Die Jesuitenkirche - wo virtual reality begann
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00:00:05: Schönen Abend und danke, dass Sie mich wieder auf einen Kirchenspaziergang zu einer Innenstadtkirche in Wien begleiten.
00:00:13: Ich bin Bernadette Spitzer und besuche heute eine Kirche die von Ihrem Pfarrer als Virtual Reality bezeichnet wird.
00:00:21: Es wird intellektuell denn wir sind bei den Jesuiten.
00:00:25: Am altehrwürdigen Ignaz-Teipelplatz kommt mir vor der Kirche Pfarrera Pater Gustav Schörkofer entgegen.
00:00:33: Grüß Gott.
00:00:33: Grüß Gott, Jesus Wittmann spricht mit einem Nachnamen an, gell?
00:00:36: Also
00:00:36: Peter Scherkhofer.
00:00:38: Ja genau, das ist
00:00:39: ganz korrekt.
00:00:40: Wer sind denn recht?
00:00:41: oder mir wäre es ganz recht wenn wir heraus beginnen?
00:00:45: weil mich interessiert immer warum eine Kirche da steht wo sie steht und wie es vor allem auch ausgeschaut hat wie sie gebaut worden ist.
00:00:54: Wir sind am Doktor Egener Zeiberplatz der hieß früher Universitätsplatz Weil hier die alte Universität war, bis halt der damalige Neubau der Universität am Ring.
00:01:09: Und wir also die Jesuiten waren die Auftraggeber für einen neuen Bau dieser ganzen Baulichkeiten, weil wir haben ab die Verantwortung für Philosophie und Theologie zur Universität gehabt.
00:01:27: Damals ist das hier entstanden?
00:01:30: Also ein riesiger Vierkant, so kann man sich's vorstellen.
00:01:34: Einen Flügel bildet die Jesuitenkirche und die anderen drei Flüge waren eben die Schul- beziehungsweise die Wohngebäude für die Jesuiten.
00:01:44: Da waren hundert bis hundertreißig Jesuiten hier tätig.
00:01:48: Ein Drittel war Scholasdika also Studentin, ein Drittel Patres Priester und ein Drittel waren Brüder Hausarbeit gemacht haben.
00:02:01: Aber den Vierkant da gibt es nicht mehr?
00:02:03: Den gibt's ja, da kann man hier rechts neben der Kirche hineingehen.
00:02:07: Das ist jetzt alles vor vier Jahren neu gestaltet worden und ist den ganzen Tag frei zugänglich.
00:02:16: ein richtiger Geheimtipp.
00:02:18: Da können wir kurz hinschauen dass ich mir das ein bisschen vorstellen kann.
00:02:21: Es ist
00:02:21: nämlich ein prachtvoller Innenhof der freizugänglich ist bis zu zwei und zwanzig Uhr am Abend.
00:02:30: Und eine richtige Oase in der Innenstadt, also da sieht man das.
00:02:37: Ja begrünt!
00:02:38: Eine große Wiese, eine Kastanie und zwei japanische Schnurbrotbäume und einen keinen Teil pflegen wir.
00:02:47: Also wir teilen uns diesen Hof mit der Akademie der Wissenschaften
00:02:53: Praktisch.
00:02:54: Wo genau war denn die Universität?
00:02:56: Die Universität war früher hier, die ist ja in den letzten Jahren gegründet worden und bestand im Mittelalter aus einer Ansammlung kleinerer Bauten hier in dieser Zone, die aber abgerissen wurden.
00:03:12: Das hier war wie gesagt eben die Philosophie-Theologie mit einem Gymnasium Und hier ist ja auch der Franz Schubert zur Schule gegangen und der Anton Bruckner hat hier unterrichtet.
00:03:27: Wie gesagt, wir waren im Jährzebzehnt in der Orden aufgehoben worden und seitdem gehört alles dem Staat – inklusive die Kirche!
00:03:39: Wir sind mit den Bergen von der Orten abgefahren.
00:03:42: Der Ort wurde wieder gegründet.
00:03:44: Dann, in den letzten Jahren hat uns der Kaiser Franz Josef die Kirche übergeben für die Seelsorge an der damals noch hier sesshaften Universität.
00:03:58: Und eine Wohnmöglichkeit haben wir seitdem auch.
00:04:01: also wir zahlen keine Miete.
00:04:04: Verstehe ich richtig?
00:04:04: Die Jesuitenkirche gehört nicht in Jesuiten!
00:04:07: Sie gehört dem Staat – also der Republik.
00:04:09: jetzt zum Glück.
00:04:10: ja das ist ... Der Altenuniversität gehören zur Big-Bundesimmobiliengesellschaft und die Jesuitenkirche ist bei der Burghauptmannschaft Österreich.
00:04:21: Nein, das ist ganz gut weil auf diese Weise macht die Instandhaltung und Instandsetzung, macht die Burghaupt Mannschaft unter den Betrieben müssen wir halt finanzieren.
00:04:34: aber es geht alles aus Spenden.
00:04:36: also hier ist kein Kirchenbeitrag dabei sondern das geht.
00:04:40: alles wird finanziert wird finanziert aus den Spenden.
00:04:45: Der Seipelplatz, auf dem die Kirche steht ist seit fast dreihundert Jahren unverändert erhalten.
00:04:50: Die Kirche selbst ist sechzehn-einunddreißig geweiht worden.
00:04:54: Auf der Fassade findet man einige Heilige und etwas Außergewöhnliches, auf das mich Pfarrer Schörkofer hinweist Nämlich einen Hinweis auf die Gegenreformation
00:05:04: Links außen.
00:05:06: der Ignatius von Loyola Ketzer steht, wie gesagt wird.
00:05:12: Wobei da ist keine menschliche Person gemeint sondern das ist ein Dämon eher weil der so lange Spitzeohren hat.
00:05:20: also es ist mir wichtig weil sie sind bisschen unheimlich dass man den heiligen auf einen auf eine person drauf stellt.
00:05:30: aber der dämon hat ein buch in der hand und offensichtlich offensichtlich ist dann natürlich die heresie des protestantismus gemeint
00:05:40: Wobei er betont, dass die Jesuiten stets mit predigt und guten Werken die Menschen vom katholischen Glauben zu überzeugen versucht haben.
00:05:49: Na gut gehen wir rein!
00:05:54: Das Besondere des Raumes ist die Farbigkeit weil der Raum einer der ersten oder der erste Farbraum nördlich der Alpen eben ab Und zwar hat man aus Rom den Andrea Pozzo
00:06:15: gerufen,
00:06:16: da dürfte auch einer der Wunsch des Kaisers Leopold eine Rolle gespielt haben.
00:06:22: Und dieser Andrea Pozzu ist, war wahrscheinlich hierhergekommen und hat ab drei die durchgehende Innenausstattung des Raumes geleitet.
00:06:37: also es ist ein Guss Einwurf Und Farberaum heißt, dass nach einem ganz bestimmten Farbkonzept der Raum gestaltet wurde.
00:06:47: Das kann man hier schön sehen – das ist eigentlich eine eher römische Farbigkeit.
00:06:53: sehr stark dieses Pinkfarbene also Fleischfarben oder Rosa spielt eine große Rolle.
00:07:00: und dann viele Vergoldungen dazu dieses Braun des Bolus, also der Grund für die Vergoldenung ist braun und sonst eben noch verschiedene andere Farbtöne wie grün, ein bisschen blau ist dabei.
00:07:17: Und dann natürlich was hier so ein richtiger Rennen ist das ist die Scheinkuppel also eine perspektivisch gemalte Kuppel oben im Gewölbe.
00:07:29: Andrea Pozzo war bekannt für diese Perspektivmalereien.
00:07:34: das war seine Spezialität.
00:07:35: er hat ja auch Ein Lehrbuch, zwei Lehrbücher eigentlich.
00:07:39: Also ein Lehrbuch in zwei Bänden veröffentlichtes Wasser berühmt.
00:07:44: Man schaut direkt in den Himmel?
00:07:46: Nein man schaut in die Kuppel hinein und dann gibt es zwei Felder wo man in dem Himmel schaut.
00:07:55: Zumindest auf mich wirkt diese gemalte Kuppelse so als wäre sie oben offen und da ist eine Wolke und das sitzt Gott
00:08:01: drauf.
00:08:02: Ja ja, in der Insel schaut man in den himmel, das stimmt!
00:08:06: Da gibt es eben so ein zweites Genele, wo quasi das Kirchentach offen ist und dann richtig hellblau oder himmel da zu sehen.
00:08:15: Ja, das ist typisch für ein Parakem.
00:08:19: Über uns ist das Gleiche direkt über uns.
00:08:21: Das ist der Engelkampf.
00:08:23: also der spielt sich ja zum Teil hier im Kircheninneren ab wenn man das so anschaut.
00:08:29: Da stürzen die bösen Geister besiegt von den guten Englingen runter, da ist der Himmel auch offen.
00:08:38: Und vorne ist es ein Engelkonzert beziehungsweise Engel mit Blumen in den Händen.
00:08:47: Da ist auch der Himmeln offen und diese Blumen muss man wieder in Verbindung sehen mit dem Himmelfahrt Mariens.
00:08:53: denn als das Grab von Maria geöffnet wurde, die ist ja quasi aus dem Grab in den Himmel hochgestiegen kamen aus dem Grab, kam der Duft von Lilien und Rosen hervor bzw.
00:09:14: von Kräutern.
00:09:15: deswegen wird am fünften August werden ja auch die Kräuter gesegnet.
00:09:20: das geht auf das zurück.
00:09:22: Und die Blumen oben im Gewölbe, die Engel halten Blumenkörbe Die sind wohl in Verbindung damit zu sehen Und die Mutter Gottes steigt ihm, na ja steigen sie wird hinaufgetragen muss man besser sagen.
00:09:39: Gehieft?
00:09:40: Ja und über den Sprenggiebeln des Altars das sind diese so wie klaffende Meuler Ausschauende Giebelstücke Sind.
00:09:52: zwei riesige Engel muss man sagen in Stuck weiß in stucke etwas abstrakt Die einen Baldach hin zur Seite.
00:10:02: Es ist wie ein Vorhang, die Engel freuen sich.
00:10:06: Ein bisschen erinnert es mich schon
00:10:09: an eine Krone?
00:10:10: Ja genau!
00:10:11: Man kann sogar als Krone teiten das stimmt.
00:10:14: und da ist nämlich auch interessant einen Aufsatz der Krone und ganz oben auf der Kronne als Abschluss ein Reichsapfel also eine goldene Kugel mit einem Kreuz oben drauf Und dieses Kreuz wird von einem Engel ergriffen.
00:10:35: Das heißt, man sieht in der Vergoldung einen dunklen Fleck aus der Ferne.
00:10:40: Wenn man genauer hinschaut merkt man... Der dunkle Fleck ist die Hand des Engels.
00:10:45: Der Engel ist gemalt Die Kugel ist plastisch und das Kreuz ist ein Relief im Gewölbe.
00:10:55: Das ist typisch für den Barock, auch der Vorschon für die Renaissance.
00:10:59: Das Architektur und Skulptur und Malereineinheit bilden – das hat es dann im neunzehnten Jahrhundert in der Form nicht mehr
00:11:09: gegeben.".
00:11:11: Also ein gemahlter Enkel, der einen Kreuz in der Hand hält, dass aber ein Relief ist und auf dem plastischen Reichsapfel sitzt!
00:11:19: Überhaupt hat Architekt Andrea Pozzo den Messbesuchern viel Unterhaltung geboten, zum Beispiel auch mit Scheinkuppeln.
00:11:27: Und das ist hochtramatisch – es ist eben das Ganze wie ein Schauspiel!
00:11:31: Es ist wie ein Theater gewesen.
00:11:33: Der Andrea Pozo hat sich auch mit Theater sehr beschäftigt und hier ... Das ist ein Langhaus und das ist zentriert worden durch diese Scheinkuppe rechts und links einer weiteren Kapelle, es sind insgesamt vier Kapellens.
00:11:54: Die Scheinkuppel ist über den beiden mittleren Kapellen errichtet.
00:12:00: Da hat man jetzt das Gefühl die Kuppel hat sich gedreht?
00:12:02: Ja
00:12:02: ja, wenn man beim Eingang ein weißer Stein im Boden da stimmt's!
00:12:07: Das ist der Fluchtpunkt, der Augpunkt da stimmt's.
00:12:11: Wenn man weggeht, fängt es an zu wandern und wird so eine Art U-Bahn Schacht oder ein Brunnen Schacht.
00:12:19: Und das gehört auch dazu.
00:12:20: Das ist über allen Seitenkabellen bis auf eine Licht.
00:12:26: Da ist eine echte kleine Kuppel.
00:12:30: aber über alle Seitenkabel sind Scheinkuppeln auch klein und die haben ihren Augpunkt auf der Schwelle dagegen Überliegenden Kapelle, also man kann herumwandern und hat zum Teil täuschend echte Eindrücke.
00:12:47: Und nach kurzem wieder die Enttäuschung dass es doch nicht so ist.
00:12:50: das ist wie ein Spiel, eben Täuschungen enttäuschen
00:12:54: Aber ich finde da schon einzigartig auch in dieser Kirche.
00:12:57: also dass es so viele Scheinkuppeln gibt Also bei jedem seitenalter.
00:13:02: Ja ja, das ist sonst nicht zu übelig Das war halt der Andrea Bozzo der sich da wirklich einen Spass daraus gemacht hat, die Augen zu betrügen.
00:13:14: Das sind die Anfänge der virtuellen Wirklichkeit.
00:13:19: Diese zentralperspektiven Konstruktionen sind virtuelle Wirklichkeiten.
00:13:25: Da hat es begonnen und das kann man schön fortsetzen in unsere Zeit hinein.
00:13:31: Mir fällt auch auf dass es ganz viele so sind als Balkone.
00:13:36: Das
00:13:37: sind Balkone.
00:13:40: Andrea Pozzo hat den Raum neu interpretiert, wie gesagt schon hier mit dieser Zentralisierung unter einer Scheinkuppel und dann waren die Seitenkabellen ursprünglich durchgehend – mit einem Fenster in der Mitte der Wand nach außen Seitenwand.
00:14:07: Andrea Pozzo hat den Altar in die Mitte gestellt, darüber ein Bild rechts und links an der außenwenden Fenster und dann Balkone einziehen lassen.
00:14:18: Da oben ist ganz wenig Raum also für zusätzliche Messteilnehmer hat es wenig gebracht.
00:14:25: Es ist denke ich eher gestalterisch zu
00:14:28: verstehen.".
00:14:29: Ende der neunzehnneinziger Jahre wurde eine zwölfjahre dauernde Renovierung abgeschlossen bei der alle Umbauten des neunzehnten Jahrhunderts rückgängig gemacht wurden und der barocke Urzustand wiederhergestellt worden ist.
00:14:42: Die Kirche ist somit wieder praktisch aus einem Guss, eine Ausnahme bildet der moderne Volksaltar aber Volksalterer gibt es halt erst seit dem zwanzigsten Jahrhundert.
00:14:56: Der Altar ist ein Block nicht.
00:14:58: man sieht Platten und einen Deckel drauf.
00:15:02: Wenn man etwas zur Seite geht, kann man entdecken dass das zwölf Sessel sinkt.
00:15:08: Der dreizehnte ist der Priester-Sitz.
00:15:10: Es sind zwölfe Sessel die mit den Rückenlehnen nach außen zusammengestellt sind und darüber also der Rot... Die Platte ruht auf den Rückenlehnen auf.
00:15:22: Ist eine Betonplatte gelegt.
00:15:25: Das Ganze bildet dann diesen Block Von der Symbolik eigentlich soll es leicht verständlich sein, nämlich zwölf und einer, also das letzte Abendmahl.
00:15:38: Und dann gibt's noch den Anbotus, im Grunde genommen zwei Betonkisten.
00:15:43: die eine liegt ja, andere steht ganz einfach.
00:15:47: Ist das nicht ein bisschen kalt oder etwas ungemütlich da zu sitzen auf dem Beton?
00:15:51: Da haben
00:15:51: wir einen Polster drunter.
00:15:53: Ja, da gibt's einen Polst darunter sonst wärs ein bissel kalt.
00:15:58: Ungemütlich ist jetzt kein Kriterium für die Kirche, weil die Banke sind alles andere als gemütlich.
00:16:04: Das war damals ... Die Sitzgelegenheiten waren nicht gemütlig.
00:16:09: Man hat sich ja auch nicht angelehnt in der Regel, sondern ist aufrecht gesessen oder sollte aufrechts sitzen.
00:16:20: Erzählen Sie können Sie mir noch was über den Hochaltar erzählen?
00:16:22: Man sieht da sehr viel
00:16:24: Gold!
00:16:25: Na ja, der Hochaltart, das is... Messing, vergoldet auch.
00:16:30: Und der war ursprünglich eben auch das Agrarmenz-Alta, da ist ja der Tabernakel und darüber ist eine Nische die bestimmt war für die Aussetzung des Allerheiligsten also für die Monstranz und rechts und links zwei Enkel anbieten.
00:16:52: Da sieht man auch ganz schön ein Motiv, das in der Kirche immer wieder vorkommt nämlich diese diese brennenden Wasen, also Wasen aus denen Feuer schlägt und dieses Brennen das spielt beim Pozzo auch eine Rolle.
00:17:08: Es gibt ein Motiv im Evangelium ich bin gekommen um Feuer auf die Erde zu werfen und wie sehr verlange ich danach dass es schon Brenne sagt Jesus einmal und dieses Brennen das kommt hier auch wieder.
00:17:24: übrigens auf den Wangen der Bank gibt es auch kleine brennende Herzen.
00:17:31: Das ist ein bisschen davon zum Ausdruck bringen, dass es da um eine gewisse Leidenschaft geht.
00:17:37: Und das ganze strahlt schön?
00:17:41: Ja wie sie sich gehört, ja das muss immer so schön gepflegt und entstaubt werden, das ist ordentlich leichter.
00:17:49: Übrigens das Strahl nämlich.
00:17:52: Man fragt sich, warum dieses viele Blattgold?
00:17:55: das hat nichts mit einer Demonstration des Reichtums zu tun.
00:17:59: Weil die Goldmengen sind gering.
00:18:02: drei Kilo gold braucht man vielleicht für sowas.
00:18:06: aber wesentlich dabei ist dass dieses Blattgold das ja nicht nicht verwittert wenn es poliert wird auch kleine Lichtmengens sehr gut reflektiert.
00:18:19: Und so hat man, das sieht man besonders im Schatten dann oder am Abend.
00:18:23: Man hat hier auch wenn es dunkel ist eine Art Lichtarchitektur um sich herum weil eben das Blattgold noch etwas leuchtet, auch bei ganz wenig Licht.
00:18:36: und das ist wichtig, weil früher war sie über weite Zeiten des Jahres was relativ dunkel In der Dunkelheit, nicht in der Stock-Dunkelheit aber auch in der Dunkliheit hat man noch einen Raum um sich erfahren können, der ein Geheimnis wohl war.
00:18:59: Weil eben vieles dann gar nicht mehr direkt wahrnehmbar waren nur diese Lichtreflexe zu sehen waren so wie was weiß ich?
00:19:08: Wie ein Sternenzelt.
00:19:11: Da die Jesuitenkirche immer die Universitätskirche war und nie mit den Habsburgern eng verbunden, gibt es kein Kaiseroratorium – also keinen eigenen Gebetsraum für sie.
00:19:22: Ein typisches Merkmal für Kirchen aus der Zeit ist eine große Uhr am Chor, die nur von Priester gesehen werden konnte.
00:19:31: Anders als in vielen anderen Kirchen wird diese aber nach wie vor benutzt!
00:19:36: Na, die geht.
00:19:37: Das ist ein Biedermeierurwerk und das ist mir sehr wichtig.
00:19:41: Die geht genau.
00:19:42: Und die ziehen Sie jeden Tag auf?
00:19:43: Jeden Tag!
00:19:46: In der Kirche gibt es viele Engel.
00:19:48: Würde man nicht unbedingt vermuten bei einem intellektuellen Orden wie den Jesuiten aber...
00:19:54: ...die Engels spielen bei uns eine große Rolle weil wir eine starke Beziehung haben zu den Engeln, den guten Geistern.
00:20:03: Also die Unterscheidung der Geister ist ja auch so, dass da eine Lehre bei uns gibt.
00:20:12: Den Einfluss der guten Geister von dem der bösen Geister unterscheiden zu
00:20:16: lernen.".
00:20:17: Am Weg durch seine Kirche macht mich Pater Schirokhofer auf eine Seitenkapelle aufmerksam.
00:20:34: Auf dem Schoß ihrer Mutter Anna und den Joachim davor.
00:20:39: Maria und Anna sitzen so da, Joachimm liest gerade.
00:20:44: Und hier dann auf dem anderen Bild lehrt die Anna-Maria Lesen nach dem Lukas Evangelium zu schließen.
00:20:54: also wenn man das jetzt ein bisschen ausspimmt war sie ja offensichtlich gebildet.
00:21:01: Das Magnifikat enthält viele Elemente aus der Torah, aus der heiligen Schrift.
00:21:08: Und hier ist die Geburt Marias zu sehen.
00:21:12: gegenüber also nur eine Frauen Szene.
00:21:16: das sind eben die Anerhinden im Wochenbett und die Frauen, die beschäftigt sind mit der eben erst zur Welt gekommenen Maria.
00:21:26: Die wird da gerade gewaschen.
00:21:29: Also das ist sozusagen eine Kapelle interessanterweise, wo die Frauen die Hauptrollen spielen.
00:21:38: Freut uns doch!
00:21:39: Ja, es ist wirklich erstaunlich.
00:21:41: und gegenüber ist eine Kaquelle mit Jesuiten Heiligen da im Altarbild Stanislaus Kostka zu sehen der vom General Boricher in Rom empfangen wird.
00:21:57: Der Stanislaus wird, das ist eine richtig höfische Szene von zwei kleinen Enging.
00:22:04: Zwei Putti präsentiert.
00:22:08: Einer stellt gewissermaßen den Borcher den Stanislaus vor und der andere ermuntert den Stanislaus eben.
00:22:19: Und darüber ist die Mutter Gottes mit dem Kind.
00:22:22: Der Stanislass hat ja in Wien seine Ausbildung gemacht im Jesuitengymnasium und hat sich da entschlossen einzutreten.
00:22:31: Er ist mit achtzehn Jahren gestorben, fünfzehnhundert-siebzig herum.
00:22:36: Wird aber sehr verehrt und war der Patron der Nowizen.
00:22:42: oder ist es bis jetzt der Patrons der Nowitzen?
00:22:45: Und da gibt's ihm diesen Windbezug weil er hier in Wien sein Gymnasium gemacht
00:22:51: hat.
00:22:53: Wo stand denn diese Schule?
00:22:55: Die Schule, die stand neben der Kirche am Hof.
00:22:59: Dort wo jetzt das Park heiert ist.
00:23:02: Das war das Jesuitengebäude und da war die Schule.
00:23:07: Und dahinter in einem Haus, das es jetzt gibt hat er gewohnt.
00:23:14: Dieses Zimmer des Stanislaus ist jetzt eine Kapelle.
00:23:17: Er war ja Adeliga und ist da mit ihnen abgestiegen, die waren ja hohe Herren.
00:23:24: Ja ich weiß in der Kurrendgasse, das sieht man von außen
00:23:26: sogar, wo die Kapellen verzieht worden sind.
00:23:31: Pataschurg Hofer führt mich zu einem weiteren Bild, dass von Frauen dominiert wird.
00:23:36: Gleich beim Eingang ist die Kapelletter Theologischen Fakultät mit der Kreuzigung Und ging über die Kapelle der Philosophen mit der heiligen Katharina von Alexandria nebenan.
00:23:53: Das ist auch ein Frauenbild, das ist wirklich erstaunlich!
00:23:58: Die Katharina vom Alexandrin mit einer Schaf von weiblichen Heiligen.
00:24:02: da kann man die Argnes sehen und die Apollonia.
00:24:09: Was anderes fällt mir auf, also erstens die Kirche ist offen.
00:24:13: Sie haben da für sich ein Gitter aber das ist offen...
00:24:17: Das Gitter ist immer zu offen!
00:24:19: Das wurde bei der Restaurierung gemacht in der Meinung da halt.
00:24:23: Die Kirche zwar offen, aber doch durch das Gitter geschützt zu halten.
00:24:28: Na die Kirchen, mir ist das sehr wichtig, die ist den ganzen Tag von acht in der Früh oder auch früher Bis mindestens bis einundzwanzig Uhr offen.
00:24:38: Wie ist das mit Führungen?
00:24:41: Kommt man hier Reisegruppen?
00:24:42: Die kommen schon, aber die haben jetzt meistens schon diese Hetsätze und dann wird nicht laut gesprochen.
00:24:48: Also es ist immer ruhig in der Kirche.
00:24:52: Kann man auch Führung buchen hier in der kirche?
00:24:56: Eigentlich nicht!
00:24:57: Was wir machen ist, allerdings gibt es einmal im Monat die Schule der Wahrnehmung.
00:25:03: So nenne ich das.
00:25:04: Das ist am Sonntag um achtzehn Uhr einmal im monat und da beginne ich um achtzin Uhr damit dass sich etwas sage zum Raum nach einem bestimmten Thema auf dem von zwanzig Minuten dort ist und danach gibts Musik also Livemusik und das ist sehr schön.
00:25:24: das sind alte Musik und zeitgenössisches.
00:25:27: Dann fällt mir etwas auf.
00:25:29: Sie haben hier noch eine Krippe, was ist denn da?
00:25:31: Was haben wir
00:25:31: hier?
00:25:31: Ja das ist unsere Krippenhaus weil... Das haben wir immer hin und her geschleppt und im vergangenen Jahr habe man gedacht wozu schleppt man das immer weg.
00:25:40: Das ist eigentlich ganz sinnvoll wenn das stehen bleibt und Ochs und Esel sind jetzt drinnen und die warten halt wieder bis die heilige Familie auftaucht.
00:25:58: Das
00:25:58: is
00:26:00: lustig!
00:26:04: Die Kirzen sind sehr, sehr wichtig.
00:26:06: Das ist für viele eigentlich die Form des Gebetens an der Kerze anzünden.
00:26:13: Hierin eines ist vielleicht noch wichtig das sollte man schon beachten.
00:26:18: Das finde ich ist typisch für den Barock, das ist die Bedeutung der Kinder herinnen.
00:26:23: Die Kinder haben ja damals nicht so eine Rolle gespielt aber hier gibt es eine eigene Kinderwelt, die Putti nämlich also die enge Kinder, die überall präsent sind bei den Heiligen oder bei der Himmelfahrt Marien.
00:26:40: Es gibt zwei, die die Wolke nach oben stemmen und so ein bisschen mit tun dass dieses ganze Gebilde Aufsteigt und Personifizierungen von Glaube, Liebe und Hoffnung.
00:26:54: beim Eingang sind überall Kinder dabei.
00:26:57: Und die Kinder schaffen eine Ebene wo das Ernsthafte der Erwachsenen ins spielerische und leichte transformiert wird.
00:27:09: Das finde ich sehr schön.
00:27:12: zum Beispiel im Unterterkanzl sind zwei Engel mit einem kleinen Teufel, die spielen mehr miteinander während sie über der Orgel oben einen ganz harten Kampf sich liefern.
00:27:26: Und diese Kinder, das ist ein etwas zauberhafteres Erinnern dieser Kinderwelt.
00:27:33: Das muss man wirklich sehen und die entdeckt man überall.
00:27:37: Da muss man mal schauen.
00:27:39: Dann bedanke ich mich sehr herzlich dass Sie sich die Zeit genommen haben.
00:27:45: Ich denke, sie sind ja Kunsthistoriker.
00:27:48: Ich vermute mal dass für Sie so eine Kirche schon ein Geschenk ist oder?
00:27:54: Ja, für uns alle ist das ein Gesenk aber ich weiß es natürlich zu schätzen weil das hier eine hohe Qualität und das ist schon eine Freude.
00:28:06: Dankeschön!
00:28:07: Und damit verlasse ich die Jesuitenkirche, während ich mir vorstelle welcher Trubel hier Jahrhunderte lang geherrscht haben muss.
00:28:15: Ich bedanke mich bei Pater Gustav Scherkhofer dem Pfarrer der Jesuitenkirche und bei Ihnen fürs Zuhören!
00:28:22: Bis zum nächsten Kirchenspaziergang verbleibe ich Ihre Bernadette Spitzer.
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