Impuls für den Tag mit Veronika Prüller-Jagenteufel am 31.3.
Show notes
Karwoche von 30. März bis 4. April
Gedanken zu den Bibeltexten in der Woche vor dem Osterfest macht sich Dr. Veronika Prüller-Jagenteufel. Sie ist Theologische Referentin und Seelsorgerin der Caritas der Diözese St.Pölten. Von 2011-2018 war sie Leiterin der Pastoralamts der Erzdiözese Wien. Die Evangelien der Karwoche, dieser besonderen Woche, gehen die Stationen mit, die Jesus auf seinen Tod zugeht. Es beginnt mit der Salbung in Bethanien und geht über Verrat und Verleugnung zur Fußwaschung beim Paschamahl und bis zum Kreuzweg und seinem Ende auf Golgatha.
Dienstag, 31.3.
Es war aber Nacht.
Joh 13, 21-33.36-38
Show transcript
00:00:08: Im Puls
00:00:09: für den Tag.
00:00:12: Diese Woche mit der Theologin Veronica Brüller Jagenteufeln.
00:00:17: Es ist Dienstag in der Karwoche.
00:00:19: In den Evangelien begleiten wir Jesus auf seinem Weg nach Golgotha ans Kreuz.
00:00:25: Heute stehen zwei seiner Jünger im Mittelpunkt Judas, der ein Verraten wird und Petrus, der an seinem Übermut verspricht dass er sein Leben für Jesus geben wird.
00:00:35: Er wird den Mut nicht haben und Jesus verleugnen.
00:00:39: Im heutigen Evangelienabschnitt treffen wir Jesus mit seinen Jüngern beim sogenannten letzten Abendmahl, dem letzten gemeinsamen Essen mit den Seinen vor seinem Tod.
00:00:51: Es ist das traditionelle jüdische Mal dass zum Pesach festgehört und an die Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten erinnert.
00:01:00: Die Szene spannt einen Bogen vom Verrat des Judas zur Verleugnung durch Petrus.
00:01:07: beide haben Jesus nicht verstanden.
00:01:10: Warum will er in den Tod gehen?
00:01:13: Warum gibt er nicht das Zeichen zum Kampf?
00:01:16: Wie soll denn die Gottesherrschaft, die Befreiung des Volkes aus der Fremdherrschaft anbrechen wenn sie nicht endlich erkämpft wird?
00:01:26: Es ist eine der möglichen Deutungen des Verrats des Judas dass es ihm nicht darum ging Jesus wirklich ans Kreuz zu bringen sondern dass er den Endkampf provozieren wollte die Entscheidung herbeiführen.
00:01:42: Der Verrat sollte Jesus zum Handeln zwingen, aber die Gewalt ist nicht der Weg Jesu!
00:01:51: Wenn Jesus davon spricht, dass er nun verherrlicht ist und Gott in ihm verherrscht, dann sieht Er sich nicht auf einem glanzvoller Herrschertron an den Schalthebeln irridischer Macht.
00:02:07: Was ihn herrlich macht, ist die Bereitschaft sein Leben hinzugeben, sich ganz in Gottes Hand zu geben.
00:02:19: Das hat auch Petrus nicht verstanden – auch er will für Jesus kämpfen!
00:02:25: Doch Jesus will diesen Kampf nicht und er sieht dass der Heldenmut des Petrus zwar für die Bereitschaft zur Gewaltanwendung reicht aber nicht wird sich im entscheidenden Moment vor dem Bekenntnis zu seinem Meister drücken und er wird seine Schwäche bitterlich bereuen.
00:02:54: Bei Judas kommt die Reue zu spät, an diesem Abend bleibt er hart und geht weg.
00:03:02: Verlässt Jesus und die Anderen!
00:03:06: Im Bibeltext steht da der Labidaresatz Es war aber Nacht.
00:03:13: Da erschaudert es mich jedes Jahr Denn es ist und bleibt wahrlich Nacht auf der Welt, wenn der Wille zur Gewalt über die Bereitschaft zu Liebe siegt.
00:03:35: Das war der Impuls für den Tag von Dr.
00:03:38: Veronica Brüller-Jagentäufel.
00:03:40: Sie ist Seelsorgerin der Caritas in der Diözese Sankt Pölten.
00:03:44: Die besprochene Bibelstelle finden Sie im threizenden Kapitel im Johannes Evangelium einen Link zum Text und den Impuls zum Nachhören auf unserer Website RadioKlassik.
00:03:55: Até!
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