Impuls für den Tag am 1.4. mit Veronika Prüller-Jagenteufel
Show notes
Karwoche von 30. März bis 4. April
Gedanken zu den Bibeltexten in der Woche vor dem Osterfest macht sich Dr. Veronika Prüller-Jagenteufel. Sie ist Theologische Referentin und Seelsorgerin der Caritas der Diözese St.Pölten. Von 2011-2018 war sie Leiterin der Pastoralamts der Erzdiözese Wien. Die Evangelien der Karwoche, dieser besonderen Woche, gehen die Stationen mit, die Jesus auf seinen Tod zugeht. Es beginnt mit der Salbung in Bethanien und geht über Verrat und Verleugnung zur Fußwaschung beim Paschamahl und bis zum Kreuzweg und seinem Ende auf Golgatha.
Mittwoch, 1.4.
Verrat
Mt 26, 14-25
Show transcript
00:00:08: Im Puls für den Tag.
00:00:12: Diese Woche mit der Theologin Veronica Brüller-Jagendteufel.
00:00:17: Gestern haben wir über den Bericht des letzten Abendmahls im Johannesevangelium gesprochen, heute wird in katholischen Gottesdiensten die Szene aus dem Matthäussevangeliom erzielt – einen Link zu den Texten finden Sie auf unserer Website.
00:00:33: Was steht heute dabei Mittelpunkt?
00:00:36: Noch einmal steht heute Judas der Verräter im Zentrum der Evangelienstelle.
00:00:42: Das Matthäus Evangelium bringt dabei das Detail ein, dass Judas sich den Hohen Priestern als Verrätern angeboten hat und dafür dreißig Silberlinge bekam – einen Geldbetrag, der damals etwa dem Wert eines Sklaven entsprach.
00:01:00: Als hätten die Hohepriester Jesus wie einen Sklafen dem Judas abgekauft!
00:01:07: So wird Jesus im Tod wahrlich zu einem der Ganzarmen, mit denen er sich ja identifiziert hat.
00:01:15: So sehr dass etwas das für einen oder eine der Geringsten getan oder nicht getan wird?
00:01:23: Für Jesus getan oder Nicht getan ist!
00:01:29: Jetzt wird Jesus selbst wie ein Sklave verschachert, ist zur Ware geworden und ausgeliefert – im Spiel der Macht das Judas mitspielt.
00:01:43: Im Kreis der Zwölfer Postel am Pesachabend, bei dem es um die Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten geht, spricht Jesus den bevorstehenden Verrat selbst an.
00:01:57: Ich stelle mir vor, dass an diesem Abend große Spannung in der Luft lag – vielleicht haben sie alle gespürt, daß etwas Entscheidendes bevorsteht und haben einen Befreiungsschlag erwartet erhofft.
00:02:14: Vielleicht haben sie diskutiert, ob das jetzt nicht der Moment wäre loszuschlagen und endlich die befreiende Gottesherrschaft aufzustellen.
00:02:23: Vielleicht hat Jesus versucht ihnen darzulegen dass er einen anderen gewaltlosen Weg gehen will hinaus aus dem Teufelskreis von Gewalt, Hass und Rache?
00:02:37: Vielleicht wollten nicht nur Judas sondern auch andere diesen Weg lieber nicht mitgehen!
00:02:45: Vielleicht ist es dann auch ein Ausdruck der Verzweiflung, wenn Jesus da sagt – einer von euch wird mich noch verraten.
00:02:55: Und plötzlich sind sie alle ganz betroffen!
00:02:57: Um Gottes Willen ich?
00:03:00: Nein das, nein das wollten wir ja doch nicht.
00:03:05: Nur Judas weiß dass er sich längst so entschieden hat und Jesus weiß es auch.
00:03:13: Wann verratten wir in unserem Alltag heute Jesus?
00:03:18: Wo sind wir nicht mehr bereit seinen Weg der Demut und der Liebe mitzugehen, wo haben wir uns längst anders entschieden?
00:03:29: Wo spielen wir mit im Ringen um Macht das den Menschen zur Ware werden lässt.
00:03:36: Wo verlieren wir die Achtung vor den Armen, Schwachen und
00:03:41: Geringen?".
00:03:52: Das war der Impuls für den Tag von Dr.
00:03:55: Veronica Prüller-Jagendteufel – sie ist theologische Referentin und Seelsorgerin in der Caritas.
00:04:01: Das heutige Evangelium in katholischen Gottesdiensten ist ein Abschnitt aus Matthäus, Kapitel XXVI, diverse Vierzehn bis Fünfundzwanzig.
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