Oper Graz: Alban Bergs "Wozzeck" inszeniert von Evgeny Titov.

Show transcript

00:00:03:

00:00:11: An der Oper Graz wird derzeit Albernbergs Wozeck gezeigt.

00:00:17: Ein packendes Drama, ein Mordfall eine Sozialstudie.

00:00:21: Die Volksopern-Stars Daniel Schmutzhardt und Annette Dasch Schmutzart in der Titel-Aule Dasch als Marie durchleuchten gemeinsam mit Chefdirigent Vasilis Christopoulos am Pult der Grazerfilharmoniker die expressive Klangwelt von Albanbergs Meisterwerk.

00:00:39: Als Regisseur konnte Jef Genititov gewonnen werden, nach seinem erfolgreichen Österreich-Debüt im Graz mit Richard Wagner's Tarnhäuser und Stationen in Wien, Yolanda an der Staatsoper und Salzburg, die drei Schwestern von Peter Öttwürsch bei den Festspielen, kehrt Regisseur Jevgeny Titoff also wieder an die Oper Graz zurück mit einer der wichtigsten Opern des zwanzigsten Jahrhunderts.

00:01:05: Ich habe ihn am Tag der Generalprobe gemeinsam mit der Chefdramaturgin des Hauses Katarina John zum Gespräch getroffen – ein sich wunderbar ergänzendes Duo wie ich finde!

00:01:18: Beiden ist es eindrücklich gelungen, mich Zitat Katharina John, interne Leidenschaft dieser Produktion spüren zu lassen.

00:01:27: Es fühlt sich manchmal ein bisschen an als Sessemann im Kopf des Regisseurs Jevgeny Titoff ganz nah dran an seiner Gedankenwelt.

00:01:38: Herzlich willkommen sagt Marion Eigel!

00:01:41: Ich bin ganz froh dass ich in Graz bin weil eben man kann Sachen machen, die man normalerweise nicht machen kann.

00:01:51: Zum Beispiel ich habe jetzt alle Hauptdarsteller, alle Sänger eingeladen am Tag von Generalprobe in ihre Uhrzeit.

00:02:00: Einfach gesagt wir müssen weiter arbeiten, wir müssen was ändern!

00:02:04: Ich bin wahnsinnig unzufrieden mit der ersten Szene des Beginn.

00:02:08: Alle sagen nein das ist gut Last, aber ich.

00:02:14: Und es ist natürlich ganz toll, dass man sagt, man macht jetzt nicht Kunst hier sondern man wirklich in einem Theater.

00:02:24: versucht ein gutes Theater zu machen.

00:02:26: Und nicht so irgendwie alles heilig, bitte!

00:02:29: Nicht anfassen, der Zug ist abgefahren, eine Woche ist alles schon abgeschlossen.

00:02:33: Das ist bloß nichts und seine Gehen kaputt.

00:02:36: Und das ist manchmal diese Gitur.

00:02:37: Bitte, bitte nicht weiter, bitte, nicht anfassen als würde jemand da zur Grunde gehen oder nicht mehr singen können?

00:02:43: Das ist komisch.

00:02:44: Und natürlich wenn du in so einem Haus bist wo... fast wie eine Familie und man so nah zueinander ist, dass man jeden sozusagen physisch erreichen kann.

00:02:54: Und organisieren kann und ganze Technik hinter dir.

00:02:57: das war auch toll.

00:02:59: ich war jetzt da beim Rauchen und Geri der Bündnemeister hat gesagt also wie läuft es?

00:03:05: Ich habe gesagt nein wir brauchen noch ein bisschen noch ein wenig.

00:03:08: und er hat gesagt ja das ist gut weil weißt du Wir wollen für unser Publikum Weil Du reist dann ab Aber das ist unser Publikum.

00:03:17: Wir wollen hier für unser Publikum, deswegen gehen und machen, dass wir sind hinter dir.

00:03:22: Und es ist toll, weil normalerweise dieses Theaterbetrieb manchmal so kaputt, dass man sagt, nein, nicht das nicht möglich ist.

00:03:30: Bitte stoppen!

00:03:30: Nicht Maskenzeiten, nicht Bühnelicht, nicht... Dass man wirklich sagt, wir treffen uns und wir machen einfach unseren Beruf.

00:03:38: Dass wir wirklich bei der Sache bleiben ohne irgendwelche Szenen Attitude.

00:03:45: Alle stehen, Annette kommt, Daniel kommt und sagen kein Problem, vierzehn Uhr wir sind da!

00:03:51: Wir sind da und ich habe mit Annette noch gestern telefoniert so um zwölf und sie hat gesagt du bist verständlich.

00:03:56: natürlich wir müssen arbeiten, wir müssen das Beste machen.

00:04:01: Natürlich komme ich.

00:04:02: So war keine Frage.

00:04:04: Sagt der Registar Jevgeny Titoff alle freuen sich an der Oper Graz dass Sie wieder mit ihm zusammenarbeiten können.

00:04:12: Chefdramaturgin Katharina John.

00:04:14: Also zunächst mal glaube ich hat das, wir schätzen uns glücklich dass es eine starke Verbindung zwischen unserem Intendanten Ulrich Lenz und Jef Genitidov gibt der Ulrich Lenz ja damals in einer komischen Oper als Chefdramaturg seine erste Opernproduktion betreut hat.

00:04:30: Und daraus ist würde ich sagen ein freundschaftliches sondern sehr produktives Arbeitsverhältnis ein

00:04:36: vertrauenswürdiges

00:04:37: Arbeitsverhalten entstanden.

00:04:39: und so

00:04:41: ist es Ulrich Linz gelungen zunächst einmal Genie zu verpflichten für den Tannhäuser.

00:04:46: Für die Tannhauser-Produktion, die er in der letzten Saison hier inszeniert hat und eigentlich sehr schnell glaube ich, ich weiß gar nicht darüber die Zeitabläufe kannst du wahrscheinlich mehr sagen.

00:04:58: also ich glaube wir können auch verraten es wird eine dritte Produktion zusammen mit ihm geben.

00:05:04: und dann kam ja da kam die Frage der Wotsack und wir haben uns gedacht dass das natürlich ein Ideales Stück für FGNI sein könnte.

00:05:14: Was du erst mal, genau was dich erst mal irgendwie auch ins Krübeln gestürzt hat oder?

00:05:20: Ja also ich habe mich schwer gemacht mit Wotzig!

00:05:22: Also ich weiß es ist natürlich ein großes Stück das ist Kernrepetoire, das ist legendärer Stoff und ich werde oft auch gefragt für die Stoffe die krass sind dunkel abgründig, brauchen tiefe andere Dimensionen und so.

00:05:42: Und das war dann die Idee vom Ulrich Lerns und er hat gesagt, mach mal

00:05:47: Wotzig!

00:05:48: Das kannst du so gut, das ist so toll.

00:05:51: Ich hab gesagt ja klar, dass es toll, weil ich weiß, dass das toll ist sozusagen und dann fand eine Auseinandersetzung stattgefunden mit dem Stoff und dann konnte ich ein Jahr wirklich gar nicht... wie ich das mache und es ist wirklich sehr, sehr für mich ungewöhnlicher Fall.

00:06:13: Also es gibt Produktionen die ich weiß in einer Stunde aber sowas wie mit Wotzig war noch nie.

00:06:20: weil wirklich ich habe so immer gekreist und gekreisst und dachte so etwas da schwebt irgendwelche Bilder im Kopf oder so Energie So eine Materie, aber ich konnte das gar nicht formen.

00:06:35: Ich wusste es gar nicht und dachte so okay das nähert sich und nährt Zeit was mache ich?

00:06:41: Was mache

00:06:42: ich?".

00:06:43: Und das war sehr lang, aber offensichtlich ist es so diese Sammlungprozesse auch dann irgendwann vielleicht dürfen sie Das muss vielleicht so dann das letzte Tropfen, dann fehlt und man sagt ach jetzt weiß ich.

00:06:56: So es war eher dieses Prozess, es war nicht so bisschen das wissen das und das sondern nichts wissen.

00:07:02: aber immer so wie träumen träumen und an hat sich alles das aufgeklärt mit Katharina hier in Graz.

00:07:10: Ja, ich würde vielleicht noch ergänzen.

00:07:12: Eigentlich noch einen Schritt wieder nochmal zurückgehen und sagen es ist natürlich immer eine Projektion auch also alle Produktionen die wir machen und auch die Zuordnung von Stücken und Regisseuren entsteht natürlich auch einerseits aus einer Erfahrung aber auch aus irgendwie so einem Instink der sich vielleicht gar nicht so genau benennen lässt.

00:07:30: bei Wotzig ist es eigentlich spannend weil das ein Stück ist FGenis mittlerweile ein erfahrener Musiktheater, Regisseur Aber er ist ja ursprünglich mal Schauspieler gewesen Und der WhatsApp ist so ein Stück, was so Stereotypen oft Regisseure bekommen die aus dem Schauspiel kommen weil es eben den Büchner gibt.

00:07:49: Da findet sich jetzt vielleicht darauf kannst du jetzt anschließen.

00:07:53: im Grunde ist das genau diese Idee die wir nämlich eigentlich nicht verfolgen sondern... Im Schauspiel geht es ja um eine Figur, die sozial extrem benachteiligt ist.

00:08:04: Büchner eben auch als ein revolutionär, als Arzt, als jemand der sozial sehr aktiv war, der die Gesellschaft für Menschenrechte gegründet hat.

00:08:13: und aber wir... Wir zeigen ja nicht das Drama von Büchner oder auch das Dramenfragment von Büchener.

00:08:22: Vielleicht genau

00:08:23: zeigen wir das Drama vom Büchener, vielleicht genau... Vielleicht zeigen wir auch

00:08:26: genau

00:08:27: das Drama.

00:08:27: Vielleicht zeigen wie nicht dass was man denkt das Vorzug ist aber es vielleicht wird zeigen genau dass das Vorzug ist ich weiß ich habe mich ausgedruckt

00:08:37: Die kleine schauspielerische Dimension auf jeden Fall, die wird es nicht sein und das ist vielleicht auch spannend.

00:08:42: Also wir ahnten eigentlich bei Jef Geni dass er eben...

00:08:45: Wir wussten

00:08:46: nicht was natürlich oder was dann auch entstanden ist, auch zum Teil im Miteinander aber was für eine Dimension es sein könnte?

00:08:52: Und da sind wir glaube ich jetzt momentan extrem leidenschaftlich dabei etwas gefunden zu haben, was uns persönlich selber zeigt.

00:09:03: und Regisseur Yevgeny Titoff nicht sofort seinen Wurze gefunden.

00:09:10: Was die Kleinteiligkeit, die vielen kurzen Szenen?

00:09:15: Nein!

00:09:17: Aber... Und ich will jetzt nicht eitel klingeln aber Ich glaube mein Körper, mein Unterbewusstsein Mein Geist, mein Regie dieses Dings da wusste, dass Wotzig ist etwas ganz Großes.

00:09:41: Und das Problem ist nicht man sagt es ist kleinteilig, es ist zu realistisch.

00:09:45: Man spürt Das Stück hat eine andere Dimension worüber man nie spricht.

00:09:52: Es ist im Stück Es ist durchgefluhtet.

00:09:54: Es ist wie in Blut.

00:09:56: Ich habe das erfunden oder ich wünsche mir Dass das Stück so wäre.

00:10:01: Das Stück ist so und glaube Wenn man das mutmaßig, wenn ich das so ahne als Regisseur sozusagen nicht bewusst, sondern denkst du da kommt man nicht zu einfach.

00:10:19: Und ich glaube dass ist das was dieser unausgesprochene was mir jetzt klarer und klarer wird.

00:10:26: und zum Beispiel heute habe ich ein wahnsinniges Erkenntnis krasses Generalprobe, aber ich weiß jetzt was wir machen sozusagen.

00:10:36: Warum das so Bühnenbild so ist und weil natürlich ja meine Erklärung warum Bühnebild so isst.

00:10:42: Aber heute habe ich bestanden warum es wirklich etwas was Wir Machen Und dass Es Edem aus dem Menschen geworfen wurden und Das ist verfallen es ist kaputt es ist Korrupt, es ist verschmutzt.

00:10:56: Und diese Traum wie bei Marie und Tambo Major über diese Magnolen die so wie ein Kommentar, wie eine Ironie kommen... Diese Wunsch von Menschen das gibt's gar nicht weil sobald du Sünder bist verlässt du den schönen Garten!

00:11:10: Heute dachte ich warum diese erste Szene nie funktioniert.

00:11:15: unser Auseinandersetzung gestern nach OHP dass der Kontext vom Garten sozusagen fehlt und heute wurde mir bewusst, weil es nicht nur ein Bild ist.

00:11:25: Es ist natürlich schwierig für Zuhörer die das nicht sehen dass nicht erlebt haben jetzt vorstellen welche Garten welche Kenntnisse ich dann von Generalprobe kurz habe und sagen jetzt weiß ich das angefangen so mit deinem Gefühl Ich liebe Bosch bräugel.

00:11:45: und angefangen So ich hab ich kenne diese Menschen ein bisschen vom bosch wie sie ausschauen.

00:11:51: Ich kenne dieser Welt, diese deformierte

00:11:53: Kaputte

00:11:55: unter Menschen im Gegensatz zu Jesus der schönes Gesicht hat und alles so diese Deformierung.

00:12:03: Und das war bei mir so... ich weiß nicht warum aber vorhin dachte ich irgendwie dieser Welt etwas.

00:12:11: Und dann ein anderes Bild sieben Sünden bei Bosch wo ich dachte Das kenne ich auch Alles so bisschen, vielleicht kannst du das besser beschreiben.

00:12:24: Weil du hast das alles beobachtet meine ich kann da anschließen als ich bei dir im Büro saß aber vielleicht diesen Zugang kannst du besser fassen?

00:12:35: Genau es war also bei FGenika waren diese Bilder ganz klar vorhanden auch

00:12:39: von den

00:12:40: fratzenhaften Menschen der Mensch eben in seiner Deformation, in seiner Sündenhaftigkeit Der deformierte Mensch im Grunde und dann im Gegensatz dazu eben Wozak als jemand, der ganz pur ist.

00:12:54: Und der versucht sein Leben ein gutes Leben als ein moralisches Leben zu leben.

00:13:00: Diese Bilder haben eine ganz große Kraft eigentlich entwickelt.

00:13:04: Dann sind wir natürlich ausgegangen vom Stück und haben ganz viele Verbindungen zum Stück.

00:13:10: festgestellt.

00:13:11: Da gibt es ja, und das ist ja spannend weil das bei Büchern noch gar nicht der Fall ist sondern erst in der Franzosausgabe des Frauenfragments diese ganzen religiösen Anspielungen.

00:13:20: man sieht auch es geht um eine soziale Klasse die gar nicht in der Lage ist sich so gut wörtlich zu artikulieren also immer diese religiösen Bilder auch verwendet.

00:13:30: Also der Hauptmann sagt du lebst ein unmoralisches Leben Du hast ein unehrliches Kind mit Marie.

00:13:35: Und er sagt Ja aber Jesus sagt lasst die Kleinen zu mir kommen.

00:13:39: Also dieses permanente Ringen an der Grenze seiner Möglichkeiten.

00:13:45: Und auch diese Wortkarkkeit, die da besteht und das Unvermögen sich auszudrücken, was glaube ich... Das wäre jetzt aber noch mal eine andere Schleife Berg, unheimlich gut mit einer völlig neuen Musiksprache und das hast du auch zu gesagt.

00:13:59: Es ist keine illustrierende Musik, es ist eine Musik die diesen Schrei dieser Verzweiflung, dieses Expressionistische also diesem Stoff eben diese ganz große Dimension verleiht.

00:14:09: und da hatte Fgeni angeschlossen mit diesen Bildern und hat gesagt nein, es muss ne ganz andere Dimensiones, kein arme Leute-Drama!

00:14:16: Und dann natürlich plötzlich merkt man auch im Gespräch mit Darmaturgen.

00:14:22: Es ist sieben Charakter und man denkt, aha!

00:14:26: Der ist bei Doktor und Doktor sagt immer du musst essen, du musst das, du muss essen, Du musst das.

00:14:30: Marie sagt Geld ich möchte das.

00:14:33: Oha Ringe er kommt nach Hause gibt ihr Geld?

00:14:36: Das gibt Nachbarin die neidisch ist und sagen ah Frau Nachbar in die gucken das und so und sie hat keinen Mann.

00:14:43: dann gibts so Tambo Major, der kommt und Marifa führt mit dieser sexuellen Energie.

00:14:48: Und dann plötzlich so Wolllust, Füllerei,

00:14:52: Neid...

00:14:53: ...und Wurzig, der immer versucht sagt ich bleibe ein guter Mensch.

00:14:57: Ich bleibe einen guter Menschen unter Druck, unter Druck und dann ausrastet und wird zornig und bringt sie un!

00:15:06: Und deswegen war natürlich so alles sieben Sünden, sieben Charakter.

00:15:12: sofort Großes Bohrspiel da, da sind gibt's statt diese sieben Sünder diesen Kreis.

00:15:18: Das ist so wie Tela Bild ausschaut noch große vier Tablos das es der Tod Himmel Jungster Gericht und Hölle genau.

00:15:29: Und dann auch denkt man ah dass auch findet statt im stück Marie Bete Taverna.

00:15:34: das ist dieser Untermind und So viele Verwendungen wo man dann so richtig dachte.

00:15:38: und er redet immer er zitiert immer Bibel eher sagt Das kommt, das Feuer kommt.

00:15:43: Es brennt diese Verfolgungswahn oder dieses Vorgefühl.

00:15:47: Es kommt Tag X, es kommt jetzt Apokalipsis.

00:15:50: Das Ende ist nahe!

00:15:52: Das Ende is' nah.

00:15:53: ich muss und als einmaler Mensch läuft weg und sagt, dass nähert mich, etwas Schwarzes nähert mich.

00:15:59: Und natürlich wenn man das alles so betrachtet dann entsteht was ganz ganz anderes aus dem Stück Was Musik angemessen ist Weil Alles Anderes Kann man machen, aber ich dann Schwierigkeit habe.

00:16:15: Wie geht das mit dem was du hörst und mit dem Ausdruck?

00:16:19: Weil der ausdruck ist sehr sehr vertikal Und Das nenne ich so ein bisschen so horizontal vertikal dass es so wenn wir bei sich in die küche sitzen und so das ist alles so flachflachflag.

00:16:33: Aber das das ist Alles So und diese dimension Dann zu erfahren oder zu kapieren.

00:16:39: Das war wahnsinnig spannend.

00:16:41: und dann dachte ich, jetzt weiß ich!

00:16:44: Jetzt weiß ich wie das sein soll.

00:16:46: Und dann haben wir angefangen, angefangen.

00:16:48: und natürlich wenn die Logik stimmt – das hat meine Lehrerin gesagt in Theaterakademie in St.

00:16:54: Petersburg sehr alte, eighty-fünfjährige Babuska, die immer mit geradem Rücken gesessen hat – sie hat gesagt, wenn du eine Logik findest Und die richtig ist, dann stimmt sie für alle und für jede Figur und für alles.

00:17:08: Das geht nicht nur für Hälfte.

00:17:10: Die Hälften muss ich dann streichen weil ich habe eine Idee es ist alles das so.

00:17:17: Jetzt merke ich umso mehr wir machen und man merkt da ist noch nicht stimmt.

00:17:21: genauso wie mit diesem Garten habe ich heute gedacht sehr klar das ist klar dass sind Adam und Eva aus dem garten raus Und die wuscheln da in diesem schwarzen Wahnsinn.

00:17:32: Deswegen kann das gar nicht...nicht da sein, in einer Szene!

00:17:36: Es kann gar nicht nicht da sein!

00:17:40: Das Bühnenbild ist tatsächlich eine Landschaft, ein Labyrinth.

00:17:43: Im Grunde dieses Labyrinths des Inneren von unserem Wortschwerks besteht es auf einer kleinen Hügellandschaft mit Büchen die aber auch irgendwie komisch vertrocknet sind also eigentlich Elemente von Natur die uns unglaublich vertraut vorkommen.

00:17:58: und das ganze diese Bühne wird ergänzt von Videos von zwei Videodesignern die eben das im Grunde eine Art Verfremdungseffekt Also dieses Fremd werden auch im Bekannten Dinge, die verändern sich.

00:18:12: Die verändern sie apokalyptisch und auch zu diesen großen Bildern werden, die mit Hoffnung verbunden sind, aber auch Angst einjagen diese großen biblischen Bilder.

00:18:22: Es ist eine große Behauptung und es ist eben auch ein großes Abenteuer weil anders als bei bestimmten Produktionen weiß man nicht wie wird das?

00:18:31: An diesem Haus hat er eigentlich wunderbar beschrieben also ich habe das selten

00:18:35: erlebt dass

00:18:37: Ja, dass Menschen so zusammen an einem Produkt

00:18:39: interessiert sind.

00:18:40: Das muss ich wirklich sagen,

00:18:41: dass man oft auch getragen wird in diesen ganzen Situationen.

00:18:45: Und jetzt müssen wir eben noch mal ran und eigentlich... In vielen Produktionen hat man schon abgeschlossen und gut die letzten Striche aber hier ringen wir bis

00:18:54: zur letzten

00:18:54: Minute.

00:19:05: Matthias Kociarowski, Tambour Major Ted Black der Andres Thomas Ebenstein Hauptmann Daiho Kim Doktor Erster und zweiter Handwerksbosch Wilfried Zellinker und Will Frost Der nahr Martin Fournier Nira Mujic als Margaret Marlin Miller ein Soldat Die Grazer Philharmoniker der Kode Oper Graz Die singen Schul der Oper Graz und die Statisterie der Oper Gratz unter der Leitung von Chefdirigent Vasiles Christopoulos.

00:19:40: Wichtiger Bestandteil dieser Produktion auch die Videos von Sarah Kreuz und Thomas Achitz.

00:19:48: Im Gespräch mit Radio-Klassik Stefans Sturm hören wir Regisseur Jefgeni Titov und Chefdramaturgin Katarina John.

00:19:55: Tatsächlich ist es ja so, dass das Stück immer irgendwie atonal... wird ja manchmal sehr fahrlässig verwendet, also anonym für irgendwie hässlich oder nicht höher war.

00:20:06: Aber das ist ja dieses Stück gar nicht!

00:20:08: Ich finde es... Also

00:20:09: ich hab'

00:20:10: lustigerweise, ich bin gar nicht mehr so früh zur Opa gekommen Und habe dieses Stück wahrgenommen, quasi ohne überhaupt etwas darüber zu wissen.

00:20:17: Bei mir ist wirklich jeder Ton in meine Seele eingebrannt und ich finde man hört auch diese gesamte Spätromatik.

00:20:24: Es gibt wunderschöne Melodien also es atmet auch eine Zartei zum Teil, eine Leidenschaft, auch eine Gewalt.

00:20:32: dann die ganzen Zitate tatsächlich die eingebaut sind ... Das haben wir beim Rosenkavalier auch schon, dass die Walzer oder bei Strauss das die Sitzung verzerrt werden.

00:20:43: Dass sie ins Atonal überführt werden.

00:20:44: also ich glaube es gibt unheimlich viele Anknüpfungspunkte und spannend ist ja auch das Werk selber sagt Es ist eine ganz präzise Architektur total durchdacht, total konstruiert.

00:20:57: aber worum es ihm geht ist eben um das Theater die Emotionen.

00:21:01: Und das vermag das Stück

00:21:04: in der Kombination

00:21:04: mit der Inszenierung auch zu vermitteln, da habe ich großes Vertrauen.

00:23:08: Der Regisseur ist gemeinsam mit Chefdramaturgin Katharina John zu Gast in dieser Sendung.

00:23:42: nicht angemessen oder passen.

00:23:46: Musik ist in dem Fall der Tongebende, wie sagt man das?

00:23:51: Schön ist es eigentlich schon deine zweite Zusammenarbeit mit unserem Chefdirektor Vasilius Christopoulos.

00:23:57: Ich glaube, es ist sicherlich auch manchmal eine Ringe um die Dinge.

00:24:00: Aber was du gerade sagst eben spannend ist auch wie Evgeni die Musik tatsächlich

00:24:05: extrem

00:24:06: sensibel und klar wahrnimmt uns ja auch sofort irgendwie in einen scenisch dramaturgischen Kontext eigentlich beinahe körperlich stellt.

00:24:14: Und wenn jetzt auch schon ein paar Mal also der Austausch ist glaube ich sehr gut.

00:24:18: das ist ja auch immer wichtiger.

00:24:19: wichtig dass die Impulse von in beide Richtungen verlaufen und dass Evgenie etwas beschrieben hat Partitur im Grunde musikwissenschaftlich.

00:24:31: Bewarheitet bestärkt hat, oder?

00:24:32: Also das muss ich sagen.

00:24:33: Es sind auch Momente, die man selten lebt.

00:24:35: Da waren ein paar wirklich fallustige Kenntnisse weil zum Beispiel wir haben gesagt Andres der immer so indifferent ist und zu wortsecken kann nicht schlafen ach Schlaf ist es egal er ist irgendwie einer stirbt oder im Fieber oder sage ich gar nicht weißt du ist es jemand so?

00:24:52: ich sehe Marie tanzen und sagt ja was ach kein Problem.

00:24:56: also dass jetzt natürlich wie heißt das dieses Wort auf Deutsch Trägheit oder diese Apathie, das gibt verschiedene Begriffe von dieser Sünde.

00:25:07: Die geht vom.

00:25:08: Ich akzeptiere das Leben nicht weil ich sage mich interessiert es nicht.

00:25:12: und dann war auf einer Probe eine Szene wo er was Wo hätte der das spielt, was singen musste und was die Leute sagen.

00:25:23: Das ist interessant!

00:25:25: Eigentlich sollte er gehen.

00:25:28: Arbeit gesagt, der ist so faul dass ihr dieses Halbton macht.

00:25:35: Als würde er sagen, das ist doch nicht zu anstrengend.

00:25:38: Dazu Melodie zutreffen!

00:25:39: Das mache ich so... Und es war nur lustig, dass man das vom Innen so beschreibt genau über den Charakter der wir machen und ich versuche das so tätt zu klären weil es auch nicht leicht zu spielen was spielst du Sünde?

00:25:51: Wie spielste Trägerheit oder so?

00:25:53: Das ist alles so ein bisschen.

00:25:55: muss man beim Gesang das dann nicht so leicht?

00:25:57: man kann sagen Ich verstehe alles man fängt man dann zu singen.

00:26:03: Aber ich fand es nur so wirklich komisch, dass man das so erklärt und sagt der ist so träge und so apathisch.

00:26:13: Dass er nicht mal schafft das was eigentlich sein sollte zu treffen sondern daneben geht und aufgibt.

00:26:20: Ich denke da sich die richtigen gefunden haben das vermitteln sie auf alle Fälle ganz Eindrücklich, Regisseur Yevgeny Ditoff und Chefdramaturgin Katharina Jon.

00:26:34: Über die Besetzung freuen sich natürlich auch alle – als Wotzig Daniel Schmutzhardt, als Marie Annette Dasch.

00:26:40: Ich liebe die beide!

00:26:42: Ich finde die beiden ganz

00:26:43: toll.

00:26:45: Auch da gibt es eine persönliche Verbindung zu Ulrich Lenz über eine Zusammenarbeit an der gar nicht komischen Oper meines Wissens.

00:26:54: Wir sind natürlich fantastische Sänger-Darstellerinnen.

00:26:59: Und wir ergänzen sie tatsächlich auch noch erst mal mit unserem wunderbaren Ensemble, aber auch noch mit zwei weiteren Gästen Thomas Ebenstein der von der Wiener Staatsober zu uns kommt – auch ein toller Darsteller unter nur und dem Haus schon länger bekannt mit Matthias Kossirovsky, der hier im Ensemble war und auch ein lustvoller, fominanter Darstelle ist und dann glaube ich ein sehr spannender Tambourmore.

00:27:22: Interne Leidenschaft hat Katharina John, das im Vorgespräch so schön bezeichnet was man unglaublich gut spürt wenn man den beiden gegenüber sitzt ihr und dem Regisseur Yevgeny Titoff ein Feuer das brennt für eine gemeinsame Produktion.

00:27:39: In diesem Beruf wirklich muss ich sagen Man ist positiv fokussiert auf das, was man tut.

00:27:47: Das muss auch gefüttert werden mit so einer Leidenschaft und Teilnehmen in solchen leidenschaftlichen Prozessen gehört werden oder miteinander etwas bearbeiten, also das braucht man dann auch für die eigene Sinnstiftung.

00:28:02: Wenn es Leidenschaft ist bei meinen Herzklopfen halt wenn man selber überrascht wird – ich bin da auch, ich mache's jetzt schon dreißig Jahre und für mich ist es immer der beste Garant eigentlich dafür dass etwas erfolgreich ist, dass man ganz ehrlich darum ringt bis zum Schluss.

00:28:18: und ein zynisches Kalkül hat sich schon ganz oft als nicht fruchtbringend erwiesen.

00:29:20: Was sollen wir als Publikum nun mitnehmen, nachdem wir diesen Wurzwick von Alban Berg in der Inszenierung von Yevgeny Titoff an der Oper Graz gesehen haben?

00:29:30: Mit dem Nachhalt wir arme Leute.

00:29:34: Und in diesem Sinne nicht arm weil wir kein Geld haben oder Sozialarm sondern es ist nicht lustig ein Mensch zu sein und da zitiere ich sehr gerne Shakespeare König Lier der auf der Heide steht Nackt alleine und schreit, ist der Mensch nicht mehr als das.

00:29:56: Ames nacktes zwei beiniges Tier wie

00:29:59: du.".

00:30:00: Und das ist leider so.

00:30:04: wenn es kann alles wahnsinnig schnell wegfallen was man hat Freunde Beruf Liebe Familie Es alles kann weg sein!

00:30:16: Und dann stehst Du allein auf der Heide nackt Und du bist nicht mehr als das.

00:30:22: Wir arme

00:30:46: Leute!

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