Eine zweite Chance aufs Leben bekommst du nicht.

Show transcript

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00:00:08: In den Passionswegen erzählt uns heute Sylvie Möhringer von ihrem Leben mit schweren Depressionen.

00:00:15: Mehrmals hat sie versucht, sich das Leben zu nehmen.

00:00:18: Sollten Sie sich gerade

00:00:19: in einer

00:00:20: Krise befinden, könnte ein solcher Bericht ihre Situation

00:00:23: verschlimmern.

00:00:24: Hilfe finden Sie rund

00:00:25: um die Uhr kostenlos und anonym bei der Telefonseelsorge unter der Nummer unter.

00:00:32: Die folgende Sendung hat Monika Fischer gestaltet.

00:00:47: Wir sprechen heute über ein noch immer tabuisiertes Thema Suizid.

00:00:54: Ich möchte diese Sendung.

00:00:55: Bernhard Wittmann, Bernhard war mein Nachbar.

00:00:59: er hat mit Anfang zwanzig Suizide begangen.

00:01:02: ich habe ihn einen Tag davor gesehen vom Fenster aus, dreißig Jahre später frage ich mich Was gewesen wäre, wenn ich das Fenster geöffnet und ihn angesprochen hätte.

00:01:15: Und ob er dann heute am Leben wäre?

00:01:20: Was wir sagen und tun können um Menschen in einer Depression zu erreichen Das wird uns Sylvie Müringer in dieser Sendung erklären.

00:01:30: Sie leidet seit ihrer Jugend unter schweren Depressionen.

00:01:33: Irgendwann habe ich mal in der Küche gesessen hab zum Fenster hinaus geschaut Hab mich nicht mehr ausgekannt.

00:01:38: Da war auf einmal ein Suiziddruck da Und das war, das kam so unerwartet so.

00:01:45: Ohne Anlass kein Grund – ich meine man braucht keinen Grund dazu!

00:01:48: Aber so überhaupt von null auf hundert war es da.

00:01:52: Dann bin ich da gesessen und zum Fenster hinaus geschaut und da ist dieser irrsinnige Druck gewesen….

00:01:57: Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr... Es geht einfach nicht mehr und ich nicht gewusst was ich tun soll.

00:02:03: Da geht's nicht darum dass wir den Tod haben oder ich wollte nicht den Tod sondern ich habe nur das was war nicht mehr ausgehalten.

00:02:10: Ich wollte nur dass das nicht mehr ist.

00:02:13: Die ganzen Gedanken haben nur mal darum gekreist, dass ich es nicht mehr aushalte.

00:02:19: Diese Situation habe mich in einem Nebel gefüllt und ich kann mich sehr gut noch daran erinnern.

00:02:25: da gab's überhaupt nichts was ich nebenbei wahrgenommen hab sondern einfach nur dieser Druck der wie eine Nebelglocke über mir gehangen ist und ich gewusst habe.

00:02:33: das halte ich einfach nicht aus und das kann ich

00:02:36: nicht.".

00:02:37: Sylvie Müringer hat mehrmals versucht sich das Leben zu nehmen und ist unendlich froh, dass diese Versuche gescheitert sind.

00:02:47: Seit vielen Jahren engagiert sie sich in der Suizidprävention.

00:02:51: Gerade deswegen engagiere ich mich in dieser Sache sowohl für die Suizideprävention als auch bei den Selbsthilfegruppen oder bei der Patientenvertretung für die Betroffenen weil ich weiß, was ich manchmal gebraucht hätte oder was geholfen hätte und ich mir das wünsche für jeden der einzelne, den man damit erreicht.

00:03:14: Da ist schon

00:03:14: Geholfen.".

00:03:21: Was vor allem hilft, ist eines sagt Sylvie Möhringer reden, reden und nochmal reden.

00:03:28: Deshalb wollen wir es in dieser Stunde tun darüber reden.

00:03:33: Sylvie Müringer wird uns erzählen, was sie sich in ihren Krisen gewünscht.

00:03:38: Was sie gebraucht hätte.

00:03:40: Sie wird mit uns auch darüber sprechen, was der Suizid eines Menschen mit dessen Angehörigen macht und sie wird uns sagen, was für sie zum Lebensretter geworden ist.

00:03:54: Jetzt gleich wird sie beschreiben wie sich eine Depression für sie anfühlt damit wir überhaupt begreifen können worum es hier geht.

00:04:04: Ja, ich habe mir nie vorstellen können dass das jemals aufhört.

00:04:11: Aber auch es fühlt sich alles etwas unbeweglich an fast wie... Ich hab' das oft verglichen als ob in Plexiglas Enggossen bin oder in so einem Sultz- oder Schilé vielleicht ein bisschen wackeln kann aber im Endeffekt mich ziemlich unbeweglich fühle.

00:04:34: Und da braucht es wirklich von außen jemanden, der so lange daneben sitzen bleibt bis das Schile weg schmilzt.

00:04:45: Oder hilft das Schiele weg zu tun oder einfach da ist dass man nur weiß man is dann nicht alleine.

00:04:52: und auch wenn man eine lange Zeit sich nicht vorstellen kann wenn mir jemand Wenn da jemand daneben ist und ich höre eine Stimme, die sagt es gibt andere Möglichkeiten.

00:05:02: Du wirst das sehen wir werden welche finden und es gibt was anderes.

00:05:06: Das ist irgendwie man will ja nicht dass es zu Ende ist aber wenn überhaupt nichts anderes als nur dieses eine end vom Tunnel mehr gibt dann dann ist man wirklich darauf angewiesen dass von außen jemand kommt und einfach nur sagen hier ist wer oder Wirklich sagt, was ist mit dir?

00:05:28: Ich mach mir Sorgen und mich ganz direkt drauf anspricht.

00:05:31: Weil oft ist es wie eine Erlösung wenn jemand einem zum Reden ein Leth oder auffordert.

00:05:39: Sylvie Müringer wird uns später ganz konkrete Tipps geben, was wir in so einer Situation sagen können – und was wir nicht sagen sollten!

00:05:50: Zuerst wollen wir ihre Geschichte hören.

00:05:53: Aufgewachsen ist Sylvie Müringer in Wien gut situiert, mit ihren Eltern und ihren zwei jüngeren Schwestern.

00:06:00: In ihren Jugendjahren machen sich die Depressionen erstmals bemerkbar.

00:06:06: Es hat sich am Anfang eher durch körperliche Missstände oder körperlichen Erkrankungen ausgedrückt.

00:06:13: Also ich habe einmal mehr als die Hälfte eines Schuljahres versäumt weil ich ständig krank war.

00:06:23: Ja, dann war ich mit ungefähr vierzehn Jahren in Paris und hab dort Ferien, Schuljahr-Ferien verbracht.

00:06:31: Und habe dort auf einmal kennengelernt.

00:06:33: die Dinge laufen anders als ich das in Wien gewohnt war.

00:06:37: Ich bin auf einmal total stark und gesund und lebensprühend da zurückgekommen und dann hat mich Wien wirklich fast erschlagen wieder.

00:06:47: Naja jeder hat so sein Schicksal.

00:06:49: ja man nutzt ja nicht.

00:06:52: Es fußte eigentlich in Familienereignissen, die eine nicht-zerglückliche Kindheit.

00:07:02: Obwohl ich gelernt habe – Ich hatte eine glückliche Kinder!

00:07:04: Das hat man mir immer erzählt und so nach sieben, acht Jahren bin ich darauf gekommen dass es in meiner Kindheit an Jugend viel Entwertung, Misshandlung und Missbrauch gegeben

00:07:18: hat.".

00:07:20: Nach sieben oder acht Jahren Psychotherapie meint Sylvie Möhringer.

00:07:25: Sie beginnt mit der Therapie, als sie Anfang dreißig ist und kurz vor ihrer Hochzeit steht.

00:07:31: Davor hat sie ihren Zustand als gegeben hingenommen.

00:07:35: Ich habe auch lange nicht erkannt – damit finde ich mich ein bester Gesellschaft mit vielen anderen Betroffenen – die eigene Befindlichkeit, die eigene psychische Gesundheit.

00:07:47: Ich werde nie auf die Idee kommen, das überhaupt zu hinterfragen!

00:07:51: Weil ich keinen Vergleich hatte, wie es anderen geht.

00:07:54: Ich hab noch gemerkt, wie's mir geht.

00:07:56: Also zur Tage lang ist dauerweinend manchmal ... Ich habe nicht gewusst, dass das andere nicht haben und auch ein Symptom einer Erkrankung ist.

00:08:06: Das hat sehr lange gebraucht bis es dann eine Diagnose

00:08:09: gab.".

00:08:11: Sylvie Müringer versucht das erste Mal sich das Leben zu nehmen – und schämt sich danach so sehr, dass sie niemandem davon erzählt.

00:08:21: Dabei hätte er sehr gut getan, darüber zu reden.

00:08:25: Nach zehn Ehejahren lässt sich Sylvie Müringer schreiden und stürzt danach in eine tiefe Krise.

00:08:33: Das Verhältnis zu ihrem Ex-Mann ist schwierig – die gemeinsame Tochter leidet massiv unter der Situation vor allem seit ihr Vater eine neue Freundin hat und deren Tochter mit ihr um die Gunst ihres Pappers konkurriert!

00:08:47: Sylvie Möhringer sucht für ihre kleine Tochter und für sich ein Stückchen heile Welt, und zieht mit ihr in einen kleinen Ort im südlichen Niederösterreich.

00:08:57: Ich bin dort hineingefahren also da die Marie-Zelle Brunnenstraße und einen Stückelwert auf der Seite.

00:09:02: und dann gibt es so ein ganz kurzes Tunnel wo man in den Tal hineinfährt.

00:09:05: und über zwanzig Jahre später ist es mir jedes Mal wenn ich durch dieses Tunnel gefahren bin, so gegangen wie als Kind wo ich Märchen gelesen habe.

00:09:14: und dann ist dieses Märchental ein Kessel versteckt hinter einem Berg.

00:09:19: Und das hab' ich mir jedes Mal gedacht es ist Märchenland!

00:09:22: Das hat auf mich gewartet und das hat mich in Empfang genommen.

00:09:26: der Ort heißt St.

00:09:27: Egid und die Egide ist ja der Schutz und ich bin mir dort wirklich wie beschützt vorgekommen.

00:09:35: Ich habe mir da ein wunderschönes Jugendstil ausgekauft mit Der Garten war direkt am Bach, mit einem Zugang zum Bach.

00:09:44: Das heißt da bin ich staunend lang gesessen und habe wirklich Seele baumeln lassen und dort nur mehr Regeneration, Rekreation gesund werden irgendwie auch nicht.

00:09:57: Und dann auch weil ich dort natürlich nicht mehr arbeiten konnte für mich den zwar einen finanziellen ziemlichen Rückschritt gehabt aber in den Luxus gespürt die ganze Zeit mit meinem Kind verbringen zu können

00:10:10: Die Idylle in dem malerischen Ort, das schöne Haus der herrliche Garten am Bach und ihre neue Beziehung bewahren Silvia Möhringer aber nicht vor der Depression.

00:10:22: Naja ich habe insgesamt um das jetzt kurz zu machen drei Offenthalt auf der Psychiatrie hinter mir weil die Depressionen so heftig waren Und ich wusste nicht dass das Depressionen sind.

00:10:36: Ich hab mich da draußen wieder eine Therapeutin suchen wollen war aber nicht einfach, weil dort gibt es so gut wie niemanden.

00:10:43: Und dann habe ich endlich eine an Telefon erreichten die gesagt naja in den nächsten drei vier fünf Monaten wird schon einen Platz geben.

00:10:52: und ich war da mal eben gesagt ja wenn's mich dann noch gibt okay aber mir geht auch das überstehe ich nicht Irgendwie diese Tränglichkeit erfasst und hat gesagt, wie sonst war es?

00:11:04: Sie kommen nächste Woche zu einem Erstgespräch einmal vorbei.

00:11:07: Und dieses nächste Woche – das war nicht mal eine Woche – habe ich mir gedacht okay, das schaffe ich auf jeden Fall!

00:11:15: Und die hat mich dann zugeredet und da gesagt sie lassen sich helfen, lassen sie sich einmal für ein paar Wochen stationär wo aufnehmen Und auch das, wenn man sich nicht vorstellen kann was das ist.

00:11:28: Das habe ich heftig abgewährt weil ich mir gedacht habe Psychiatrie, das ist ja einer Flug über das Guckusnester oder sowas sind diese Richtungen.

00:11:35: es ist ja ganz anders in Wirklichkeit.

00:11:39: Das erste Mal war ich in Egenburg im Waldviertel und das war keine Psychiatri in dem Sinn sondern das war eine psychosomatische Abteilung damals eine der ersten in Österreich und das hat mir wirklich, wirklich gut getan.

00:11:55: Ich habe da viel gelernt auch was man selber machen kann.

00:11:59: dort wurde eine ordentliche Diagnose, ich glaube viele diagnostische Stationen durchlaufen um sich einmal anzuschauen was ist Fakt?

00:12:11: Und die entsprechende Medikation einzuführen weil das ist ja das nächste Vorurteil Psychopharmaker, da hört man ja nur das verändert den Menschen.

00:12:21: Das macht einen Sonnenbeer aus dir und diese ganzen Dinge die zwar nicht von dir sind aber wo man so ein bisschen was hört unter die Ängste hat.

00:12:29: Ich sage heute, wenn ich mir den Fußbrecher oder so irgendwas am G-Apparat habe dann nehme ich sehr wohl einen Stock solange bis ich wieder normal gehen kann.

00:12:37: Das ist eine Krücke und eine Hilfe!

00:12:40: Und das ist einer der Hilfen die jeder gut annehmen sollte weil sie die meisten sind.

00:12:46: also abhängig machen sie gar nicht Sie verändern auch nicht.

00:12:49: Sie sind eine leichte bis mittlere Unterstützung als eine von mehreren Schienen die man fahren kann um da wieder dass es einem besser geht dass man gesund wird.

00:13:45: Sylvie Müringer musste erst lernen, Hilfsmittel anzunehmen.

00:13:50: Aus Eckenburg kehrt sie gestärkt und gut gerüstet für eine nächste Krise nach Hause zurück – und wird gleich auf eine harte Probe gestellt.

00:14:02: Ich hatte inzwischen geheiratet und wie ich zurückgekommen bin, bin nicht drauf gekommen.

00:14:05: Mein Mann ist fremdgegangen!

00:14:06: Und das macht halt irrsinnig viel mit einem.

00:14:10: Das dauert lange bis man mit solchen Dingen umgehen kann Und ich habe mir für mich nur gedacht, das war dieser Aufenthalt dort auf dieser Station.

00:14:20: Das war sehr schmerzhaft oft und ich hab da wirklich aktiv mitgearbeitet an mir dass ich aus dem herauskomme.

00:14:28: und dann habe ich mir gedacht und ich lasse es nicht so, dass irgendwas – und wenn auch der eigene Wann ist – mir das wieder kaputt

00:14:36: macht.".

00:14:37: sondern ich möchte mir das behalten und ich muss halt einfach meinen Umfeld oder den Umgang miteinander, oder was auch immer.

00:14:44: Und wir haben da sehr viel probiert und ich habe also dann eine für mich sehr gut gangbare Lösung gefunden weil ich gesagt hab, ich falle nicht sehenden Auge in das zurück, sondern ich habe jetzt viel gelernt und das wende ich an um den Kopf oben zu behalten.

00:15:06: Das gelingt Sylvie Möhringer.

00:15:09: Aber irgendwann kommt die Depression mit Macht wieder und noch etwas macht sich bemerkbar.

00:15:16: Bei mir ist zu einer ordentlichen Depression, da gehört auch dazu eine Persönlichkeitsstörung – das ist ein hässliches Wort!

00:15:26: Ich habe auch gebraucht bis ich das an mich heranlassen konnte und zwar von Borderline-Typ.

00:15:34: Nicht so klassisch, wie man das Kind mit Ärmeln Arme aufschneiden oder so.

00:15:38: Sondern es ist eigentlich eine Sache, wo man eine Persönlichkeitskonstitution oder Struktur, die eigenen Grenzen sieht nicht setzen kann oder schwer wahrnehmen kann und das erst lernen muss und vor allem mit Beziehungen Probleme

00:15:59: hat.".

00:16:01: Es ist entweder zu viel oder zu wenig, aber so eine ... Ich sage schon wieder das Wort normal.

00:16:07: Das sollte eigentlich nicht ein Tabu-Wort sein.

00:16:12: Aber in einem lebensnahen Verhältnis, die etwas zu leben ja auch mit aufs und abts, aber nicht total extrem.

00:16:26: Und das war eben immer mein Problem und kaum haben es als Beziehungsschwierigkeiten oder Beziehungsabbrüche gegeben, bin ich in riesen Löcher gefallen.

00:16:36: Ich habe damit nicht gescheit umgehen können.

00:16:41: Ich hab eine Zeit lang dann zwei Beziehungen so halbwegs überdacht und irgendwann einmal ... Da waren doch die Pubertät meiner Tochter dabei.

00:16:54: Ich wusste schon, ich bin Borderlinerin und wie die Ticken und was da die Gefahr ist.

00:16:59: Und meine Angst war eigentlich dass ich irgendwann einmal zu so einem drastischen Beziehungsabbruch zu dem man als Borderliner hier neigt das sich da bei meiner Tochter gegenüber mal auf die Idee kommen könnte.

00:17:14: Das wäre ein Horrorszenario gewesen, nämlich ich muss blitzartig etwas machen damit ich da wieder in eine gesundes Fahrwasser komme.

00:17:25: Sylvie Möhringer holt sich Hilfe.

00:17:28: Die bekommt sie diesmal auf der psychiatrischen Abteilung des Landesklinikums Mauer bei Amstetten

00:17:55: Parg, wenn man da weitergeht immer wieder kommt ein versteckter Pavillon.

00:17:59: Eine entzückende Jugendstilkirche.

00:18:01: also allein das dort spazieren gehen kann und ihm schon gesund machen.

00:18:05: Das hat mir wirklich gut getan.

00:18:07: Das haben wir sehr, sehr gut getan.

00:18:09: die haben mich auch medikamentös viel besser und feiner noch einstellen können.

00:18:14: Und ich habe damals gesagt Suizid Gedanken ist halt eine Zeit nicht mehr.

00:18:19: es waren eher so die Aggressionen oder der Auto-Aggressionen.

00:18:24: aber Suizid war kein Thema zu dem Zeitpunkt.

00:18:28: Etwa zehn Wochen verbringt Silvi Mühringer in Mauer.

00:18:31: Es geht ihr sehr gut, als sie an einem Oktober-Tag zurückkehrt, ihnen schönes Haus in Sankte geht.

00:18:39: Und irgendwann einmal bin ich in der Küche gesessen und hab zum Fenster hinaus geschaut und habe mich nicht mehr ausgekannt.

00:18:44: Da war auf einem Suizidsdruck da... ...und das kam so unerwartet so!

00:18:51: Ohne Anlass kein Grund, ich meine man braucht keinen Grund dazu.

00:18:54: Aber so überhaupt von null auf hundert war das da!

00:18:59: Aber ich muss dazusagen, ich hatte vorher vor meinem ersten Psychiatrieaufenthalt habe ich einmal eine alte Neurologin am Psychiaterin.

00:19:08: bei der war ich und die hat das damals irgendwie meine Suizidalität erkannt etwas, was mir sehr zu denken gegeben hat mitgegeben.

00:19:18: Sie gesagt ein Kind oder ein Angehöriger besonders das eigene Kind kann nicht damit leben oder umgehen wenn sich das Elternteil des Leben nimmt weil was bleibt?

00:19:28: bei dem kind war immer diese Frage ich bin nicht genug geliebt

00:19:32: worden.

00:19:33: hätte sie mich genug gelieben dann wäre es sie beim wegen mir da geblieben.

00:19:38: und damals habe ich obwohl ich nicht gewusst hab wie das umsetzen wär die Entscheidung getroffen Suizid kommt für mich nicht in Frage, weil ich nicht möchte dass meine Tochter in so eine Situation kommt da ihre Mutter irgendwie nach einer sich suizidiert habenden Mutter über zu bleiben.

00:19:57: Das heißt auf deiner Seite habe ich gewusst diese Entscheidung habe ich getroffen und da fährt der Eisenbahn drüber, das ist so.

00:20:04: Und auf der anderen Seite noch bitte was machst denn da?

00:20:06: Dann bin ich da gesessen, hab zum Fenster hinaus geschaut und da ist dieser irrsinnige Druck gewesen... Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr!

00:20:13: Es geht einfach nicht mehr und ich nicht gewusst was ich tun soll.

00:20:18: Da geht es nicht darum dass man den Tod hat oder ich wollte nicht den Tod sondern ich habe nur das was war nicht mehr ausgehalten, ich wollte nur dass das nicht mehr.

00:20:27: Ich habe mir auch nicht überlegt, was ich und wie ich es mache.

00:20:29: Ich habe nur gewusst dass ich es haltig nicht mehr, also das geht nicht mehr.

00:20:34: Die ganzen Gedanken haben nunmehr darum gekreist, dass ich Es nicht mehr aushalte.

00:20:39: Die ganze Situation, ich habe mich in einem Nebel gefühlt.

00:20:44: Und ich kann mich sehr gut noch daran erinnern da gab es überhaupt nichts was ich nebenbei wahrgenommen hab sondern einfach nur dieser Druck der wie eine Nebelglocke über mir gehangen ist und nicht gewusst habe.

00:20:54: das halte ich einfach nicht aus und das kann ich

00:20:57: nicht.".

00:20:59: Aber dann erinnert sich Sylvie Müringer an einer Strategie diese Jahre zuvor erfolgreich angewandt hat um mit dem Rauchen aufzuhören.

00:21:08: Da habe ich irgendwann einmal so einen Satz aufgefangen, nur für heute.

00:21:15: Und das habe ich einmal auch erfolgreich angewendet beim Rauchenaufhören wo ich gekackt hab, nur diese eine Zigarette jetzt die brauche ich nicht auf dich solange erzählt habe Die zweite dritte dahinter, da ist überhaupt kein Thema und das interessiert mich nicht, sondern diese eine die jetzt kommt.

00:21:30: ganz kurzfristig auf die eine konzentriere ich mich und versuch dieses Gefühl für ihn mir zu erzeugen, dass ich die nicht brauche.

00:21:38: Dass ich auf diese gerne verzichten

00:21:40: kann.".

00:21:42: Weil die übernächste, wenn ich die eine gerade bewurzelt ist, die drauf folgende... Das ist kein Thema!

00:21:49: Und so ähnlich habe ich es gemacht mit dem.

00:21:51: Da bin ich dann beim Fenster hinaus geschaut und da war der Bach und eine Brücke und viel Gestreiche und Natur und so.

00:21:59: Ich habe mich dann gedacht, eine Stunde, noch diese eine Stunde halte ich durch Die Strunde hat sechzig Minuten, da habe ich genug zu tun diese Strunde durchzuralten.

00:22:09: Diese Strunde die halte ich auf jeden Fall durch.

00:22:12: Die nächste ist schon wurscht und ja dann es.

00:22:16: das hatte ich glaube fünf sechs Wochen gedauert, hat lang gedauerd.

00:22:19: Das ist ein Marathon der Schwersinn, das ist wirklich... Und dann wurde es schlimmer und dann habe ich mir eine halbe Stunde haltig noch durch.

00:22:27: Diese halbe stunde noch!

00:22:28: Und dann waren es Viertelstunden.

00:22:31: Dann habe ich mir gedacht, mehr als Viertelstunden kann ich nicht mehr runtergehen.

00:22:34: Da habe ich weiter diese Viertellstunde gezählt und die nächste Viertlstunde und wieder eine Vierteltunde.

00:22:39: Da war einmal was weg!

00:22:41: So plötzlich wie das angefangen hat, so plötzlich war das dann weg... Ich hab es natürlich in dieser Situation verabseimt gehabt zum Facharzt zu gehen oder zu einer Therapeutin.

00:22:54: Ich habe mich da nur noch zur Hause eingegraben und habe gar nichts mehr.

00:22:59: Aber später habe ich das dann dem Facharist erzählt offensichtlich Auswirkungen von einer Medikamentenumstellung.

00:23:10: hätten sie etwas gesagt, da hätten wir dann so leicht helfen können damit.

00:23:15: Ich habe gesagt ja aber und darum verstehe ich das weil ich das selber erlebt habe so gut dass man... Suizidale Einengung, wo man wird in einem Truntelblick nichts anderes rundherum mehr wahrnimmt und auch dadurch keine anderen Ideen mehr bekommt.

00:23:31: Es sich nur mehr auf dieses Thema zu konzentrieren – das wird halt immer enger, enger.

00:23:37: Und da ist das Umfeld gefordert!

00:23:39: Also wenn ich zum Beispiel bei irgendeinem Mitkrieg, der iddelt sich ein oder der ist irgendwie ... dann spreche ich den einfach ganz direkt drauf an.

00:23:51: Wenn mich jemand darauf angesprochen hätte, das wäre wirklich wie ein Türöffner gewesen.

00:23:58: Ob man was Angestautes oder einen Wehr hochgezogen hätte, dass der Druck abfließen kann?

00:24:05: Was können wir sagen zu jemandem dem es so schlecht geht dessen Zustand wir vielleicht überhaupt nicht verstehen?

00:24:13: Silvi Müringer schlägt Folgendes vor

00:24:16: Da kann man zum Beispiel sagen du immer bei sich selber bleiben, ich habe den Eindruck oder ich mache mir Gedanken um dich.

00:24:24: Ich hab Sorge dass du dir was antun könntest oder ich habe Sorge um dich.

00:24:28: geht es dir nicht gut?

00:24:29: Oder erzähl mal!

00:24:31: Ich habe den eindruck Du brauchst Hilfe oder Gespräch, ich kenne sowas oder einfach nur Nicht du bist so und so sondern ich mach mir Sorgen oder ich möchte gerne mit dir reden oder ich habe Gedanken, dass mir etwas sein könnte.

00:24:56: Wenn jemand das abwehrt dann hat man zumindest versucht aber ich würde dann dranbleiben und einfach sagen komisch ich hab immer noch ein merkwürdiges Gefühl ist alles in Ordnung?

00:25:08: Ich mache mir wirklich konkret Sorgen.

00:25:10: hast du vor dir was anzutun?

00:25:13: Ganz direkt darauf ansprechen weil in dem Moment wo etwas ausgesprochen ist verliert diesen Diese Spannung und diesen Druck, das macht dem anderen auch ganz leicht geöffnet ihm die Möglichkeit entweder nur ja oder mit dem Kopf zu nicken.

00:25:32: Oder in irgendeiner Form darauf zu reagieren.

00:25:35: Und wenn ich dahinter bleibe und sage aber wirklich du ernsthaft Ich mache mir schon seit aller Zeit oder ich mach mich wirklich Gedanken oder es bedrückt nicht der Gedanke Du könntest dir was antun.

00:25:46: bitte redet mit mir und sag mir ob da was dahinter ist.

00:25:53: Damit zeige ich dem anderen auch, dass es mir um ihn geht, dass er niemandem egal ist und dass es einfach dem Umfeld auffällt, das es dem Umfeld wichtig ist weil auch das nimmt man nicht mehr wahr wenn man in diesem Tunnel ist.

00:26:10: Ansprechen was wir wahrnehmen Nachfragen dran bleiben Und dem Menschen der so strudelt und taumelt sagen Du bist mir wichtig Und ich bin für dich

00:26:23: da.".

00:26:25: Sylvie Müringer wird uns nachher auch noch raten, was wir in so einer Situation nicht sagen sollen.

00:26:32: Vorher rollen wie ihre Lebensgeschichte weiter aus.

00:27:46: Sylvie-Müringers Tochter beginnt sich die Arme zu ritzen und sich auf andere Weise selbst zu verletzen.

00:27:53: Sie malt der schreckende Bilder und schreibt darunter Sätze wie Ich will den Tod.

00:27:59: Letztendlich verbringt sie einige Monate auf der Kinderpsychiatrie im Wilhelminen-Spital.

00:28:05: Das sind wirklich Sachen, wo ich manchmal am Rand meiner Kräfte war aber interessanterweise in dem Moment wo ich wusste ich muss fürs Kind da sein oder die braucht mich jetzt weil wenn ich sie verlasse ... Da war kein Suizidruck weil ich genug zu tun und zu organisieren und zu machen hatte vielleicht auch eine Aufgabe gesehen habe.

00:28:31: Ich habe so gespürt, dass sie mir mit dem Tod auch liebäugelt oder mit dem sich extrem verletzen zu wollen.

00:28:37: Oder vielleicht auch kein Gespür dafür haben.

00:28:39: wie viel darf sie sich verletzten?

00:28:41: Wann geht's letal aus?

00:28:44: und ein paar Mal war ich knapp davor in ihrem Tagebuch zu lesen weil das für uns immer mal eben gesagt wurscht was du irgendwo liegen lässt.

00:28:59: Respekt vor der Persönlichkeit des anderen zu tun, dass sie so viel Vertrauen haben kann.

00:29:04: Dass sie ihre persönlichsten Intimstentaten liegen lassen kann und einfach weiß ich schaue da nicht hinein.

00:29:11: Nur ich habe mit mir ein paar Mal gerungen wo ich mir gedacht hab wenn es wirklich darum geht im letzten Moment mein Kind noch von irgendwo rauszureißen würde ich sogar diesen Vertrauensbruch begehen.

00:29:23: Ich bin so froh das ist nicht notwendig war.

00:29:26: Ich glaube das ist gemacht hat Aber das ist Gott sei Dank gut gegangen.

00:29:34: Ich glaube, dass ich wirklich viel Glück hatte, dass da – ja, das haben wir Gott sei dank

00:29:41: überstocht.".

00:29:44: Die Tochter ist mittlerweile knapp dreißig.

00:29:47: Sie lebt ihr Leben hat einen Job eine Beziehung und ein gutes Gespür dafür entwickelt in welchen Situationen sie sich besser therapeutische Begleitung

00:29:56: holt.

00:29:57: Sylvie Möhringer ist sehr dankbar dafür, dass es ihrer Tochter gut geht.

00:30:02: Was es bedeutet wenn sich das eigene Kind das Leben nimmt hat sie durch ihren letzten Lebenspartner erfahren – erst vor eineinhalb Jahren verstorben.

00:30:13: Sylvie Mühringer erinnert sich noch gut daran wie er seine Tochter ihr Gegenüber zum ersten Mal erwähnt hat.

00:30:20: Ganz am Anfang hat er mir erzählt, er hatte eine wunderbare Tochter die mit achtzehn auf tragische Weise verstorbt Ein Thema, über das er noch nichts erzählen möchte.

00:30:32: Das habe ich natürlich immer akzeptiert und dann habe ich mir natürlich überlegt meine war gerade damals knapp vor dem sechzehnten Geburtstag, also am fünften ein halbsechzehn.

00:30:44: seine ist mit achtzehn verstorben.

00:30:48: Da müssen wir auf jeden Fall reden drüber und ich möchte einfach wissen erstens einmal was ist passiert?

00:30:55: Und zweitens einmal, wie kann jemand der sagt ich habe meine Tochter auf tragische Weise verstorben.

00:31:01: Wieder eine Tochterstief-Dochter bekommen die jetzt dann auch in dieses Alter kommt und das macht mit jedem was.

00:31:13: Es hat sich dann herausgestellt, sehr dich das Leben genommen.

00:31:19: er hat erzählt er hat früher viel auch außerhalb von wegen gearbeitet den anderen Bundesländern oder auch in anderen Staaten als Eti-Profi.

00:31:33: Und hat aber viel erzählt von gemeinsamen Raadausflügen mit der Tochter und was er mit der Dochter unternommen hat, das hat sich für mich so angehört, als ob es ein sehr enges... Nicht nur von seiner Seite aus, sondern auch von einer Tochter aus, ein sehr enges Vatertochterverhältnis war.

00:31:50: Dazu auch die seine Erzählung dass sie ihm dann zu ihm gezogen ist.

00:32:01: Er hat auch erzählt, sie hat früher schon psychische Probleme anscheinend seit der frühen Pubertät gehabt.

00:32:09: War auch ein paar Mal auf der Kinder- und Jugendpsychiatrie Und Suizidalität scheint ein großes Thema gewesen zu sein.

00:32:18: Der Suizide seiner Tochter stürzte Silvi Möhringers Partner in einen tiefen Abgrund aus dem er nie ganz herausfand.

00:32:28: Er hat mir erzählt, er kann sich nicht mehr sehr viel erinnern dann.

00:32:32: Er war drei Jahre weg vom Fenster und hat sich nur noch in den Alkohol gestürzt weil er nichts mit dem Sicherung wahrnehmen wollte.

00:32:42: Und er hat auch erzählt dass er die Wohnung, die er mit der Tochter bewohnt hatte verlassen hat so wie sie war nichts mitgenommen hat also eine Jacke von ihr und alles andere dort gelassen hat dann drei Jahre immer geschaudert, dass er möglichst betrunken oder stockbetrunken ist um nichts mehr mitzukriegen.

00:33:06: und dann hat er erzählt.

00:33:07: Er hat sich nach drei Jahren selbst dann in Ips eingewiesen auf der Entzugstation und er hat gesagt dadurch das er sehr lange getrunken hat Alkoholiker bleibt man sehr nebenan auch wenn man dann abstinent ist.

00:33:29: es gab auch ein paar Rückfälle Und bei diesen Rückfällen, das war für mich so erschreckend.

00:33:38: Ich war überrascht davon, dass er nicht trotzdem sehr gut verständlich und flüssig und eloquent sprechen konnte oder reden konnte.

00:33:52: Ich habe ihn oft gefragt, wie er mit dem Tod seiner Tochter umgeht.

00:33:58: Das kann man bewältigen, das macht mal alles im Kopf und das geht schon!

00:34:01: Das muss man alles vom Kopf her angehen.

00:34:04: Techniker, Eithilern, Kopfmensch – das macht man alles von Kopf aus.

00:34:11: Und das kam auch sehr überzeugend rüber... Außer es war durch eine gewisse Promilgrenze irgendeine selbst erschaffene Barriere ausgeschaltet.

00:34:29: Da habe ich dann gesehen, der hat gelitten wie ein Hund, da hat er immer noch den Namen seiner Tochter gesagt ja und das und sie und man gedacht ist null von dem verarbeitet, null ist von dem bewältigt.

00:34:44: Er hat auch oft gesagt Er hat gewusst, dass die Gefahr sehr hoch ist.

00:34:49: Wenn sie es will wird er es nicht verhindern können.

00:34:52: Es kann sein, dass er es zweimal verhindert.

00:34:53: Es könnte sein, das er es zehnmal verhinderte oder zwanzig mal verhinderten.

00:34:58: Wenn Sie es wirklich konsequent möchte, wird er's einmal nicht verhindern

00:35:02: können.".

00:35:05: Das war ihm vom Kopf her klar!

00:35:07: Nur von Bauch und dem Gefühl her ist es einfach dieser verletzte Elternteil... der das nicht überwinden kann, dass sein Kind... ...das bei ihm gelebt hat.

00:35:24: Sein Leben beendet hat!

00:35:29: Das war für mich, weil mir kommen jetzt noch die Tränen, wenn er daran denkt.

00:35:31: Es war für ich schlimm, es praktisch so durch die zweite Hand mitzuerleben.

00:35:44: War wirklich brutal zu man schauen und man kann nichts machen.

00:35:50: vor allem man kann es nicht heilen.

00:35:53: Nicht, wo man sagt es wird besser im Laufe der Zeit.

00:35:55: Es wird nicht.

00:36:17: Die Angehörigen dieser one-tausend zweihundert zwölf Menschen werden ihr Leben lang eine nie verheilende Wunde in sich tragen.

00:36:33: Und die meisten von ihnen werden still leiden.

00:36:37: Sylvie Müringer berichtet, was sie ein Mann erzählt hat dessen Sohn sich das Leben genommen

00:36:43: hat.

00:36:44: Er hat vor allem erzählt wie Es ihn erschüttert hat, dass viele Leute, die davon gehört haben auf ihn zugegangen sind und ihm gesagt haben.

00:36:54: Bei mir ist das in meiner Familie, in meinem Freundeskreis war es auch.

00:36:58: Aber bitte erzähl es niemanden!

00:37:00: Also immer dieses Tabuisieren als ob sich ein Hinterbleibener dafür entschuldigen müsste oder schuldig fühlen

00:37:07: müsste.".

00:37:09: Dass solche Schuldgefühle aufkommen, sei normal sagt Sylvie Möhringer

00:37:14: Wenn sich aus dem Freund oder der Familie kreise jemand, den früher irgendwann verabschiedet und dann Suizid begeht.

00:37:21: Dann die meisten denken dran, ja gut habe ich ihm noch freundlich genug angeschaut?

00:37:25: Oder war das irgendwie zu harisch?

00:37:27: Das sind die normalen Überlegungen, die kommen und ich finde es auch gut dass man das zulässt.

00:37:33: Ich möchte wirklich eine Lanze brechen dafür, dass man mit diesem Thema ganz offen umgeht weil es ja zum Leben dazugehört.

00:37:40: Tod gehört grundsätzlich zum Leben dazu Das Suizid, es gibt andere Ausdrücke dafür die alle dem nicht gerecht werden.

00:37:48: Also wenn sich jemand das Leben nimmt, dass passiert viel öfter als man das eigentlich wahrhaben möchte und das passiert mindestens so unvorbereitet wie sonst.

00:38:01: ein tolles Fall, wenn nicht unvorbereiteter ist.

00:38:04: aber das kann man sich nicht vorbereiten umso besser ist es.

00:38:08: Beispiele hat davor, da hat jemand offen darüber gesprochen oder dort habe ich was gelesen.

00:38:14: Das passiert im Leben und da ist keiner Schuld.

00:38:17: oder da kann man nicht und vor allem nicht nach Gründen suchen sondern das ist einfach ein eigenes Verlauf der sehr tragisch ist.

00:38:30: und bevor ich jetzt immer viel Zeit darauf verwende das auseinander zu glauben, was kann die Ursache gewesen sein oder was hätte ich verhindern können?

00:38:43: Oder wie hätte ich vielleicht etwas machen können.

00:38:45: Das ist meistens sowieso sinnlos.

00:38:49: Würde ich eher dafür plittieren diese Zeit und Energie aufzuwenden den Hinterbliebenen für die Hinterblieberinnen dazu sein und denen Angebote zu

00:39:00: machen.".

00:39:01: Unterstützung finden Angehörige zum Beispiel in Selbsthilfegruppen wo sich Menschen treffen, die Ähnliches erlebt

00:39:08: haben.

00:39:09: Nähere Infos dazu finden Sie auf radio-klassik.at im Artikel zu dieser Sendung.

00:39:16: Was den Angehörigen noch helfen kann, sagt uns Sylvie Müringer jetzt – sie greift dabei wieder die Erfahrungen jenes Vaters auf, dessen Sohn Suizid begangen hat.

00:39:27: Er hat auch gesagt was geholfen hat Nämlich unter anderem, dass die Familie es ganz eng zusammengerückt und das zum Beispiel einer seiner Onkel gekommen ist und ihnen einfach einen Riesenhefensuppe vor der Tür gestellt hat.

00:39:45: Weil du da wie paralysiert bist.

00:39:48: Man weiß nicht wie die Zeit abläuft ob gerade vielzeit oder wenig zeit vergangen ist.

00:39:54: Da ist man wie in einer Schockstarre.

00:39:59: Alltäglichen Bedürfnisse des Lebens zum Beispiel, dass man essen muss.

00:40:03: Dass man trinken muss.

00:40:06: Das man schlafen muss.

00:40:09: Ja?

00:40:09: Dass man einfach auch Menschen braucht die dann dran bleiben und wenn sie sich fünfzehnmal oder zwanzig mal zurückgestoßen fühlen das heißt nein ich brauch dich nicht.

00:40:20: Nein es ist nicht einfach nur sagen Ich bin da Die auch akzeptieren, der kann vielleicht gar nicht reden oder der kriegt nur mit.

00:40:32: Da ist wer.

00:40:35: Meistens wissen es wer das war aber oft nicht einmal mehr.

00:40:39: Es war wer von der Familie.

00:40:45: Das ist wirklich wie eine fast tödliche Wunde für die

00:40:51: Hinterbliebenen.".

00:40:54: Es war das Wissen um diese Wunde dass Sylvie Müringer die Kraft gab sich für das Leben zu entscheiden.

00:41:03: Davon hat sie schon erzählt, als sie uns beschrieben hat wie sie sich in dieser Nebelglocke befand und von Stunde zu Stunde gelebt und so überlebt hat.

00:41:15: Sie betont es hier noch einmal denn diese Botschaft ist dir wichtig!

00:41:19: Sie kann auch für andere zum Lebensretter werden.

00:41:23: Wenn sie's auch nicht betrifft reden sie so oft wie möglich Darüber, dass es ganz wichtig ist, dass man das nicht machen darf.

00:41:32: Weil jeder hat einen Angehörigen und am allerschlimmsten wäre es für die Kinder weil kein Angehäuriger kann damit leben, dass jemand obwohl es diesen Angehöhrigen gibt der liebt er sich, der für ihn gerne etwas getan hätte, dass der trotzdem gegangen ist.

00:41:48: Und vor allem das ist nichts was leichter wird oder was schwächer wird dieser Schmerz sondern das ist eine Wunde die bleibt offen.

00:41:57: Das war für mich das Lebenszeitende.

00:41:59: Das habe ich einmal von einer alten Ärztin gehört, die mir das gesagt hat und das hat für mich diesen berühmten inneren Schalter umgelegt wo ich gesagt hab okay ich habe mich entschieden Ich will uns verrecken... Entschuldigung der Verrecknung, das ist im dem Zusammenhang aber ich will nicht auf gar keinen Fall dass meine Tochter das erleben muss oder mit so einer Wunde leben

00:42:22: muss.

00:42:47: Ob ein Mensch vorhat sich das Leben zu nehmen kann man leider oft nicht erkennen.

00:42:52: Aber es gibt Wahnsignale, wenn sich ein Mensch immer mehr zurückzieht und es schwieriger wird ihn zu erreichen – wenn er die Freude an Dingen verliert, die er immer gerne gemacht hat.

00:43:04: Wenn er verzweifelt, ängstlich oder hoffnungslos wirkt, die eigenen Werte infrage stellt, wenn sein Handlungsspielraum immer kleiner wird!

00:43:12: Wenn ein Mensch in einer Krise steckt, zum Beispiel eine Trennung hinter sich hat, eine schlimme Diagnose bekommen oder seine Arbeit verloren hat.

00:43:22: Oder wenn ein Mensch den Suizid mehr oder weniger konkret ankündigt – etwa durch Sätze wie Ich will nicht mehr oder Alles ist sinnlos.

00:43:32: und dann gibt es noch ein deutliches Warnsignal

00:43:37: Eine Geschichte wo man absolut hellhörig werden kann und sollte.

00:43:43: Wenn man bei jemandem eine Zeitlangmerktheit erzieht sich zurück, der wird ein bisschen merkwürdig und ich hätte ihn schon fast fragen wollen hast du vor dir was anzutun weil ihr das Glück habt?

00:43:53: aber da stimmt etwas nicht.

00:43:55: Und auf einmal blüht der Mensch auf, wird gelassen locker verschenkt ein paar Sachen und ist wie als ob es eine Last von ihm abgefallen ist.

00:44:06: Das kann sehr oft Ein Zeichen dafür sind, dass jetzt der Entschluss gefallen ist.

00:44:12: Ich mache es oft auf dieses Gedanke und die Planung und das ist am Anfang recht wage und kann dann konkreter werden.

00:44:21: aber wenn ein Mensch sich dann wirklich dazu entschieden hat ich mach's!

00:44:25: Dann steht ein Zeitpunkt fest, dann steht vielleicht der Ort oder die Art fest und dann werden die letzten Dinge geregelt.

00:44:32: Dann besuche ich noch wen und dann ist aber keine Last weil dann weiß ich was wie es weitergeht Und dann verschenke ich Dinge.

00:44:41: Also wenn da ganz plötzlich so ein Hoch zu bemerken ist, bitte Nachfragen!

00:44:48: Bitte, bitte nachfragen oder sagen bitte du bleibst in meinem Leben und du stillst dich nicht aus meinem Leben fort jemandem auch zu sagen wie wichtig du für mich bist oder dass sich dich in meinem leben haben möchte oder muss und direkt nachfragt.

00:45:08: Und weil uns das Nachfragen bei jemanden der scheinbar nicht angesprochen werden will, so schwer fällt gibt uns Sylvie Müringer noch einmal Tipps aus ihrer Perspektive.

00:45:21: Mir hätte geholfen wenn jemand unhoffgefordert auf mich zukommen und mir mehrmals nachdrücklich anbietet ich bin da du kannst mit mir reden oder mir auch sagt Ich mache mir um dich Sorgen.

00:45:42: Ich habe Angst, dass du dir etwas antun kannst oder ich kann nicht was für dich tun.

00:45:46: oder komm?

00:45:47: mach man miteinander einen Spaziergang?

00:45:49: oder oder mir den Blick in irgendeine andere Richtung gelenkt hätte.

00:45:57: zum Beispiel wir gehen miteinander nur fünf Meter und setzen uns auf ein Bankerl und das schaut ihr jetzt an.

00:46:03: beschreibt mir also irgendwas die Gedanken vielleicht auch umleiten und fordern.

00:46:10: Ich hätte gerne mit jemandem besprochen, welche Farbschartierungen von Grün sehe ich in diesem Busch?

00:46:16: Weil damit sind meine Gedanken von dem einen weg und auf etwas anderes gerichtet oder fokussiert.

00:46:22: Das hätte zum Beispiel gut geholfen.

00:46:25: Es gibt auch Dinge die wir zu einem Menschen in einer psychischen Krise nicht sagen sollten.

00:46:31: Grundsätzlich würde ich sagen eine.

00:46:33: Es ist wichtig zu verstehen, eine psychische Erkrankung.

00:46:38: Ist etwas anderes als wenn man sich, wenn sich jemand depressiv oder unglücklich fühlt und ein Liebeskommen hat zum Beispiel.

00:46:46: Dass das glücklich und unglücklich sein ist etwas was ja zum Leben dazugehört.

00:46:51: Es kann aber auch sein dass das krankhaft wird.

00:47:02: wäre für die Angehörigen wichtig zu wissen, es dann nicht zu banalisieren.

00:47:08: oder es gibt ein paar Kilo Sätze.

00:47:10: Man soll nicht sagen Gebiete reist ich zusammen weil das kann der nicht.

00:47:16: wenn's eine depressive Erkrankung ist, kann er das nicht?

00:47:22: Oder na geht es hat jeder schon einmal gehabt und so schlimm ist das nicht.

00:47:30: transportiert dem Erkrankten auf der einen Seite, ich nehme dich nicht ernst.

00:47:35: Imano du bist faul oder du bist bequem oder du solltest dich eben dieses berühmte zusammenreißen?

00:47:41: Oder ich glaube dir nicht!

00:47:45: Man kann ohne weiteres sagen Ich verstehe es nicht was mit dir ist.

00:47:48: Ich sehe aber das was mit ihr ist und es macht mir Sorgen.

00:47:52: Oder ich mache mir Gedanken drüber da muss man halt ganz groß irgendwie sondern einfach nur ein bisschen gestehen.

00:47:58: Ich weiß ja nicht was ich tun soll Ich weiß nicht, was dir helfen könnte.

00:48:05: Oder kannst direkt nachfragen soll ich irgendwo schauen dass sich für dich eine Hilfe findet oder einen Gesprächspartner finde?

00:48:16: Ich meine kommt der Fallen wie jemand gestrickt ist.

00:48:18: mir persönlich wäre es wahrscheinlich hätte es ein guter Anstoßer deine Hilfe gewesen wenn man jemand zwei drei große Blocks oder Notizbücher herlegt mit einem Stift und sagt schreib fang an zu schreiben Tagebuch oder Notizen oder so, dass man das irgendwie was rauslässt.

00:48:41: Weil alles was einmal gesagt oder geschrieben ist schon ein kleiner Brocken der nicht mehr alleine auf einem selber pickt.

00:48:49: Einer will vielleicht malen oder keine Ahnung oder braucht einen Boxsack wo er hintrischt?

00:48:56: Ich weiß es nicht!

00:48:57: Es gibt so viele... Aber ich würde sagen an der Angehörige nicht wegschauen Und wenn man wahrnimmt oder feststellt, da hat sich eine längere Zeit jetzt schon etwas so merklich verändert.

00:49:13: Nachfragen?

00:49:14: Gerne auch sagen die ich bin!

00:49:16: Da bin ich weit überfragt.

00:49:17: Aber keine Ahnung, da braucht man einen Fachmann.

00:49:20: Da gehen wir einfach zum Beispiel abklären.

00:49:23: Das ist ja für alle hilfreig.

00:49:24: das kann für den Betroffenen hilfrisch sein zu wissen Ich habe eine Diagnose oder nein, es ist Gott sei Dank noch nicht.

00:49:32: Aber ich beuge vor damit das nicht krankhaft wird und auch für den Angehörigen dass er sagt okay ich hab mich da jetzt nicht.

00:49:39: Der ist krank.

00:49:40: Ich konnte nicht wie einen, keine Ahnung, wie ein Simulanten- oder Tachinierer behandeln.

00:49:48: Damit verletze ich ihn.

00:49:49: Damit nehme ich die Krankheit auf die Schraffel und ja das verletzt

00:49:56: ihm.".

00:49:57: Wenn ich mit einem Armin Gips nach Hause komme, wird kein Mensch auf die Idee kommen zu sagen, gib bitte stöde nicht so.

00:50:05: Und genau das ist diese oft versteckte Botschaft, die sehr

00:50:09: verletzt.".

00:50:12: Zu wissen was los ist war für Silvi Müringer selbst sehr erleichternend?

00:50:18: In dem Moment wo ich wusste dieser Zustand der sich komisch anfühlt hat einen Namen Das entlastet schon.

00:50:29: Ich wusste, das ist Depression und eine Krankheit.

00:50:33: Das hat ja nichts mit einer kognitiven Beinrichtigung zu tun.

00:50:37: Meistens hat es etwas mit den Neurotransmittern zu tun, dass irgendwelche Botenstoffe von den Neueronen nicht so weitergegeben werden wie das im gesunden Zustand.

00:50:47: So wie wenn ich ein Blutbild nicht passt dann passt das auch nicht.

00:50:51: Und das kann man auch gut medikamentös unterstützen bzw.

00:50:57: Leben ist ja auch nichts Lineares.

00:50:59: Leben ist etwas mit auf und ab, und das nennt man Leben.

00:51:04: Und für jemanden der eine Depression durchlebt, geht das ganz heftig auf- und ab... Wenn ich schon weiß, wenn er Erkrankung heißt zu uns so, die fühlt sich so an, dann habe Fähigkeiten, also so meine Skills was ich machen kann zum Beispiel nur durchwarten oder ich koche mir eine Kanathe und zähle wie viel Tassen sich ausgehen irgendwelche Dinge die man da tut.

00:51:35: Also den Rückfall wenn es wieder einmal bergab geht rechts hätte ich ja kein.

00:51:41: ein Rückfall ist ja kein Beinbruch.

00:51:43: Ich mein das kann man jetzt nicht vergleichen.

00:51:45: aber Ein Rückfall is keine wahnsinnig schlimme keine tragische Sache weil Rückfall für mich etwas, dass diese Welle nach unten geht.

00:51:54: Dann gibt es unten ein Tal und die positive Nachricht dran ist wenn man ganz unten ist kanns nur mehr hinauf gehen.

00:52:01: Und dann geht's wieder mal nach oben.

00:52:02: und wenn man oben ist ja dann gefühlt man sich ja eh gut, da kann man sagen das kann ich mir jetzt erlauben, dass es ein bisschen bergab geht.

00:52:08: aber so diese Zuversicht...wenn ich mit der Zuversucht vor Augen halt Dass das zum Leben gehört und dass ich es jetzt schon kann.

00:52:19: Und wenn's wirklich sich schlimm anfühlt... Jetzt gehts wieder bergab, oder?

00:52:25: Ich bin wieder in einem depressiven Loch und Augen zu uns durchhalten und einfach nur abwarten.

00:52:34: Es geht vorbei!

00:52:40: Silvi Müringer kann mit ihren Depressionen mittlerweile gut umgehen.

00:52:44: Sie erkennt Warmzeichen und holt sich rechtzeitig Unterstützung.

00:52:49: Und sie lebt sehr gerne!

00:52:52: Mir geht es heute sehr gut, weil im Moment ist auch kein psychischer Druck da.

00:53:01: Ich sage aber heute – ich habe einige mit meinem Alter keine wundereufkörperliche Erkrankungen schon – aber lieber drei oder vier heftige körperlichen Erkankungen als eine seelische.

00:53:16: Und ich bin dankbar für jeden Tag, wo die Depression sich nicht bemerkbar macht.

00:53:22: Ich bin vor allem dankbar fürs sehr vieles was ich in diesem Zusammenhang schon gelernt habe und dankbar dafür dass es heute viel mehr Möglichkeiten gibt anderen Leuten zu sagen das das ist wie das is Und zum Beispiel, dass Leute mit Depressionen oder einer psychischen Erkrankung keine Alien ziehen.

00:53:41: Oder keine irgendwelchen Zombies.

00:53:44: Das findet eigentlich meistens im Kopf desjenigen statt.

00:53:46: der Grad was hört drüber.

00:53:48: Aber das sind Leute wie du und ich die halt gerade da ein Problem

00:53:52: haben.".

00:53:54: Seit vielen Jahren engagiert sich Sylvie Müringer von Menschen mit psychischenErkrankungen und in psychischen Krisen vor allem in der betroffenen Vertretung und in Selbsthilfegruppen.

00:54:05: Selbsthilfe lebt davon, dass die Menschen alle auf Augenhöhe jeder sitzt im gleichen Boot zu einem bestimmten Themen.

00:54:13: Es gibt so viele verschiedene Selbsthilfethemen.

00:54:18: das kann was Medizinisches sein das kann eine Lebenssituation sein das können auch tragische Sachen sein wie zum Beispiel die mich oft erschüttern, die Eltern nach dem Tod eines Kindes.

00:54:36: Wie man das auf, dass man einfach ein gemeinsames Thema miteinander hat und sich nicht ratschläge gibt sondern dem anderen zuhört wie er von sich erzählt und dadurch Hilfe zur Selbsthilfe leistet.

00:54:50: Weil die Selbsthilf ist, dass ich selber kann es machen und mir helfen.

00:54:55: Und wenn wir die Geschichte eines Anderen oder mit jemandem anderen darüber reden den Anstoß gibt oder einen Weg zeigt, dann ist das auch hilfreich.

00:55:06: Also das ist eine ganz niederschwellige Sache.

00:55:12: für die seelische Gesundheit heißt es auch für Menschen, da muss man nicht psychisch krank sein, sondern der zum Beispiel sagt ich habe eine belastende Situation oder die war es nicht wieder weiter soll um psychisch gesund zu bleiben und dass abdriften in eine Depression zu verhindern, zum Beispiel auch dafür ist die Selbsthilfe gut.

00:55:38: Sich Unterstützung zu holen ist kein Zeichen von Schwäche sondern von Selbstverantwortung.

00:55:45: Krisen und Depressionen betreffen viele Menschen und es gibt großartige Angebote, die gut helfen.

00:55:52: Wie Silvia Müringer gesagt hat Wenn das Blutbild nicht stimmt nimmt man Medikamente wenn man sich den Fuß verletzt nimmt man eine Krücke.

00:56:01: Nicht anders ist es, wenn man eine Depression hat.

00:56:04: Auch da gibt es Krücken im übertragenen Sinn.

00:56:08: Erste Anlaufstellen haben wir auf radioklassik.at verlinkt.

00:56:13: Rund um die Uhr anonym und kostenlos können Sie mit der Telefonseelsorge sprechen unter den Nummer eins vier zwei Und wenn sie jemanden kennen, der sich zurückzieht unnahrbar wirkt und verzweifelt Dann fragen Sie nach und bleiben Sie dran.

00:56:34: Wenn jemand, wie man Nachbar Bern hat an unserem Haus vorbeigeht

00:56:38: dann

00:56:39: machen wir das Fenster auf und fangen wir an zu reden Und erzählen wir Geschichten wie die von Sylvie Müringer weiter weil es ganz wichtig ist zu hören.

00:56:51: Es gibt Wege aus jeder Krise Und niemand muss diesen Weg alleine gehen.

00:56:58: Es gibt Unterstützung Es gibt viele gute Gründe, um zu leben.

00:57:06: Wir würden Tausende oder Zehntausend Gründe einfallen, warum man am Leben bleiben soll.

00:57:12: Das Wichtigste ist, weil jeder mindestens ein bis zwei Menschen hat die ihn lieben und die nicht mehr gut weiterleben könnten wenn du dir das Leben nimmst.

00:57:26: Wenn du zur Zitbe gehst Und zwar nicht nur dass der dass diese Menschen nur ein paar Jahre lang darunter leben, die kriegen das ihr ganzes Leben nicht mehr auf die Reihe und diesen Schmerz und diese Wunde heilen ein ganzes Lebenlang nicht mehr.

00:57:46: Ich bin so froh am Leben zu sein weil vor allem egal wie alt man schon ist, man weiß ja nicht viel das Leben noch für einen bereit hält.

00:58:02: Ich werde manchmal sogar von meinem Facharzt, zu dem ich immer noch regelmäßig gehe einfach nur zum Kontrolle haben.

00:58:08: Zum Psychiater.

00:58:10: Ich wäre also alle zwei drei Jahre mal von ihm gefragt wie das mit Suizidgedanken ausschaut und dann bin gesagt so... ...ich bin jetzt noch nicht siebzig!

00:58:17: Ich habe vor mindestens dreieinzehntig zu werden weil ich noch das und das und dass und so viele Sachen auch erleben möchte.

00:58:24: Noch Fragen?

00:58:26: Nein.

00:58:28: Und vor allem das weiß ja kein Mensch was noch alles im Leben für ihn bereit hält.

00:58:32: Das Allerwichtigste, was man sich vor Augen halten muss ist... Man hat nur ein Leben.

00:58:39: Ein einziges!

00:58:41: Und wenn man da einmal die falsche Entscheidung trifft und ich sage ganz bewusst es ist eine falsche Entscheidung sich gegen das eigene Leben zu entscheiden Es gibt keine zweite Chance auf dein Leben.

00:59:15: Passionswege Sie

00:59:37: würden eine Sendung von Monika Fischer.

00:59:39: Anlaufstellen für Menschen in Krisen haben wir auf radio-klassik.at verlinkt im Podcastbereich unter der Rubrik Passionswege.

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