel für die alten Leute und es hat ihnen gut harmoniert, also... Ich habe mir damals den Kopf geschoren und so Holzketten gehabt und lustige Schuhe angehabt und hab da so bisschen eine Identität gesucht, einen Kostüm gefunden als Faun oder so, als Bittoreska Alltagsstörer oder sowas, konnte mich da in diesem Alter sein ganz gut ausprobieren.

00:22:26: Da haben die mich so als Schregenvogel in Ruhe gelassen und habe mich mit diesen alten Leuten erstaunlich gut verstanden.

00:22:31: Wieso zivil dienst?

00:22:32: Und warum nicht Präsenzdienst?

00:22:35: Also ich konnte mir nicht vorstellen zur Militär zu gehen, also alles was ich da gehört hab es hat mir total missfallen.

00:22:44: Ja das wäre wieder nicht gegangen mit der Struktur, gell?

00:22:47: Jetzt bedauere ich sich gerne die Erfahrung, also mich interessiert militärinteressanterweise schon als Struktur als Platz oder als Energiefeld.

00:22:58: Das ist auch ein wichtiges Synonym für mich, der Kunstsoldat.

00:23:01: So bezeichne ich mich gerne in meinen Arbeitsprozessen und insofern interessiere ich mich von außen fürs Militär.

00:23:10: so.

00:23:11: aber da drin stecken und dazu noch in einer kleinen Position als kleiner Soldata auszubildender, das wäre nichts für mich.

00:23:22: Und im Alter-Sheim war es ein perfekter Ort für mich, ich war neunzehn Jahre alt und hab dann da sterbende Leute begleitet, das war schon toll.

00:23:33: Ja, das muss man aber auch aushalten können?

00:23:36: Das wagen wir ganz natürlich!

00:23:38: Das war kein Problem.

00:23:38: Ich

00:23:39: habe mit ihnen gezeichnet und die aufgenommen, die fotografiert... Selbsterfahrungsexperimente gemacht, also aus meiner Intuition heraus und das Wort von der Führung da gutgeheißen.

00:23:50: Die haben gemeint, es hilft denen sich zu spüren und so wahrzunehmen und dann haben sie mich da gewähren lassen und habe ich mit ihnen einfach in diese Richtung irgendwie gearbeitet.

00:24:02: Du wann warst stand für dich fest dass du Schauspieler bist?

00:24:07: Dass du das studieren willst und dass es auch keine Alternative dazu gibt.

00:24:12: Also ich habe mich informiert, wie das geht mit dem Max-Reiner-Seminar.

00:24:14: Die Aufnahmsprüfung und dann hab' ich das beim ersten Schuss gleich getroffen, das Ziel.

00:24:19: Und also mit dem Tag war das klar, dass es einfach der Weg ist.

00:24:25: Wo das hinführt wusste natürlich keiner ja?

00:24:27: Das weiß man einfach nicht!

00:24:29: Wie haben deine Eltern reagiert?

00:24:31: Die waren von dem Begriff Max-Rheiner Seminar wie hypnotisiert... ...und dann Worte wie Brandauer oder was er sieht.

00:24:38: Was hat die Total?

00:24:40: zufriedengestellt.

00:24:41: Also damit war dann ein bisschen die Angst weg vielleicht von den Eltern?

00:24:46: Die Angst war weiterhin da, weil sie überhaupt nicht wussten was ich da lerne oder was sich da mache.

00:24:49: aber das waren so suggestive Begriffe, die sie dann ausgenockt haben in ihrer Sorge.

00:24:57: Okay muss ich dann auch sagen könnte mein Sohn studiert bei Klaus Maria Brandauer Schauspiel Und insofern ist das dann, mit dem er folgt hat und den du danach gehabt hast.

00:25:09: Da kam man nicht gleich aber ich habe einen sehr eigenwilligen Weg geführt und haben sie doch irgendwie begleitet.

00:25:14: als ich mal wieder das Stück angeschaut hab dann schon was erlebt mit mir.

00:25:17: Ja,

00:25:17: aber ich glaube du hast auch immer davon leben können?

00:25:20: Eben ja, das ist ja auch so ein Ding!

00:25:23: Das zweite, was ich sehr interessant finde ist dass du offen über darüber sprichst, dass du Legastheniker bist.

00:25:31: Da sind ja auch viele Menschen.

00:25:33: Wie hat sich das bei dir geäußert?

00:25:36: Mit der Volksschule sollten wir halt lesen üben zu Hause und dann wie jeder konnte es am nächsten Tag und ich konnt's halt nicht.

00:25:41: Und das hat sich durchgezogen bis ins Gymnasium also immer.

00:25:45: diese Destifrierungsarbeit war für mich einfach Quai!

00:25:49: Wenn ich Zeit habe... Akademie hat mein Bruder Karamazov von Dostoyevsky gemacht, das ist in der Tausendfingerzeiten.

00:25:57: Da bin ich jeden Tag an die Donau gegangen und habe mich zu einem bestimmten Baum gesetzt und habe mir jeden Tag über sich auf fünfzig oder achtzig Seiten laut vorgelesen – in aller Ruhe!

00:26:06: Und so habe ich das ganze Buch durchgepflügt und war letztlich nicht bei Pro Beginn der Einzige, der das Buch ganz gelesen hatte.

00:26:13: Wenn ich mir das vornehme und meinen Frieden habe dann geht es aber.

00:26:18: Ich kann nicht en passant da schnell, schnell Das fällt mir einfach schwer.

00:26:23: Und Schreiben?

00:26:24: Rechtschreibung war das auch ein Thema?

00:26:28: Nein, ich weiß nicht.

00:26:29: Dann wird es jetzt

00:26:32: nicht so schlimm gewesen sein... Aber dieses

00:26:33: Deschiffrieren, sich fokussieren auf einen Text und was ist denn so?

00:26:37: ein Text?

00:26:38: in Worte umwandeln also in gelebte Sprache umwandeln.

00:26:42: Also geschriebene Sprachen, gesprochenen, gedachte Sprachumwandeln dieser Vorgang war für mich einfach kraftraubend!

00:26:50: Ich habe gehört, du lässt ja auch heute noch gerne Rollen vorlesen.

00:26:55: Das ist ein anderer Grund.

00:26:56: also ich kann mich sonst nicht fokussieren und dann nicht konzentrieren.

00:26:59: zu Hause in meinem Zimmer würde ich in Text lernen.

00:27:01: es ist so langweilig dass sie beim Brauch der kommt, sagen wir mal um zehn Uhr kommt jemand setzt sich mit mir hin, wir trinken beide Tee und er spricht die Rolle der anderen Die Stimme der anderen und ich kann dann meine Rolle da hineinlegen.

00:27:12: Und dann höre ich den... Kann ich den Dialog trainieren, sagen wir mal so?

00:27:16: Ich kann den Dialogue trainieren!

00:27:17: Und an Filmen wie die Vansi-Konferenz, die ein extrem kompliziertes, extrem komplizierte Dialogstruktur haben muss man so üben.

00:27:26: oder was sich Don Carlos von Schiller, was ich da am deutschen Theater in Berlin gemacht habe, das Tokwato Tassel am Burg Theater, dass da muss man die Dialog-Struktur einfach wirklich

00:27:35: üben

00:27:35: und gemeinsam musizieren.

00:27:37: Also ich brauche dann zu sagen gegenüber, dass alle anderen Rollen spricht damit ich weiß, aha wann ist denn eine Pause?

00:27:42: Aber wann antworte ich den da?

00:27:43: oder wie dieser innere Kampf die Sprache zu gebären Die muss man trainieren.

00:27:49: das in inneren Kampfen müssen wir trainieren Und da brauche ich einfach ein Gehüber.

00:27:52: aber es ist weniger, dass du mir jetzt wer den Text vorliest und es geht eben darum, dass man diesen Dialog ordnet und erlebt für sich einen kleinen Bevor man ihn auf der großen Bühne hinaus haut.

00:28:03: Aber es hat sich die Legers-Denis weder daran gehindert, Schauspieler zu werden noch zu maturieren.

00:28:09: Im Gegenteil, das hat mich vielleicht motiviert.

00:28:12: Es wäre der größte Witz damals mit fünfzehn oder so sagen, dass ich mal mit Vortrag von Literatur mein Geld verdienen werde.

00:28:22: Mehr hätte man nicht lachen können.

00:28:23: Darum bin ich ins Zeichnen geflohen, wo es eben keine Sprache gab und nur Bilder.

00:28:29: Und diese Bilder waren meine Freunde.

00:28:32: Da bin ich im Kunst- und Social Museum, hab dann einfach da diesen Dialog mit den Bildern gesucht weil mir die Schrift so anstrengend war.

00:28:40: Dann bin ich eben ins Zeichnen rein Dieses Erlebnis im Klassenzimmer mit dem auf den Tisch springen, da habe ich mich dann zu sagen die Bilder in der Sprache gefunden.

00:28:50: So und hab gemerkt dass wenn ich mir die Sprache so sortiere das sich sie in meinem Rhythmus erlebbar machen kann Dann werden die Bilder die ich im Kopf habe oder im Herzen habe durch Sprache transportiert.

00:28:59: Ich glaube heutzutage würde man dich Da würden wahrscheinlich die Lehrer deinen Eltern raten, dich auf Autismus oder ADHS-Testen zu lassen.

00:29:09: Das gab es ja alles gar nicht.

00:29:11: Ich weiß nicht wo das herkommt noch aus der Nazi Zeit oder so wenn man nicht das gemacht hat wie es sein soll hat mal eine Auffarge bekommen und wurde angeschrien und dann sollte man das halt so machen.

00:29:19: und so war das halt.

00:29:21: So war meine Kindheitserinnerung also dass man einfach irgendeine Form passen muss der mich entspricht.

00:29:27: und auf einmal ist durch dieses Schauspiel Ausbildung, diese Form auf einmal aufgegangen.

00:29:32: Auf einmal ging die Welt auf und vorher war das so vorportioniert.

00:29:37: Auch in dem Altersheim muss man immer in bestimmten Formen entsprechen.

00:29:41: Und jetzt dreißig Jahre später ist ja die Welt völlig anders.

00:29:44: Es gibt eine Tolleranz da, es gibt für alles Begriffe Alleine eine Speisekarte was da alles angegeben wird an Allergie-Möglichkeiten Das gab's im Leben damals gar nicht.

00:29:56: Das ist jetzt für alle möglichen Schwächen Und damals gab es nur, da musste man funktionieren.

00:30:03: So und ich merke jetzt gerade in unserem Gespräch dass das eben völlig andere Welt war, daran müssen wir groß geworden sind.

00:30:09: Ja

00:30:11: wahrscheinlich kommt das noch geprägt aus diesen Nazi Zeit wo mal wirklich ganz streng, also mein Vater ist in den vierzig Jahren groß geworden und dann man musste einfach gehorchen um auch das Zerschoss in den Land wieder aufzubauen, dass alles wieder funktioniert und dieser Druck die kaputte Heimat wieder zu reparieren hat da sie dann wahrscheinlich auf mich übertragen oder so.

00:30:36: Nicht aus der Reihe tanzen, nicht aus der Reihtanzen einfach im Gleichschritt aufbaut.

00:30:44: Meine Eltern sind Jahrgänge thirty-eightundvierzig und die sind aber groß geworden in dem festen Vertrauen, dass es immer besser werden wird Bis zuletzt.

00:30:53: Ich bin auch so aufgewachsen, mein Vater hat immer gesagt, das wird alles immer besser werden.

00:30:58: Ich habe das Gefühl, ich werde groß in einem Gefühl, dass es immer wieder kaputt gehen kann, wenn man sich nicht zusammenreißt und an den kleinen Fehler der Hausaufgaben merkt man schon, dass das System brockelt?

00:31:10: Oh, oh!

00:31:10: Das ist hart.

00:31:12: An den kleinen Fehlern in einer Hausübung merkt mal man kann, da hat es einen großartigen Schauspieler drin.

00:31:50: Du ein anderes Thema, das dich tatsächlich dein Leben lang begleitet, ist der Tod

00:31:57: Die Bilder des Todes, aber weder der echte Tod.

00:32:00: Du bist aufgewachsen

00:32:03: gegenüber

00:32:03: vom Friedhof und hast aber auch Zeit dort verbracht?

00:32:09: Ich habe mit Totengräbern Zeit verbracht Und ich habe mich zu dieser Welt da hingezogen gefühlt.

00:32:14: Mich hat das interessiert, was passiert wenn man da ein Körper reinlegt und was macht die Erde aus dem Körper?

00:32:19: Was bleibt da über, indem ich mich da hingezogen fühle und hab diese ganzen Darstellungen von Vanitas und Vergänglichkeit eben auf diesen großen Bildern gesucht und da habe ich mich beruhigt in Anbetracht dieser Ölgemälde.

00:32:37: Die

00:32:39: Natur ist ja ein Kunststaschenmuseum zum Beispiel, oder?

00:32:41: Mich hat das einfach beruhigt.

00:32:44: Das war eine Gegenwelt und der Friedhof hatte eine Ruhe ausgestrahlt, eine Ordnung die in meiner Seele gefallen hat.

00:32:52: also diese Gräber, die Namen drauf, die Schriften, die Staltung der Gräbeer... Und dann eben dieses Gedicht von Goethe, der Totentanz, dass sich die Gräben öffnen und sie leben.

00:33:05: dennoch weiter zu tanzen Das hat mich irgendwie beeindruckt und es war eine Traumwelt, in der ich mich wohlgefühlt habe.

00:33:14: Ja das ist schon sehr bemerkenswert also dass sich glaube ich dieses Erlebnis mit dem Totentanz war ungefähr in der fünften Klasse?

00:33:22: Also du hast ungefähr fünfzehn.

00:33:24: Welcher Fünfzehnjähriger lernt freiwillig Totentans von Goethe?

00:33:28: Da kommt dazu, dass wir den Zeichunterricht illustriert haben mit Franz Terber, dem Teilchenlehrer damals.

00:33:36: Wir haben da wirklich im Jahr zwei, drei Zeichnungen zu Ende geführt weil wir die ganz fein ausgearbeitet haben.

00:33:45: Akribisch und diese Agribi, immer dieses Skelette aus der Erde kommen.

00:33:49: ich habe dann Varianten gemacht und groß und klein, aber das hat mich halt interessiert und darüber habe ich das dann auswendig gelernt.

00:33:57: Und dann kommt noch dazu dass wir eben Zuhause so eine Platte hatten von Albin Skoda wo er die großen deutschen Balladen vorgetragen hat.

00:34:03: Und die hat mich einfach hypnotisiert, dieser Vortrag von diesem Schauspieler der da ganz dämonisch diese Schiller und Goethe Balladen vorträgt.

00:34:13: Das hat mich unglaublich fasziniert!

00:34:16: Du warst sogar Ministrant?

00:34:19: Es gibt einen zückenden Foto von dir in deiner Biografies-Ministrantseite.

00:34:23: als Familie so klassisch.

00:34:24: sonntags sind die Kirche gegangen?

00:34:26: Auch nicht.

00:34:27: das war auch meine Welt.

00:34:28: also meine Eltern waren nie in der Kirche.

00:34:29: ich bin da selber hingegangen.

00:34:31: im Autalkring gab es eben in Steichhans Von wann sind die aus den fünftiger Jahren vielleicht?

00:34:39: Das war auch wie der Friedhof für mich ein Ort, wo ich mich beruhigen konnte.

00:34:43: Diese Evangelium und der Ritus und die Feiertage hat mir gefallen.

00:34:49: oder Begräbnisse und Hochzeiten als Außenstehender, als Kind, als Ministrant.

00:34:56: Faszinierend!

00:34:57: Aber da musstest du ja am Sonntag auch aufstehen in der Früh und konntest nicht ausschließen.

00:35:02: Das war meine Zeit, das war meine Regeneration oder auch weil wir waren ja oft vier mal fünf Mal in der Woche in der Kirche dann und waren dann da und es war einfach spannend.

00:35:13: War auch so eine kleine Band also da waren so diese kleinen französische als die Enfant-Cœur also die Kinder des Coa-Kinder also diese Schade der reinen Jünglinge Wieder so auftreten, das war schon irgendwie...

00:35:30: Aber ist dir davon etwas geblieben?

00:35:32: Irgendeine Art von Glaube.

00:35:35: Also wenn ich jetzt jedermann spiele, ich spiele sehr exzessiv also ich beschäftige mich seit Jahrzehntreizend mit jedermannen und habe das in allen Möchenformen und Varianten gemacht und war aber auch noch vor, das weiterzumachen.

00:35:47: Also abgesehen vom Domplatz.

00:35:49: Also kleiner Zeit Notiz.

00:35:52: Wir spielen in der Elbphilharmonie Hamburg im Oktober mit der Band, das ist schon eine richtig große Sache.

00:35:58: Wir haben ja mal im Stefanzum gespielt, es war also die ganz großen Aufführungsorte erschließen sich uns mit diesem Stück und ich glaube schon dass ein Nachhalt aus der Zeit mich in diesem Stück auch trägt wo es um Glauben geht und um Vergehen und um Sterben.

00:36:15: und eine Hoffnung, dass nach dem Tod noch was ist oder eine Selbstreflektion in Anbetracht des Todes Das wird da sehr, sehr schön formuliert.

00:36:26: Und das hat mir glaube ich schon dieses Ministrantendasein und diese Prägung durch die Kirche schon gegeben.

00:36:35: Weißt du noch wie lange du ungefähr ein Ministrant warst?

00:36:39: Das haben wir von sieben bis fünfzehn oder so.

00:36:41: So

00:36:41: lang!

00:36:43: Ach ja, das ist wirklich richtig lang.

00:36:46: Ja... Und was hast du für eine Hoffnung nach dem Tod?

00:36:52: Ich habe weder eine noch keine.

00:36:54: Also ich hab das Gefühl, dass es einfach eine Zeit ist die man hier verbringen darf und dass man hier was erleben darf und was geben darf und wenn's vorbei ist halt vorbei.

00:37:03: aber man hat da dann etwas dargelassen und die Menschen vielleicht der Freude oder in was mitgegeben oder irritiert.

00:37:11: oder

00:37:12: empfindest du dein Talent als Berufung?

00:37:15: Ja will ich schon sagen ja

00:37:17: also schon als etwas geschenktes aus dem Du dann aber was gemacht hast.

00:37:24: Das sind die Künstler, die sagen sie müssen.

00:37:30: Also wenn ich jetzt wirklich abtreten sollte ist es da diese, was ich diese jeder manueloditplatte oder diese Schillerplatte das würde ich dann schon als Vermächtnis bezeichnen, dass meint okay man hat denn da so ein... was geschaffen mit einer tollen Musik an?

00:37:45: Was dann irgendwie noch vielleicht fortdauert oder so.

00:37:49: Das finde ich noch mehr als bei Filmen.

00:37:50: Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass sich da mein Sarg in der Kirche steht oder meine Urne... Man muss halt so ein, als Gottesdienst sich diese Platte anhören.

00:37:57: Dass es eine Vision nicht einmal habe oder die Musiker spielen das nochmal mit meiner Stimme und so.

00:38:02: Das find ich schon ein schöner letzter Auftritt oder sowas.

00:38:07: Aber würdest du dich als religiös bezeichnen?

00:38:10: Darüber ergibt sicher eine Reliosität, hab ich's Gefühl also, dass man da irgendwie eine Art Bekundung dazu zu einer Religion ausdrückt oder was beiträgt zu einem Glauben, der da

00:38:27: ist.

00:38:29: Du beschreibst, dass es schwierig war für dich, dich quasi in Strukturen einzufügen und so als ganz junger Mensch.

00:38:35: Aber das Leben, das du jetzt führst, glaube ich ist eines für das du sehr viel Struktur brauchst.

00:38:40: Also man braucht ja nur mal auf deine Webseite gehen.

00:38:43: Da stehen alle deine Termine drauf.

00:38:44: Du bist praktisch jeden Tag woanders Und dazwischen werden noch Filme gedreht und Serien gedrehen.

00:38:52: Wie schaffst du das jetzt?

00:38:54: Also die Ordnung, die mir als Kind aufoktruiert wurde kann ich jetzt hier gut gebrauchen.

00:38:58: Weil das gelernt habe mir meine Energie einzuteilen.

00:39:02: aber ich bin so glücklich dass ich diesen Beruf machen darf, dass ich natürlich dann auch sehr viel annehme was da reinfliegt.

00:39:08: und dieses Maßlose in der Zeitmanagement ist ja auch etwas Tolles.

00:39:15: also ein Rausch das sich da gibt Das ist schon ein Geschenk

00:39:20: Und du kannst Da auch gar nicht anders, gell?

00:39:22: Du bist bekannt als Schauspieler der mehr oder weniger zweihundert Prozent gibt.

00:39:28: Also ich erlebe eine Transformation wenn ich mich da so auflöse.

00:39:31: Ich sehe mich da wie so eine Brause der Blätter die man ins Wasser wirft und es sich einfach auflöst.

00:39:35: diese Selbstauflösung im Spiel Das ist für mich schon was Tolles.

00:39:41: also das ist schon etwas ganz einzigartiges.

00:39:48: Das kann man eigentlich mit nichts vergleichen.

00:39:51: Eine Transformation des eigenen Seins und der Erkrankung, die wir voll beschrieben haben.

00:40:00: Wo sich alles auflöst um einfach nur da ist und alles richtig ist.

00:40:06: Das ist im Theater aber wohl anders als im Film.

00:40:09: Was fasziniert dich denn beim Drehen?

00:40:12: Beim Drehen ist das Endresultat das Tolle Dass ihr am Ende dein Film darliegt.

00:40:16: Die kannst du in die ganze Welt verschicken.

00:40:19: Den kann sich jeder herunterladen und da kannst du einfach in Australien genauso teilhaben an Vorstandweiber wie jemand in Nünchen oder Hamburg.

00:40:28: Oder in Wien, das ist einfach toll!

00:40:30: Und es ist eine Möglichkeit sich einzubringen die halt im Theater nicht so geht.

00:40:39: Also ich habe zum Beispiel Wert, dass ich ja über tausendmal gespielt und dreißig Jahre lang meine erste Rolle.

00:40:48: Das ist ja unglaublich, über dreißig Jahre Tausend Vorstellungen.

00:40:52: Das ist ganz selten im Theater.

00:40:54: Aber ein Film wie Wahnsinnkonferenz sind in hundertachzig Länder verkauft!

00:40:59: Das ist Wahnsinn.

00:41:00: und diese Chance, dass dann eben so einen Kunstwerk das man gemeinsam macht um die Welt geht ohne dass man sich da groß weiter bemühen muss, das ist schon toll.

00:41:10: Na ja den Film kann man ja auch übersetzen?

00:41:12: Genau Das geht halt beim Theater?

00:41:15: Beim Theater geht's auch.

00:41:16: Also ich hab meinen Wert in der ganzen Welt gespielt, in Russland, in Südamerika und sonst wo über den Australien.

00:41:20: In welchen Sprachen dann?

00:41:22: Ich habe dann immer wieder einzelne Sätze eingebaut, wenn ich die Sprache mächtig war.

00:41:25: aber sonst gibt es ja meine Übertitelungen und Einführungen und das ist ja auch... Ich weiß nicht ob sie jetzt noch gibt, aber wie ich angefangen hab zu spielen weil dass einfach ein wichtiger Kultur austauscht, dass man Theater, deutsches Theater um die Welt geschickt hat warmerzig empfangen.

00:41:43: Also ich habe in Kolumbien auf ganz großen Festivals gespielt oder... Da gibt es richtig eine eigene Festivalkultur, wo diese Stücke und ich erinnere mich an eine Hamlet-Produktion aus Hannover war.

00:41:55: in Belgrad was da alles für ein Offen ist das Bühnenbild zersägt worden dass es bei der Tür vom Theater reingeht.

00:42:01: aber es hat sich ausgezahlt weil die Hamlet Institution war jahrelang dann noch Thema in Belgrade ja?

00:42:07: Und ich wurde immer wieder eingeladen nach Serbien Mit Werten oder auch so, weil die Leute von dieser einen Aufführung so begeistert waren.

00:42:16: Wir haben ein Burgthater der Helleneck-Uhrführungen gemacht, die vorhin noch in die ganze Welt verschickt.

00:42:21: Da haben wir in Bogota eine Hellenecksuhrführung gemacht, also sowas kann man sich auch nicht vorstellen.

00:42:27: Dieser Aufwand, dass das ganze Bühnebild verschifft wird und dann gibt es da einen Dialog, der daraus resultiert, der nur auf sich im Festival stattfindet.

00:42:40: Darum habe ich mich so spezialisiert auf diese Monologe, weil man mit ihnen halt sehr leicht reisen kann und mit leichtem Gepäck wenn man Glück hat eine große Wirkung erzielen kann.

00:42:51: Und da in dieser Nische bin ich dann reingang und hab jetzt für sich aber sechs, sieben Monologen.

00:42:55: mit denen tue ich weltweit was halt geht und das ist noch so neben Film und Fernsehen und einem klassischen Theater ein ganz wichtiger, einen ganz wichtigen Komponente im Leben mit diesen leichten Monologen die Welt erobern.

00:43:12: Dann möchte ich mich sehr herzlich bedanken an alle Englisch-Lehrerinnen dieser Welt, bitte fragt eure Schüler und Schülerinnen ob sie Gedichte können.

00:43:26: Zwingt sie welche zu lernen?

00:43:27: Ja gut da werden möglicherweise... Das ist so

00:43:31: wichtig fürs Leben dass man sowas kann.

00:43:33: also man wird es noch erkennen später.

00:43:39: Also die Rhythmik von so Sprache oder in Angstzuständen, wenn man alleine ist und es hilft zu sehr sich zu beruhigen oder zu sich zu kommen.

00:43:49: Du bist unterwegs mit jedermann in verschiedenen Varianten ein Reloaded und Werter und allen möglichen und Salzburg natürlich jedermannen und dazwischen kann man auch noch nachschauen auf deiner Website wo du im Fernsehen noch zu sehen bist für die Freaks.

00:44:05: also ich wünsche einfach Alles Gute, dass das weiterhin so gut alles aufgeht und du mit dem was du machst zu vielen Menschen auch weiterhin Freude machen kannst.

00:44:17: Dankeschön!

00:44:18: Danke!

00:44:46: Er versinkt die Engel.

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