akj- 260302#Sabine Fellner
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00:00:02: Blick in die Welt – das Auslandskulturschornal.
00:00:07: In Zusammenarbeit mit der Sektion für internationale Kulturangelegenheiten des Außenministeriums.
00:00:20: Sie hat sich auf Themenausstellungen mit gesellschaftspolitischen Problemen spezialisiert.
00:00:30: Beispielsweise habe ich eine Ausstellung über Rabemütter gemacht oder über die Kraft des Alters, oder über den Nacktenmann im Leintagskunstmuseum.
00:00:39: Der zweite Themenbereich, mit dem mich beschäftige ist die Wiederentdeckung vergessener österreichischer Künstlerinnen.
00:00:46: Dazu habe ich eine Ausstellung in Belvedere gemacht mit dem Titel Die Stadt der Frauen, die sich damit beschäftigt hat, Künstlerinnen vorzustellen im Zeitraum zwischen nineteenhundert und neunzehnachtunddreißig.
00:00:59: Die in ihrer Zeit sehr wohl einen gewissen Bekanntheitsgrad bereits als sie erkämpft hatten.
00:01:07: Frauen hatten es ja wie man weiß schwer im Kunstbetrieb, die also eigentlich bis in die dreißiger Jahre sehr weit gekommen Waren und eine ziemliche Sichtbarkeit erreicht hatten, die dann durch den Nationalsozialismus diese Entwicklung unterbrochen wurde.
00:01:26: Die Auslandskultur des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten kooperiert mit Sabine Fellner – dazu erläutert sie!
00:01:34: Die Auslandskultur hat mich aufgrund der für Frauen zunehmend kritischer werdenden Situation nicht nur... in Europa weltweit gebeten eine Ausstellung zu kuratieren, die sich mit dieser Thematik beschäftigt.
00:01:52: Es ist eine Ausstellungsreihe unter dem Titel Why We All Should Be Feminists, das ein Projekt über zwei Jahre erstrecken wird und wird wahrscheinlich in zwölf österreichischen Kulturforen weltweit präsentiert werden.
00:02:12: Zwei Ausstellungen... Gab es bereits einen Istanbul, einem Bucharest und jetzt ganz aktuell.
00:02:19: letzte Woche wurde der dritte Standort eröffnet in Sagreb.
00:02:23: Worum geht es?
00:02:24: Der Titel bezieht sich auf einen Vortrag den die nigerianische Feministin und Autorin Shimamandan Gotshi Aditschi im Landen gehalten hat.
00:02:38: Der Titl war We Should All Be Feminists.
00:02:41: Darauf referiert eben der Titel dieser Ausstellungsreihe und dieser Vortrag wurde damals millionenfach geteilt weltweit.
00:02:50: Und gab also große Hoffnung, dass die Entwicklung hin zu einer geschlechtergerechten Gesellschaft vorangeht.
00:03:00: Heute mehr als zehn Jahre später sind wir damit konfrontiert, dass ein zunehmend rückgewandtes Weltbild Platz greift.
00:03:10: Ich möchte das spezifizieren.
00:03:12: Frauen sind leider immer noch obwohl sich an der rechtlichen Gleichstellung der Frauen sehr viel getan hat.
00:03:22: also Frauen sind mehr oder weniger den Männern gleichgestellt Aber das gelebte Leben sieht anders aus.
00:03:30: Also ich möchte nur darauf hinweisen, dass Österreich eine erschreckende Anzahl im Vergleich zu Europa an Femiziden aufweist.
00:03:40: Ein recenter Caritas-Bericht hat zu Tage gebracht, dass zwei Drittel der Personen die am oder unter der Armutsgrenze leben Frauen sind.
00:03:53: Das heißt armut ist weiblich.
00:03:56: Dazu kommt, dass man beobachten kann das man versucht Frauen zunehmend wieder in traditionelle Familienmodelle zurückzudrängen.
00:04:07: Es wird von Herdprämien gesprochen.
00:04:10: Das bedeutet, dass Frauen wieder vom Arbeitsmarkt sozusagen sich zurückziehen sollen um wieder die sogenannte Familienarbeit zu erledigen die natürlich unentgeltlich ist und dann in die vorhin zitierte Altersarmut führt.
00:04:29: Das setzt die Kunsthistorikerin und Ausstellungskuratorin Sabine Feldner einen Gegenpart!
00:04:35: Die Kunst ist, wie wir wissen ein seismographter Gesellschaft und zeigt oft lange bevor eine Gesellschaft Probleme tatsächlich wahrnimmt auf das Dinge sozusagen im Umbruch sind.
00:04:51: Das Projekt ist so aufgebaut es geht immer darum eine Gruppe österreichischer KünstlerInnen die sich mit dieser Problematik im weitesten Sinne beschäftigen, in einen Dialog treten zu lassen.
00:05:05: Mit Künstlerinnen des jeweiligen Gastlandes und so war es auch in Sagreb am österreichischen Kulturforum dort.
00:05:12: Und das entsteht meistens ein lebhafter Austausch zwischen den Positionen.
00:05:19: Diese Ausstellung reist jetzt zwei Jahre durch die Welt Eine Art Showdown erleben.
00:05:31: Und zwar, im Jahr die Intakt ihr fünftigjähriges Gründungsjubiläum.
00:05:38: Künstlerinnen der Intakt sind auch bereits auf dieser Reise eingebunden Und siebenundzwanzig werden dann alle Ausstellungen, die zu sehen waren zusammengefasst.
00:05:48: So dass ein wunderschöner Überblick über die Auseinandersetzung mit Feminismus in Europa und weltweit gezeigt werden kann.
00:06:00: Blick in die Welt Das Auslands Kulturjournal In Zusammenarbeit mit der Sektion für internationale Kulturangelegenheiten des Außenministeriums.
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