Perspektiven über das Fasten mit Markus Pfandler-Pöcksteiner

Show notes

Markus Pfandler-Pöcksteiner: www.psychotherapie-mpp.at

Show transcript

00:00:50: der Orgel Markus Pfandler-Pöcksteiner mit einer Partitzer von Johann Nepo Mukdavit.

00:00:56: Wir lernen Markus Pfadler Pöckstein heute als Musiker, Kirchenmusiker kennen, als Psychotherapeutin und einfach als Markus – als Mensch, der sich Gedanken macht über das Fasten, über Rituale, über das Loslassen und die Abenteuerlust etwas Neues auszuprobieren.

00:01:16: Diese vierzig Tage vor Ostern Die Zeit der bewussten Reduktion, auf die das große üppige Fest der Auferstehung folgt, beschäftigen Markus Pfandler-Böcksteiner eigentlich schon seit seiner Kindheit.

00:01:32: Also biografisch gesehen war es für mich als Kinder ganz eine wichtige Zeit weil ich habe das Ministerien geliebt und da war diese Vorbereitungszeit auf die K-Woche.

00:01:46: Es hat mir das Kind sehr fasziniert, also der Gedanke sich zu reduzieren um sich auf ein spirituelles Ereignis vorzubereiten.

00:01:54: Das hat mich schon als Kind des Jugendlichen sehr begeistert.

00:01:58: und da die ganze Liturgie dann zu Ostern, also dieses große Sackumtridom von Gründonnerstag bis in die Aufgestiegungsliturgie und an dem Ostersonntag, es hat mir als Kind schon begeisterт dass man quasi sein ganzes Leben eigentlich einbinden kann in einen Rhythmus von Reduktion Reduktion bis ins Grab, Reduktions bis zum totalen Stillstand.

00:02:20: Bis über den Stillstand hinaus, bis in die Auslöschung und aus dieser Reduktionen dann in einer Überfülle.

00:02:28: Also die über unsere Existenz hinausweist eigentlich fast explodieren können.

00:02:33: also das hat mir als Kind schon sehr beeindruckt.

00:02:49: Die Kind hat da im nördlichen Waldviertel noch vor dem Mauerfall bei den Seventinen geboren und in Gemünt aufgewachsen.

00:02:56: Und da war ja die Welt aus eigentlich, also es waren zwei Kilometer nicht mehr um Haus, weil die Staatsgrenze und da ist eine Vorhang.

00:03:03: Und das war...die Grenze war ganz massiv spürbar und dadurch war das ganze Leben in vielen Möglichkeiten irgendwie sehr begrenzt Und ich glaube, dass so diese Hinwendung auf das Transcendente, die Reduktion und dann des Aufblühen aus dem Null heraus, dass es vielleicht auch eine Möglichkeit für mich war, diese Begrenztheit überhaupt der Lebensumstände dort am meisten in den Vorhang irgendwie aufzubrechen.

00:03:41: Im Studium habe ich dann Kirchmusik studiert – da war es natürlich ein ganz zentraler Zeit, weil ja ganz viel Kirch-Musikliteratur sich mit der Fastenzeit auseinandersetzt.

00:03:53: Und auch da war eigentlich eine extrem spannende Erfahrung, dass ja mitunter die schönste und die prachtvollste und sinnlichste Musik für die Fastenzeit entsteht.

00:04:04: Also wir brauchen nur auf den Moteten von Gesualdo Denken für die K-Woche, Stundgebete der K-Woche oder die Fastenseitenmoteten von Francis Poulenc.

00:04:14: Das ist ja unheimlich sinnliche Musik!

00:04:17: die aber für eine Zeit geschrieben ist, wo man sich eigentlich zurücknimmt oder wo man auch der leidvollen Dimension des Lebens irgendwie besiehnt.

00:05:10: Und dann als ich in Altenburg die Singerknam geleitet habe war auch da die Fastenzeit eine ausgesprochen abendsintensive Zeit wie sie im religiösen Kontext oft so ist, dass die Zeiten eigentlich der Einkehr gewidmet sein sollen.

00:05:27: Die forsterliche Bußzeit und der Advent-Zeitenhoher Betriebsamkeit sind.

00:05:33: Und genau dieses Miteinander wird es vielleicht dann auch noch sprechen werden.

00:05:37: ob ich nicht in der Reduktion eine neue Fülle finde?

00:05:41: Das war da auch in der Arbeit mit den Jugendlichen schon spürbar.

00:05:44: Also die Literatur wird von der Harmonik her schlichter, von der Rhythmik her Und wird dennoch existenziell eigentlich oft reicher als komplexe Literatur oder poplarmusik-Literaturen.

00:05:56: Und das hat die Jugendlichen schon irgendwie gut erreicht.

00:06:30: und jetzt seit ich da in der Therapiepraxis arbeite, hat sich dieser Begriff ein bisschen verschoben wo ich mehr den Eindruck hab dass Leben schwingt ohnehin In größeren Phasen wo es mal fastenzeitlichere Abschnitte gibt und dann wieder Abschnitten die in die Fülle gehen und die sehr übig werden.

00:06:51: Also es hat sich bei mir eigentlich stark gelöst von bestimmten Wochen im Jahr hin zu einem Einlassen darauf, dass es einfach Lebensumstände gibt auch im Leben der Reglenten oder im eigenen Leben wo man ohnehin festhält um überhaupt Halt zu finden.

00:07:08: also weil ich sage Ich reduziere mich jetzt im Erleben und ich muss mich auch reduzieren Weil das was ich gerade erlebe der Tod von nahen Angehörigen belastend erfangen.

00:07:19: Das nimmt mich sowieso vor ein, dass ich mir reduzieren muss von meiner Aktivität nach meinen Eindrücken um das überhaupt fassen zu können.

00:07:34: Also wenn wir den Begriff des Fastens von eben diesem Halten und Bewahren her betrachten dann denke ist es eine ganz wichtige Aspekt daran dass wir dort, wo wir gezwungen sind uns zu reduzieren oder wo wir es freiwillig tun eigentlich einen ganz wichtigen Halt finden manchmal einen letzten halt finden.

00:08:00: jede zeit der inneren besinnung ist schon historisch gesehen sehr oft betritual verbunden und ein ritual ist etwas was ich auf den ersten blicken mal einfach immer gleich mache.

00:08:13: das kann dann weitergehen.

00:08:15: also ich mache so immer zu einer bestimmten zeit.

00:08:17: Also in meiner bestimmten Tageszeit mache ich immer dasselbe.

00:08:21: Und damit lege ich mich eigentlich ganz stark fest, ich nehme mir selbst die Entscheidung für diesen Zeitpunkt.

00:08:28: Ich schneide mit der Entscheidung ab was ich zu diesem Zeitpunkt mache, also ich mache einfach zu diesem zeitpunkt immer dassselbe und jetzt machen wir oft die Erfahrung das genau in dieser Reduktion eine neue Fülle liegt.

00:08:41: Also nehmen wir ein ganz praktisches Beispiel.

00:08:44: Die definitive Ritualhaftigkeit und Beschneidung ist eine Familie finde Kinder bringen einen in die absolute Ritualhaftigkeit.

00:08:51: Das beginnt schon damit, wenn sie geboren werden der Ablauf von den Bedürfnissen, die Sie haben vom Schlaf.

00:08:59: wie für junge Eltern ist dieser Schlaferhythmus ganz wichtig.

00:09:01: aber auch wenn sie größer werden nicht schleift sich ein und es ergibt sich einfach ein Tagesablauf der dann mal einen ritualhaften Zug bekommt.

00:09:11: nehmen wir das gemeinsame Abendessen Alle kommen nach Hause, die einen von der Schule, den anderen von der Arbeit und trifft sich beim Abendessen.

00:09:18: Und das ist ein Punkt, der für viele Menschen ein Ritual ist.

00:09:23: Wir treffen uns – dort passiert eigentlich immer dasselbe!

00:09:27: Dennoch ist in diesem Rituel eine unglaubliche Fülle drinnen.

00:09:32: Jeder verändert sich, jeder Tag ist wieder anders.

00:09:36: Das Brot, das wir uns streichen, streichen wir jeden Tag gleich und jeden Tag anders, weil wir jeden tag anders ... bei einer anderen Sitz, in einer anderen Verfassung.

00:09:43: Die Gespräche sind jeden Tag anders, obwohl wir immer dasselbe tun.

00:09:47: und das ist glaube ich ganz zentral wenn man sich auf den Fasten einlässt, auf einen Fasten in jeder Denkweise.

00:09:55: In der Hinsicht, wenn ich versuche mich zu reduzieren, ich lege mich auf bestimmte Dinge fest dann bietet es die großartige Möglichkeit in der Reduktion eigentlich die neue Fülle zu entdecken In dem ich mich vertiefe in das, was jetzt genau in diesem Moment eigentlich passiert.

00:10:15: Noch einmal kurz gesagt Reduktion als Weg zur Fülle.

00:10:21: Vielleicht haben auch Sie schon einmal die Erfahrung gemacht dass sie erst wenn sich zum Beispiel nur darauf konzentrieren was sie gerade alles hören und dabei das Sehen schmecken und spüren einmal weglassen Dass sie es dann so richtig wahrnehmen Was alles zu hören ist?

00:10:41: Was wird der Gott den Sinn, das sinnliche nennst?

00:10:46: Es ist aufgrund der medialen Reichhaltigkeit in der wir leben ja überhaupt so etwas.

00:10:50: die Frage mit wieviel Sinnesreizen sind wir denn konfrontiert und wie viele davon können wir eigentlich wirklich verarbeiten.

00:11:00: Also ob nicht eine Reduktion mehreren Sinnesmodalitäten auch im digitaler Hinsicht was ja fast ein neuer Sinn geworden ist.

00:11:11: Ich habe mal das Wort gelesen, die Klaus ist wie ein symbolischer Dauerkontakt mit dem Firmament und dass wir da wahnsinnig viel Energie wo hinläuft was scheinbar unendlich ist.

00:11:28: Und ob wir dafür auf Dauer wirklich gebaut sind?

00:11:31: Ob es uns auf Dauern seelisch gut tut?

00:11:34: Das ist so eine Frage!

00:11:39: Es gibt jetzt viele Möglichkeiten, das Internet fastens und des digitalen Fastens.

00:11:43: Und denkt es zumindest überlegenswert?

00:11:46: Wem von uns fällt das leicht, das Handy abzutrennen einen Tag?

00:11:49: Wer hat das letzten Mal probiert?

00:11:52: Ich habe das ewig nicht getan!

00:11:56: Dabei wäre es aber wahrscheinlich eine Möglichkeit wie du gesagt hast einen Sinn, ein Aquäleinsinn des Eindrücken zu reduzieren und zu schauen ob nicht eine neue Fülle dadurch aufgeht.

00:12:09: So betrachtet verliert das Fasten fast seine negative Konnotation.

00:12:15: Statt der Sorge, dass mein Lebensraum durch das Wegklassen von dies oder jenem zu klein eng und langweilig wird kommt eine Neugier ins Spiel.

00:12:24: Und überall wo ich etwas gewohntes wegnehme.

00:12:30: für eine bestimmte Zeit wird ja ein neuer Raum frei unter den Mut zu finden diesen Raum einmal auch frei zu lassen und dann mal sein eigenes Organ wieder mal zur Schulen überhaupt hinzuhören.

00:12:51: Was liegt denn in meinem Leben überhaupt gerade in der Luft?

00:12:56: Was bietet mir das Leben denn überhaupt gerade an?

00:13:02: So wie bei einem sehr spannenden Interview, man gehört es damit geändert, dass der Journalist den Intervierter fragt nur was ist das Sinn des Lebens?

00:13:15: schauen, atmen und hören was das Leben eigentlich von einem will.

00:13:22: Und das jetzt als grundsätzliche Lebenshaltung ist natürlich nur dem vergönnt.

00:13:26: der des zugrundlichen Lebensmachtens hat einen guten Grund warum in fernöstlichen Meditationstechniken ein Leben lang darauf hingearbeitet wird um nur im Sein anzukommen überhaupt leer zu werden und überhaupt einmal nur wahrzunehmen, dass ich existiere.

00:13:44: Dass das wirklich so meinen Alltag durchtrinkt, ist eine hohe geistliche Übung.

00:13:48: Das wird uns wahrscheinlich nicht gelingen.

00:13:50: Zumindest in dieser Vollkommenheit!

00:13:52: Aber das einmal auszuprobieren für ein zeitendes Leben.

00:13:56: Sie fasten sich sicher an zu sagen... Ich reduzier, wie du vorhin gesagt hast, vielleicht mal einen Sinneskanal?

00:14:03: Ich lasse mal bewusst etwas weg um zu schauen was da ... was in diesem leeren Raum dann überhaupt aufgehen mag.

00:14:11: Sitzen, schauen,

00:14:13: atmen

00:14:15: und hören, was das Leben eigentlich will als fasten zeitliche Haltung?

00:14:21: Das klingt doch interessant!

00:14:23: Da fallen mir auch zwei Episoden ein.

00:14:25: Als ich im Stift Altenburg begonnen habe als Leiter der Sängerknaben hab' ich auch an meinem ersten Sonne, an meinem erster Arbeitstag, es war ein sonniger September-Tag Und die Singerknaven sind von der Schule Und ich habe mich im Hof auf die Stiege gesetzt, zum Tourismusbüro und hab nur zugehört wie das klingt wenn sie von der Schule kommen.

00:14:47: Um mal wahrzunehmen welcher Stimmung kommen die denn überhaupt?

00:14:51: Wie sind die heute drauf?

00:14:53: was hört man da für Geräusche?

00:14:55: Und die damalige Leiterin des Tourismus die Tür geht auf und sie kommt raus und sagt Ja, arbeitest du nix?

00:15:02: Was siehst du da herum oder tust du nichts?

00:15:05: Weil ich eben Scherz gemeint.

00:15:06: Ich sage, ich sitze jetzt einmal da und höre auch mal was da überhaupt passiert.

00:15:11: Das ist glaube ich ein guter Grund halt dann immer mal wieder innen zu halten, zu schauen was da denn überhaupt gerade los

00:15:16: ist.".

00:15:17: Sie hören in der Sendung Perspektiven heute Gedanken zur Fastenzeit von Markus Pfandler-Pöcksteiner.

00:15:24: Erst Psychotherapeut Komponist Klavier und Orgellehrer Zehn Jahre lang hat er die Altenburger Sänger-Knaben geleitet.

00:15:34: Wir haben bisher über das Fasten gesprochen als Reduktion, wie zum Beispiel bei Ritualen, Reduktionen, die Halt gibt und die Möglichkeit bietet durch das Weglassen Raum für Neues zu öffnen.

00:15:48: Warum fällt uns das aber so schwer?

00:15:51: Warum braucht es zu so einem Schritt oft Überwindung?

00:15:55: Ich glaube, es braucht den Mut, die berühmte FOMO!

00:15:57: auszuhalten.

00:15:59: Die Four of Miss Opportunity oder die Four-of-Missing Out, dass wir ja eigentlich suggeriert bekommen es gäbe ständig was Erfahrungswertes, es gäb beständig was Wissenswertes und das stimmt!

00:16:14: Also Schauer Frankl hat gesagt eine der Grundherausforderungen für den Menschen ist sich doch einzulassen aus dem Strom der Milliarden Möglichkeiten nur ein paar herauszugreifen um sie zum Leben zu bringen.

00:16:25: Und ich glaube das tut uns weh als Menschen.

00:16:28: Das erzeugt eine große Spannung in uns, etwas auszulassen, etwas vielleicht zu verpassen.

00:16:37: auch den Mut haben zu sagen mag sein dass das Wissenswert ist aber es ist für mich gerade nicht wertvoll.

00:16:44: Es gibt für mich einen höheren Wert und das ist glaube ich eine Spannungen die wir schwer aushalten.

00:16:53: da werde ich was verpassen.

00:16:55: das wird nicht gelebt sein.

00:16:58: Das ist ja auch ein wichtiger Aspekt beim Trauern.

00:17:00: Das Traueren, das Zuwenden zu dem was nicht gelebt hat.

00:17:04: Zudem was nicht mehr lebt.

00:17:07: Ich wende mich demzu was in meinem Leben nicht mehr nicht mehr ist oder Nicht sein konnte.

00:17:13: Was einfach nicht, den was nicht geliebt hat, was nicht Lebt.

00:17:16: Daraus ein schmerzhafter Anpassungsprozess und diese neue Wirklichkeit dass da etwas nicht mehr oder nicht überhaupt nicht war.

00:17:24: Und wenn wir jetzt Eine unähnliche Anzahl an Möglichkeiten vorfinden, ist das natürlich eine hohe Spannung zu sagen.

00:17:31: Wahnsinn!

00:17:32: Da werde ich ganz viel nicht erleben.

00:17:34: Es wird ganz viel davon nichts

00:17:35: sein.".

00:17:36: Aber entspricht es nicht eh einem Bedürfnis, dass viele Menschen in sich tragen?

00:17:42: Auch mal etwas weglassen zu dürfen?

00:17:46: Wie erleichternd wäre es, nicht auf alles und jedes eine Antwort haben zu müssen?

00:17:51: Nicht über alles Bescheidwissen nicht überall dabei sein müssen Nicht jedes Video auf TikTok oder jeden Post auf Instagram anschauen, lesen und verarbeiten müssen.

00:18:02: Trends wie Achtsamkeit, Meditation und Yoga weisen darauf hin dass wir Ruhe und Reduktion mehr und mehr suchen.

00:18:11: Eigentlich warte ich schon ein bisschen auf die Gegenbewegung.

00:18:14: Ich könnte mir auch vorstellen das vielleicht diese... der jetzt auch so patriarchal da herkommenden Ideologien vielleicht auch ein bisschen in diese Richtung gehen, also die Sehnsucht danach dass es wieder überschaubarer sei.

00:18:29: Also ich bin mir relativ gut an einen klienten Erinnern, einen jugendlichen Klienten der gesagt hat er möchte das Handy mal wegtun für zwei drei Wochen um zu schauen was passiert.

00:18:41: Ich glaube dass es diese Sehmsucht ganz stark gibt und ich glaub dass der Gegentrend auch kommen wird Weil es einfach unheimlich wohltuend ist.

00:18:50: Wenn ich nun also zum Beispiel die Fastenzeit nutzen möchte, womit fange ich an?

00:18:57: Was lasse ich weg?

00:18:58: Muss das gleich da sein was mir am meisten zusetzt?

00:19:02: Ich mag total gern dieses Bild dass so ein Mensch und sein Leben wie ein großes Uhr weg ist aus vielen großen Rädern und ganz kleinen Räder.

00:19:12: Und die großen Räder sind große Entscheidungen.

00:19:14: Soll ich kündigen oder nicht?

00:19:15: Das ist ein großes Rad und wenn ich an dem Dreh, dann gibt es viel Veränderung im ganzen Urwerk.

00:19:21: Wie soll das alles auseinander?

00:19:23: Sollte ich mich trennen oder solle ich mich nicht trennen?

00:19:25: Das sind große Rädern, denen ich drehe!

00:19:27: Und erfahrungsgemäß das Risiko, dass daran das ganze Urwerk eher in Unordnung geht, ist groß.

00:19:34: Auch in der Psychotherapie ist es effektiver, wenn ich den kleineren Rädern drehe aber an denen auch wirklich drehe.

00:19:42: Insofern glaube ich es ist effektiver, wenn ich mir einen kleinen Verzicht vornehme und den auch dann wirklich einfach einmal mache.

00:19:49: Also eine Abenteuerlust heraus im Sinne dieses üben verfügbaren... Ich weiß ja nicht wo's hinführt!

00:19:55: Dann kann ich ja mal sehen was da passiert.

00:19:57: in der Existenzanöse haben wir ja diese personale Positionsfindung.

00:20:00: das ist eine Methode für jede v.a.

00:20:05: Entscheidungsfindung oder das Hinfindungen.

00:20:07: Ich schau jetzt schonmal was spricht dafür, was spricht dagegen?

00:20:10: Und dann frage ich mich, was brauche ich?

00:20:12: Sich es heute einmal tun.

00:20:16: Nun probiere ich das so und mach's es heute ein Mal... ...und dann evaluier' ich mal!

00:20:20: Wie war denn das heute

00:20:20: überhaupt?!

00:20:22: Letztlich diese bei jeder großen Lebensveränderung kündigt sich im Kleinen an, um mir darin einen kleinen Schritt zu

00:20:29: machen.

00:20:30: Einfach mal anfangen!

00:20:31: Ritt Markus Pfandler-Pöcksteiner.

00:20:34: Bei den wenigsten Entscheidungen in dem Leben wissen wir zu hundert Prozent, dass es die richtige ist.

00:20:40: Aufs Schuhl

00:20:53: Benedict XVI ist ja eine sehr ambivalente Figur aus meiner Sicht, also gibt es viel Licht und Schatten.

00:21:00: Und das gibt aber in diesem Klassiker den er geschrieben hat in der Einführung des Christentons gibt es im Vorwort dass halte ich für einen ganz wichtigen kann ich jedem ans Herz legen, dem das Christendom ein Anliegen ist.

00:21:13: Da gibt es einen, finde ich ganz wichtigen Satz.

00:21:16: Da steht der gläubige Mensch glaubt dass es etwas gibt was wesenhaft außerhalb unserer Erfahrungsmöglichkeit liegt.

00:21:28: Das Göttliche ist etwas was Wesenhaft also a priori durch uns nicht messbar ist, nicht sichtbar und nicht hörbar und er glaubt auch, dass wir in der Tiefe unserer Seele eine Berührungspunkte damit haben.

00:21:44: Das hat mich zutiefst beeindruckt seit ich diesen Satz gelesen habe.

00:21:47: als Gläubiger glaube ich das es etwas gibt was wesentlich außerhalb meines Erfahrungshorizons liegt aber mit dem ich in der tiefe meiner seele eine berührungsfläche hab.

00:21:57: Und um diese berühmungsflächen zu spüren um sie zu finden brauche ich glaube viel Zeit und Ruhe die Möglichkeit überhaupt ein Organ dafür zu kriegen, wo habe ich diese Berührungsfläche mit meinem Gott?

00:22:16: Da braucht man glaube ich nicht viel weiter denken dass es dafür auch die Stille und den Rückzug braucht.

00:22:23: Ich finde man darf das nie vom sozialen Los gelöst sehen.

00:22:26: also wir finden Gott natürlich vor allem auch im nächsten aber auch im Nächsten uns die Zeit zu nehmen dem wirklich zu begegnen mit ihm eine berührungspflege zu finden dadurch vielleicht sogar auch in göttlichen ihm eine.

00:22:42: Dazu müssen wir uns einmal freimachen und uns nur auf die Wahrnehmung konzentrieren können, dass wir den anderen überhaupt spüren.

00:22:48: Und wirklich sehen!

00:22:52: Wenn dafür die Fastenzeit, die Zeitschaft, dann ist sie ihre vornehmende Aufgabe erfüllt.

00:22:58: Markus Pfandler-Pöcksteiner heute ist er vor allem als Psychotherapeut tätig aber auch als Komponist, Klavier und Orgellehrer.

00:23:06: Wir haben ihn auch schon an der Orgel gehört und in der Leitung des Studio Vokale Wien mit dem wir die Sendung jetzt auch beenden wollen.

00:23:15: Fastenzeit ohne Musik für Markus Pfandler-Pöcksteiner nicht denkbar.

00:23:20: Eine tiefe Wahrheit hinter diesem ganzen Fastengedanken, wenn ich mich reduzieren den Fokus ganz genau auf einen Aspekt hin richte dann werde ich darin eigentlich wieder die ganze Welt finden.

00:23:31: und es ist sehr interessant dass in der Essance Musik das auch ein Grundgedanke ist aus dem immer gleichen das immer andere schöpfen Wenn man sich ein Motette anhört von Pallestrina oder von Joske Ein natürlich, der schon einen einsamer Stern nach dem Renaissance und am Kontapunkt ist Niemlis.

00:23:50: So ist die musikalische Struktur stets ähnlich aber aus den immergleichen entsteht das immer neu und immer andere Und ich glaube darum kann es gut tun sich zu reduzieren etwas wegzulassen um zu entdecken dass ich eigentlich in dem wenigen was ich habe eigentlich wieder die Fühle hab.

00:24:14: Das war ein Aspekt, auf den ich noch hinweisen wollte.

00:24:17: Also dieses aus dem Immergleichen das immer andere schöpfen.

00:24:21: Cliacuistimortus von Depree.

00:24:24: Das ist auch eine Fastenzeitmotette für die K-Tage.

00:24:28: Die ist auch wahnsinnig reduziert und unglaublich intensiv im Ausdruck.

00:24:34: Echt faszinierend wie mit ganz wenig Linien und mit ganz wenigen Material dass der ganze Welt aufgeht.

00:27:31: Für alle, die noch dran sind gibt es noch ein PS.

00:27:35: Weil du vorher gefragt hast ob es einen Tipp gibt wenn man diesen Verzicht umsetzen will und weil wir gerade darüber gesprochen haben wie kann man mit dem umgehen dass man da auf die zwei Stücke Schokolade verzichtet?

00:27:45: Ein ganz wichtiger Zugang glaube ich ist der über die Körperwahrnehmung.

00:27:49: also in den Moment wo ich mich entscheide ich verzichte etwas und dann kommt diese Spannung auf in mir das sie dann mal die Zeit nehmen die Augen zu schließen und sagen wo spüre ich denn diese Spanne im Körper?

00:28:02: Ich esse jetzt das und dass nicht, ich lasse es weg.

00:28:06: Verzichte auf das und das.

00:28:07: Ich schaue mal... ich lösche diese App und dann höre ich nur hin und schau mir in meinem Körper.

00:28:13: wo spüre ich die Spannung, dass das unangenehm ist?

00:28:17: Dann lege ich meine Hand mal dorthin und nehme Kontakt mit diesem Gefühl auf.

00:28:23: Und da gibt's verschiedene Möglichkeiten.

00:28:24: aber sehr schönere ist sich, ich nehm die Hand raus wenn wir einen Magneten nehmen dieses Gefühl mal raus und schaus mir an und fahre einmal Worum geht es dir?

00:28:34: Was brauchst du, was willst

00:28:35: du?".

00:28:38: Also einer der wichtigsten Zugänge zu unserem Unbewusstnis ist ja die Fantasie.

00:28:41: Und egal welche Wörter ich dazu assoziere, kann ich versuchen dem mal Raum zu geben, was sich da in dieser Spannung eigentlich zeigt.

00:28:52: und wenn das Gefühl versorgt hat dann nehme ich's wieder zu meinem Körper dazu weil es gehört auch zu mir und dann werde ich merken dass das Gefühl leichter geworden ist.

00:29:00: Also es ist eigentlich, wie bei jedem weglassen.

00:29:03: Es ist ein kleines Trauergeschehen und was müssen wir machen?

00:29:06: Uns dem zuwenden, hinhören Tuchfühlung aufnehmen, versorgen und danach wieder gut sein lassen und weitergehen.

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