Lebenswege mit Jana Revedin über ihr Buch "Die Gärtnerin von Venedig"
Show notes
www.revedin.com Link zum Buch: www.braumueller.at
Show transcript
00:00:00: Herzlich Willkommen zur Sendung Lebenswege.
00:00:03: Mein Name ist Veronica Bonelli und ich darf Sie heute zum ersten Mal an unserem neuen Sendeplatz am Freitag
00:00:10: um
00:00:10: neunzehn Uhr begrüßen.
00:00:13: Bisher waren die Lebensweger im Sonntag, um siebzehnunddreißig zu hören.
00:00:17: Seit Anfang März gibt es Perspektiven.
00:00:19: Lebenswegel oder Quer gehört Montag bis Freitags um Neunzehnhuhr.
00:00:25: Unsere Wege führen heute nach Venedig.
00:00:29: Wir treffen dort Architektin und Autorin Jana Revedien gemeinsam mit ihrer Romanfigur Eri Jung.
00:00:37: Ihr neues Buch, Die Gärtnerin von Venedig handelt nämlich von Eri die von einem Bergbauendorf in der Schwäbischen Alp stammt und sich als junge Gärtnerin um einen Posten in einem großen EU-Nachpflanzungsprojekt der Lagune bewirbt
00:00:59: aus Misstrauen, aus Rivalitäten und aus gut gehüteten Geheimnissen.
00:01:07: Zu Beginn ist sie nicht sicher ob sich dieser Herausforderung gewachsen ist doch statt sich einschüchtern zu lassen findet sie Lösungen weil sie offen ist für neue Kontakte dort in der Stadt und für Neuverbündete.
00:01:25: die findet sie Kleine Wahlfamilie, die sich über einige Monate sehr schwere Arbeit in der winterlichen Lagune schafft.
00:01:37: Schafft sie es über sich heraus hinaus zu wachsen?
00:01:41: Und sie bestätigt ihre Berufung, die Wahl ihres Berufsgärtnern zu werden.
00:01:49: Sie kehrt nicht nach Hause zurück enttäuscht oder mutlos sondern sie bleibt in dieser
00:02:01: Und da beginnen sich schon die Wege von Ehre und ihrer Autorin zu kreuzen.
00:02:06: Auch für Jana Revedin wurde in jungen Jahren Venedig zur neuen Heimat.
00:02:12: An dieser Stelle noch eine Bitte um Entschuldigung, für die nicht wie gewohnt gute Tonqualität.
00:02:18: Die ist dem kurzen Winter-Einbruch vor zwei Wochen geschuldet.
00:02:22: Sie erinnern sich, dass sie auch in Wien sind.
00:02:27: Deswegen konnte der Flieger aus Venedig nicht starten und ich konnte Jana Revedin nicht wie geplant in Wientreffen, sondern wir mussten unser Gespräch online machen.
00:02:42: Meine Wahlheimat ist in Kern das schöne Wernenberg ein kleines Dorf Und immerhin achttausend Einwohnern.
00:02:51: Jeder kennt noch jeden und dort bin ich gelandet, nachdem meine Familie eine hogenautische Familie, also protestantische Franzosen ja vor fünfhundert Jahren aus Frankreich geworfen würden und ins Exil gehen mussten um zu überleben.
00:03:07: Wir gingen nach Preußen und auch aus Preußen ist meine Großmutter dann in der dreiundreißig enteignet von Herrn Hitler hinausgeworfen worden, was uns alles hat verlieren lassen.
00:03:21: Was sich die Familie in den vorigen fünfhundert Jahren aufgebaut hat.
00:03:24: Es waren Lack-Farikanten und Großindustriele aber und die großen Sponsoren des Bauhauses gemeinsam mit Hugo Junkes.
00:03:34: Aber wir haben alles verloren doch für einen guten Grund also.
00:03:38: Wir sind mit Ehren und hohen Fahnen aus Polsen abgezogen.
00:03:42: ich bin dann in Konstanz geboren.
00:03:44: Ich habe meine Schulzeit und mein Abitur in Deutschland gemacht, dann in Südamerika und in Nordamerika studiert.
00:03:51: Und irgendwann lerne ich Al-Dorossi kennen, komme nach Mailand.
00:03:55: und wen treffe ich auf der ersten Abendveranstaltung die ich nach Venedig eingeladen bin diesen jungen Kapitän zur See, der dann mein Mann werden wird.
00:04:06: also bin ich eine Wahl Venezianerin Und wahl Kärntnerin, weil dort meine Mutter dann nach ihrem Exil in Konstanz hingezogen ist.
00:04:16: Sie sich dort einen Bauernhof gekauft hat.
00:04:18: Das ist eine sehr lustige Entscheidung als Philosophin die sie war aber sie sagte ich habe ihn für dich gekauft Janchen, weil ich weiß eines Tages mit deinen Kindern wird das deine Heimat werden und so ist es auch geworden.
00:04:32: gleichzeitig arbeitet aber mein Kapitän zur See als Direktor des gesamten Hafens von Wenedig in Wenedich.
00:04:38: Also haben wir zwei Heimaten, die sehr schön miteinander verbunden sind – kurze Wege und eine große kulturelle Nähe.
00:04:48: So sind diese zwei Orte meine Zwei-Wahl-Heimat
00:04:54: geworden.".
00:04:55: Mal abgestimmt davon dass Jana Revedien als Architektin und Lehrende so und so viel in der Welt unterwegs ist!
00:05:03: Die Gärtnerin von Venedig ist ihr fünftes Buch, eine Sendung über ihre Leidenschaft Bücher schreiben.
00:05:10: Und Ihr vorletztes Buch der Frühlinge Ist in den Bäumen finden Sie in unserer Radiothek.
00:05:16: Jedes Buch bringt mich zu den Menschen und zu den Lesern und diese Leser haben sehr oft heute daran ein wirkliches Anliegen, mich dann zu kontaktieren mir zu schreiben.
00:05:34: Vielleicht habe ich sie in irgendeinem Moment ihres Lebens wiedererkannt oder bewegt und die Geschichte hat ihnen eine Erinnerung wachgerufen.
00:05:44: Und so war es beim letzten Buch.
00:05:47: der Frühling ist in den Bäumen.
00:05:48: da schrieb mir eine Dame aus Amsterdam und sie müsste mich unbedingt treffen oder sehen Sie muss mir etwas erzielen Zählen.
00:05:57: und allein vom Stil, wie sie schrieb dachte ich mir die Dame ist über Achtzig so.
00:06:03: Wie Sie schon schreibt, zu Schreiben ähnlich wie meine Mutter im Stil sehr präzise aber auch sehr humorvoll zwischen den Zeilen.
00:06:10: Und wir haben uns dann über Teams unterhalten weil so schnell konnte ich nicht nach Amsterdam fahren und sie waren nicht mehr auch immer bedingt fähig in ein Flugzeug zu steigen.
00:06:22: und sie hat mir erzählt was ich natürlich nicht mehr erinnert habe.
00:06:27: Sie sprach an als mein Janchen und sie duzte mich, das kam heraus sehr schnell, dass sie die erste Vegetarien meiner Mutter war in den fünftiger Jahren die Erste Frauenzeitschrift Deutschlands gegründet hat und zwanzig Jahre an Seite an Seite mit meiner Mutter gearbeitet hat und danach auch weiterhin eine große Karriere als Modejournalistin und Presseverantwortlicher gemacht hat bei Yves Saint Laurent.
00:06:54: Und diese Dame erzählte mir ihre Geschichte mit meiner Mutter, aber auch was sie mit Venedig verbindet.
00:07:05: Und nachdem wir uns in den letzten drei Jahren sicherlich dreißig Mal unterhalten haben, dachte ich, diese Geschichte ist es wert aufgeschrieben zu werden.
00:07:15: Sie spielt heute in Venedigi nicht wie Margerita damals vor hundert Jahren und das ist mir bewusst geworden Wie schön es ist in unseren Lesen, meinen Lesern das Venedig von heute zu erzählen.
00:07:31: Venedighäute eine Stadt die wir aus den Schlagzeilen kennen wenn es um Overtourism geht oder die Frage wie lange Venedigt dem Klimawandel standhalten kann.
00:07:42: aber auch die Kunst ist hier Zuhause Die Faszination für Architektur Das Mysteriöse und der Glamour.
00:07:50: Erinnern wir uns des Venedich im Mittelalter die dicht besiedelste und größte Stadt der bekannten Welt war.
00:07:58: Sie hatte über den Zweihundertfünfzig Tausend Einwohnern, selbst in heute im Dreißig, Fünfundreißig Millionen Gäste im Jahr die Stadt besiedeln.
00:08:09: ist es längst noch nicht so voll wie die Stadt war als sie in ihrem vollen Lebens ... in ihrer vollen Lebensblüte war.
00:08:20: Die Stadt war immer voller Menschen.
00:08:23: Das Markus-Bettenbecken war voller Schiffe, die dort abluden, umluden wieder ausluden und wieder voll luden.
00:08:33: Das Arsenal, die Hälfte der Stadtfläche, war die Fabrik des Wohlstads und der zirkulären Ökonomie dieser Stadt.
00:08:43: Also diese Stadt ist es gewöhnt und sie war dafür ausgelegt viele, viele Menschen zu beherbergen.
00:08:49: Wenn wir uns heute beklagen, dass ja manchmal der Markusplatz sehr voll ist.
00:08:54: Schauen wir uns die Bilder aus dem Set de Gento an.
00:08:57: da gab es Feste in der Stadt Da konnte man ein Papier zwischen den Menschen legen und das fielen nicht hinunter.
00:09:05: So war die Stadt ausgelegt damit sie eine nachhaltige Stadt in ihrem Kontext ist In ihrem sehr fragilen ökologischen Kontext als Wasserstadt Damit sie inklusiv ist, hat alle Kulturen und alle Religionen der Welt aufgenommen.
00:09:20: Es gab nie eine kriegerische Auseinandersetzung im Stadtgebiet und sie war immer kreativ.
00:09:27: das heißt sie hat nicht nur Erfindungen oder Waren verkauft im Sinne vom Austausch Man gewinnt an einem Wert von Waren, sondern sie hat die Techniken und die Künste erfunden.
00:09:47: Und weiterentwickelt also eigentlich könnte man sagen das lebende Start-up der damaligen Zeit.
00:09:56: Wir Venezianer sind froh dass so viele Menschen nach Venedig kommen.
00:10:00: es können ruhig noch mehr kommen.
00:10:02: was wir gerne uns wünschen Und was die Covid-Zeit uns wieder geschenkt hat, als die Stadt mal fast zwei Jahre lang faktisch leer war ist das Wiederfamilien ganz kleine Gruppen von Freunden in die Stadt kommen und dass sie immer wiederkommen.
00:10:22: Das ist etwas wie niedig braucht Menschen, die am kulturellen Leben, am sozialen Leben natürlich auch im wirtschaftlichen Leben der Stadt teilhaben eingespielt.
00:10:36: Wir haben nicht mehr die Massen von Amerikanern oder Japanen, oder Chinesen und Russen, die durch die Stadt ziehen?
00:10:43: Nein!
00:10:44: Es kommen wieder kleine Menschengruppe, die diese Stadt lieben und die längere Zeit dort bleiben und die immer wiederkehren.
00:10:53: Und das ist das was Venedig seit jeher ausgezeichnet hat und was uns sehr glücklich
00:11:00: macht.".
00:11:01: Mit Jana Revedins Protagonistin Ehre Jung kommen wir zu einem außergewöhnlichen Zeitpunkt nach Venedig im Winter.
00:11:09: Es ist der Winter in Venedigh, den diese Stadt uns nahe bringt.
00:11:16: Ich nenne sie gern die älteste Stadt der Zukunft.
00:11:20: Sie ist seit tausend Jahren so geplant dass sie Platz für alle findet Für viele viele Aktivitäten Die gleichzeitig auch stattfinden können.
00:11:30: Und wenn man im Winter benedigt erkundet und dann noch das Glück hat, wie die Eri am Beginn dieses Buches ist dass plötzlich der Nebel über die Stadt fällt.
00:11:41: Ich bin selbst am Bodensee in Konstanz groß geworden.
00:11:44: wir kennen diese Nebelstimmung wo plötzlich alles verschwimmt und dann kommt die Sonne heraus weil Wind aufgekommen ist und dann plötzlich sieht man das Szenario einer gut geplanten und auf Menschenmaß in menschenmaß geplantem Stadt.
00:12:02: Wenn man dieses Glück hat, dann hat man Venedig viel besser verstanden als wenn man so im Alltagssonnenlicht angekommen ist.
00:12:12: genauso wie ich an der Ehre, wie sie diese Stadt unsere Stadt Venedich erlebt liebelt dass sie Venedigs Suff nicht nur bebaute Insel voller Kultur, Lenkmäler und voller Kunst wahrnimmt.
00:12:29: Sondern als die kleine Perle in einem großen Kontext das die venezianische Lagune ist.
00:12:37: Und das hat sie vorher studiert.
00:12:40: Sie will ja die Lagunen nach Pflanzen helfen.
00:12:43: Und sie weiß dass ohne diese Fruchtbare immerhin sechshundert Quadratmeter große Lagune... Zwei Tausend Quadratkilometer groß, weil inzwischen hat man eben Land-Urbar gemacht und Mestre gebaut.
00:12:58: Und Margera hieß übrigens Mare Cera im Dialekt.
00:13:03: also es gab einmal das Meer dort eine Sumpflandschaft die man Urbar gemacht hat für die Hafenbebauung.
00:13:10: aber ganz Mestre war ein winziges Dorf und beherbergt heute dreihunderttausend Menschen.
00:13:15: Aber diese Lagune die viel größer Großfähige waren kann man in alten Karten nachstudieren, die war die Lebenskraft dieser Stadt.
00:13:26: Niemals hätten fast dreihunderttausend Menschen auf dieser winzigen Insel leben können.
00:13:31: Hätten sie nicht diese Ressource gehabt und das waren die Fische, die Gefüge, die Gemüse, das Obst.
00:13:38: über das ganze Jahr liefert die Lagune vor allem die nördliche Lagune die Lebensmittel, die diese Stadt Zum Überleben braucht.
00:13:46: und heutzutage zum Glück finden sie auf dem Markt keine Ananas oder Orangen mehr außerhalb der Zeit, die nicht in der Lagune wirklich wachsen.
00:14:59: Succaro ist in Italien hat unsere ganze Generation begleitet.
00:15:12: Succaro ist ein vielseitiger Musiker, ein großer Poet unvergesslich wie er während Covid Am leeren Markusplatz in der vollkommen leeren Stadt seinen Flügel aufstellen lässt und dieses Lied, was ich mir gewünscht habe singt.
00:15:29: Die Drohnen flogen über die Stadt.
00:15:32: Es ist ein einmaliges Szenario.
00:15:34: Man sieht keinen Hund keine Katze und kein Menschen auf der Straße Aber Sukaro, der alleine dort sitzt Und für Venedig und für ganz Italien Dieses Lied
00:15:45: singt!
00:17:08: Sukaro hier nicht in der Live-Aufnahme, aber es gibt beeindruckende Videos von SucroLive während eines Corona-Lockdowns.
00:17:30: So wie es üblicherweise gehandhabt wird mit dem Einzervaporetto, schön langsam über den Kanal Grandiv fahren und immer schöner in der Küste entlang von Haltestelle zu Haltestelle.
00:17:41: Dann tun Sie doch das was die Ehre sich raten lässt vom Zeilenetianern, denen sie am Bahnhof beengelt.
00:17:48: Und jetzt ist Nebel eingefallen und es geht überhaupt kein Vaporetto!
00:17:53: Das ist nämlich wahrer in Venedig.
00:17:55: wenn Hochwasser oder Nebel steht plötzlich die Stadt ganz still Und dann lernt man diese Langsamkeit, die das Buch auch hoffentlich ausdrückt.
00:18:06: Es geht eben nicht schnell in einem solchen Stadtwunder, dass wenig ist.
00:18:11: und wenn Sie das Glück haben einmal ganz frei zu sein und vielleicht sagen ich laufe einmal ein Stück bis zum Dorso Duro.
00:18:18: Das ist die Südseite der Stadt, die früher nur Hafengebäude hatte weil es war ja nicht elegant und auch nicht gesund in der vollen Sonne zu leben.
00:18:28: Man lebt am Kanal Grande Mit Nordblick, diese Südseite die Saatere hat eine Bootslinie Nummer sechs.
00:18:37: Die hält zweimal dort und fährt dann quer über das Markusbecken praktisch direkt zum Lido.
00:18:44: Und da erkennen Sie wenn sie auf diesem Boot stehen was oft sehr viel Sehgang hat und wackelt muss man sich darauf vorbereiten und keine Angst zu kommen.
00:18:54: Wenn sie dastehen dann merken sie wie immens diese Wasserfläche ist Und wie diese große geheime Lagune, die kaum jemand kennt und diese bitte unbedingt kennenlernen müssen.
00:19:08: Da erkennen Sie was für ein ökologisches Wunder- und Kreislaufsystem dieses Wassersystems ist!
00:19:16: Und da könnte ich sie kurz mit Ehre auf das Boot nehmen Ihnen ein paar Zeilen vorlesen, wie ihr erster Eindruck ist.
00:19:28: Inzwischen ist der Nebel zum Glück wieder gefallen.
00:19:31: Die Sonne steht am Himmel.
00:19:33: Sie erkennt die Farben und Schatten.
00:19:37: Und sie erkennt diese ganze Küstenlinie der bebauten Alten-Hauptinsel Venedis.
00:19:45: Hier draußen im Markus Becken veränderte sich das Licht jeden Augenblick als wäre es selbst flüssig als leuchtete die Luft aus ihrer Tiefe heraus, genau wie das Wasser.
00:20:00: Das Sechser-Vaporator steuerte auf das Ufer der weiten Wasservläche zu – die eines der natürlichen Hafen dieser Stadt war.
00:20:09: und durch das Flimmern der Lichtschichten zeichneten sich seine Bauten ab.
00:20:17: sie tanzten.
00:20:19: Ein kantiges Gebäude war das Zentrum dieses Menuits.
00:20:22: Es musste der Dosenpalast sein, von umlaufenden Arkaden durchbrochen und von spitzen Zinnen begrünt die seine massige Fassade in den Himmel zuckten gegenüber einem klassisch gegliederte weißer Marmorbau also spät in der Renaissance zu ergänzt.
00:20:45: Sie rannten den bündigen Markus Platz ein, auf dem jetzt sicher die Schweizer Familie aus Eris Zug herumspazierten.
00:20:54: Ein kleiner Ausnüt aus dem neuen Buch von Jana Revedin Die Gärtnerin von Venedig Wie schon in ihren vorhergehenden Büchern geht es um eine Frau, die mutig ihren Weg geht.
00:21:07: Ich richte mich an hoffentlich alle Menschen aber natürlich als Frau und als Mutter von zwei wunderbaren Töchtern, und als Professorin von inzwischen schon einigen Generationen von jungen Architekten und Architektinnen.
00:21:25: Und auch forschenden Architekthinnen also die ihr Leben nicht nur als praktizierende Architecken sondern eben auch in der Theorie und in der Ethik der Architektor verbringen muss es mein Ziel sein Jungen Frauen Mut zu machen und Kraft zu geben.
00:21:44: Erie kommt in diesem Nebelszenario am Allerseelentag in Venedig am Bahnhof in Santa Lucia an, fragt eben ein paar Venezianer die bei ihrem Zug saßen was sie jetzt tun soll wo keine Vaporettos fahren und wo sie doch zu ihrem Bau- und Gartenmarkt sich vorstellen gehen muss und unbedingt pünktlich sein will.
00:22:06: und als sie zum Glück den Weg nun weiß erhält sie einen Anruf Und das ist der zukünftige Chef, bei dem sie sich in zwei Stunden vorstellen muss.
00:22:17: Ich wische Ihnen zwei Zeilen von dem was er ihr sagt am Telefon und wie Sie antwortet.
00:22:25: Und ich wünsche mir, dass jeden meiner Leserinnen aber auch die jungen Männer, die das lesen, es sind nicht wahr, dass nur Frauen schlecht behandelt und wenig wahrgenommen und wenig bewertet werden... Es geht uns allen jungen Menschen so.
00:22:42: Und das hoffe ich, dass jeder meiner Leser und Leserinnen genau so antwortet wenn jemand so unverfroren oder so altbacken zu uns ist.
00:22:53: Also er hofft sie an um zu sagen eigentlich kann ich sie um halb elf gar nicht sehen.
00:22:58: Ich habe andere Termine und darauf sagt sie nun nicht bar eingeladen zu einem Vorstellungsgespräch.
00:23:04: dann sagt er, Signorina ich wollte Sie nur bitten sich keine zu großen Hoffnungen zu machen, eine so verantwortungsvolle Position für eine junge Frau.
00:23:14: Und sie fragt, liegt ihre Betonung auf Jung oder auf Frau?
00:23:20: Stille am anderen Ende der Leitung.
00:23:23: Erie hörte Papierrascheln das vom Motorangeräusch des jetzt losrangierenden Einzervaporettos am Kai vor ihr übertonen würde.
00:23:30: Laut meiner Unterlagen sind Sie nicht einmal dreißig Jahre alt?
00:23:34: Erie wartet herab!
00:23:36: Sie haben mich zu einem Gespräch eingeladen, Herr Casin.
00:23:40: Ja ja, das stimmt!
00:23:42: Wissen sie mein Vater?
00:23:44: Ich erfülle alle in der Ausschreibung genannten Anforderungen.
00:23:47: Am anderen Ende der Leitung hörte sie Stuhl-Hutschen erschien irgendwo hinaufzubrechen.
00:23:52: Si si, Signorina.
00:23:54: Es bleibt also bei unserem Termin.
00:23:56: ich stehe vor ihrem Bahnhof Santa Luciae und bin von weit her angereist.
00:24:02: Ein gequältes Schweigen stellte sich ein.
00:24:09: Und da versucht er, sich noch weiter herauszuwinden und sie weiß, sie wird nicht nachgeben.
00:24:19: Wie ihre Mutter hier immer geraten hatte, denkt sie sich keine Auseinandersetzung auf Distanz und keine Abmachung ein zweites Mal verhandeln.
00:24:29: Ein Pakt war ein Pakt!
00:24:32: Und zum Glück ist es so im Leben wenn wir uns bewähren und diese schöne Perseveranzer zeigen, wie man im Italienischen sagt dieses Durchhalte vermögen.
00:24:45: Dann finden wir auch immer wieder Menschen die uns stützen, die uns helfen werden und die uns weiter tragen.
00:24:53: Und das will ich jeder jungen Frau, jeder junge Mann aber auch jedem in verschiedensten Phasen unseres Lebens immer wieder in Zweifeln geraten.
00:25:03: den Menschen will ich diese Hoffnung mitgeben.
00:25:07: Ja, das Motto dieses Buches hat Hilde Domin geschrieben nicht müde werden sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten.
00:25:20: doch wir müssen diese Hand hinhalten.
00:25:21: wenn wir sie nicht ausstrecken dann kann das Wunder auch nicht geschehen.
00:25:26: Bleiben wir noch ganz kurz bei dieser Perseveranzer.
00:25:30: Die Perseveranzer, die Beharrlichkeit oder das Durchhalten können und auch durchhalten wollen.
00:25:37: Es geht immer bei uns um das Wollen.
00:25:40: Wir können tausende Grünen befinden warum etwas nicht gut gegangen ist.
00:25:45: Meistens ist der Grund dass wir selber für uns aufgegeben haben und uns gesagt haben Das war sowieso zu hochgegriffen, das war sowiso zu viel geträumt.
00:25:59: Das habe ich sowieso... Hat niemand zum Beispiel in meinem Umfeld, in meiner Familie noch so geschafft?
00:26:05: und genau das sollten wir ablegen und unseren Träumen folgen.
00:26:10: und diese Perseveranzheit, diese schöne Behaarlichkeit habe ich zum Glück als Kind lernen dürfen.
00:26:18: Ich war als Kind das kleinste von von drei Geschwistern.
00:26:23: Und mein Vater war Arzt und auch sehr bald der Primar seiner Klinik am Bodensee, meine Mutter Filstofin und eben diese Journalistin die diese Frauenzeitung gegründet hat und diesen Verlag.
00:26:35: Ich war viel allein zu Hause weil ich war das letzte Kind.
00:26:38: alle anderen waren schon in der Schule und da habe ich begonnen mit Perseveranzer mich zu beschäftigen Zuhause.
00:26:46: Walter Gropius hatte für meine Mutter das neue Haus geplant und auch errichtet.
00:26:52: Das lag an den Klippen, oberhalb des Bodensees.
00:26:55: Mein Vater liebte diesen frisch angepflanzten Garten.
00:26:58: Also ging ich jeden Tag in den Garten und setzte das durch bei Abend oder Winter im Sommer.
00:27:09: Ich war am Garten unterwegs und der schönste Moment war, am Donnerstag nachmittag mit meinem Vater zusammen im Garten sein zu können.
00:27:17: Das waren die drei bis vier Stunden von seiner Klinik.
00:27:20: loskam.
00:27:21: Und am Ende dieses zwei, drei Jahre währenden sagten meine Eltern ehrlich erstaunt also Janchen du hast schon durchhalte Vermögen!
00:27:33: Du setzt dich hier als Gärtnerin durch.
00:27:36: und dann habe ich gesagt ja natürlich weil ich werde ja Gärtnere rinden.
00:27:39: das war mein Kindertraum.
00:27:43: Das sind Dinge an die man glauben sollte in sich selbst wie das Leben nie schön zugespielt hat.
00:27:52: Jetzt habe ich einen alten Hof in Kärnten und aus einem Mistbeet, der der Garten damals war als ich ihn übernommen habe ist ein wirklich großer Garten geworden und die Kinder sagen glücklich ist es nur beim Schreiben und im Garten und das ist genau die Definition meines
00:28:10: Glücks.".
00:28:11: Jana Revedin im Gespräch über ihr neues Buch Die Gärtnerin von Venedig erschienen im Braumühler Verlag.
00:28:18: Alle Infos finden Sie auch auf unserer Website radio-klassik.at.
00:28:23: Dort können sie die Sendung nachhören.
00:28:26: und noch einmal Entschuldigung für den nicht optimale Tonqualität, es ging in unserem Zeitfenster nicht besser aber wir wollten auch nicht aufgeben sondern Perseveranzer üben.
00:28:39: Sie können aber Jana Revedin analog treffen und ziemlich sicher absolut rauschfrei, zum Beispiel bei ihrer Lesung in Wien in der Buchhandlung Talia am zwölften März um neunzehn Uhr.
00:28:50: Oder noch besser?
00:28:52: Sie nehmen einen Zug nach Venedig und schauen sich um – vielleicht begegnen sie ihr dort!
00:28:58: Nehmen Sie das Tuch in die Hand, setzen Sie sich in einen Zug, fahren Sie nach Vendedig ihren ersten Schritten durch die Stadt nach und folgen sie ihr in diese große und reiche und zauberhafte Lagune.
00:29:17: Sie werden sehen, was sie alles entdecken und sie werden all die Figuren, die sie im Buch beschrieben sehen auf der Straße wieder grüßen können denn jeder einzelne der Charaktere und der Protagonisten ist wahr!
00:29:30: Sie laufen heute in Venedig herum also wenn sie sich auf die Suche machen und genau hinschauen Dann werden Sie sie schon entdecken.
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