per- 260304#Franz Harnoncourt
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00:00:00: Mein Name ist Franz Hanokur.
00:00:02: Vielleicht schon die erste Frage, wie spricht man denn diesen Namen aus?
00:00:05: In unserer Familie ist die Tradition das Haar am Anfang auszusprechen mit der Begründung unter anderem auch meines Vaters dass in Lotringen wo wir herkommen vor mehreren hundert Jahren Das Haar eben gesprochen würde.
00:00:19: Das Her mein Name Franz Hanonkur.
00:00:22: Ich bin ausgebildeter Arzt Bin aber liebender Musiker Und war viele Jahre als Arzt tätig und dann als Manager im Gesundheitswesen.
00:00:34: Ich bin heute, wenn Sie so wollen am Ende meiner beruflichen Karriere und damit auch wieder mit vielen Möglichkeiten über innere Lieben und auch die kulturellen Gegebenheiten dieses Landes ein bisschen mehr nachzudenken.
00:00:51: Franz Harnoncourt ist profunder Kenner des heimischen Spitalswesens mit internationaler Erfahrung.
00:00:59: Erst verheiratet und fahrt davon vier Kindern Und einer der Söhne, das vor zehn Jahren verstorbenen Dirigenten Nikolaus Harnoqour – und der vor bald vier Jahre verstorbanen Alice Harnocourt, der Pionierin der historischen Aufführungspraxis und erster und langjähriger Konzertmeisterin des Konzentus Musicos Wien.
00:01:23: Franz Hanon Kuhr ist Vorsitzender des Beirats, des Nikolaus-Hanon-Kur-Zentums einer Forschungseinrichtung an der Anton Brokner Privatuniversität in Linz das den Nachlassen des Vaters digitalisiert und zugänglich macht.
00:01:39: Wir gehen nun mehr als sechs Jahrzehnte zurück in seiner Biografie.
00:01:43: Es geht um die Kindheit in Wien.
00:01:45: Also ich bin direkt gegenüber vom Theater in der Josefstadt aufgewachsen, in einem der letzten wirklichen Biedermeierhäuser das auch heute noch existiert.
00:01:55: Einem Haus in dem Johannes Brahms musiziert hat ein Haus wo wir zu Untermitte waren von der Familie Frisch Der eine oder andere wird vielleicht noch den sogenannten Bienenfrisch kennen, der den Nobelpreis für die Sprache der Bienen zu erkannt bekommen hat.
00:02:12: Das waren noch Zeiten, wo die zur Erkennung des Nobelpreises weniger politisch konnotiert waren wie heute und wir sind in wirklich sehr, sehr reduzierten Familienverhältnissen aufgewachsen.
00:02:24: man könnte das vielleicht am besten mit einer Geschichte von meinem Vater erleuten.
00:02:28: Mein Vater war ja Gelist bei dem Wiener Symphoniker.
00:02:32: So wurde mir auch erzählt, er wurde zum Direktor der Wiener Symphoniker gerufen und der Direktor hat ihm gesagt man sagt ihre Kinder würden hungern.
00:02:42: Und mein Vater hat geantwortet das stimmt nicht.
00:02:44: wir essen Kartoffeln und Salat.
00:02:46: aber ich möchte mein Geld nicht in Fleisch und Luxus verschwenden sondern und jetzt das ist jetzt nicht mehr Teil der Geschichte meine Eltern haben sehr früh unglaublich konsequent begonnen das bisschen Geld, dass sie hatten für Instrumente.
00:03:03: Für Noten.
00:03:04: Für ihre musikalische Idee zu verwenden.
00:03:10: und auch wenn wir einen sehr traditionsreichen Namen tragen sind wir jetzt nicht auf goldenen Federbetten aufgewachsen sondern unter wirklich sehr sehr ärmlichen oder sagen wir mal sehr, sehr fokussierten Verhältnissen.
00:03:25: Wir waren zu viert in einem Kinderzimmer drei Brüder und eine Schwester.
00:03:28: meine Schwester glaube ich hat es nicht nur lustiges Leben unter diesen Bedingungen.
00:03:34: also insofern haben wir auch gelernt was mangel heißt.
00:03:38: etwas wovon ich durchaus heute profitiere
00:03:41: ist darunter zu verstehen die Hemden des älteren bruders weiter tragen zu müssen.
00:03:46: Das wäre noch harmlos, die Hemden.
00:03:48: Die Hosen das ist schon ein eheres, entspannenderes Thema?
00:03:51: Ja natürlich ich habe aber nicht die Hemd des älteren Bruders bekommen.
00:03:54: Ich glaube ich hab die Hemmten des jüngeren Bruderes meines Vaters bekommen oder auch die Hosen und natürlich waren wir da sehr, sehr Spaß am Jahr.
00:04:03: Man darf natürlich nicht vergessen, dass es heute wirklich schon schwer nachzuvollziehen, dass wir ja fast noch Nachrigskinder sind.
00:04:10: Meine Schwester ist geboren Da waren noch russische Soldaten in Lien.
00:04:14: Also das ist auch eine Zeit gewesen, in der sicherlich der Mangel noch sehr weit verbreitet war.
00:04:20: Vier Kindern schenkt das Ehepaar Hanon Kuh das Leben!
00:04:24: Der Sängerin Elisabeth von Magnus dem Regisseur Philippe Hanon-Kuh, dem Schauspieler Eberhardt Hanon Kur verstirbt bei einem tragischen Unfall, und dem Mediziner Franz Hanon Curr.
00:04:37: Sie alle sind im Zeitraum von ... Elisabet von Magnuss Opern- und Konzertsängerin Mezzo Sobran.
00:04:48: Philipp Hanoncourt, Regisseur und Dramatiker die auch mit seinem Vater zusammenarbeitete.
00:04:55: Eberhard Hanonccourt war Schauspieler Und Franz Hanoncore Arzt & Manager im Gesundheitswissen.
00:05:02: Ich glaube dass ich schon durchaus davon prifiziert habe der Jüngste zu sein.
00:05:05: Auch deswegen.
00:05:07: meine Eltern und vor allem mein Vater waren ja nicht nur künstlerisch sehr starke Persönlichkeiten sondern als Menschen sehr starke Persönlichkeiten.
00:05:15: Und da ist sicherlich das Finden einer Position für Kinder und dann Jugendliche immer auch eine Herausforderung, meine drei Geschwister haben die eine oder andere Position von Zustimmung über Ablehnung über vielleicht auch ein bisschen ignorieren alle schon ausprobiert und auch ausgelebt gehabt und ich konnte für mich eigentlich sehr leicht die Position einnehmen mir das auszusuchen, was mir zitativ gerade gefallen hat und dann glaube ich auch dass ich ein verhältnismäßig glückliches naturell habe die Dinge nicht allzu tragisch zu nehmen.
00:05:52: Was gibt es zum Altersunterschied der Geschwister zu sagen?
00:05:56: Meine Schwester ist fast acht Jahre älter mein zweiter Bruder ist sieben jahre Älter Mein verstorbener Bruder der auch wirklich man dieses Wort ist zumindest braucht aber der mein Lebensmensch war weil wir einfach den beiden Geschwisters Doch näher bei Samenwahn ist aber trotzdem auch fast vier Jahre älter gewesen.
00:06:13: Wir haben sehr viel miteinander übern Unternehmen, sind sehr viel als elf und fünfzehnjährige alleine Bergsteigen gegangen, haben gemeinsam ein Segeltboot gebaut, haben... Mein Bruder hat dann später eine Schallplatte aufgenommen die ich mit ihm zusammen auch mitspielen durfte.
00:06:31: Ja!
00:06:31: Ich habe natürlich dadurch auch andere Welten erlebt wie meine Geschwister Auch durch das Internatin, dass ich dann relativ früh gekommen bin.
00:06:40: in der dritten Klasse Gymnasium habe ich natürlich eine größere Distanz gehabt.
00:06:45: Keine Frage!
00:06:46: Kommen wir zur Musik und der Prägung seiner Eltern Franz Hamon-Kur dazu?
00:06:51: Ich glaube, das kann man sich gar nicht vorstellen.
00:06:53: Wenn ich ganz ehrlich bin, kann man es sich deswegen nicht vorstellen weil meine Mutter war ja Geigerin, galt eine Zeit lang sogar ist die Begabtare Und meine Eltern haben zu Hause geübt und geprobt.
00:07:06: Ich würde annehmen, dass meine erste Kontakt mit Musik im Mutterleib war.
00:07:12: Und ich zitiere mich jetzt selber.
00:07:14: aber weil es einfach auch stimmt, Musik ist meine emotionale Muttersprache und Musik ist für mich sowas Selbstverständliches und so etwas Unverzichtbares.
00:07:24: nicht nur weil ich damit aufgewachsen bin sondern weil ich auch mit der Überzeugung sehr stark von meinem Vater um meiner Mutter geprägten Überzeugungen aufgewachsen bin das Die künstlerische, die fantastische Seite des Menschen ein Lebensrecht ist, dass in einer sehr praktisch orientierten Welt manchmal zu kurz kommt.
00:07:44: Dass das überhaupt nicht so trennen ist von meiner Entwicklung.
00:07:48: Das heißt wenn Sie mich fragen wann ich es erst einmal in Berührung mit Musik gekommen bin dann muss ich sagen wahrscheinlich mit meiner Zeugung und wann ich's das erste mal bewusst wahrgenommen habe ist mit meinem Hören und mit meiner Geburt Bin ja zu Hause geboren, bin wirklich meine Mutter und mein Vater haben uns alle Zuhause bekommen.
00:08:08: Und auch da das ist vielleicht eine plakative Geschichte aber am Vormittag die Kinder in die Schule geschickt mich zum Mittag bekommen und am Nachmittag eine Probe mit dem Konzentus gehabt.
00:08:19: Das ist so ein bisschen die Lebenswelt der Familie Hannunkur.
00:08:22: Nikolaus Hannankur, neunzehn-undzwanzig im Berlin geboren Am fünften März Zwei-dußendsechzehn in Sankt Georgen im Attacau verstorben war Musiker, Dirigent, Musikforscher, Freidenker und einer der Pioniere der historischen Aufführungspraxis Altermusik im zwanzigsten und einundzwanzigster Jahrhundert.
00:08:43: Sein Leben lang spürte unermüdlich historische Quellen- und Zeitzeugenberichte auf die die Grundlage seiner unerhörten Interpretationsweise alter Musik von der Renaissance bis zur Wiener Klassik bildeten und die höher Gewohnheiten international.
00:09:00: revolutionieren sollten.
00:09:02: Für seine Arbeiter hielt Nikolaus Sanoncourt zahlreiche Preise und Auszeichnungen – auch über die Wiener Klassik hinaus setzte er sich ausführlich mit Komponisten wie Antonin Dorschak, über Anton Bruckner und Johann Strauss bis zu den Meistern des zwanzigsten Jahrhunderts auseinander.
00:09:20: Seine ungewöhnliche Probenarbeit und Herangehensweise sowohl mit seinem eigenen Konzentus Musicus Wien als auch mit den großen europäischen Symphonieorchestern bleiben einmalig für alle, die je mit ihnen gearbeitet haben.
00:09:35: So steht es in der Kurzbiografie des Nikolaushanon-Kurzentrums Lindz – sein Sohn Franz ordnet ein!
00:09:42: Also vielleicht eine ganz kleine Vorspann.
00:09:45: mein Großvater?
00:09:47: Und der Bruder meines Vaters waren hochbegabte Pianisten.
00:09:50: Mein Großvater wollte eigentlich schon Musiker werden, aber das war aus einer Familie wieder seinen nicht möglich und deswegen ist er im Ersten Weltkrieg zur Marine gegangen weil dort konnte man in der Marine Musik sein.
00:10:02: Und mein Großvatter hat sein ganzes Leben lang ... war seine große liebe Musik, gehört für die Kinder also meinen Vater und seine Geschwister.
00:10:10: Musik komponiert hat, Opern komponniert etc... Mein Vater wollte ursprünglich gar nicht Musiker werden, sondern wollte Bildhauer werden und hat aber dann für sich glaube ich da gab es fast so was wie ein Erweckungserlebnis.
00:10:25: Im war er schwer krank und hat eine fünfte Beethoven gehört – ich glaube von Furtwängler!
00:10:31: Und da war ihm irgendwie aus dem Inneren heraus klar das ist seine Bestimmung.
00:10:36: War dann lange Jahre Musiker und das ist eigentlich sehr auf den Punkt zu bringen Eine Mozart-Symphonie, ich weiß jetzt nicht mehr genau welche zum sechsunzwanzigsten Mal mit einem Nicht zu nennenden Dirigenten spielen müssen und ist nach Hause gekommen und gesagt Ich halte das nicht mehr aus.
00:10:54: Das ist eine Musik von einer so unendlichen Tiefe die wird gespielt wie ein Bettüberwurf über die Mühen des Alltages.
00:11:06: Also ein bisschen anders formuliert.
00:11:07: aber ich glaube sie verstehen oder auch unsere Zuhörer verstehen was sie meinen.
00:11:12: Und er hat damals gar nicht beschlossen, dirigent zu werden.
00:11:15: Er hat damals beschlossen vom Orchester wegzugehen und das war eine fastene Familienentscheidung weil wir gesagt haben dass kann schon noch einmal bedeuten dass die Karre gewählt in der wir aufgewachsen werden nochmal kariger werden weil immerhin hatte ja ein regelmäßiges Einkommen als Orchester Musiker gehabt.
00:11:33: und dann sind wie das halt im Leben manchmal so ist zufällig oder Bestimmung ihm zu gefallen, dass seine Professor Mozartéon bekommen hat.
00:11:43: und dann hat er an das Kala in Mailand.
00:11:49: Die Regat würde man heute sagen angefragt bekommen um den Ulisse von Monteverdi zu machen.
00:11:57: Mein Vater hat vorher schon den Konzentus Geleitet.
00:12:00: Sie werden nie finden dirigiert, weil mein Vater ihn vom Jello ausgeleitet haben.
00:12:05: Damals ging dann auch der Spruch dass er Einsätze köpfen würde.
00:12:09: Weil wenn sie beim Jello spielen haben sich die eine Hand an den Seiten und die anderen hand am Bogen Und dann hat er mit seinem Kopf Einsätze gemacht.
00:12:17: aber er hat natürlich schon das System geführt und wer meinen vater gekannt hat weiß dass mein vater so starke Persönlichkeit war Wenn das Wort nicht so negativ besetzt wird, würde ich sagen auch so eine starke Autorität war.
00:12:31: Dass einfach klar war wenn er aufs Bodium kommt egal ob er mit dem Cello in der Hand oder mit den Putzfetzen oder mit einem nicht vorhandenen Dirigierstab dass er denn das Kommando übernimmt.
00:12:43: und dann hat sich das so harmonisch ergeben.
00:12:45: Dann kam Zürich und dann kam ein holländische Orchester.
00:12:50: Der Tag an dem er dirigent wurde Den gab es eigentlich nicht.
00:12:54: Es gab den Tag, an dem er das Jello zurückgestellt hat und gesagt hatte ich bin nicht mehr gut genug um wirklich noch als Gelist professionell tätig zu sein.
00:13:07: sicher ein schwerer Abschied.
00:13:08: dass glaube ich auch ganz gut nachvollziehen zu können.
00:13:10: Ich war ja Kirurg und habe irgendwann Führungsaufgaben im Sinn von Management übernommen aber auch irgendeinem Tag beschließen müssen nicht mehr in den OP zu gehen.
00:13:20: so ähnlich stelle ich mir diese Entscheidungen vor, nicht mehr die Musik selber zu machen sondern in gewisser Weise zu organisieren.
00:13:29: aber neue Aufbrüche sind immer auch abschiede.
00:15:23: Der Taktstock war viele Jahre und vielleicht auch dirigente Generationen und vielleicht doch für manche Menschen auch heute noch als Bild so der Inbegriff von Autoritären.
00:15:38: ich sag wo es lang geht Und das war meinem Vater Ein Gräuel.
00:15:42: Das war meinem Vater ideologisch ein Gräul, er hat die Nazizeit erlebt und das hat ihn wirklich sehr geprägt – die Ablehnung von autoritären Strukturen und vorgegebenen Struktulen.
00:15:54: Mein Vater war wirklich ein geborener Rebell.
00:15:58: Mein Vater war aber auch der Meinung dass man Musik nicht zerschlagen soll sondern dass man die gestalten muss.
00:16:05: und wenn sie jetzt ein Bild hätten dann würden Sie sehen da sich auch mit den Händen anfangen in Musik zu denken Wer es meinen Vater die Regierung gesehen hat, der hat auch gesehen dass aus seinen Fingern die Musik geflossen ist.
00:16:17: Und das war eigentlich überhaupt nie eine Diskussion warum er keinen Dachstod hat.
00:16:23: Das war mehr eine Mediale oder eine Diskussions von außen weil für die Musiker war klar was er mit seinen Gesten sagen wollte... ...das war die Gestaltung der Musik.
00:16:36: und der letzte Punkt.
00:16:37: mein Vater war immer der Meinung Das, was viele als das Wesen von die Regierenden finden, nämlich den Takt geben und die Geschwindigkeit.
00:16:46: Und waren eins und drei.
00:16:47: Ich weiß nicht, dass es so selbstverständlich ist ein professionelles Orgäster bräuchte dafür keine Menschen davor zu machen.
00:16:55: Sondern dass es um die Gestaltung der Musik, der Inhalte, der Aussagen, der Sprache der Musik geht und dass durch einen Stock nicht möglich ist.
00:17:05: Das Dirigat passiert auf dem Studium der Partitur, welche alle Stimmen für den Dirigenten übersichtlich darstellt.
00:17:13: Dirigentinnen nutzen diese Noten um Tempo, Einsätze, Dynamik und musikalische Gestaltung zu koordinieren.
00:17:21: Wiesenlich sind Rhythmusgefühl Gehör- und das Wissen über die Partitursstruktur.
00:17:26: Franz Hahn & Kuh erinnert dazu an seinen Vater Nikolaus.
00:17:31: Mein Vater hat immer Noten gehabt die Noten aus verschiedenen Gründen erörbt.
00:17:35: Er hat in den Partituren unglaublich viel hineingeschrieben, einerseits von dem was er im Studium der Quellen erkannt hat, was hinter den Noten in der Partitur steht und zum anderen hat mein Vater sehr viel hinein geschrieben an Ideengedankentier hatte teilweise auch Zitate entweder vom Komponisten oder auch von großen Künstlern, die zu diesem Werk eine Meinung gehabt haben.
00:18:04: Und dann ist ja das auswendig dirigieren sehr oft eine, wenn sie sowohl neurologische Fähigkeit wie viele Dirigenten können das einfach abfotografieren.
00:18:14: Es gibt Leute die haben ein absolutes Gehör und es gibt welche, die haben's nicht.
00:18:18: Manche Leute können diese Form von Auswändig lernen und die hatte er einfach nicht und daher hat er auch immer von einer Partitur aus dirigiert.
00:18:29: Klammer Gott sei Dank!
00:18:31: Denn heute haben wir im Archiv diese Partituren mit seinen Anmerkungen, die über das Nikolaus-Hannoncourt-Zentrum auch archiviert und können sie damit der interessierten Öffentlichkeit und zwar wirklich der interessierte Öffentlichkeitszugänglich machen.
00:18:46: Das Hannoncourtszentrum ist an die Anton Brockner Privatuniversität Linz angegliedert.
00:18:52: Ich bin in einem Beirat tätig.
00:18:54: es war schon Ein Anliegen meiner Mutter in der Nachlassverwaltung meines Vaters, dieser unendlich reiche Schatz an Wissen und Inspiration ist ja beides.
00:19:06: Das war immer so die Bipolarität meines vaters viel zu wissen und gleichzeitig unglaublich viele fantastische Inspirationen sich zu haben.
00:19:16: Und dieses Wissen oder diese Inspiration oder die Möglichkeit zur Inspiration an Britte weiterzugeben – ich habe dann diese Rolle übernommen!
00:19:25: die Familie in dem Hanoko-Zentrum irgendwie zu repräsentieren oder sicherzustellen, dass das zwar freischwimmen kann aber das ist nicht ganz gegen die Überzeugung der Familie.
00:19:37: Das vermutete Willens meines Vaters geht.
00:19:40: Wer in so einer musikalischen Familie aufwächst wie Franz Hanokur kommt vermutlich nicht daran vorbei selbst ein Instrument zu erlernen, oder?
00:19:49: Meine Eltern haben interessanterweise uns Kindern nicht dazu angehalten ein Instrument zu lernen.
00:19:54: Das hat mein Bruder zum Beispiel ihnen angekreidet, ich habe dann im Internat war mir sofort dass sich dann obwohl zu lernen begonnen hab es eins der wenigen Instrumente das man nicht mit fünf lernen muss um wirklich gutzuhören.
00:20:07: und ich war dann glaube ich auch wirklich sehr gut und habe im Studium meinen Studium durch substituieren oder durch Kirchenmusik verdient, habe dann ganz kurz überlegt sogar wo ist zu werden.
00:20:19: Damals hatte ich eine Turnäer-Substitut gemacht mit der Unfallendet noch mit einer Bahamsymphonie und ein paar modernen Werken.
00:20:29: Und dann hab' ich mir überlegt Mit dem Namen auch mit dem Anspruch.
00:20:33: Oscar Verne hat einmal gesagt Ich durfte am Tisch der Götter sitzen und ich durfte einfach miterleben was musikalisch möglich ist.
00:20:42: Mit dem Anspruch soll man sich selber einordnen können und man muss nicht jede Liebe heiraten.
00:20:48: Ich habe dann meine zweite große Liebe, nämlich die Medizin zum Beruf akkoren und bin damit auch glücklich geworden und spiele heute noch ab und zu.
00:20:56: im Moment noch sehr wenig aber das werde ich in der Pension sicher mehr machen.
00:20:59: Spiele einen ganz kleinen wenig Cello weil das muss man nicht ganz so viel üben wie obwohl... Und bin das was Egon Fritell einen Amateur im Sinne von ein Liebender genannt hat, geblieben und glaube auch dass das gut so ist.
00:21:15: Wie ging Franz-Hanon Kur damit um?
00:21:17: Dass seine Eltern Alice und Nicolaus sehr bekannt waren.
00:21:21: Das kann in jungen Jahren auch schwierig sein.
00:21:23: Seine Frage die ich oft bekommen und die ich insofern relativieren muss wir sind mit der zunehmenden Berühmtheit meines Vaters groß geworden.
00:21:34: Ich glaube, das ist für meine Kinder schwieriger war als für mich weil meine Kinder sind in die Schule gekommen und da hat mein Vater das Neuerskonzert dirigiert Und natürlich hat sie jeder darauf angeredet oder viele.
00:21:47: Wie ich begonnen habe.
00:21:49: bei den Elisabethinnen in Linz Hat mich eine geistliche Schwester nach meinem Namen gefragt.
00:21:54: dann habe ich ihn versucht auszudeutschen und Dann hat sich gesagt so ein blöder Name den hab ich nun nie gehört.
00:22:00: Also insofern war das damals kein Name der Gang und er war ein Musiker oder den Künstler, oder einen interessierten Kreisen bekannt.
00:22:08: Und irgendwie haben wir gar nicht selber so gemerkt dass mein Vater immer berühmter wurde und wird... ...und wie wir es gemerkt haben was zu spät.
00:22:16: nein da waren wir auch alle schon erwachsen und haben unser eigenes Leben gehabt und daher haben wir das glaube ich auch relativ normal genommen.
00:22:26: Wie gesagt für die nächste Generation war es vielleicht in manchen gar nicht einfacher.
00:22:34: Also erstens ist Musik für mich wirklich meine Muttersprache, ein Leben ohne Musik ist für mich nicht vorstellbar auch wenn es interessanterweise seit dem Tod meines Vaters vor allem und dann auch meiner Mutter sehr schweres Musik zu hören weil ich die Dinge immer doppelt höre.
00:22:49: Ich hör sie so wie sie mein Vater wahrscheinlich und in meiner Wahrnehmung gemacht hätte aktuell interpretiert werden und wenn sie es an einem Ohren oder anderen Ohren verschieden hören, das ist schwer zu ertragen.
00:23:04: Aber es ist für mich wie alles Künstlerische wirklich ein Teil meines Lebens.
00:23:11: Es ist unvorstellbar für mich ohne Musik zu sein.
00:23:16: Es wäre unvorstellbar nicht im Kopf Musik zu haben.
00:23:21: Lieblingskomponistisch fast unmöglich weil es gibt so viele Dinge die mich auch geprägt haben.
00:23:27: Und da ist natürlich, ich glaube in der Kulinarik nennt man das den Geschmack der Kindheit.
00:23:32: Wenn ich ganz frühe Musik höre dann spüre ich mich in der Wiege liegen um meine Eltern musizieren.
00:23:39: Das ist auch echt schwer zu ertragen.
00:23:42: wenn ich Motivärde höre, dann sehe ich mich mit meinen Eltern im Zürich.
00:23:46: Da war ich zehn, elf, zwölf Jahre.
00:23:48: da bin ich auf der Bühne herum geglättet.
00:23:51: Das waren ja immer Familienprojekte diese Musikdinge Wenn ich Brokner höre Das heißt, die lösen so wahnsinnig viel in mir aus.
00:24:06: Wenn ich wirklich wen nennen müsste dann ist es wahrscheinlich Bach und Mozart.
00:25:29: Also die bleibende Erinnerung ist Musik.
00:25:31: Die Bleibende erinnerung isst die Prägung, die wir alle haben.
00:25:35: Die bleibenden Erinnerungen ist auch die Vergänglichkeit der Welt.
00:25:38: Mein Vater ist zehn Jahre verstorben.
00:25:41: Das kommt einem an manchen Tagen wie gestern vor und an manche Tagen wie hundert Jahre.
00:25:46: Das ist, glaube ich ein Phänomen das wir alle immer wieder erleben.
00:25:50: Vieles ist unglaublich selbstverständlich geworden in der Wahrnehmung der Menschen.
00:25:54: dass heute an der Wiener Staatsoper Monte Verdi gespielt werden kann und gut geht ist selbstverständlig und wahrscheinlich ohne meinen Vater nicht denkbar.
00:26:06: Vieles ist aber auch verwässert worden und vieles ist vielleicht gar nicht mehr möglich.
00:26:10: Mein Vater hat natürlich gegen eine Musik selbstverständnis oder in einem Musik- selbstverständnissen eine Karriere entwickelt, dass Musik als einen Gegenpol zu einer unglaublich schweren Zeit gesehen hat.
00:26:25: heute ist die Zeit eine andere Und diese Ernsthaftigkeit und das herauskratzende Tiefenschichten von Musik Das scheint heute in einer Welt, die natürlich schon immer flacher wird.
00:26:39: In der Bedeutung gar nicht mehr so gewollt oder auch notwendig von dem er glaube ich dass die Ideen meines Vaters heute wichtiger denn je sind oder genauso wichtig.
00:26:49: man soll es nicht immer so und das ist auch der Grund warum ich glaube dass so ein Zentrum wie das Hanokotzentrum eine große Berechtigung hat weil es die Tiefenbohrung die Kunst immer vornehmt.
00:27:01: Kunst ist ja eine Mischung aus einem Spiegel und einem Erkundungsflug in unsere Welt und in unseren Möglichkeiten, nicht die Welt der Möglichkeiten oder Perspektiven unter Realitäten.
00:27:12: Diese Neuge ist glaube ich schon bei vielen geblieben.
00:27:15: Ich bin immer wieder überrascht vor allem Musiker zu treffen und kennenzulernen Die schon sehr stark inspiriert sind von dem was mein Vater gemacht hat.
00:27:26: Und ich bin manchmal auch überraszt was heute möglich ist Obwohl es meinen Vater gibt an Oberflächlichkeit und an Desinteresse, an der Tiefe der Musik.
00:27:37: Ich glaube das wir immer daran denken müssen dass Musik wirklich viele Schichten hat eine Schichte die wir alle hören da braucht es auch nicht viel Verständnis Das ist einfach diese ästhetisch emotionale Ebene.
00:27:50: Eine zweite Schicht die schon viele nicht mehr hören vielleicht auch unverschuldet weil Musik immer eine Sprache ist.
00:27:57: Mein großes Glück, ich bin damit aufgewachsen.
00:27:59: Daher verstehe ich ein Großteil dieser Sprache und dann gibt es fast immer noch eine Schicht darunter die man gar nicht hört und die man auch gar nicht sprechen kann, die aber die Ernsthaftigkeit und die Tiefe auch wirklich verständlich macht wie in der Malerei, die wirklich großen Maler haben einen Untergrund den sie gar nicht sehen, aber ohne denen ein Bild trotzdem ganz anders wäre.
00:28:26: und so ähnlich ist das in der Musik.
00:28:27: Und diese Schichtigkeit wenn das geblieben wäre dann hätte das Leben meines Vaters... ...und auch mit meiner Mutter, auch wenn wir jetzt an dem zehnten Notestag meines vaters denken Aber Sie waren nun mal ein fast unvorstellbar symbiotisches Bar wirklich einen Sinn gehabt.
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