leb- 260320#Manuel Herder

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00:00:00: Mein Name ist Manuel Herder.

00:00:02: Ich komme aus Freiburg, Freibürg im Preiskaub.

00:00:06: Ich bin Verleger des Verlages Herder, gegründet wurden wir in den letzten Jahren von meinem Ur-Ur-Uhrgroßvater Bartolomäherde.

00:00:18: Von meiner Ausbildung her habe ich Japanologie studiert unter anderem die Erziehungswissenschaften und Theologie.

00:00:24: Ich habe BWL gehört, ein Stück weit Religionsgeschichte Und Philosophie, das war damals noch mit dem sogenannten Magisterstudiengang, konnte man wieder sehr viel Breiter studieren als es heute mit den EZS-Punkten unter möglich ist.

00:00:40: Eingestiegen bei uns im Verlagshaus bin ich relativ früh, da war ich sechsundzwanzig Jahre alt, lag nicht zuletzt daran dass es meinem Vater damals gesundheitlich nicht ganz so gut ging und ich deswegen sehr viel früher eingestiegen bin als sich das eigentlich vorgehabt hätte und als das auch in der Familien Tradition üblich ist.

00:00:58: Ja und seither verlege ich Bücher Zum Reich, Religion und Theologie auf der einen Seite.

00:01:03: Pädagogik, Familie, Erziehung auf der anderen Seite.

00:01:07: Wir machen politische Sachbuch wir machen Geschichte Im Grunde all die spannenden Themen über die man sich abends bei dem Glaswein gerne unterhält.

00:01:14: Der Herr der Verlag blickt auf eine über zweihundertzwanzigjährige Tradition zurück.

00:01:20: Manuel Herder den Sie heute in den Lebenswegen hören zu denen sie Stefan Hauser begrüßt ist seit kurzem sechzig Jahre alt.

00:01:29: In der Sendung geht es um den Verlag, aber auch um das Buch im Generellen.

00:01:33: Was ist ein Faszinosum und warum ist es von bleibender Aktualität?

00:01:38: Wie Manuel Herder erwähnt gehört es zur Familientradition nicht gleich in den Buchbetrieb einzusteigen!

00:01:45: Auf jeden Fall – und das ist eine Familientradition bei uns -, dass wir im Grunde sagen jeder macht erstmal das was ihm oder ihr selbst Freude macht worin jemand sich selbst wohl fühlt, worin er sich auch entwickeln kann worin er auch im Grenzfall ein eigenes Leben führen kann.

00:02:02: Keiner soll vom älterlichen, von Familienbetrieb abhängig sein sondern jeder soll im Grunde was Eigenständiges mitbringen.

00:02:09: und das war bei mir das Thema Japan und Japanologie für diejenigen die sich noch daran erinnern bis Anfang der neunziger Jahre war dass die ungeschlagene Volkswirtschaft auf der ganzen großen weiten Welt bis dann die sogenannte bubble imploded oder dem mobilen boom zusammenbrach Und das hat mich schon sehr fasziniert.

00:02:28: Ich habe mich auf die japanische Unternehmensführung spezialisiert über die Aus- und Weiterbildungen an der japanischen Bank geschrieben.

00:02:35: Das war schon fasziniert, das war eine ganz andere Welt als was wir hier zuhause hatten.

00:02:40: Apropos Traditionen – seit Langem gibt es Herder in Wien!

00:02:43: Das Buchgeschäft in der Wolzeile in der Innenstadt.

00:02:47: Unser Gründer Bartolome Herder, der war schon hier auf dem Wiener Kongress und hatte einen Kontakt zum Metternich bekam daher auch den Auftrag Truppen Richtung Waterloo zu begleiten und verlegte die Feldzeitschrift, die dann übrigens auch den Sieg von Waterloo verkündet hat.

00:03:05: Er hatte versucht hier tatsächlich ein Geschäft zu begründen.

00:03:08: das darf man sich in etwa so vorstellen als er damals anfing unternehmerisch tätig zu sein also siebzehnhundert achtundneunzig da bestand ja noch das alte heilige römische Reich deutscher Nation nicht.

00:03:19: wir sind jetzt doch an der vor napoleonischen Neuordnung Und Rottweiler am Neckar, wo er ursprünglich herkam war zwar eine freie Reichsstadt gehört aber zum großen heiligen römischen Reich.

00:03:30: Die Stadt Freiburg in der ich lebe war ja damals Teil von Österreich war ein Verwaltungsort.

00:03:35: Sie haben das damals vor der Österreich genannt und wenn sie durch die Stadt gehen werden sie sich wundern wie viel Österreich sieht dort an den Straßen oder an den Häuserwänden und wie viele Kaiser sie davor finden.

00:03:45: So war sein Orientierende natürlich sehr stark nach Wien hin.

00:03:48: Sein Sohn Benjamin Der versuchte dann das gleiche nochmals.

00:03:52: Er war aber unterbrochen durch die ganzen Unruhen, die er damals hatte, der von da kschrumpfte, da plötzlich wieder sehr klein.

00:04:01: Dann der Enkel, mein Urgroßvater Hermann Herder, der Ältere hat dann hier in den Buchhandlungen wirklich gegründet und sie ist dann auch gekommen um zu bleiben.

00:04:13: Hat dann etwas später auch die Liegenschaft erworben, in der die Buchhandlung heute noch... ist.

00:04:18: Mein Großvater Theophile war sehr häufig hier in Wien, wenn er natürlich auch durch die ganze Zeit zweiter Welt hier und alles drum und dran nicht zu viel unterwegs sein konnte.

00:04:29: Ja mein Vater war sehr sehr häufig wie ihn, hatte einen sehr guten Draht zur Kardinal Königs, sie hatten zusammen verschiedenste Reisen gemacht, war bestens bekannte Befreundet mit ihrem wunderbaren Kardinal Schönborn.

00:04:41: ja ich freue mich nun auch oftmals hier zu sein.

00:04:43: Wenn man in eine Buchverlegerfamilie eingeboren wird, beginnt das eigene Buchlesen vermutlich bald.

00:04:50: Und ich zitiere es sogar gelegentlich weil ... Ich erinnere mich noch die großen Buchstaben.

00:04:55: Es ging um einen Kamel und einen Esel und einen kleinen Bub namens Selim.

00:05:00: Der hatte einen Acker und der Acker war zu hart um ihn mit einem Flug zu pflügen.

00:05:06: Er hatte den Esel oder der Esel war zu schwach für den Flug.

00:05:10: Er hatte das Kamel und das kamel war zwar stark genug, aber lief nicht gerade.

00:05:15: Dann überlegte er sich dass er den Esel vor des Kamelspand damit der Esel gerade läuft und das Kamell die Kraft bringt.

00:05:21: Das klappt aber auch nicht weil der Egel war störig.

00:05:24: dann fiel ihm einer muss nach vorne das Kamell tun Weil das hat die Kraft.

00:05:27: der Ezel bringt das gerade rein und erst stand hinten dran mit dem Flug.

00:05:31: Wenn sich ein Vorlage über mehr als zweihundert Jahre behauptet dann kann man sagen da macht man sehr viel richtig.

00:05:39: Auch wichtig ist die Äquidistanz zur Kirche.

00:05:42: Was beschreibt das Wirken und den Markt aus Sicht von Manuel

00:05:45: Herder?

00:05:46: Also auf jeden Fall sind wir ein unabhängiges, primates familiengeführtes Unternehmen und legen da auch allergrößten Wert drauf.

00:05:53: Und auf der anderen Seite sind wir Marktwörer auf dem Gebiet der klassischen wissenschaftlichen katholisch geprägten Theologie natürlich mit den Ausläufern in die evangelische Theologie – wir haben jüdische Theorie, wir haben jetzt auch islamische Theologienprogramme – und Theologie ist eine Wissenschaft!

00:06:08: wie die Medizin und das Krankenhaus seiner Organisation.

00:06:12: Wie die Kirche, wir sagen die Freiheit der Wissenschaft.

00:06:16: Das ist das was die Wissenschaft auch voran bringt.

00:06:19: Und viele Leute beschweren sich ja wenn dann im theologischen Umfeld Wenn in dem kärchlichen Umfeld, wenn sonst wo gestritten wird.

00:06:27: Aber das Gegenteil ist doch der Fall.

00:06:30: Richtig ist doch In der Geisteswissenschaft und damit in der Theologie Ist der Streit also Die Auseinandersetzung das einzige Mittel, um sich weiterzuentwickeln.

00:06:39: Wir haben keine Reagenzgläser, wir haben keinen Lackmus-Test, wir hatten keine Wagen, um das Gewicht eines Akkupents zu bewerten – nur die Auseinandersetzung!

00:06:48: Also die Rede, die Gegenrede und das neue Verständnis.

00:06:52: Und deswegen finde ich, dass im Grunde ein Recht darauf ist, dass unabhängig voneinander gestritten wird in der Theologie, in der Wissenschaft.

00:07:00: Nur so kommen wir voran und so entwickelt sich weitere Erkenntnisse.

00:07:57: Ein wichtiges wirtschaftliches Detail.

00:08:00: Mitte der Zehnerjahre erwirbt Herder die Buchhandelskette Talia, ein Riese der Branche mit knapp drei Hundert Buchhandlungen.

00:08:09: Damals vertörd er einen Jahresumsatz von dreißig Millionen Euro – Talia aber um dreihundert Mal mehr!

00:08:16: Zur ganzen Historie dieser Veränderung schildert Manuel Herder.

00:08:20: Ja das ist eine schöne und auch lange Geschichte.

00:08:22: wir haben uns in dem Juli mit Ausnahme von der Buchhandlung in Wien in Deutschland von unseren Buchhandlungen getrennt.

00:08:33: Damals hatten wir auf der einen Seite wirtschaftliche Schwierigkeiten, auf der anderen Seite merken wir dass dieser ganze Markt derart im Wandel war das wir uns nicht zutrauten diese Investitionskraft aufzubringen um einen solchen Wandel erfolgreich mitzumachen und haben sie verkauft an die Familie Antihändler-Familie Kreke Die mit anderen erfolgreichen Einzelhandelsunternehmen unterwegs war Douglas zum Beispiel der Parfümariekette und die in den Buchhandel einsteigen wollten, daraus dann Talia gegründet haben.

00:09:01: Prachten das an die Börse?

00:09:02: Dann gab es die verschiedensten Entwicklungen.

00:09:04: Und genau zwanzig Jahre später im Juli, zwei Tausendundsechzehn, haben wir zusammen mit der Familie Kreke und zwei weiteren Investoren diese gesamte Buchhandelskette, die ist mittlerweile geworden war zurückgekauft.

00:09:19: Wir Herder als Mehrheitsgesellschafter Und das war für uns schon ein wichtiger Schritt, denn damit waren wir und sind jetzt wieder voll im Buchhandel aktiv.

00:09:29: Für mich persönlich und unsere Familie jetzt seither gehören Buchhandeln und Verlegerei immer zusammen.

00:09:34: Unser Gründer hat schon Buchhandlung und Verlag zusammengeführt.

00:09:38: Jede Generation hatte immer Buchhandlungen und Verlage gemeinsam.

00:09:42: Insofern für uns passt es.

00:09:43: Wir finden das sehr schön und der Talier ist ein großartiges Unternehmen.

00:09:46: Er in Freiburg heißt die Buchhandling Herder-Talier Und in Münster in Westfalen, welches ja auch eine klassische katholische Bischofsstadt mit einer großen theologischen Abteilung an der Universität ist.

00:09:55: Da heißt sie Pörtgen Herder In München sind wir gar nicht.

00:09:58: da ist der Buchhändler Hugendubel Marktführer und Hugendobel ist auch eine wunderbare Familienunternehmung von zwei Geschwistern geführt.

00:10:07: sehr erfolgreiche Buchhandlungen.

00:10:09: ich gehe da auch sehr gerne hin.

00:10:10: Eine inhaltliche Notiz Bandbreite und damit das Zulassen unterschiedlicher Meinungen in der Kirche ist Manuel Herder wichtig.

00:10:19: So finden sich neben den großen theologischen Werken von Josef Ratzinger, später Papst Benedikt der Sechzehnte genauso Bücher von Hans Köng dem Theologieprofessor, dem aufgrund von zu reformatorischen Ansichten später die Lehrbefugnis entzogen wurde.

00:10:34: Na auf jeden Fall das muss ja so sein wenn man Marktführer in einem Segment sein will dann darf man nichts außen verlassen unabhängig davon ob es allen passt oder nicht.

00:10:44: Das unterscheidet den Marktführern auf der einen Seite vom Nischenverlag auf der anderen Seite.

00:10:50: Bei Hans Küng in Thübingen habe ich zeitwärtig studiert und seitdem habe ich immer gesagt, Herr Professor Sie müssen irgendwann wieder zurückkommen.

00:10:56: zum Verlag Herder.

00:10:58: Ratzinger habe ich schon kennengelernt.

00:10:59: da war ich ich glaube zwölf Jahre alt Da hat mich mein Vater zum ersten mal mit nach München genommen wo er ja damals Kardinal war Und die Idee beide gleichzeitig als Gesamtausgabe im Haus zu haben Als mir klar war dass diese Chance bestehen würde.

00:11:13: da war natürlich begeistert.

00:11:15: Welche Persönlichkeiten aus dem Bereich der Theologie faszinieren Manuel Herder?

00:11:20: Also ich höre zu gerne zu, wenn ihr früher Kardinal Schöndorn spricht.

00:11:23: Predigt und natürlich auch schreibt!

00:11:26: Wir haben jetzt gerade die unveröffentlichten Predigten von Benedikt im sechzehnten veröffentligte wunderbare Texte.

00:11:33: ein Theologe den ich immer sehr geschätzt habe.

00:11:35: auf einer verstorbenes.

00:11:36: Hans Waldenfels, der Jesuit in Japan eine Zeit lang gelehrt hat Und im Grunde diese ganze Idee der Mystik und die Philosophie des Nichts, japanischer Kyotoerschwude in Verbindung brachte mit dem Christentum.

00:11:47: Stichwort Meisteräckert usw.

00:11:50: Gibt viele Texte, die wirklich spannend

00:11:52: sind.".

00:11:52: Die Zahlen der Katholiken, die sich zur Kirche bekennen – und auch ihren Kirchenbeitrag leisten – wird weniger!

00:11:59: Was bedeutet das für einen Verlag wie Herr Da?

00:12:01: Gibt es da eine

00:12:02: Vergleichbarkeit?!

00:12:04: Diese Entwicklung ist so...das ist bedauerlich.

00:12:07: Die Frage ist, ob das eigentlich so sein muss oder eine andere Form des missionarischen Tätigsseins im eigenen Kontinent Europa.

00:12:16: Im eigenen deutschen Sprachraum.

00:12:19: Ob der nicht dringend notwendig wäre?

00:12:22: Aber im Augenblick ist es so und es ist für uns problematisch weil die klassischen religiösen Bücher, spirituelle Begleiter, Einlasslieder vieles mehr sind rückläufig und das merken wir natürlich.

00:12:32: Wir kennt dieses Bild nicht, man sitzt im Zug oder der U-Bahn und sieht die meisten mitreisenden Wischen muntern ihren Smartphones hin und her.

00:12:41: Manche Lesenzeitungen – Bücher halten wenige in Händen!

00:12:46: Was liest Manuel Herde sprich wörtlich aus diesem Verhalten ab?

00:12:50: Das Lesen kommt zurück.

00:12:51: ich versprechse ihn.

00:12:52: Ich versprechs ihn und gebe Ihnen Brief und Siegel darauf.

00:12:55: Die junge Generation DERA zwischen achtzehn und achtundzwanzig ruppgesprochen wurden in einer Studie von zwei tausendundvierundzwantzig untersucht.

00:13:03: Die Studie hatte den etwas frechen Namen Bock auf Buch, und man hat festgestellt sie geben mehr Geld für Bücher aus als die vorhergehenden gleichaltrigen Generationen.

00:13:13: Womit hat das zu tun?

00:13:15: Da ist zum einen die ganze Manga-Entwicklung gewesen.

00:13:18: Das schmagt in unseren Kreisen keine Rolle spielen, aber es ist eine japanische Comickultur, die einfach lesenswert ist für junge Leute und da haben sie sehr viele Bücher gekauft, obwohl man das hätte am Telefon wunderbar am Handy wischen können.

00:13:32: Und das andere was jetzt hinzukommt ist die New Adult, nennen wir es im Buchhandelwelle also sehr viele Romane von jungen Leuten an junge Leute.

00:13:39: Jetzt würde ich mir vielleicht sagen aber das ist doch gar nicht literarisch wertvoll.

00:13:46: Schauen Sie mal was die Zeitgenossen über Goethes Werther gesagt hat

00:13:49: Ein gutes Buch bietet unterschiedlich nach dem, was man möchte – Unterhaltung, Wissen, Erkenntnis, Ablenkung oder neue Perspektiven.

00:13:58: Was beschreibt das Buch für den sozusagen herrnder Bücher Manuel Herder?

00:14:04: Also ich glaube, dass Buch hat etwas Faszinierendes, weil es etwas Authentisches hat!

00:14:09: Wir haben ein wunderschönes Wort in der deutschen Sprache nämlich das Wort sich etwas anzueignen und sich einen Text anzueignen, das ist wenn ich ihn gelesen und verstanden habe dann ist er plötzlich meiner.

00:14:21: Sie können ihn mir nie mehr wieder klauen!

00:14:23: Und wenn ich das Buch dazu auch noch habe, dann hab' ich mir den Text und das Buch angeeignet.

00:14:29: Das ist ein ganz anderes Gefühl als wenn ich jetzt am Lesegerät etwas lese.

00:14:34: Tatsächlich... Wenn ich jetzt zwanzig Jahre zurück gehe, dann habe ich damals eine Fehlentscheidung getroffen im Sinne von der Beurteilung, was bringt die Zukunft?

00:14:44: Ich habe damals nämlich gedacht.

00:14:46: Fachbücher!

00:14:48: Sachbüche!

00:14:50: Die werden schneller auf irgendwelchen Lesegeräten und Bildschirmen verschwinden aber die schöne Beletristik, das Lesen von Romanen, bleibt physisch.

00:14:59: Wenn wir jetzt die Marktzahlen anschauen sehen wie das Gegenteil ist passiert.

00:15:03: Leute, die viel Leser sind, die gerne viele Beletistik, viele Romane, viele oder Handlungsliteratur lesen die sind gerne auf dem Tolino bereit das auf dem Lesegerät zu lesen, während so ein richtiges Sachbuch wo man einen Text verstehen will.

00:15:16: Da bleiben die Leute eher beim physischen Buch interessant.

00:15:19: Mischen also ein E-Book.

00:15:20: ist das was wir hören da?

00:15:22: Also ich habe die verschiedensten Lesegeräte und ich nehme sie auch mit in den Urlaub damit für den Fall dass mir irgendwas noch fehlt.

00:15:27: tatsächlich hab ich selten ein Buch darauf zur Ende gelesen Was mir Freude macht wenn ich Texte in hoher Geschwindigkeit lesen möchte im Sinne von nicht zu sehr das genüssliche Lesen, sondern ich will es jetzt einfach zur Kenntnis genommen haben.

00:15:42: Es gibt verschiedene Lesegeräte wo sie so die Seiten durchklicken können.

00:15:45: Sie machen die Buchstaben groß.

00:15:47: Da habe ich festgestellt dass sich meine Lesegeschwindigkeit drastisch erhöhen konnte.

00:15:52: Aber ein Genusslesen ist natürlich was anderes.

00:15:54: und ja bei mir ganz persönlich Ich fahre in die Sommerferien am liebsten mit dem Auto da würde ich eine große Kiste von Büchern mitnehmen kann.

00:16:03: Aber geht es den Buch im Verhältnis zum Smartphone als Lesemedium nicht schlechter?

00:16:08: Da haben sie vollkommen recht.

00:16:09: Die Zahlen sind so, deswegen sagt die Stiftung Lesen ja auch gelesen wird so viel wie noch nie zuvor aber halt nicht die bleibenden Texte sondern die schnellen Texte auf der anderen Seite.

00:16:22: wenn Sie dann durch den Zug gehen dann sehen Sie doch wieder viele Leute mit Buchern in der Hand und sich stellen mit Erstaunen fest.

00:16:27: Viele davon sind ganz schön jung.

00:16:29: Und wenn Sie ein Test weitergehen und Sie gehen in die Universitätsbibliothek Dann sehen Sie das da?

00:16:36: die Studenten sitzen mit ihren jungen zwanzig Jahren vor ihnen ein Buch, links das Handy rechts der iPad gegenüber der PC.

00:16:45: also die sind eingebettet in die Elektronik aber konzentrieren sich auf das was sie da gerade verstehen wollen.

00:16:51: Das sind Momente wo ich mir sage fantastisch.

00:16:55: wenn also die zwanzigerjährigen nach wie vor mit dem Buch arbeiten und umgeben sind von der Technik dann ist das Buch offensichtlich einen Kernmedium dass Zukunft hat und bleiben wird.

00:17:05: Zurück zu Verlagsentscheidungen.

00:17:07: Wann wird festgelegt, zu was wird was erscheinen und was überhaupt?

00:17:12: Auf der einen Seite kommen Manuskriptereinautoren bieten Themen an die lesen wir.

00:17:18: oftmals sind wir aber zurückhaltend.

00:17:20: besser ist es wenn die Idee zwischen Verlag und Autor entsteht weil wir natürlich ganz andere Marktdaten haben als jemand der für sich genommen vor sich hin arbeitet und sein eigenes Thema dort behandelt.

00:17:38: Wir arbeiten im Grunde in verschiedenen, wenn Sie so wollen, Kaskaden.

00:17:42: das heißt zunächst mal ist da die Idee dann ist die Idee mit der Autorin oder dem Autor.

00:17:48: Dann kommt die erste Frage Rückfrage mit Marketing kriegen wir das unter?

00:17:51: gibt es vergleichbares im Markt?

00:17:52: sehen wir Chancen das unterzubringen?

00:17:55: und dann kommt die grobe Idee.

00:17:57: dann geht es wirklich an den Vertrieb also die die nachher die Verkaufsgespräche führen.

00:18:01: wie kriegt ihr das beim Handel?

00:18:03: Wie kriegt Ihr das online unter Und wenn da jedes Mal quasi ein grüner Haken dran ist, dann wird das im Zweifelsfall auch ein Buch.

00:18:11: Für die unterschiedlichen Bereiche von Herder gibt es Verlagsprogramme – damit isst man von den großen Plänenmarkt einer der wenigen, die dieses auch noch in gedruckter Form anbieten.

00:18:22: Manuel Herder schildert warum das wichtig ist!

00:18:25: Da wir in alter Verlag sind sagen jetzt immer, wir müssen gucken dass wir die neuen Bewegungen schnell mitnehmen also mit dem Blick nach vorne unterwegs sind.

00:18:32: Wir waren, glaube ich, einer der ersten Verlage die vor zehn oder fünfzehn Jahren die gedruckten Programme abgeschafft haben.

00:18:38: Vor allem nach dem Motto ihr seid doch alle digital hier und wollt es doch bestimmt alle digital haben?

00:18:42: Und dann waren wir wieder eine der Erster gesagt haben, nee die Leute beschweren sich, wir drucken das jetzt wieder und schicken sie euch!

00:18:48: Wir arbeiten übrigens auch noch – jetzt werden Sie laut lachen mit dem Telefax – weil viele kleinere Buchhändler, die so ein zwei drei Mannbetriebe sind, die sagen Es ist für uns leichter am Eck der Buchhandlung in Fax stehen zu haben Nur noch die gute alte Thermorolle rauskommt.

00:19:03: Wir in Kreuz machen sie wieder reintun und zurückschicken, als dass wir uns da mit E-Mails und anderen beschäftigen.

00:19:08: Und da sagen wir wenn die Kundschaft das wünscht dann arbeiten wir auch mit dem Telefax.

00:19:12: Wenn es sein muss übrigens auch bei der Flaschenpost!

00:20:10: In den Perspektiven hören Sie heute Manuel Herder.

00:20:13: Es schief des gleichnamigen Vollages und wurde unlängst sechzig Jahre alt.

00:20:18: Der Vollag Herder besteht seit über zweihundert Jahren.

00:20:20: Wie geht's dem Buch im Allgemeinen dazu sagt er?

00:20:24: Der Markt ist rückläufig.

00:20:26: Es werden einfach weniger Bücher gekauft als das vor dreißig Jahren der Fall war, weil die Bevölkerung an dieser Stelle rück läufig ist.

00:20:34: Denn um ein deutschsprachiges Buch zu kaufen müssen sie halt Deutsch auch können und auch lesen können.

00:20:38: oder reicht es nicht einfach nur dazu sein?

00:20:40: Da ist der Markt für Flip Flops möglicherweise wachsender in Bezug auf die Bevölkerungszahl als der Markt Für Bücher.

00:20:45: dann da müssen Sie Deutsch lesen und liehen und genießen können.

00:20:50: Auf der anderen Seite Der Markt ist lebendig.

00:20:52: Ich meine, es ist ein großer Markt.

00:20:54: Der gesamte Buchmarkt zusammen dürfte nicht viel klarer sein als der Musikmarkt und die alle Märkte, die wir kennen haben seit Jahren große Veränderungen.

00:21:05: Bei uns ist das Ganze Digitale In anderen Branchen ist etwas anderes.

00:21:09: was wir aber haben Und das ist den anderen gar nicht so aufgefallen Mit welcher Branche hat Amazon denn begonnen den ganzen Handel umzukrempeln?

00:21:18: mit dem Buch.

00:21:20: Wir waren die ersten, die die Digitalisierungswelle hineingeschubst wurden.

00:21:25: Wir waren den ersten, der schon Anfang zweitausend laut aufgeschrien haben, weil es schmerzhaft war.

00:21:30: Die anderen gucken uns noch an und sagten was mit euch los?

00:21:32: Und wir sagten das tut weh!

00:21:33: Wir werden digitalisiert gegen unseren Willen.

00:21:36: Es war nicht so dass wir das wollten.

00:21:37: da kam einer und hat das aufgezogen.

00:21:40: nur damit hatten wir sehr viel schneller hinter uns.

00:21:43: wenn sie mal schauen so Bereiche wie Spielwaren Märkte und so die haben das in Teilen sogar noch richtig gehn vor sich.

00:21:49: Und deswegen, wenn Sie irgendeine Buchhandlung irgendwo in Österreich nehmen, die kann über Nacht jedes Buch bestellen.

00:21:56: Das kann der ganz große Händler aus Amerika auch.

00:21:59: D.h.,

00:21:59: die Branche hat hier über ihre Systeme, ihren Zwischenbuchhandel und so weiter Systeme geschaffen, die wirklich sehr kompetitiv sind.

00:22:06: Ich glaube das ist etwas...das kann sich unsere Branche schon auf die Fahnen schreiben!

00:22:10: Es gibt zwar gedruckte Bestsellerlisten, auch viele Medien die diesbezügliche Tipps anbieten und dennoch ist die persönliche Beratung in einem Buchgeschäft für viele Kundinnen und Kunden essentiell.

00:22:22: Das heißt gute BuchhändlerInnen, die ihr Einzelhandelswerk gelernt haben sind wichtig.

00:22:27: Auf jeden Fall!

00:22:28: Wir erleben gerade hier in der Herderbuchhandlung in der Wollzeile in Wien dass viele Leute von weit her kommen weil sie die Beratungen schätzen, weil sie das Sortiment schätzen oder andere Buchhände erzählen.

00:22:39: Nehmen Sie die schönen großen Talierbuchhandlungen, Maria Hilferstraße oder so wo Leute wirklich auch von weit her kommen weil sie sagen so ein Angebot das schätze ich sehr und das mag ich.

00:22:49: Und ja niemand muss in den Buchhandel gehen weil er einen Buch braucht.

00:22:54: es kann online machen In die Buchhandlung zu gehen.

00:22:57: Das hat was mit Freizeitgestaltung zu tun Das hat etwas mit Selbstverwirklichung zu tun.

00:23:02: Für unser eines die wir gerne lesen ist natürlich ein Gang durch die Buch Handlung Ein geistiger Spazieren durch die Weltgeschichte und durch die ganze Welt.

00:23:10: Und ich glaube, das ist der Teil, der fasziniert.

00:23:12: Zu etwas Primatem Manuel Herder ist Vater von vier Kindern.

00:23:16: Ist es ihm gelungen, diesen das Interesse am Buch sowie am Lesen weiterzugeben?

00:23:22: Und werden diese auch im Vorlage einmal mitarbeiten?

00:23:25: Also buch zu implementieren ist schwierig.

00:23:27: man kann im Grunde nur vorleben dass man selber gerne liest ein lesen anderer auch gern.

00:23:31: dafür dass jemand seinen Karl May durchgelesen hat Gabs für die Kinder ein extra Taschengeld, denn ich glaube Karl May lesen oder Mobidik oder Vergleichbares.

00:23:41: also einfach ein dickes Buch.

00:23:43: Dann auch gerne Harry Potter!

00:23:45: Also dieses dranbleiben Seite-für-Seite das macht was mit einem jungen Menschen.

00:23:50: Unsere Kinder sind alle interessiert an der Branche und sind jetzt alle schon weit in ihren zwanzigern.

00:23:56: Jedes davon hat einen Jahr lang ein sogenanntes Trainee Programm gemacht nämlich zwischen Schule und Universität war ein Jahr lang im Unternehmen in den verschiedensten Abteilungen, auch hier in Wien.

00:24:05: In der Herderbuchhandlung an unserem Standort in München, an diesem Standort Berlin und natürlich im Stammhaus in Freiburg.

00:24:12: Dann haben sie alle studiert die beiden älteren, die mit dem Studium schon fertig sind.

00:24:16: Wir haben jeweils schon wieder drei Monate gemacht diesmal beim großen Buchhändler Italia um dort einen Gefühl dafür zu kriegen wie die Branche funktioniert.

00:24:26: Und insofern meine Frau und ich lehnen uns gelegentlich zurück und sagen Die Wahrscheinlichkeit, dass wir einen Generationenwechsel von der sechsten, also meiner auf die siebte Generation erleben werden ist doch höher als fünfzig Prozent.

00:24:39: Mein Neffe, der älter ist als meine Kinder, der Älteste und meines Bruders, der ist auch schon eingestiegen und hat den Standort Herder Mexiko übernommen, der zum Verlag Herder Barcelona gehört, den mein Bruder leitet verlegt dort seine ersten Bücher.

00:24:55: Also de facto kann man sagen, die siebte Generation ist schon am Werke.

00:24:59: Abschließend zu einer Frage, die Chefs vielleicht nicht so gerne hören.

00:25:02: Aber menschlich sind sie alle mal Fehler, die passieren!

00:25:07: Wenn Sie in einem Buch gedruckt sind kann man sich erst bei der weiteren Auflage korrigieren.

00:25:12: Manuel Herder vom Gleichnamigen Verlag bleibt diesbezüglich gelassen.

00:25:17: Wer Bücher verlegt macht Fehler Einer der herrlichsten Fehler, den ich je gemacht habe.

00:25:24: Ich sage jetzt extra ich, weil ich mich für unsere Fehler immer persönlich und schuldige völlig egal wer sie gemacht hat.

00:25:30: Wir hatten ein Buch Visionen großer Christen zur Jahrtausendwende herausgegeben vom damaligen Leiter der deutschen Abteilung Radio-Vatekran Pater von Gämminge.

00:25:42: Und er hat verschiedensten Heiligen in den Mund gelegt eine Predigt zum neuen Jahrtaussend und hat sich dafür jeweils einer Autorin und einem Auto gesucht, der diese Predigt stellvertretend für den Heiligen Schrag und hat eine Schweizerin gewonnen, den heiligen Niklas von der Flü mit einer Predigt zu versehen.

00:26:01: Und diese Predigt begann mit Liebe mit Eidgenossinnen und liebe mit Eitgenossen!

00:26:08: Wir hatten aber damals schon die ersten Korrekturprogramme – und als das Buch gedruckt war was musste ich vorfinden?

00:26:15: Liebe mit Leidgenossenen.

00:26:21: Das sind Momente, da greife ich zum Hörerrufe an und entschuldige mich bei der Autorin und sage Schauen Sie das war alles meine Schuld weil ich habe gesagt Leute ihr müsst jetzt fertig werden hört jetzt auch von diesem Stellenkultur lesen.

00:26:30: Es ist alles meine schuld.

00:26:31: ich sorg dafür dass es bei der Nachauflage in Ordnung gebracht wird.

00:26:35: Ob das nun wirklich meine Schuld war spielt ja keine Rolle.

00:26:38: Ich bin der Verleger Herder.

00:26:39: es ist mein Verlag und wenn etwas schiefläuft stehe ich dafür gerade.

00:26:43: Übrigens Auch bei pubs benedigt.

00:26:46: Wir haben ja nicht nur Bücher sondern auch Zeitschriften wie zum Beispiel die Herderkorrespondenz oder den Christen ergeben wird.

00:26:53: Und die werden von Journalisten unabhängig geleitet.

00:26:56: und da ist auch wichtig, das sage ich auch jedem Ich wähle die Journalisten aus aber die Zeitschrift lese ich wenn sie gedruckt ist Der Mann muss frei und die Frau muss freischreiben können.

00:27:07: und so kam dann irgendwann ein Artikel von dem ich wusste der wird Papst Benedikt einfach gar nicht gefallen weil was da drin steht Nicht im Sinne von Papst Benedict auch wenn er emeritus ist sein wird.

00:27:20: Es ging um seine eigene Gesamtausgabe und es ging um einen bestimmten Punkt wo ein Text dahingehend verändert wurde, dass die Theologische Welt das Gefühl hatte.

00:27:29: Das ist kommentierungsbedürftig!

00:27:33: Also meldete ich mich beim Erzbischof Genzwein der sich ja nach wie vor auch um den Emeritus kümmerte sagte ihm, dass in unserer Zeitschrift einer Artikelstein stehen wird, der dem Emeritus Papst Benedict nicht gefallen wird und ob er wohl eine Chance hätte bevor die Post das Heft bei ihm abliefert, bei ihm eine Audienz zu kriegen um ihm dieses Heft persönlich in die Hand zu drücken.

00:27:57: ihm zu sagen dass da ein Artikel drin steht von dem ich vermute dass er ihm gar nicht gefällt.

00:28:01: Das ist aber zur unabhängigen Verlegerei dazugehört und dann hat er mir diesen Termin sofort gegeben.

00:28:06: Es gibt ein wunderbares Foto Da sitzt der immeritierte Pub Spanidic Da sitze ich in der Mitte liegt diese Zeitschrift.

00:28:12: Das Foto war mir total wichtig Das Fotto war mir absolut wichtig Und er sagte Herr Herder, das gehört doch dazu.

00:28:21: Wenn Ihre Zeitschriften nicht so wären wie Sie sind würden wir sie ja nicht lesen.

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