La Traviata beim Wiener Opernsommer

Show notes

Der Wiener Opernsommer hatzum zweiten mal zugeschlagen. Joji Hattori spielt diesmal am Heumarkt GiuseppeVerdis „La Traviata“. Das konnte sich unser Opernfan Richard Schmitz nichtentgehen lassen.
 
Am riesigen Platz des Wiener Eislaufvereins stehen vor dem Konzerthaus mehrere Freitreppen. Ein imposantesBühnenbild von Manfred Waba! Intendant Joji Hattori konnte offenbar vielSponsoren überzeugen, dass sich dieser Platz nicht nur für Freistilringer,Basketball und andere Sportarten eignet, sondern auch für anspruchsvolle Oper.Da er für nächstes Jahr „Carmen“ ankündigt, dürfte niemand mit einem baldigenBeginn der Bauarbeiten rechnen. Zumindest nächstes Jahr ist das Weltkulturerbeungefährdet. Sogar Giuseppe Verdi hat sich eingefunden, um uns die Handlung zuerklären. Karl Markovics als Verdi ist der verbindende Einfall der Regie vonDominik am Zehnhoff-Söns. Ansonsten läuft der Abend getreu dem Libretto ab.Auch die Kostüme entsprechen den Vorgaben. Wer geschickt mit dem handy umging,konnte auch eine APP mit einem Untertitel-system herunterladen. Das wäre garnicht notwendig, weil durchaus deklamatorisch gesungen wurde. Cristina Pasaroiusang die Violetta Valerie mit deutlich verstärkter Stimme. Die leistungsstarkeTonanlage könnte man durchaus sparsamer einsetzen. Liparit Avetysian hatte alsAlfredo durchaus italienisches Timbre zur Verfügung. Thomas Weinhappel singtbereits Telramund und Wotan, nur kurz konnte er sein Legato zeigen. Dasentscheidende Gespräch mit Violetta erinnerte in der Verstärkung eher an Wotanund Brünhilde. Die übrigen Solisten waren gut und verlässlich unterwegs. JojiHattori konnte dem Wiener Kammerorchester und dem Philharmonia-Chor wenigItalianità entlocken.

Es war klar, dass diesestimmgewaltige Violetta nicht an Schwindsucht sterben kann. Da war es nurlogisch, dass sie Verdi persönlich in den Himmel geleitet.

Das Publikum war am Ende zufriedenaber beim Szenenapplaus nicht sehr ausdauernd, aber immerhin diszipliniert. Manmusste ja wegen der Lärmbelästigung der Nachbarn vor 23 Uhr schließen.Bürgermeister Ludwig hielt bis zum Ende durch.

Ein gelungenes Beispiel füropen-air Sommertheater wie anno dazumal.

Wertnote: 7,8

New comment

Your name or nickname, will be shown publicly
At least 10 characters long
By submitting your comment you agree that the content of the field "Name or nickname" will be stored and shown publicly next to your comment. Using your real name is optional.