Impuls für den Tag am 17.4. mit Andrea Lentner
Show notes
Zweite Woche in der Osterzeit von 13. bis 18. April
In den Bibelstellen dieser Woche, Abschnitte aus dem Johannesevangelium, die in katholischen Gottesdiensten gelesen werden, geht es ums Vertrauen. Sehr persönliche Gedanken dazu macht sich die Theologin und Musikerin Andrea Lentner. Sie ist Pastoralassistentin und Mitarbeiterin im Amt für Öffentlichkeitsarbeit der Erzdiözese Wien.
Freitag, 17.4.
ich bin gut genug.
Joh 6, 1-15
Show transcript
00:00:08: Im Puls für den Tag.
00:00:12: Diese Woche mit der Theologin Andrea Lentner.
00:00:17: Im heutigen Abschnitt aus dem Johannes Evangelium hören wir die sehr bekannte Erzählung von den fünf Broten und zwei Fischen, die Jesus an eine Menge von mehr als fünf tausend Menschen austeilt.
00:00:29: Es gibt diesen starken inneren Glaubenssatz, den die meisten von uns kennen Ich bin nicht gut genug.
00:00:37: Man spricht ihn selten laut aus, aber er ist da in ganz vielen von uns.
00:00:42: Manchmal leise, manchmal sehr laut.
00:00:45: Er taucht auf in ganz verschiedenen Momenten.
00:00:49: Wenn man einen Fehler macht und denkt hätte ich das besser machen sollen.
00:00:54: wenn man jemand anderen beobachtet und denkt der oder die kann das viel besser sich.
00:01:01: Wenn man abends auf den tag schaut und das gefühl hat Ich hätte mehr geben sollen, mehr leisten sollen.
00:01:09: Mehr da sein sollen!
00:01:12: Ich bin nicht gut
00:01:13: genug.".
00:01:16: Dieser Satz ist keine Kleinigkeit, er sitzt tief.
00:01:20: Das ist eine Urangst die wohl die meisten Menschen kennen.
00:01:24: Egal wie alt, egal wie erfolgreich und egal wie gläubig.
00:01:30: Sie versteckt sich hinter Perfektionismus, hinter Überarbeitung Hinter dem ständigen Vergleichen mit anderen.
00:01:38: Dabei wissen wir eigentlich, niemand von uns ist perfekt.
00:01:42: Jeder Mensch hat einen Mangel irgendwo in irgendetwas.
00:01:47: Das ist nicht Schwäche, das ist Menschsein!
00:01:51: Das gehört dazu so wie das Atmen dazugehört und der Mangel an sich ist nicht das Problem.
00:01:58: Er ist einfach da.
00:02:01: Im Evangelium.
00:02:01: heute geht es auch um ein Mangel.
00:02:04: Jesus steht vor einer riesigen Menschenmenge, nämlich vor fünf tausend Menschen hungrig weit weg von jedem Ort wo man Brot kaufen könnte.
00:02:14: Und einer seiner Jünger Andreas findet einen kleinen Jungen mit fünf Gerstenbroten und zwei Fischen und dann sagt er diesen Satz der so ehrlich ist dass er fast weh tut.
00:02:27: doch was is das für SO viele?
00:02:32: Was ist das schon so wenig gemessen an dem, was gebraucht wird?
00:02:37: Andreas schaut auf das, was da ist und rechnet nach.
00:02:41: Die Rechnung geht nicht auf – der Mangel ist offensichtlich!
00:02:46: Das ist nicht genug.
00:02:49: Und dann nimmt Jesus die fünf Brote und zwei Fische.
00:02:54: Er spricht ein Dankgebet und erteilt aus.
00:02:58: Und alle werden satt und es bleibt noch etwas
00:03:01: übrig.".
00:03:04: Er sagt nicht, das reicht nicht.
00:03:07: Das ist nicht genug, holt mehr!
00:03:10: Er nimmt einfach was da ist und zeigt dann – Schaut her es reicht!
00:03:16: Sogar für viele!
00:03:19: Das ist ein starkes Zeichen dass Johannes hier beschreibt Es geht nicht um eine Demonstration von Macht sondern um seine Antwort auf den Mangel.
00:03:30: Vielleicht dürfen sie heute mit diesem Bild gehen Ich bin nicht gut genug.
00:03:38: Dieser Satz darf sein, er muss nicht weggemacht werden.
00:03:41: Ja ich bin ein Mangelwesen, Mangel ist menschlich!
00:03:44: Ich nehme einen Mangel, ich nehme meinen Mangel an.
00:03:48: Denn er kennt ihn eher der da fünf Brote und zwei Fische in die Hand nimmt Und er zeigt Es reicht es ist genug Es ist genug da Für mich selbst und für
00:04:03: viele.
00:04:13: Das war der Impuls für den Tag mit der Theologin und Pastoralassistentin Andrea Landner.
00:04:18: Sie ist im Amt für Öffentlichkeitsarbeit der Arzt-Dürze Sevin tätig!
00:04:23: Wenn sie die heutige Bibelstelle nachlesen möchten, dann in Johannesefangelium Kapitel VI Nachhören.
00:04:29: können Sie denn Impuls dazu über Spotify oder unsere Website radioclassik.at?
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