Lebenswege mit Marlene Kelnreiter
Show notes
Marlene Kelnreiter: www.marlene-kelnreiter.at Augora Fermente: www.augora.at Musik: www.anitaobwegs.com
Show transcript
00:00:00:
00:00:09: So beginnt ein Workshop-Abend über das Käsemachen mit Marlene Kellneralter.
00:00:13: Wir
00:00:13: machen eigentlich ganz alte Kulturtechnik, die aus den Küchen zu Hause kommt und wir wollen uns heute anschauen wie ihr es zuhause auch machen könnt.
00:00:24: Ganz kurz zu mir nun, wie kommt es das?
00:00:26: ich, die ich eigentlich Theaterfilm und Medienwissenschaften studiert habe?
00:00:30: Jetzt hier stehen und euch was über das Käse machen?
00:00:32: jetzt.
00:00:33: Abgesehen davon dass das offensichtlich ein Studium ist, das alle Türen und Möglichkeiten offen lässt.
00:00:41: Keine Sorge!
00:00:41: Es geht gleich weiter mit der Geschichte von Marlene denn heute in der Sendung Lebenswege steht nicht wie bei ihren Workshops der Käse sondern sie selbst im Mittelpunkt.
00:00:53: Aber Käse spielt nun mal seit einigen Jahren eine Hauptrolle in ihrem Leben.
00:00:58: Also ihr hatt ja vor der ganzen Angelegenheit überhaupt keinen besonderen Zugang zu Käse, bevor er auf die Alm ging.
00:01:05: das hat sie halt dann irgendwie so ergeben dadurch dass ich am Käse zu gearbeitet habe und ihn dann feststellt hab.
00:01:09: aber es ist eigentlich auch Arbeitsbereich auf der Alm, der mir sehr behagt.
00:01:15: Ich liebe den ganzen Sommer über den ganzen frischen Käse von vor Ort zu essen, also nicht nur Frischkäse sondern auch den Alpkäse der einfach noch sehr jung und nicht lang gereift ist.
00:01:27: Ich lieb es Käse zu kaufen während dem Jahr wohl weiß welche Personen in welcher Landschaft mit welchen Tieren wir arbeiten und da eben ein ganz einzigartiges Produkt heraus produzieren.
00:01:44: Das finde ich nach wie vor immer wieder unglaublich spannend und bereichernd, was es dazu entdecken gibt an Produkten und auch an Geschmackspaletten und dergleichen.
00:01:54: Aber... Ich bin eine sogenannte Allesfresserin und habe nicht nur an Käse große Freude sondern eigentlich auch an allen anderen Lebensmitteln.
00:02:04: Und wir starten jetzt das erste Semoy mit einer wirklich easy-cheesy Übung.
00:02:08: die ist geht zu Ihr seht nicht schnell, haut immerhin und ist auch wirklich Alltagspraktikabel in der Hinsicht.
00:02:14: Nämlich wir fangen an mit der sogenannten Säure-Hitzegerinnung wo wir jetzt einfach mit sehr hohen Temperaturen und mit Säuren in Form von direkter Säurer heute mit in Form vom Apfelessig auf die Milch losgehen.
00:02:27: das ist ein bisschen eine Kohlenschlagaktion.
00:02:29: die wird dadurch führen Die aber zur Folge hat dass wir innerhalb von fünf Minuten einen Käsebruch schon im Topf schwimmen haben den wir dann in unterschiedlichste Richtungen weiter verarbeiten können.
00:02:39: Seurer Hitzegewinnung klingt schon mal kompliziert, aber es stimmt.
00:02:44: Mit Anleitung von Marlene geht das alles easy-cheesy und schmeckt richtig gut vor allem auch mit dem Wissen es selbst gemacht zu haben in Zeiten, in denen viele von uns v.a.
00:02:56: am Computer online und den ganzen Tags Zitzen verbringen eine echte Wohltat.
00:03:03: So war es auch bei Marlene Kellenreiter.
00:03:06: Als studierte Film- und Medienwissenschaftlerin hat sie in ihren Shops, die sie nicht ungern gemacht hat viel Zeit mit Mails schreiben und Lesen verbracht und irgendwann bemerkt dass das zwar gut aber noch nicht das ist was sie eigentlich möchte.
00:03:22: Also ich habe eigentlich Theaterfilm und Medienwissenschaften studiert, hab da eine Zeit lang im Kulturbereich gearbeitet.
00:03:27: Beim Impulstandsfestival, beim Reykjavik Filmfestival so in der Branche und dann habe ich begonnen für den Florian Cubs sehr mit dem Impossible Project die Polaroidfilme wieder reaktiviert und vorm Verschwinden bewahrt hat quasi.
00:03:45: Für den haben wir jahrelang Öffentlichkeitsarbeit- und Projektmanagement gemacht
00:03:50: Klingt das aber auch nicht ganz langweilig.
00:03:52: Das war überhaupt gar nicht langweillig und ich habe da immer schöne Parallele darin gefunden zu dem was sie eigentlich möchte, nämlich eben mit Dingen umzugeben die uns wahrhaftig umgeben und eben analoge Elemente und ja Dinge und eine Arbeit die die Sinne berührt.
00:04:09: Wahrhaftig analog die Sinne bürgerend.
00:04:14: Wie kam es also dazu dass Marlene von der Medien zur Käse-Expertin und Schaf hier den wurde?
00:04:20: Es verhielt sich wie folgt die Wuchs in der Nähe von Steier auf, wo es viel schon nicht Fleisch war.
00:04:29: Und ich dachte mir als Jugendliche immer schon mal wenn ich einmal groß bin dann gehe ich entweder nach New York oder geh auf die Alm aber irgendwas in mir hat das Sehnsucht nach dem Ort der sehr charaktervoll und charakterstark ist wahrscheinlich um mich an dem abzuarbeiten oder mit einem starken Gegenüber kann man sich selbst besser herausfinden und schälen.
00:04:51: Und ja, kurz vor meinem dreißigsten Geburtstag dachte ich dann so jetzt muss ich mal schauen ob dieser Traum in der Wirklichkeit irgendwie auch im Stadt hält und habe damals eben nur sechs Wochen lang einem Sender in der Schweiz gegen Kostin Lucille zugearbeitet um mir zu schauen ob dieses sein und leben und arbeiten auf der Alm tatsächlich mir auch entspricht Erweckungsmoment gehabt, als ich da zum ersten Mal im Käsekeller gearbeitet habe und so ein Käseleib aus dem Regal geholt hab.
00:05:23: Und dann lag der so schwer an meinen Händen und das hat so schön grochen und er hat so schon ausgeschaut.
00:05:28: Dann dachte ich mir, oh, das ist ja toll!
00:05:33: Ich hatte total Lust nur mehr innerhalb dieser Materie weiterzuarbeiten.
00:05:38: Ich wollte nie mehr wieder E-Mails schreiben oder Excel sheets ausfüllen oder irgend sowas Abstraktes tun sondern wollte einfach total gern in diesem Zusammenspiel aus Berg, Weide, Futter, Tiere, Rohstoff und aus dem heraus handwerklich ein gescheites gutes Lebensmittel herzustellen.
00:05:57: Hat die Lust es zu machen!
00:05:59: Und ja dann habe ich doch noch einige jahrelang E-Mails geschrieben weil wie organisiert man sich jetzt sein Leben so dass man im Sommer immer hundertundzwanzig Tage am Berg oben ist?
00:06:10: Und vor sechs Jahren habe ich dann meinen ganzen Mut zusammengenommen und hab mich selbstständig gemacht, um jeden Sommer am Berg sein zu können.
00:06:37: Ja genau, das war so das Bedürfnis wirklich mehr in der Natur zu sein.
00:06:42: Also ich bin ja eigentlich so am Land aufgewachsen und habe dann aber immer in Wien gelebt und gearbeitet.
00:06:46: und vor allem im Sommer bin ich mir völlig verzweifelt in der Stadt herinnen weil ich halt da eigentlich mitten in der Wiese und unterm Baum oder unterm freiem Himmel hab sein wollen.
00:06:55: Das bereitet mich dann eigentlich fast körperliche Pein immer in Innenräumen eingeschlossen zu sein quasi.
00:07:01: Das sagt ja die Heidi, ne?
00:07:05: Sagt er zum... Peter, nachdem sie da zum ersten Mal in der Stadt war bei der Clara.
00:07:09: Dass das unvorstellbar ist dass die Menschen dann in der Statt wie im Käfige eingesperrte Vögel hausen.
00:07:16: und ja mir ging es irgendwie ähnlich.
00:07:18: Das war dann glaube ich nun das ausschlaggebende Element, dass es mich wirklich
00:07:22: rauszog.".
00:08:08: Die
00:08:30: Südtiroler Musikerin Anita Obwex begleitet uns durch die Sendung mit Marlene Kellenreiter, die vor sechs Jahren beschlossen hat ihre Sommer auf der Alm zu verbringen.
00:08:42: Anita Obweck singt auf Ladinisch und Forza bedeutet wörtlich Kraft oder Stärke.
00:08:49: Aber auch wie ein italienisches Wörterbuch es ausdrückt, die Fähigkeit sich den Schwierigkeiten des Lebens zu stellen.
00:08:57: Forza als Zuruf wäre dann also so viel wie los geht's?
00:09:02: Oder du schaffst das!
00:09:03: Du hast die Kraft dazu.
00:09:06: Marlene Kellenreiter hatte offenbar eine innere Mutmacherin, die ihr geholfen hat diese Entscheidung zu treffen.
00:09:14: Über Mut müssen wir also noch
00:09:16: sprechen.
00:09:17: Zuerst aber noch ein Blick in die Vergangenheit, ist die Liebe zu den Bergen schon in der Kindheit verwurzelt?
00:09:24: So zum Thema Berg oder dergleichen habe ich aus meiner Kindheit heraus keine großen Referenz.
00:09:30: Meine Eltern haben jetzt nicht so groß in die Berge raufgeschleppt.
00:09:33: von daher diese Lust nach dem Alpen oder der Gleichen die weiß ich nicht genau woher die kommt.
00:09:38: Aber große Naturverbundenheit und ja Ein schönes Seinsgefühl, das sich im Freien einstellt.
00:09:46: Da erinnere ich mich schon an viele schöne Momente in meiner Kindheit.
00:09:50: also sei es jetzt Lagerbauen im Wald unten oder einfach in der Wiesn sitzen und die Kirchen verkaufen man irgendwelche Autos sehe fast nie vorbeifahren oder dergleich.
00:10:01: Klingt nach großer
00:10:03: Freiheit?
00:10:04: Freiheit ist sicher ein großer Aspekt wie ich finde ja so habe ja auf der Alm erlebt dass wenn ich da länger oben bin am Berg diese ganzen Konstrukte, die einen sonst so umgeben im alltäglichen Leben.
00:10:17: Angefangen von Wochentagen oder dergleichen.
00:10:20: Die spielen ja einfach überhaupt keine Rolle da oben und das geht damit an einer sehr großen Freiheit her, dass man sie eben von diesen Konstrukten innerhalb derer man sich sonst zu bewegt nicht mehr bewegen muss in einem ganz anderen freien Raum ist.
00:10:35: Und für mich geht es aber auch da ganz stark um Verbundenheit um ein wirkliches Empfinden von in der Welt sein und stehen.
00:10:47: Und
00:10:47: was schnell auffällt, wenn man Malene kennenlernt oder ihr auf Instagram folgt?
00:10:52: So bin übrigens ich auf sie gestoßen!
00:10:55: Man findet in der Social-Mediawelt nämlich schon immer wieder auch echte Schätze und echte Menschen die man dann auch analog treffen kann.
00:11:04: Ja also was mir da aufgefallen ist, ist Malenes Liebe zur Sprache.
00:11:09: Ich war irrsinniger Leseratte mit einer kleinen buchhalterischen Neigung.
00:11:15: Also ich habe dann immer ganz stolz alle Buchseiten, die jemals in meinem Leben schon gelesen haben zusammengezählt und damit herumgeprallt, dass jetzt schon tausend siebenhundert Seiten gelesen hat.
00:11:25: Und dieses viele Lesen hat sicher da ein Spur gelegt in die Sprache – und die haben aber auch schon früh angefangen zu schreiben Kurzgeschichten und Tagebuch und dergleichen.
00:11:38: Ja, das ist schon ein Ausdruck meiner Seele irgendwie, der dadurch stattfinden kann.
00:12:01: Noch einmal Forza von Anita Obbecks
00:12:04: Es braucht
00:12:05: Mut um so eine Entscheidung wie Marlene Kellner hat es sie vor sechs Jahren getroffen hat zu verwirklichen.
00:12:12: Vom Leben in der Natur oder vom Allensommer träumt ja so manch einer aber In die Tat umsetzen, tun es die Wenigsten.
00:12:19: Natürlich erfordert's immer Mut was Neues zu machen und sich anzueignen.
00:12:24: also in meinem ersten Sommer wo ich noch als Zusenderin tätig war das ist so der Hilfsjack vom Sender der halt zureicht uns alles abwascht und dergleichen und wo ich halt aber erklärt habe wie jetzt so die Prozesse in einer Almkäserei ablaufen Da hatten wir ja noch nicht so viel Verantwortung.
00:12:42: Aber in meinem zweiten Sommer, wo ich dann allein verantwortlich als Käserin auf einer Ziegenalp war und da sie da zum ersten Mal über meinen fünfhundert Liter Milchkäsel stand, der Schlotterten mir schon ein bisschen die Beine von wegen.
00:12:56: Ich hoffe jetzt wird alles gut gehen, weil sonst ist es irgendwie blöd!
00:13:03: Das sind natürlich auch so Momente, wo man Mut aufbringen muss.
00:13:10: Mut kommt ja bekanntlich durchs Tun.
00:13:13: Durch kleine und große Momente, in denen wir uns etwas trauen und die Erfahrung machen dass es geht.
00:13:20: Ich wollte gerade so antworten also ich befinde, ich bin dann halt einfach immer schon in einer Situation drin wo's keinen anderen Weg gibt außer da jetzt rein und durch und dann entsteht da der Mutter automatisch mit
00:13:34: Und die sprichwörtlichen Türen öffnen sich.
00:13:37: Also das finde ich im Nachhinein an meiner Geschichte sehr lustig zu betrachten, dass ich bevor ich mich selbst nicht gemacht habe um auf diesen Weg endlich zu gehen.
00:13:46: Sehr lange herum gehampelt bin irgendwie gedanklich von wegen wie es alles finanziell ausgeht und organisatorisch und überhaupt.
00:13:56: Und dann habe ich aber festgestellt als ich endlich einfach angefangen hab diesen Weg zu gehen Dann haben sie wie man vielleicht ein so motivierenden Sprüchekalendern lesen kann, dass wenn mal im Weg ist das dann Türen aufgehen, die man sich vorher gar nicht hätte ausdenken können.
00:14:13: Ja weil man halt da noch nicht war auf dem Weg und ja von daher war es eine sehr wertvolle Erfahrung zu sehen was alles möglich ist, wenn man einfach ähnlich mocht und ja auch nicht so lang nur herum träumt und zögert.
00:14:29: Marlene Kellenreiter hat ihre Entscheidung bisher nicht bereut, aber natürlich stößt auch sie immer wieder an ihre Grenzen.
00:14:37: Und so ein Almsommer ist bei aller Schönheit auch manchmal kalt, karg- und anstrengend.
00:14:43: Also es gibt natürlich diese romantischen Servus TV-artigen Momente oder einfach sehr idyllische und schöne Situationen.
00:14:53: also man überfindet sich jetzt für das Auge gesehen tatsächlich eigentlich immer in einer Traumlandschaft, in der man da jetzt früher gerne zu Hause ist und leben und arbeiten kann.
00:15:07: Und
00:15:08: da gibt es zwischendrin die wunderschönsten Momente, das heißt jetzt nur irgendwie Kaffee trinken in der Früh vor der Hütte und der Hund liegt da gemütlich daneben oder die Sterne in der Nacht oder der Gleichen.
00:15:22: Und natürlich die weniger romantischen Aspekte sind... bedingt dann schon die Arbeit, sondern dass du halt einfach hundertundzwanzig Tage lang jeden Tag den ganzen Tag immer wieder verantwortlich bist für das was du da tust und oft größtenteils wiederholende Arbeiten ausführst und dergleichen.
00:15:45: Und das kann wenn man jetzt nicht aus den anderen Eigenschaften sehr viel Freude daraus zieht versteht an Leute, die sagen oder besucht.
00:15:55: Der bei mir sagt oh mein Gott ich könnte das nie machen.
00:15:59: Aber für mich überwiegt da immer irgendwie die Freude.
00:16:06: Freude, die ja auch wächst je größer die Herausforderung ist, die man meistert und man lernt sich selber besser und neu kennen wenn man sich hin- und wieder in unbekanntes Terror begibt.
00:16:20: Wenn ich den Weg so anschaue dann stelle ich fest dass Bevor ich das Ganze gemacht habe, viel weniger geerdet war.
00:16:27: oder man hat mich früher immer die Elfe genannt und ich glaube, ich war ein ganz organeterischer Typ, sage ich mal so.
00:16:35: Und durch die viele Arbeit mit der Materie, die tausend Tonnen Milch, die durch meine Hände gegangen sind quasi oder die vielen Käse in der Oberarm-Muskulatur sie manifestiert haben.
00:16:50: Dadurch bin ich irgendwie viel mehr auf den Boden gekommen.
00:16:53: Das hat eine Freundin von mir mal ganz schön zum Ausdruck gebracht, die gemeint hat wie sie mich dann das erste Mal besucht hat auf der Alm.
00:17:00: Hat sich gesagt ja jetzt wirst du halt vom Porzellanpüppchen zum Porzellenviech.
00:17:05: Da dachte ich mir so fühlt es sich auch an, ihr kennt mich und für mich hatte das dann einfach zur Folge gehabt also dass ich einfach irgendwie vielmehr präsent bin im Leben mit dem wie ich darin stehe wie mit Menschen umgehen, wie kommunizieren und dergleichen.
00:17:25: Also da gab es irgendwie so eine tiefen Schärfung, die da durch entstanden
00:17:29: ist.".
00:17:30: Eine Herausforderung, mit der sicher nicht jeder oder jede zurechtkommen würde, ist Die Einsamkeit und Stille auf den Bergen.
00:17:41: Käserin gearbeitet habe, war eigentlich immer ein relativ geborgenen Settings weil ihr da nie alleine war sondern weil es auch die Hirtschaft gab diese ums Dividerführung und das Melken dergleichen kümmert hat.
00:17:53: Die war halt für die Käseproduktion zuständig.
00:17:56: von daher war ich da nicht wirklich so völlig allein in dieser trönenden Stille wie finde dass da oben in den Bergen ja so herrscht.
00:18:05: Und da dachte ich mir immer, eigentlich wäre ich gerne nur mehr alleine um mich selbst noch besser wahrzunehmen in dieser großartigen Umgebung.
00:18:16: Letzten Sommer war dann tatsächlich sehr alleine auf der Alm mit den dreihundertzwanzig Schafen.
00:18:23: Sehr abgelegenes, sehr steiles, sehr ruffles Alm-Gebiet auf über zweitausend Meter Höhe also so richtig alpin und da hat es mir dann schon ein bisschen so.
00:18:35: einige Ritten haben manchmal.
00:18:36: Also da waren die ersten drei, vier Wochen irgendwie sehr blissful.
00:18:43: aber dann dachte ich mir mit der Zeit so ja jetzt reicht's dann genügt es mir irgendwie schon dieses Alleine sein mit mir oder hatte nicht das Gefühl Es macht jetzt nur Sinn viel drei Monate lang mit mir alleine zu sein um was soll ich noch aus mir rausziehen?
00:18:58: weiter und hatte dann also meinen psychisch nicht so angenehmen Wochen dort oben.
00:19:07: Mit der Erkenntnis, wie es ja glaube ich viele Leute haben die sie ganz alleine in der Ganz-Agen-Wildnis aussetzen muss da immer an Into the Wild denken zum Beispiel oder er jetzt am Schluss eigentlich also festgestellt hat oh Gott hier wieder zurück zu den Menschen.
00:19:26: und für mich war das dann auch so die totale Moral von der Geschichte dass Jetzt wirklich fertig habe, mit so viel alleine zu sein.
00:19:37: Ich habe mir erkannt, dass es im Leben um die Verbindung zwischen Menschen geht und nicht nur zwischen Mensch und
00:19:48: Schaf.".
00:19:50: Und so kehrt Marlene verlässlich jeden Winter zurück nach Wien.
00:19:54: Ja, in Wien bin ich jetzt einfach aufgrund meiner langen beruflichen Tätigkeit hier.
00:19:58: Bin hier einfach irgendwie sozial und mit meiner Wohnung auch einfach sehr verortet und beheimatet und kehrt deswegen immer wieder gerne hierher zurück.
00:20:10: Ich mag eigentlich diesen Kontrast zwischen zwei so unterschiedlichen Lebenswelten hin- und her pendeln zu können und mir ihn beiden aufhalten zu müssen.
00:20:19: Und nicht jetzt dreihundertsechzig Tage im Jahr?
00:20:22: In Wien oder ... auf einem Hof oder ein Berg sein zu müssen, sondern es tatsächlich so in limitierten Paketen eigentlich zu haben.
00:20:29: Ich mag ja sehr gerne in Hinsicht auf Kapitelschreiben im Leben und mit dem Jahreskreis
00:20:35: laufen.".
00:20:44: Zurück also in einen von Marlenes Käseworkshops die sie eben auch in den Wintermonaten anbietet.
00:20:50: Windel ist auch perfekt.
00:20:52: Zum Beispiel, wenn man griechischen Joghurt macht... Wisst ihr wie man Griechische Joghurte macht?
00:20:57: Das ist so einfach, dass man sie aufs Hirn greift!
00:21:00: Man hat da normales Joghard und lässt es einfach nur abtropfen.
00:21:05: Dann geht die Feuchtigkeit und das Wasser aus dem Jogger draus und überbleibt das cremigere festere Joggurt.
00:21:13: Und dann wird euch bei Soamtuch alles davon erinnert, deswegen können wir damit
00:21:16: arbeiten.
00:21:17: Mehr Tipps dieser Art und ganz genaue Anleitungen plus wunderschöner Bilder und Texte von Marlene Kellenreiter findet man auch in ihrem Buch, Käseklück.
00:21:27: Und dann kam es eben nur so dass mir der Löwenzahnverlag angefragt hat ob ich Lust habe ein Buch zu machen zu dem Thema was eben darum geht.
00:21:34: kann ich nur auf der Alm mit meinem tausend Liter Milchkäsekäsemachen oder kann ja daheim im ganz normalen Kochtopf irgendwie aus der Milch?
00:21:44: Und dann ist dieses Buch entstanden, was ein sehr schönes Projekt war.
00:21:48: Wo ich zu Beginn so etwas darüber erzähle, wie es denn so ist auf der Alm.
00:21:53: also falls jemand von euch liebäugelt mit Almsommern oder dergleichen kann man sich da schon mal unverbindlich ein bisschen hinein studieren.
00:22:01: und dann zeige hier einfach so Schritt für Schritt Nach ein bisschen Wissenswerten über Käseherstellung allgemein, Schritt für Schritt dann so den Basisprozess der Käse herstellung mal zugrunde liegt und wie wir ihn heute auch praktisch durcharbeiten.
00:22:17: Und da gibt es eben hinten noch über vierzig Rezepte, so angefangen von ganz schnellen Sachen wie Butter- und Joghurt hin zu Frischkäseweichkäse.
00:22:25: halb hat Käseschnittkäse ist alles
00:22:27: drinnen.".
00:22:28: Käseklück im Löwenzahnverlag.
00:22:31: Sprechen wir zum Schluss, also noch über Glück und was es bedeuten kann ein erfülltes Leben zu führen.
00:22:37: Wesentliches zahlen die ja hin sich glaube ich auch das dass der Mensch dem nachgeht oder das findet was ihn wirklich wahrhaftig berührt Also die Qualität bei einer Sache wirklich wahrzunehmen war als bin ich begeistert Oder mein Seele geriebt in Schwingung oder dergleichen.
00:22:59: Das sind dann glaube ich wirklich, wirklich authentische Momente und Erfahrungen.
00:23:05: Und die Seele, den Schwingungen und der Verbundenheit mit mir und der Welt und den Menschen rundherum zu fühlen.
00:23:12: Oder noch kürzer?
00:23:14: Ja man kann das Glück in allen Dingen finden!
00:23:17: Marlene Kellenreiter heute zu Gast in der Sendung Lebenswege.
00:23:21: Wohin sie dieser Sommer führen wird ist glaube ich noch offen.
00:23:25: Sie können sie jedenfalls bei einer mehrer Workshops treffen.
00:23:28: In Wien finden die oft im Agorrafermente statt, auch ein sehr besuchenswerter Ort.
00:23:34: Sie finden da fermentierte Lebensmittelgewürze aller Art und vieles mehr.
00:23:39: Ich verlinke Ihnen die Homepage auf unserer Website radiograssik.at.
00:23:45: Dort finden Sie natürlich den Link zu Marlene Kennrad der Infos zum Buch und die Sendung zum Nachhören.
00:23:53: Und zum Schluss noch einmal Die ist die Rollerin Anita
00:24:27: Obdex.
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