Bühne und Leben - Martin Schwab im Gespräch
Show notes
Martin Schwab wurde vergangenen November mit dem Nestroy für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Er spricht mit Haide Tenner u. a. über den dichterischen Spaziergänger Robert Walser sowie über Anerkennung, Komisches und Abgründiges. Eine Sendung in Kooperation mit der Gesellschaft der Freunde des Burgtheaters.
Show transcript
00:00:00: Grüß Gott und herzlich willkommen zur zehnten Ausgabe der Senderei aus dem Wiener Burgtheater, die auf Initiative und in Kooperation mit der Gesellschaft der Freunde des Wieners Burgtheaters entstanden ist.
00:00:16: Durch die Sendung begleitet sie wieder Christoph Weltener.
00:00:20: Sie hören heute einen Mitschnitt vom vergangenen Sonntag, das war der Zweiundzwanzigste Februar.
00:00:25: In der Matinäum-Elf Uhr hat Heide Tenner im Prunk von Jedesburg theaters unter dem Motto Bühne und Leben begrüßt und musste gleich mit Bedauern beginnen.
00:00:45: Herzlich willkommen!
00:00:47: Heute bin ich tatsächlich froh dass die Zeit vorbei ist wo man die Überbringer schlechter Nachrichten ganz gerne mal geköpft hat.
00:00:57: Caroline Peters ist gesundheitlich sehr angeschlagen.
00:01:02: Hat heute Abend Vorstellung vom Ferienhaus, hat sich gestern auf die Bühne gequält für egal und sie wollte die heutige Abendvorstellung nicht gefährden.
00:01:13: das verstehe ich.
00:01:16: es hatte auch Leid getan aber es tut vor allem uns leid weil wir uns ja alle so freuen dass sie wieder da ist zurück aus Deutschland zurück in Wien zurück am Burgtheater.
00:01:28: Gesundheit kann man leider nicht planen und die Vorstellungen sind halt auch doch sehr wichtig.
00:01:34: Wir sind auch wichtig, aber Vorstellung sind noch wichtiger bitte.
00:01:40: Sie ist ja derzeit in drei Produktionen beschäftigt und ist mitten in den Proben zu weiters.
00:01:47: wir sind noch einmal davon gekommen Regie Bachmann beim Film würde man sagen eine Produktion in All-Star Besetzung Wenn man sich das anschaut.
00:02:00: Aufzureck, Rheinsberger, Petritsch, Strunk, Samarovski, Reinke, Augustin also direkterweise schon wir besetzt und daher ist natürlich wichtig dass die Frau Peters bald wieder ganz fit ist.
00:02:15: ich freue mich aber jetzt auf ein Gespräch mit Martin Schwab Ein ausgezeichnetes Ansammelmitglied im doppelten Sinn des Wortes Kamerschauspiller Ehrenmitglieder des Burgtheaters Joseph Keins Medaille, Goldenes Verdienstkreuz der Stadt Wien zwei Nestreus
00:02:34: und
00:02:35: im November bekam er den Nestreu für sein Lebenswerk.
00:02:40: Und bei diesem Anlass hielt die Laudatio Dr.
00:02:45: Alfred Längle Psychiater und Philosoph und ich finde das sehr bezeichnend für sie denn Martin Schwab tut mir zu einem unglaublich in acht und achtzig Jahren, das was er schon sechzig Jahre lang tut.
00:03:00: Er prägt die Theaterlandschaft durch eine fast philosophisch zu nennen der Hinterfragung jedes Textes und seiner Hintergründe und durch die psychologische Durchleuchtung der Figuren.
00:03:16: also war die Wahl dieses Laudators durchaus angemessen würde ich sagen.
00:03:23: In den fast vierzig Jahren die Martin Schwab nun am Brückteater ist, hat er unzählige Uraufführungen gespielt.
00:03:31: Bernhard Jelinek, Turini, Balmetshofer und
00:03:35: und und...
00:03:37: Und ist aus diesem Ensemble überhaupt nicht wegzudenken?
00:03:41: Sie dürfen überhaupt nie aufhören!
00:03:46: Schon die Antrittsvorstellung würde ich sagen.
00:03:50: also Das haben wir als Debüt hier am Burglärter, war der Theatermacher von Thomas Bernhardt und in diesem Stück gibt es ja den wunderbaren Satz das Theater ist keine Gefälligkeitsanstalt.
00:04:01: Sicher ein Leitsatz von Ihnen glaube
00:04:03: ich.
00:04:04: Wie ich
00:04:04: das so einschätze?
00:04:07: Es fängt damit an auf die Irritation kommt es an!
00:04:10: Wir sind nicht dazu da den Leuten eine Gefälligkeit zu erweisen dass Theater is keine Gefälichkeitsanstalt.
00:04:19: Das
00:04:20: ist ja richtig,
00:04:20: gell?
00:04:21: Ja.
00:04:22: Da da recht!
00:04:24: Da da rechts der Rad!
00:04:30: Als Sie das letzte Mal bei uns waren – also damals noch im Casino – da haben wir uns unterhalten über die Hexenjagd und auch über die Frage wie es passieren kann
00:04:44: dass
00:04:45: eine Gesellschaft innerhalb kürzester Zeit alle Parameter von Toleranz, Humanität, Nächstenliebe überbohrt wirft.
00:04:55: Diese Frage haben wir uns im Jahr zwei Tausend und sieben gestellt.
00:04:58: das ist jetzt neun Jahre her.
00:05:02: Haben Sie inzwischen eine Antwort gefunden?
00:05:04: Nein Vielleicht liegt es an der Menschseins.
00:05:09: sind die Menschen so So wie wir heute mit Trump leben müssen und früher unsere älteren Generation mit Hitler gelebt hat, man weiß gar nicht woher.
00:05:21: Ja gut, der Schoß ist immer fruchtbar.
00:05:26: Aber woher?
00:05:28: Vielleicht ist Frieden gibt es nur im Paradies und da haben wir uns ja selbst vertreiben lassen.
00:05:35: Lassen?
00:05:38: Nicht für den Damen!
00:05:44: Im Akademietjahr hatte vor Kurzem jetzt der Irrende Planet Premiere Ein Theaterabend nach Texten von Robert Weiser, vor allem basierend auf seiner Erzählung der Spaziergang.
00:05:59: Der Ignaz Kirchen hatte ein Solo-Programm viele Jahre lang mit diesem Text und er hat mir erzählt dass der Robert Weizer mit fünfzig in die Psychiatrie gekommen ist
00:06:12: Stift
00:06:12: mit Bleistift auf kleinen Zetteln noch ein Bittel, was geschrieben hat und dann nichts mehr.
00:06:17: Und gestorben ist er mit fifty-six auf einem Spaziergang im Schnee im Wald
00:06:25: am ersten Weihnachtsfeiertag
00:06:26: ja so wie er es in seinem ersten Normal schon beschrieben hat.
00:06:29: das finde ich ja irgendwie aufregend.
00:06:34: Er war Nicht sehr, nicht erfolgreich.
00:06:37: Also so wie Kafka oder Pessoa... Er war ein Trinker wie viele andere Autoren auch.
00:06:44: Er war als absoluter Außenseiter.
00:06:49: Aber der Hermann Hesse sagte über ihn, er habe eine magische Verliebtheit in die Sprache gehabt und er sagte wenn man viel Walzer liest wird man vielleicht ein besserer Mensch.
00:07:02: Sind Sie ein besserer Mensch geworden?
00:07:07: Daraus müsste ich schließen dass ich Walzer lese!
00:07:11: Ich nehme an, Sie haben sich mit der Figur beschäftigt.
00:07:13: Weil in dieser Theaterfassung dieser Erzählung ist es so dass die geschilderten Personen ihre Texte selber sprechen aber sie verkörpern ja den Poetenweiser der durch die Welt geht.
00:07:30: Also, müssen Sie sich ja mit seiner Figur beschäftigen?
00:07:32: Ja.
00:07:32: Aber ich habe mich natürlich nicht mit Walzer insofern beschäftigt als wenn wir jetzt einen Film drehen würden und ich würde auch mit Hut und Stock und Bärtchen und mit einem melancholisch wirren Blick so manchmal durch die Gegengehens.
00:07:46: und das war ein oder ist ein Mensch schlechthin, ein sensibler Einzelgänger betrachter Scheuer aber auch manchmal närischer oder so, obwohl Barbara Frey wollte keine Emotionen haben.
00:08:07: Also ja nicht eine biografische Schilderung sondern das sollte nur... wir sollten mehr Textbeförderer sein also gar nichts sein ja keine eigene Gestaltung zu haben.
00:08:25: Und das ist natürlich dann für die Zuschauer, ist es so am Anfang wahrscheinlich ermüdend oder und plötzlich ist man in einem Sog drin und nach eineinhalb Stunden ist es vorbei?
00:08:37: Und da bist du plötzlich ein anderer Mensch.
00:08:39: vielleicht gehst du an die Garderobe und sag ich möchte meine Garderoben!
00:08:42: Können Sie mich bitte... Danke schön.
00:08:45: Also man verlässt etwas geläutert oder in sich gegangen sein
00:08:50: Das Theater.
00:08:50: Geht den Publikum ganz genauso?
00:08:52: Ja,
00:08:52: ich beschreibe ja gar das
00:08:53: Publikums!
00:08:56: Die Schauspielern vielleicht auch... Ich hab jedenfalls... Es gibt so dieses neu modische Wort Entschleunigung und ich hatte den Eindruck dass dieser Theaterabend unglaublich entschleunigend wirkt.
00:09:09: man kommt sowieso sagen in einen richtigen Sog hinein und wird immer ruhiger.
00:09:14: es ist also eine spannende Geschichte.
00:09:17: ein Mensch geht durch die Welt und beschreibt diese Welt alles, was er sieht mit einem heiteren Grundton.
00:09:26: Weil er der Meinung ist, dass ein Spaziergang eine Inspirationsquelle ist.
00:09:31: Können Sie das nachdenken?
00:09:32: Ja sofort!
00:09:35: Und auch wenn Walter beschreibt im Spazieregang – aber da hat ja viele Kurzgeschichten geschrieben
00:09:42: usw.,
00:09:44: dass er dann plötzlich aus der Ferne würde eine Mädchenstimme Und da ist die Welt, wird sich ganz rein und so singen.
00:09:55: Das hat ja auch die Barbara Frey das so bei uns gemacht, in dem auch die Musik eine großartige Rolle spielt und auch die Lieder, die da gesungen werden von der Elisa ... Es hat alles mit der Stille, es hat alles Weg von dem Hass der Welt.
00:10:21: Und das weg vom Hass der Welten finden sie oft nur in Spaziergängen.
00:10:29: Also nicht, ich muss!
00:10:30: Der Berg ruft!
00:10:31: Nein, nein!
00:10:34: Sondern ja... Ich lass es geschehen und um die Ecke ist plötzlich ein Baum und dann ist da plötzlich so ein Vogel irgendwie so.
00:10:43: Ja, ja,
00:10:44: und er schildert ja also auch auch wirklich die kleinsten Kleinigkeiten, die er beobachtet findet unglaubliche Attribute für dich.
00:10:51: Also,
00:10:52: wie
00:10:52: ich schon sagte, behagliches Gemüse zum Beispiel.
00:10:55: also das sind so Wortkreationen, die amterlich sind.
00:11:00: wir sprachen davon dass er verrückt war, dass er Alkoholiker war ein Außenseiter war.
00:11:05: da sind alles Begriffe, die sehr oft mit der Kreativität in Zusammenhang gebracht werden oder wurden.
00:11:13: Ich gehe mal davon aus, dass das vom Geniebegriff des neunzehnten Jahrhunderts kommt wo sich Künstler immer so am Rande des Wahnsinns bewegen durften.
00:11:24: Gibt es das heute überhaupt noch?
00:11:27: Also gibt's zum Beispiel an Theater so richtige ordentliche Spinner?
00:11:30: Alkohol wäre vielleicht eher aber so Spinner?
00:11:33: gibt es das noch?
00:11:34: Naja, wenn jemand Spinner ist im medizinischen Sinne dann wird er ja mit Tabletten auch ruhig gestellt oder man kann über Verstorbene sagen.
00:11:46: Also genialer Spinner war Walter Spiedinger und auch eine geniale... Entschuldigung, Andrea Bred ist auch zwischen Genialität und Dingsbums so.
00:12:03: Nein, ich meine das ganz ernst!
00:12:06: Und viele Schauspielerinnen glauben ja wenn sie Alkohol trinken dann sind die auch schon genial.
00:12:15: Ist das
00:12:16: falsch?
00:12:17: Falsch, ja.
00:12:19: Heute würde mich sagen... Also dieser Weg zwischen Spinnen und Ungezogen sein.
00:12:32: Gibt es auch, oder gab's auch... Ich habe erlebt in meinen Anfangs-Theaterjahren, da waren das die spinnenden Regisseure, die haben deine Wut geregen haben dann auf der Probebühne die Telefone rausgerissen!
00:12:45: Und so wie Kurschoffer.
00:12:50: Das gibt heute nicht mehr.
00:12:53: Aber vielleicht gibt es noch so was wie Narenfreiheit.
00:12:56: Ich habe immer den anderen Künstlern verzeihen wir alle mehr als andere Menschen oder täusche ich mich da?
00:13:03: Nein, ich hab einen Kollegen gehabt aus der Steiermark und dann musste ich ab und zu beruhigen.
00:13:08: er sagt ich kann nichts dafür!
00:13:10: Ich bin eine Steiererbauer!
00:13:13: Also alles entschuldigt man kann nicht immer alles entsschuldigen das gibt ja auch Regeln.
00:13:22: Aber bei Künstlern im Schulding wird es vielleicht ein bisschen leichter als bei Ihnen.
00:13:28: Ja, darauf hoffen wir ja!
00:13:31: Aber das kommt vielleicht daher dass Sie auf der Bühne ja auch alles machen dürfen?
00:13:35: Das ist das Tolle.
00:13:36: also ich komme aus einer Familie wo die mit Kunst überhaupt nichts beruflich, mit Kunst nix zu tun hat von Pfarrern und Lehrern und Weingärten usw.. Natürlich prägt sich das in die Gene von einem ein und dann will man ja auch ein bisschen moderner sein.
00:14:02: Spinnert er sehr künstler?
00:14:07: Aber das konnte ich nicht, da habe auf der Bühne kann ich alles.
00:14:12: Und wenn ich auf der bühne alles kann, muss ihr nicht Angst haben auf die Bühnen zu kommen!
00:14:17: Also, jetzt habe ich Lampenfieber.
00:14:19: Nein!
00:14:19: Jetzt geht's
00:14:20: los!".
00:14:21: So und das ist tolle.
00:14:22: Aber es ist toll auf der Bühne alles zu tun?
00:14:24: Alles ja.
00:14:26: Alles.
00:14:26: Hilft
00:14:26: du sie im normalen Leben auch, dass man das alles dort abreagiert?
00:14:29: Ja also mit meinem Freund wirklich Alfred Längle hab' ich das auch besprochen Und ich habe gesagt Ich brauche dich als Therapeuten überhaupt nicht Weil ich kann mich auf die Bühnen ausleben Nicht gut?
00:14:43: Ja so
00:14:47: gerne mit Caroline Peters über das Ferienhaus unterhalten, dass heute Abend stattfindet.
00:14:53: Aber ich habe in dem Zusammenhang auch eine Frage an Sie.
00:14:56: Das Ferienhaus ist Simon Stone Familien-Epos über drei Generationen anhand von vielen Motiven von Ibsen und er erzählt die Geschichte einer Familie, die zwischen Schein und Sein lebt.
00:15:12: Die Fassade aufrecht erhalten will.
00:15:15: alles vertuscht bis hin zum Missbrauch.
00:15:21: Sie sind in einer sehr großen Familie aufgewachsen, sie waren acht Kinder.
00:15:27: Wie haben Sie das System-Familie erlebt und wo sind für Sie rein theoretisch gesehen natürlich die Grenzen der Loyalität der Familie gegenüber?
00:15:41: Ja ich glaube da gibt es keine Grenzen.
00:15:44: Familie ist Ja, im mafiosen Film der Partiz de la Familia.
00:15:52: Das ist natürlich
00:15:53: das Absoluteste.
00:15:58: Ich habe – das ist fast wie so ein bisschen Geständnis – wenn es hieß, wir gehen heute spazieren.
00:16:07: Oh Gott!
00:16:08: Mit sieben Kindern und mit sieben Geschwistern wäre ich viel lieber ein Einzelkind.
00:16:14: Die haben's gut.
00:16:16: Oder wenn ich sage, ja ich geh ins Kino heute als Fünfzehnjähriger und so... Ja ich gehe auch mit!
00:16:20: Ich gehe auch wieder!
00:16:23: Also da war die Familie eine Belastung.
00:16:31: Im Alter Wir waren acht Kinder.
00:16:35: Ich war der vierte von acht, also ich war der glücklichste.
00:16:38: Es gab die großen Vier und die kleinen Vier Und ich war den jüngsten von den großen Vieren.
00:16:44: Also ich durfte noch alles mitmachen Wenn getrennt wurde.
00:16:47: Die großen Viren gehen da, die Kleinten bleiben zu Hause Und meine Schwester Hildegard war die größte von den kleinen Viern Und dies heute noch ist sie beleidigt Benachteiligt.
00:17:02: Insofern hatte ich einen glücklichen Standpunkt.
00:17:07: Daher ist mein Blick auf die Familie immer ein glücklicher.
00:17:12: Und die Loyalität endet nirgends?
00:17:15: Nein, der Familie gegenüber eigentlich nicht.
00:17:19: Wie mit einer eigenen Familie gegenüber, mit Kindern und so weiter.
00:17:22: Dann versteht man ja das Ferienhaus jetzt nochmal anders.
00:17:28: Weil dann versteht noch mehr warum die alles vertuschen, das ist die Loyalität der Familie.
00:17:33: Aber es ist
00:17:34: schwierig.
00:17:36: Es gibt das berühmte Zitat von Ibsen zu fragen bin ich da nicht zu antworten?
00:17:43: trifft das nicht auf alles zu was Theater heißt für sie Fragen zu stellen und keine Antworten zu geben?
00:17:51: Ja also die Fragen die die Antworten soll dann das geneigte Publikum sich geben.
00:17:58: aber wenn wir das Publikums dahin bringen die Fragen zu stellen und nicht fragen, zu vernichten.
00:18:04: Die Frage vernichten ist ja vom Leben abzuschneiden von der Renglana-Zufuhr.
00:18:13: Fragen zu Stellen ist gut.
00:18:16: Antworten soll das Publikum selber
00:18:18: finden.
00:18:20: Sie haben vorhin Ihre Eltern erwähnt, Ihr Vater war ein bekennender Protestant, Lehrer.
00:18:27: Er saß sogar in der Nazi-Zeit kurz einmal im Gefängnis.
00:18:32: Ihrem Mutter war Fahrerstochter.
00:18:36: Haben Sie von diesen Eltern gelernt dass es besser ist, im Getriebe der Gesellschaft das Sand zu sein als das Öl?
00:18:45: Wie sie es mal ausgedrückt
00:18:48: haben?
00:18:48: Ja ja ich habe seit Sands im Getrieb und nicht Öl.
00:18:52: Ob ich das bewusst für meinen Eltern als Vorbild übernommen habe, weiß ich nicht.
00:18:59: In irgendeinem Stück von Thomas Bernhard sagt er, hab' ich das gesagt?
00:19:03: oder war das Pirandello?
00:19:05: Also solche Sachen wissen wir, weil sie ja oft nicht... Ist das jetzt alles und von mir...?
00:19:10: Aber ist es Ihre Überzeugung?
00:19:12: Ja!
00:19:12: Lieber Samt als Öl?
00:19:14: Ja auf der anderen Seite ist das nur beim Walzer beide Seiten.
00:19:20: Ich bin auch wahnsinnig harmoniesüchtig Und wenn du einseitig nur Sand sein willst im Getriebe, dann entsteht ja keine Harmonie.
00:19:30: Also ich will beides und es war
00:19:32: sofort.".
00:19:36: Auf der Stelle!
00:19:37: Sie dürfen überhaupt nicht aufhören hier zu spielen, sagte Moderatorin Heidi Tenner zum Zitat Ausgezeichneten Assemblernmitglied Martin Schwab, der im vergangenen November den Nest treu für sein Lebenswerk gehalten hat.
00:19:51: Großes Thema war Robert Walzer, mit dem man im Akademietjahr unter dem Titel ein irrender Planet einen Spaziergang mit seinen Texten machen kann.
00:20:00: Wieder zu sehen ab siebenden März!
00:20:03: Ein weiterer Punkt den Heidetänner eigentlich mit Caroline Peters besprochen haben wollte – Sie hat ja aus gesundheitlichen Gründen abgesagt – handele vom Ferienhaus von Simon Stone nach Henrik Ibsen.
00:20:15: Zwischen Spinnen und Ungezogensein so verhalten sich oft Künstler hat Martin Schwarz abgesagt.
00:20:21: Heide Tenner fragt nach der Freiheit.
00:20:24: Ein häufig falsch interpretierter Ausdruck heute ist das Wort Freiheit und ich möchte dem gegenüberstellen ein Zitat von Martin Schwab, Freiheit is die Fähigkeit sich etwas gegenüber zu verpflichten.
00:20:42: Wozu fühlen Sie sich verpflichtet?
00:20:47: Eigentlich so allem was ... Was das Leben für den Nächsten, der Mensch wird am Du zum Ich oder was dem Anderen guttut.
00:21:00: Nicht was den Andern schadet und wenn man... Also da ist ein gewisser pädagogischer Impetus auch drin.
00:21:09: Und Loben ist besser als immer nur Tateln und so.
00:21:18: Obwohl die Schwaben sagen Wenig geschimpft ist genug gelobt.
00:21:30: Wie ist das am Theaterbetrieb?
00:21:32: Wird man da gelobbt oder nur wenig geschimpfst?
00:21:37: Es gibt ja Regisseure, die sind Tyrannen...
00:21:41: Immer noch!
00:21:43: Nein, es geht heute nicht mehr so.
00:21:46: Aber ich bin ja jetzt über sechzig Jahre am Theater.
00:21:48: Ich habe alles erlebt!
00:21:49: Ich habe Tyrannen erlebt und ich habe Softies erlebt... ...ich habe den Übergang von den ersten weiblichen Regisseurinnen erlebt bis heute zu der großen Flut.
00:22:07: Ja?
00:22:07: Gut, also das weibliche Moment ist ja toll Das gehört auch dazu.
00:22:16: Die sehen die Sachen auch anders und das finde ich wunderbar, aber es gibt auch damals Menschen schon, die ein Künstler, der ein weibliches Empfinden hatte und das dann so vom Menschsein her vorgeholt haben – der Krüber oder so.
00:22:32: Es gibt ja einige.
00:22:35: Sie haben erwähnt, dass sie schon so lange am Theater sind.
00:22:38: Sie sind ausgebildet im Rheinland-Seminar und haben dann viele Jahre dort auch umrichtet.
00:22:43: Das heißt, Sie haben eine lange Zeit der Theaterentwicklung gesehen.
00:22:48: Auch was die Ausbildung anbelangt.
00:22:50: Ja.
00:22:50: Ich
00:22:51: will noch nicht reden von Sprechlehrern, die es damals gab.
00:22:54: Aber das ist etwas anderes.
00:22:56: Eine andere Geschichte... Und sie haben auch viele sehr unterschiedliche Regisseure erlebt.
00:23:04: und man gab es immer Regisseuren, jedem Stück ihren eigenen Stempel aufdrücken wollte, ihre Handschrift sichtbar machen wollten.
00:23:13: Und es gab auch Regisseure die originell sein wollten wurden dann bestätigt durch das Felton und dann sind Moden entstanden und Zeit trennt.
00:23:25: also ich denke da an Wasser auf der Bühne zum Beispiel haben wir zeitlang oft gesehen.
00:23:30: oder die kastdorfschen Videokameras oder seit lang gab's viele Sessel auf der bühne oder Koffer.
00:23:38: Im Moment ist es so, dass immer ein Darsteller viele Personen spielen muss.
00:23:44: Auch wieder eine zeitgeistige Angelegenheit.
00:23:47: Fällt das für sie alles unter den Begriff Theater?
00:23:50: Ist eine lebendige Kunstform und muss sich ständig erneuern?
00:23:54: oder ist doch die Versuchung der Originalität sehr groß?
00:24:00: Also versuchte Originalität ist ja von außen nach innen.
00:24:04: Und ich bin mehr von innen nach außen.
00:24:07: die Veränderungen, das Zeitgefühl des Teilnehmens als politisches selbstständiges Wesen – ob das nun ein Regisseur ist oder nur ein Schauspieler – was wir Was wir erleben, das ist unser eigenes und individuelles.
00:24:30: Ich war nicht am Reinhard Seminar in Wien, doch da war ich so ein halbes Jahr mit meiner Frau zusammen, ja heute noch meine Frau ist hinter hinten sitzt.
00:24:41: Wir waren der Max-Reinhardschule des Landes Berlin Und meine Inga sagte, ich wäre auf die Idee gekommen damals der Leiterin Hilde Körber zu sagen.
00:24:55: Es gibt doch in Wien auch nicht reine kommunischen Austausch machen.
00:24:58: und der Austausche kam tatsächlich.
00:25:01: und so waren wir ein Semester, neunzigzehnzehntig am ehrwährigen Max Reinhardt Seminar!
00:25:09: Ja, und hatten Sprachunterricht in Berlin an der Max-Reinhardt-Schule nicht im kleinen Hei, das so hießes
00:25:17: Sprachbuch.
00:25:18: Sondern ein Sprachbuffer für Vera Balzer, Eberlecker, Schrocken, Sonne oder so.
00:25:25: Mein Meister freit einen Reizendweib er meint es sei ein Zeitvertreib.
00:25:29: also hat wir EU oder da gewöhnt.
00:25:32: Und dann kam man als Reinhards Seminar, da hieß es Unterricht bei Vera Bal ...
00:25:38: Balsaeberle... Ist das die?
00:25:40: Die kennen wir heute noch.
00:25:42: Ja, so und so.
00:25:43: Und so kamen wir und waren froh mit dieser Vera-Balsaebele zu arbeiten von Herz zu Herz und es war toll!
00:25:54: Mit ihr.
00:25:55: Entschuldigung, da muss ich sagen, dass ist eine Generation, die von der ausgebildet wurde, die man ohne Mikrofon auf der dritten Kalerie auch noch jedes Wort
00:26:04: versteht.
00:26:08: Ohne deutliche Artikulation hat die deutsche Sprache keinen saftlichen Kraft.
00:26:18: Es ist gut, also immer sindend so ja aber jetzt mit ... und so kamen wir als ehemalige Max Reiner Seminar und das war eine ganz andere Atmosphäre natürlich unsso... Die Vera Balser Eberle sagt immer, ich sage meinen Schülern.
00:26:44: Bitte versucht das österreichische abzulegen, wenn er aus dem Unterricht kommt auch dann nicht so.
00:26:53: Also immer Hochdeutsch zu sprechen.
00:26:57: Ich war jetzt zehn Tage in Berlin und kann gar nicht mehr Schwäbe schwätzen!
00:27:05: Und das haben die gesagt, na wieso denn?
00:27:08: Die Intendanten in Deutschland wollen ja das von uns.
00:27:12: Der Karl-Heinz-Strupps!
00:27:14: Der Strohg sind Düsseldorf.
00:27:15: Er wollte ja ... Nein, nein, Vater jetzt nicht!
00:27:19: Aber dann wird von uns abfallen.
00:27:22: Das mochten wir Deutsche.
00:27:25: Das war das Schöne so wie Hannah Matz und so.
00:27:30: Und ich, dass Deutsche
00:27:31: nicht waren.
00:27:32: Wir waren beim Thema Originalität der Regisseure.
00:27:35: Wie ist das heute?
00:27:36: Ist es immer noch eine große Versuchung, dass jemand einfach nur originell sein will oder gibt's das nicht mehr?
00:27:43: Ist die Frage, glaube ich mit welchem Wachsein oder Blick man das sieht.
00:27:50: Wenn einer von außen kommt oder eine dann versuche natürlich... Man will ja als Schauspieler oder sollte ja offen sein für alles also auch für ein Mist.
00:28:00: aber jetzt müssen sie selber dann schauen was ist Mist?
00:28:04: Es ist nicht Mist und so, aber keine Abwehr.
00:28:08: Sonst kommt da nichts Neues und es ist ja immer nur das was ich denke richtig.
00:28:12: Und dieses Sieb von Mist und von etwas Gutes gibt's jetzt einen alten schwäbischen Spruch wo der Pfarrer sagt bei der schlechten Ernte zeigt er zum Bauern Ja, da kann er nur der liebe Gott helfen.
00:28:31: Dann sagt der Bauer Da kann auch der liebe Gott nichts helfen, da muss ein Mist nahe.
00:28:40: Dieser Mist ist auch manchmal gut.
00:28:43: Ja, man muss mal sieben.
00:28:47: Sie spielen derzeit im Revisor und im Orlando
00:28:54: Und
00:28:55: in dem Familienspektakel Gullivers reisen.
00:28:59: Ein Märchen mit viel Musik.
00:29:03: Sie tanzen, sie sind kautzig und beim Zuschauen hat man den Eindruck die Rolle macht ihnen nicht nur Freude sondern sogar Spaß.
00:29:15: Aber weil das natürlich auch ganz toll ist wenn man so lange am Theater ist wie ich Theater erlebt hat, also auch in jungen Jahren drei Spartenteater.
00:29:28: Also drei Sparten, wo gab's Oper, da gab es Operette und Ballett und es gab Schauspiel.
00:29:34: Und dann konnte man viel lernen und ich war ja kein romanischer Liebhaber oder komiker Dicker oder so, ich war nix oder alles.
00:29:44: Ich hab sehr viele Operette mitgemacht, auch mit den ganzen Schritten.
00:29:49: Auch tanzen, ja?
00:29:49: Ja.
00:29:50: Mausi Süßes heute!
00:29:54: Das bewährt sich aber jetzt im Gulliver ganz enorm.
00:29:58: Würden Sie den Herrschaften die noch nicht drinnen waren sagen welche Rolle war was hier?
00:30:04: das Spiel
00:30:05: also Gullivers reisen wie schon der Titel sagt ist von einem Autor Der heißt Gullwahr und der hat diese Reise gemacht.
00:30:19: Und er hat vier Reisen gemacht, über jede Reise was geschrieben.
00:30:24: Er war bei den Lipputanern, bei den Riesen, bei Denkern oder bei den Pferden.
00:30:32: Die Pferde waren ihm die Liebsten.
00:30:34: Wir dachten am Anfang, das sind wenigstens viel besser als ... Die Jahu, die Menschen und so weiter.
00:30:41: Und da gerät er auch wie der Jonathan Smith, der wirkliche Auto von Gullivers Reisen... auch verrückt geworden ist, weil sie ihn nicht ernst genommen haben und so was.
00:30:56: Es wird zu lange führen...
00:30:59: Und
00:30:59: wieder ein verrückter Autor!
00:31:00: Ja
00:31:02: und Sie sind der Gulliver?
00:31:04: Ich bin das List und der alte Gulliva.
00:31:08: Der alte Gullaver war die Idee von unserem Regie-Team gewesen dass der alte gulliver dass ein Neffe von dem Gulliver, das der mit seiner Theater-Truppe damals die Reisen aufführt.
00:31:30: Also jetzt können wir es sehen wie ein Theater damals das aufgeführt hätte und ist also nicht so eine Eins zu Eins Umsetzung oder ein theatralischer
00:31:44: Trick!
00:31:44: Wie heute?
00:31:48: Und da ist eher der alte Gulliver, der seinem Neffen sagt du darfst das nur und er war sehr bestimmend.
00:31:56: Du darfst es nur aufführen wenn du das ganze Werk bringst nicht nur so ein paar Sachen alles!
00:32:02: Gut dass der Autor gegen Kürzungen ist, das versteht man ja aber manchmal tut's deinem Werk dann doch ganz gut.
00:32:09: Ja denke ich auch was gestrichen ist fällt nicht durch.
00:32:15: Hat Nestreff.
00:32:19: Was gestrichen ist, kann nicht durchfallen.
00:32:22: Sie hören an den Mitschnitt der Martinee aus dem Prunk vor jedes Wiener Burktheaters vom vergangenen Sonntag unter dem Motto Bühne und Leben spricht Hedetäner mit dem Nestorpreisträger Martin Schwab das menschliche auf der Bühnen hervorholen.
00:32:38: die lange Zeit der Theaterentwicklung Die Originalität der Regisseure Und Guldivers Reise wurden thematisiert.
00:32:45: Weiter geht es mit Goethe und Schiller.
00:32:49: Aber bei Autoren, ich war kurz vor Weihnachten in einem sehr interessanten und auch vergnüglichen Abend im Casino eine Lesung die sie gemacht haben mit dem Markus Meier gemeinsam.
00:33:03: Briefwechsel Schiller-Goethe.
00:33:06: Ich gestehe – ich wusste überhaupt nichts über die Verbindung dieser beiden Ehren Wusste auch nicht, dass es einen Briefwechsel gab.
00:33:16: Götte eine alte Liebe von ihnen oder eine neue?
00:33:21: Eine neue Liebe.
00:33:22: die erste Liebe galt Schiller!
00:33:26: Schiller war das Tolle und ich komme aus dem Schwabenland und Schiller War ein Schwabe.
00:33:32: und die Schwaben in ihrer Bescheinheit sagen das Schiller unter Hegel, der Uhland und der Hauf.
00:33:40: Die sind bei uns die Regel!
00:33:42: Die fallen halt gar nicht
00:33:43: auf.".
00:33:46: Hat das Schiller im Dialekt gedichtet?
00:33:48: Ja, ich weiß es ja.
00:33:50: Wie klingt das?
00:33:56: Wenn der sagt an die Freude, Freude trinken alle Wesen, an den Brüsten Da weiß man gleich, was man in der Hand... Ja die Brüste!
00:34:12: Und Goethe war natürlich immer aus meiner Jugend heraus der Vernünftige.
00:34:18: Aber heute ist für mich mehr als ohne das Ausspiel.
00:34:26: Der Goethe, der war auch harmoniesichtig.
00:34:30: Der Goete hat er nicht wieder in Thurandos wie Schiller gegen die so und und und Französisch oder so.
00:34:39: Er hat ja versucht immer in Harmonie zu sein und seinem Faust lässt er ja den Faust so enden im zweiten Teil dass er nicht da mit Gewalt den Leuten was wegnehmen wie der Kerl aus Russland jetzt den Ukrainern nicht mit Gewalt, sondern dem mehr das allen gehört, dem ein Land abzugewinnen und dort auf freiem Grunde sollen freie Menschen stehen.
00:35:09: Ach könnte ich zum Augenblicke sagen, es wäre so schön...
00:35:15: Verweile doch du bist ich zu machen!
00:35:17: Ja dann mag ich so grunige von diesem letzten großen Augenblick.
00:35:26: Es ist egal, vor allem von diesem letzten Augenblick.
00:35:32: Das war seine Vision und dann ist er gestorben – der alte Faust!
00:35:35: Er hat in der Harmonie Land.
00:35:39: im Vorgefühl von so einem hohen Glück genies ich diesen letzten Augenblick.
00:35:47: Kann man sie in der Wünsche?
00:35:48: Ja, ja, ja.
00:35:50: Und das gefällt mir.
00:35:51: Vielleicht hat es auch mit dem Alter zu tun...
00:35:55: Was können wir zwar noch nicht beantworten?
00:35:57: Nein, nein.
00:36:00: Aber ich kann es für mich beantwortet.
00:36:02: natürlich wenn man älter wird oder alt ist wie ich jetzt ja mit mit mit acht und achtzig.
00:36:09: sie sagten das Ich werde heuer neun-achtzig.
00:36:13: in diesem Jahr Sind euch die Rollen nicht mehr so gesät also oder du musst halt die Weisen spielen oder die alten, die verrückt geworden sind.
00:36:26: So, jetzt kann ich sagen das habe ich eh.
00:36:28: nathan ist eine Lieblingsrolle von mir gewesen.
00:36:32: immer noch und der Peimann hat gesagt solange ich Theaterdirektor bin muss Nathan derweise auf dem Spielplan stehen weil dass so eine lehrhafte Menschheitsverbessernde zum Nachdenken und nachfühlen zwingende Geschichte ist.
00:36:52: Jetzt sind
00:36:52: wir aber am guten Thema, nämlich die pädagogische Wirkung des Theaters.
00:36:56: Der Goethe hat ja in Weimar auch geglaubt an eine Verbesserung der Menschheit durch das Theater also einen Bildungsauftrag.
00:37:09: auch er hat allerdings auch die südliche Veredelung durch das theater angestrebt.
00:37:16: Das haben wir unterwegs irgendwo verloren, dieses siedliche Veredelung.
00:37:21: und auch für Schiller wissen wie alle war das Theater eine moralische Anstalt?
00:37:26: Gibt es diesen pädagogischen Anspruch des theaters heute noch in irgendeiner Formen für Sie?
00:37:31: Vielleicht unbewussterlich?
00:37:33: ich denke oder hoffe dass die Intendanten und auch die Dramatoren diese Stücke aussuchen, dass sie zumindest nicht ganz frei davon sind von diesem Wunsch.
00:37:45: Ob es immer so geht, weiß ich nicht.
00:37:49: Wäre es denn Ihr Wunsch?
00:37:52: Nein!
00:37:54: Nehmt alles nur in allem.
00:37:56: Auch der Goethe sagt ja im Faust, lässt er den Theaterdirektor sagen, spart nicht an Prospekten und nicht an Maschinen.
00:38:05: Gebraucht das kleine große Himmelslicht!
00:38:08: Die Sterne dürft ihr verschwenden.
00:38:10: An Wasser Luft und Feuer mangelt es nicht also.
00:38:14: So schreitet die dem Kleinen Haus den großen Kreis der Dichtung aus wandelt mit Bedechterschnelle vom Himmel durch die Welt zur Hölle.
00:38:28: So, das war Ihn Theater.
00:38:29: und wenn alle so wären... Wenn Sie mich jetzt hochloben oder wehren mich hochlobt, wenn alles so wäre wie ich, dann wär's ja grauenhaft!
00:38:41: Ich bin froh dass es wenige gibt wie mich, aber...
00:38:44: Es gibt überhaupt niemandem wie Sie.
00:38:45: Das ist ganz klar.
00:38:47: Oder wir alle wären wie Sie genau.
00:38:54: Da hätte er der URF noch weniger Einschaltquote.
00:39:04: Alle mal!
00:39:06: Es gibt auch so was wie ein Konkurrenzdenken am Theater.
00:39:11: Sie haben einmal erzählt, im Berliner Ensemble gab es immer Konkurrents zu den Schauspielern der Schaubühne und sie haben gesagt Peimanns Ensemblemitglieder waren immer die Spieler, das Papp-Nasen-Theater.
00:39:25: Die Steinleute waren immer den Denker und was sind die Bachmann-Leute heute?
00:39:33: Das bin ich wieder Goethe, Spieler und Denker!
00:39:37: Ich weiß es nicht... Ich weiß es nicht, ich weiß nur dass es mir Spaß macht und das ist ein allgemeiner dummer Begriff.
00:39:46: Das mit den Kolleginnen und Kollegen und vor allem mit Strunk- und Schränk-Gullivers reisen.
00:39:54: Dass die Arbeit mit der Barbara Frey an dem Walzer... Wir waren ja acht Wochen immer in der Dunkelheit fast.
00:40:06: Das Stück arbeitete auch mit viel Licht, hier ist ganz hell, da ist dunkel oder Musik und schon morgens um zehn war es schon dunkel im Zuschauerraum!
00:40:17: Und sie kamen wie eine Gruppenarbeiterin mir so Taschenlampel ging.
00:40:22: Der Gruppen-Arbeiter kommt schon wieder von unten hoch.
00:40:27: Also die Verwandlung...
00:40:30: Sie hören einen Mitschnitt der Matinee unter dem Motto Bühne und Leben mit Heidi Tenner und Martin Schwab aus dem Wienerburg Theater.
00:40:37: Es ging um natan den Weisen, die pädagogische Wirkung des Theaters – das Konkurrenzdenken am Theater sowie natürlicherweise könnte man sagen um Schiller und Goethe.
00:40:50: Moderatorin Heide Tenner weiß zufällig was sich in den Taschen von Martin Schwabb befindet.
00:40:59: in ihrer Tasche einen Walzer-Text haben.
00:41:01: Wollen Sie uns den vorlesen?
00:41:03: Wenn Sie das wünschen, natürlich!
00:41:06: Es ist ein... also Walzer hat ja Spaziergang, das ist ja nur eins aber er hat viele, viele Kurzgeschichten geschrieben.
00:41:16: und damit sie ein bisschen Ahnung bekommen vom Walzer Text habe ich da der liebe Frau Tönne erzählt dass ich da einen Text habe und zwar eine ganz kurze Geschichte.
00:41:28: Der Kuss Heißt der?
00:41:30: Der Kuss.
00:41:33: Er hat viele Kurzgeschichten beschrieben, beziehungsweise eine der längeren Sachen die über den Dreißigseiten oder so und die anderen sind da alle noch viel kürzer und es spricht auch für ihn das er so die kleine Form geliebt hat also so wie er dann auch mit einer ganz winzigen Schrift geschrieben hat dass er alles reduziert reduziert.
00:41:55: Auch ein interessanter Vorgang für den Autor, die anderen ufern sich dann manchmal aus.
00:41:59: Also ich lese das jetzt quasi so ein bisschen prima-wista moment da hab' ich noch meine Lesebrille.
00:42:07: Die braucht mehr ab und zu eine Lesebrile Da ist eine Lisebrille.
00:42:16: So der Kuss.
00:42:20: damit sie was über einen Walzer, also nicht Martin Walzer sondern Robert Walzer höre der Schweizer.
00:42:28: Der zwanzig Jahre in der Irrenanstalt in Herisau war und nie mehr rausging und hatte gesagt da geht es mir gut bekomme ich immer Essen und immer Spaziergänge und dann zu Weihnachtszeit ist er dann Spaziergang nach Mittagessen und hat da einen Herzschlag bekommen, also der hat sie nicht umgebracht oder so.
00:42:58: Und ist im Schnee dann erfroren, aber es war ein Herzschlager schon vorher gehabt und haben ihn dann gefunden mit seinem Stock und seinem Hut.
00:43:10: und dieser Walzer.
00:43:13: Sie sagt schon, dass er seine Adjektive, die sind so zahlreich!
00:43:18: Und über den Kuss lese ich Ihnen mal vor.
00:43:22: Was habe ich merkwürdiges geträumt, was wieder fuhr mir?
00:43:28: Welch eine seltsame Heimsuchung ist gestern Nacht als ich im schlafe Darlag urplötzlich wie aus einem hohen Himmel herab dem fürchterlichen Blitz ähnlich über mich gekommen Ahnungslos und willenlos und gänzlich bewusstlos, der Sklave des Schlafes, der mich fesselte und mich in seinen Kerrikerschloss lag ich da ohne Wehr- und Ohnewaffen, ohne Voraussetzung und ohne Verantwortung.
00:44:02: Denn im Schlaf ist man unverantwortlich, als das herrliche und schreckliche, das große und süße, das liebe und furchtbare, das entzückende und entsetzliche über mich herfuhr.
00:44:16: Als wolle es mich mit seinem Druck- und Kuss ersticken!
00:44:21: Der Schlaf hat innere Augen Und so muss ich denn gestehen, dass ich mit einer Art von zweiten oder anderen Augen dasjenige sah was auf mich zustürzte.
00:44:34: Ich sah es wie es mit Windes und blitzes Geschwindigkeit den unendlichen Raum zerschneidend aus der unermesslichen gigantenartigen Höhe herabschoss auf meinen Mund!
00:44:51: und ich war entsetzt, doch nicht im Stande mich zu bewegen und mich zu wehren.
00:44:58: Auch hörte ich sein Nahen!
00:45:01: Ich hörte es – ich sah und hörte den nie gesehenen, nie erlebten Kuss der mit Worten nichts beschreiben ist ganz wie mit Wortn die die Sprache enthält, nicht das Grausen oder das Freuen zu beschreiben isst welches mich schüttelte.
00:45:21: In Träumen hat nichts gemein mit dem zarten, sanften, beidseitig gewollten und gewünschten Kuss in der Wirklichkeit.
00:45:31: Es war nicht ein Mund, der mich küsste Nein!
00:45:35: Es war ein Kuss an der Alleinigkeit und Einsichtigkeit.
00:45:40: Ein Kuss, der völlig und einzig nur Kuss war.
00:45:44: und weiter Nichts.
00:45:46: etwas Unabhängiges Seelenähnliches Spänstisches war es und als ich getroffen worden war von dem verständlichen und wieder höchst unverständlichen, zerfloss ich auch schon in solchen Glieder durch Stürmenden.
00:46:03: Ich möchte sagen grandiosen Wonnen wie ich mir verbiete es näher zu sagen.
00:46:11: Das war ein Kuss!
00:46:13: Ein Kuss das Der Schmerz, den er mir bereitete, presste mir einen Schrei des Jammers ab und gleichzeitig mit dem Empfang des Gusses und mit seiner himmlischen und höhlischen Wirkung erwachte ich und vermochte mich lang nachher noch immer nicht zu fassen.
00:46:32: Was ist der Mann?
00:46:36: Was ist der Kuss, den ich freundlich gebe?
00:46:40: Am hellen Tag oder bei Monschein in der friedlich glücklichen Liebesnacht und einem Baum oder sonstwo verglichen mit der Raserei des eingebildet aufgezwungenen Kusses geküsst von den Dämonen.
00:47:07: Das war der Kuss von Robert Walser gelesen, von Martin Schwab aufgenommen am vergangenen Sonntag.
00:47:14: Am zwanzigsten Februar, in der Matinida-Gesellschaft der Freunde des Wiener Burktheaters im Prunk vor jedes Haus ist.
00:47:22: Wir bleiben bei Robert Walzer und der Vielfalt seiner, der vielfalt der Sprache und gehen dann wieder zu Pappnasen und denken an Theater.
00:47:31: thematisiert werden auch Sommernachtstraum und drei Groschenoppe und der mögliche Niedergang des Theaters.
00:47:38: Und natürlich das Chaos!
00:47:40: Also ich habe persönlich die Erfahrung gemacht, dass man sich in Robert Walzer einlesen muss, bis es so schön heißt.
00:47:49: Ich hab bei den ersten Erzählungen gedacht, das ist aber schwierig zu lesen weil ich Geschichte nicht folgen konnte, mich nur an der Sprachschönheit erfreut habe Und nach zwei, drei Geschichten liest man das wie irgendwas.
00:48:08: Man muss sich damit schon beschäftigen um der Schönheit der Sprache wirklich auf den Grund gehen
00:48:15: können
00:48:18: und dann fallen einem eben so adjektive auf wie behagliches Gemüse oder so nicht?
00:48:25: Wir waren aber.
00:48:26: danke vielmals für diesen Eindruck von Walzer Text.
00:48:30: Wir waren bei einem anderen Thema, nämlich bei der Konkurrenz zwischen zwei Theatern.
00:48:35: Zwischen
00:48:35: Pappnasentheater und geistigem Theater?
00:48:37: So
00:48:37: ist
00:48:37: es!
00:48:39: Hätte das Stein jetzt gern gehört...
00:48:43: Nein, aber ich muss sagen, der Stein kam mit seiner Truppe zu uns nach Stuttgart auch und Peimann und Stein mochten sich ja oder waren Konkurrenten mochen sich nicht.
00:48:54: also das war eine Dutz Freundschaft, Duzt, Feinschaft.
00:48:58: Man weiß es nicht!
00:48:59: Auf alle Fälle waren die denn da und haben wir gespielt auf unserer Art irgendwas was die Weber von Gerd Hauptmann oder waren.
00:49:06: die ganze Kollegen saßen im Zuschauen und ich fand das gut so und auch der Peter Stein.
00:49:14: Da könnte was lernen!
00:49:15: Eine
00:49:18: gut gegenseitige Wertschätzung ändert ja nichts an einer Konkurrenzsituation.
00:49:26: Gibt es eigentlich diese wesentlichen Unterschiede zwischen großen Theatern heute überhaupt noch?
00:49:32: Weil auch die Schauspieler fluktuieren ja viel mehr.
00:49:35: Gibt's die Unterschiede überhaupt noch
00:49:37: ?
00:49:37: Ich glaube nicht.
00:49:39: Wird alles immer ähnlicher.
00:49:40: Ja,
00:49:41: in Hamburg wird genauso Theater gespielt nur das Publikum ist in Hamburg her und ich war wie in Wien und da sind die Wehen ab.
00:49:48: Aber es ist selbe Theater.
00:49:51: Ist das schade?
00:49:52: Ja, ich finde es schade.
00:49:57: Ja, es gibt überall McDonalds-Geschäfte.
00:50:00: Ist auch schade!
00:50:05: In ihrer ersten Saison haben wir wie gesagt Thomas Bernhardt gespielt aber sie haben auch Sommernachtstraum gespielt.
00:50:13: Richtig
00:50:15: Und ich
00:50:16: habe... Übernommen?
00:50:17: Wieso
00:50:18: übernommen?!
00:50:19: Für ein Hugo Lindinger Peter Scantz
00:50:23: Das
00:50:25: war schon für mich das gespielt, dass Hugo Lindigan lieber ein toller Schauspieler, der den Wirt gespielt hat im Theatermacher.
00:50:34: Und er war krank.
00:50:35: und dann haben sie mich gefragt wird es durch das übernehmen mit Peter Skvenz?
00:50:40: Damals war ich ein berühmter Übernehmer, ich konnte den Text gleich.
00:50:43: so habe irgendwie gespielt.
00:50:44: und da komme ich in meine Garderobe hier unten die ja heute noch meine Gardarobe ist, in seine Garderoge, die auch heute meine ist und so macht die Tür auf.
00:50:54: Wer sitzt da?
00:50:55: Der Hugo.
00:50:58: Ja, Pute ist aber lebt!
00:51:00: Dass du mit besuchen kommst... Das heißt ja Hugo, ich wollte nur wissen wie es dir geht und so.
00:51:07: Die hatten das vom Betriebsbüro, die das verwechselt haben wir schon Flug bezahlt.
00:51:13: Ich bin hoch gegangen jetzt erzähle ich was unter uns oder bin hochgegangen zum Betriebesbürok und habe gesagt sag mal ich Ich hab da gerade Ihnen mal gesagt, ich soll doch den Peters-Schwenzelabend spielen.
00:51:25: Die hat einen Flug bezahlt und eine Abengasche festgelegt und so... ...hat die damalige Betriebsleiterin gesagt, bitte nicht den Peimann sagen!
00:51:41: Dann hab' ich gesagt, für was haltet ihr mich denn?
00:51:43: Ich will doch kein Pizza und so weiter.
00:51:46: Aber nein, du oder sie weiß ja damit... Krieg ich nicht gar noch, also... Aber nicht sagen so.
00:51:54: Und dann hatte ich frei gestern Abend durch die Hintertür raus.
00:52:00: Hatte den Abend frei?
00:52:02: Hatte sogar ohne was zu tun Geld verdient?
00:52:04: Gut!
00:52:08: Ja.
00:52:09: Aber Sie haben im Sommerlastraum öfter mal gespielt, ne?
00:52:12: Nein, hatte ich nie gespielt.
00:52:13: Aber
00:52:13: Frege ist ja ein Reich genau.
00:52:17: Nee, nee.
00:52:17: Süpern Hotel
00:52:19: Das war nicht so ein Mastraum das war Doch, das war Sommernachtstraum.
00:52:23: Sie bestätigen mir das!
00:52:25: Ich danke Ihnen!
00:52:27: Sommernachtsstraum?
00:52:29: Also ich denke immer wenn ein Theater Sommernachs Traum spielt oder drei Groschen ober sind wir schon so weit gesunken haben wie es schon so nötig ist.
00:52:45: Sommernächstraum ist so ein schwieriges Stück.
00:52:48: Ist das jetzt ein leienhaftes Tendelei oder ist es eine böse Verschiebung?
00:52:58: Ganz kurz, wenn wir jetzt einen Stichwort gegeben haben.
00:53:01: Was ist es jetzt?
00:53:02: ganz kurz, gehen wir zurück zum Gulliver.
00:53:04: Ja.
00:53:05: Ist es tatsächlich so wie ich gesagt habe Ein Märchen oder ist Es eine soziale Tiere?
00:53:12: was ist es für Sie?
00:53:13: Es ist ein Märchen, eine soziale Message, wie es so schön heißt.
00:53:21: Verpackt in märchenhaftes Papier.
00:53:24: Aber es steckt mehr dahinter?
00:53:25: Ja auf alle Fälle.
00:53:29: Aber der ist doch klar!
00:53:30: Haben Sie jetzt...
00:53:31: Nein, nein, nein.
00:53:32: Sie
00:53:32: sind nicht so dumm dass sie das mich so fragen.
00:53:38: Danke.
00:53:42: Aber wir haben das vorher nicht erwähnt.
00:53:44: War mir das wichtig, das jetzt noch anzuhängen?
00:53:47: Es entsteht der Eindruck, es ist einfach nur eine große Show für die Familie und auch...
00:53:51: Nein, nein!
00:53:51: Das ist viel mehr.
00:53:51: ...ich steckt
00:53:52: absolut mehr dahinter.
00:53:56: Der Autor oder meine Figur sagt ja ich möchte nicht mehr zu den Menschen zurück, die Pferde behandeln wie Sklaven als wären Menschen die besseren Geschöpfe.
00:54:10: Ich
00:54:12: finde überhaupt die Pferdennummer großartig.
00:54:14: Robert Meier, auch Robert, Entschuldigung.
00:54:18: Markus
00:54:19: Meier als Tanzendespferd ist großartiger!
00:54:23: Nein sie war auf deine wunderbare Szene.
00:54:26: So wir waren beim Sommernachtstraum.
00:54:29: Muss ein bisschen eine Struktur in unser Gespräch bringen.
00:54:31: Nein das lebe das Chaos.
00:54:35: Bin der Meinung?
00:54:38: Sommernachtsstraum voriges Jahr... Südbahn-Hotel.
00:54:43: Reichenau ist ursprünglich gegründet worden in der Paimonzeit als Fluchtpunkt, weil das Publikum die geliebten Burgschauspieler auch in konservativeren Inszenierungen sehen wollte.
00:54:57: Darf ich dazwischen grätschen?
00:54:59: Da haben wir eine Uraufführung gemacht von Alexander Wittner einem kernter unterschätzten aber tollen Auto.
00:55:08: Almar Flucht und Dings, wo wie behandelte die Flucht von der Alma mal mit dem Werfel.
00:55:15: Und dies historisch gab über die Pyrenäen und Heinrich Mann und seine Frau, die ehemalige Tänzerin und Golo Mann also der Sohn vom Thomas Mann.
00:55:29: Die sind da rüber und das haben wir aufgeführt.
00:55:32: modern sagte eine Zuschauer, Brinda der Zuschauer Wurscht als er Frau läutert.
00:55:41: Wenn Sie nur mal solche Stücke aufhören dann können wir gleich beim Peimen bleiben!
00:55:48: Was tat sie so?
00:55:50: Ja ja deswegen sage ich es war ein Fluchtpunkt um konservativeres Theater zu erleben.
00:55:57: Heute schaut ein bisschen anders aus nicht sehr aber ein bisschen.
00:56:02: Was ist für Sie der Reiz, dass Sie so gerne dort spielen?
00:56:04: Heuer ist Krieg und Frieden im Südbahnhotel.
00:56:08: Wo Sie auch wieder erfreulicherweise gestattend auf das zu sagen dabei sind.
00:56:15: Was macht für Sie den Reiz von Reichenau heutzutage aus?
00:56:19: oder auch dem Reiz dieses liebevoll vergammeltem Südbahnhotels?
00:56:25: Ich war gestern Abend im Konzert, im Musikverein.
00:56:28: Und da kam ein Zuschauer und gesagt, wir sehen uns im Sommer in Rechenau!
00:56:37: Meine Frau sagte auch, du spielst ja auch einen Burgtart.
00:56:44: Entschuldigung bei mir war es noch ärger weil im Fernsehen hat man ja nicht einmal die Chance den Zuschauern zu sehen.
00:56:49: Sie haben aber wenigstens die Chance im Publikum jemanden zu erkennen.
00:56:53: herrn sich seh sie innocence mehr?
00:57:00: Also, weil ich Ihrer Frage nicht aus.
00:57:04: Ein Schauspieler hat ja – oder wir Schauspielen?
00:57:07: Wir haben jetzt zwei Monate Ferien hier.
00:57:12: Normaler Arbeitnehmer hat es….
00:57:14: Gut!
00:57:14: Wir haben keine Wochenenden und so.
00:57:16: Aber der muss mit seinen drei Wochen haushalten.
00:57:20: Wir haben ja acht, neun Wochen zweimonate frei.
00:57:24: Und ich habe es immer so gehalten oder versuchte, es immer zu halten dass ich ein Monat noch arbeite und einen anderen frei habe.
00:57:35: Manchmal klappt das, dass es vier Wochen sind im August aber manchmal klappt's auch nicht als es nur drei ist.
00:57:45: Ich hätte dieses Jahr in Salzburg was machen können sollen und dürfen.
00:57:52: Das wollte ich aber nicht, weil die
00:57:55: vorproben
00:57:56: und dann Juli frei haben und im August das... Und das sage ich, das mache ich nicht!
00:58:01: Ich brauche frei.
00:58:03: Ich kann nicht von der Arbeit wieder hier in die Arbeit rein.
00:58:05: Aber
00:58:06: sie sind ja noch jung?
00:58:06: Sie brauchen ja nicht so viel Urlaub.
00:58:08: Was?!
00:58:11: Auf alle Fälle so eingeteilt und reich hinaus ist er abgespielt Jetzt, also immer am zweiten August und dann habe ich den August frei oder wir.
00:58:24: Und das lässt einen das machen.
00:58:31: Warum machst du denn nicht acht Wochen frei?
00:58:33: Ja da kommt die Verführung... Das ist eine tolle Rolle!
00:58:37: Ich habe in Reichen auch so viele schöne Rollen gespielt, die ich hier nicht gespielt habe.
00:58:44: zum Beispiel
00:58:45: Ja, zum Beispiel Hauper von Köbe nicht.
00:58:49: Das ist gerade ein...
00:58:50: Das war die Eröffnungsvorstellung vom neuen Spielraum?
00:58:53: Ja,
00:58:53: ja, in
00:58:54: Kreis.
00:58:55: Richtig!
00:58:59: Die Rolle, was ich wirklich so frei sagen kann, es ist nicht das Kelt.
00:59:09: Uns geht es so gut hier, natürlich nicht allen.
00:59:16: Wir können von dem was wir hier verdienen genug leben.
00:59:19: Es gibt ja auch viele Schauspieler die machen dann in den sogenannten Freien früher heute nicht mehr so Fernsehen.
00:59:27: da verdient sehr viel mehr im Fernsehen.
00:59:31: Ich merke das bei einem Rainer-Seminar, wo ich unterrichtet habe, wenn dann junge Studenten kommen, ja, warum so ganz Theater gehen?
00:59:41: Da kriege ich ein Angebot da in der Serie pfff mitzuspielen und so.
00:59:50: Verdienen Sie mehr!
00:59:52: Der Name wird bekannt.
00:59:55: Ja, neben dem Hamlet spielt der Junge oder die junge Sohn so wie man kennt aus der Serie Soco-Fünf und dann ist Theater im Schiefgewicht.
01:00:08: Wie wollen Sie heute jungen Leuten erklären?
01:00:12: Theater ist das Wichtigste!
01:00:14: Und dann erst kommt es andere.
01:00:17: Da sagen die, der spinnt ja.
01:00:20: Heute würde ich es nicht mehr so den Studentinnen und Studenten sagen wir sind euch auf das was ihr als Wurzel gelernt habt auch im Unterricht.
01:00:34: denn im Theater lernt man.
01:00:38: Oder sollte man auf der Schauspielschule das lernen, was dir gehört?
01:00:44: Was dein Individuum ist.
01:00:45: Dein Inneres!
01:00:46: Also wenn jemand irgendwie ein Monolog macht als T-Klar oder als Kabali und Liebe... Das nicht von mir allein ist und zwar von meinem Lehrer in Berlin die Augen zugemacht.
01:01:01: Und der Moment, das bist nicht
01:01:02: du!!!
01:01:03: Das ist deine Vorstellung von der, wie die Tegler sind.
01:01:08: Nicht du!
01:01:09: Du bist nicht du!
01:01:12: Da muss man ganz zart unterrichten und hören... Und das nicht privat sondern persönlich.
01:01:20: Das ist das Wichtige.
01:01:22: Und das zu lehren und es auch durchzusetzen, ist schwer für die heutigen, weil sie ja dann sofort sagen, naja ich kann das ja schon!
01:01:29: Und die beim Fernsehen wollen das auch gar nicht so... Ich bin ganz nah dran.
01:01:34: Nur denken, nur denken.
01:01:36: So und dann auf der Bühne denken Sie und es ist leer, ich höre nichts.
01:01:40: Ja?
01:01:40: Das ist die Gefahr aber die ist nicht abzuwenden.
01:01:44: Die Freiheit hat jeder Einzelne sich dafür und dagegen zu entscheiden.
01:01:51: Ich habe gesprochen.
01:01:55: Heide Tenner und Martin Schwab über das liebe, voll vergammelte Südbahnhotel in Reichenau den finanziellen Reiz des Fernsehens für Schauspielerinnen und Schausspieler.
01:02:05: Das ist ein Mitschnitt der Matinee aus dem Prunk vor jedes Wiener Burgtheaters vom vergangenen Sonntag unter dem Motto Bühne und Leben.
01:02:13: Sie waren dafür bekannt im Rainer Seminar dass sie den Jungen gesagt haben Geweck von Burgtheater
01:02:17: Ja Ja, weil ... Aber das ist meine Meinung.
01:02:21: Nein, nein, du sagst ja
01:02:23: mehrere, die
01:02:23: das gesagt haben?
01:02:25: Weil man zu schnell am Großen-Haus und dann nicht gleich zu großen Rollen kommt, sondern dann kannst du jetzt mal lernen oder schauen und so.
01:02:33: Aber mir ist im Gedechten ein Büchlein von Hans Weigl über Josef Meinrad als er Island begann.
01:02:48: Dafür, dass er den Ifland Ring bekam kam daher das er nicht in jungen Jahren als Bruder hatte.
01:02:57: Sondern die Ochsentur gemacht hat durch die Provinz?
01:02:59: Metz oder so, ja.
01:03:02: Aber natürlich wenn ich das gut heiße dann heißt es ja auch nur gut weil ich die Ochentur gemacht habe, die aber nie Ochsentour war.
01:03:12: Aber von kleinen Theater... Ich kann Ihnen das oft sagen von Neuwied, Landesbühne, Sitz-Neuwied.
01:03:19: Dreizig Vorstellungen im Monat, zwei in Neuwied.
01:03:23: Im Kino und sonst achtundzwanzig Vorstellungs- über die Dörfer Mosel, Nahe, Lahn
01:03:30: usw.,
01:03:30: das ganze Gebiet.
01:03:32: Und immer noch, da gab es keine Kulturzentren.
01:03:35: Da gab's doch die Jan-Turmhalle!
01:03:37: Die waren alle gleich?
01:03:39: Jaan-Turnhalle!
01:03:40: Und wenn wir was weiß ich Wallenstein spielten dann war das schon in der Dekoration von Fasching.
01:03:47: Das haben die ja nicht abgenommen, ne?
01:03:50: Und die Jan-Turnhalle waren alle gleich.
01:03:53: Hier die Bühne und durch den Zuschauerraum durch... ...und Garderobe und Kloos waren vorne!
01:03:59: Und da hatten wir einen alten Schauspieler, der war Chorssänger.
01:04:02: Und jetzt während der Vorstellung musste er die knallende Treppe runtergehen auf's Kloch und kam dann wieder zurück.
01:04:12: Jan-Turnhalle,
01:04:14: ja?!
01:04:16: Und dann kam ich nach Oldenburg.
01:04:19: Oldenburger Staatstheater, ein Theater mit drei Sparten wie ich sage Oberoperette, Ballett und Schauspiel.
01:04:27: Das ging ja ins Ulmer Theater, das war in reines Stadttheater.
01:04:35: In Ulm haben
01:04:36: aber viele bekannte Leute
01:04:44: auch.
01:04:46: Und das war ein modernes Theater.
01:04:48: und von Ulm ging ich nach Stuttgart.
01:04:51: Ich wollte als Schwabe nie gleich ins Schwabenland, weil jenseits der Weißwurstlinie musste man ja denken und sprechen lernen.
01:05:07: Von Stuttgart nach Bochum, von Bochums nach Frankfurt und von Frankfurt nach Wien.
01:05:15: Abbochum war es dann toll?
01:05:16: Nein,
01:05:17: auch vorher schon!
01:05:20: Sie sprechen jetzt den tyrannischen Peinmann.
01:05:22: Ja, genau.
01:05:27: Weil viele sind ja immer mit einem Regisseur
01:05:30: mitgezogen...
01:05:31: Es gibt's
01:05:32: ja heute noch.
01:05:33: Naja, jeder bringt seine eigenen Leuten mit.
01:05:35: Das war bei Bachmann nicht anders und das war der Kuschel nicht anders.
01:05:38: Und jeder bringt die eigenen, denen er vertraut
01:05:41: kann
01:05:42: man ja auch verstehen.
01:05:43: Aber dadurch passiert diese Fluktuation und die Gleichschaltung aller großen Theaters,
01:05:48: die wir angesprochen haben.
01:05:49: So jetzt waren wir bei Reichenau.
01:05:51: Gehen noch mal zurück zu Reichena.
01:05:56: Wie ist es im Südbahnhotel zu spielen?
01:06:00: Ich liebe dieses Haus, nämlich muss ich dazu sagen.
01:06:03: Und ich gehe sehr gerne in Vorstellungen die stattfinden weil das so was liebevoll vergammelt
01:06:08: ist.
01:06:08: Ja
01:06:09: ja.
01:06:09: Empfindet man das als Darsteller auch?
01:06:13: Also als Darstellen sind sie mal im alten Gebäude, was eine Geschichte hat und ich glaube natürlich auch, dass es jemals wieder auf... Ich glaube nicht, ich glaube nicht daran.
01:06:26: Inzwischen wird die Ruine oder das Gebrechliche verwaltet und ein bisschen geflickt usw.
01:06:34: Es gibt aber ein bissel gestrichen und abgedichtet.
01:06:39: Aber natürlich ist es, wenn Sie oben in dem Saal da spielen haben vor sich die Terrasse und dann das Ganze wunderbar.
01:06:48: Das ist ja schon die halbe Miete!
01:06:50: Und ich sage zu Kolleginnen und Kollegen, die kommen nicht wegen dienstheater nach ins Südbahnhotel.
01:06:55: Sondern wegen des Blickes?
01:06:56: Ja.
01:06:56: Weil es ist so oder ja aber mehr.
01:07:05: Regine diesem Jahr führt Philipp Haus im Kollege Bugtheater.
01:07:12: Schauspieler, ehemaliger
01:07:14: Schüler.
01:07:15: von mir
01:07:17: Fühlt sich das an wie ein Heimspiel?
01:07:19: Nein,
01:07:20: weil sie werden jetzt lachen.
01:07:26: Es gibt doch überhaupt ... es gibt auch den Roman Krieg und Frieden!
01:07:30: Es gibt noch keine Fassung, die macht da Nikolaus ab.
01:07:32: Da hakt wieder.
01:07:33: Aber wir wissen nix davon.
01:07:35: Und dann sagen die höchstens du dacht deine Rolle wird ganz toll oder so?
01:07:38: Ja ja Ich unterschreibe mal, wie erst wenn ich das gelesen habe.
01:07:44: Ja ist ja oder wir tappen noch im Dunkeln?
01:07:48: Oder es ist ... Das Zertrauen muss auch da sein!
01:07:52: Aber der Hake ist ein erprobter
01:07:54: Drama-Dramatisierer.
01:07:57: Also Sie fragen mich etwas, wo ich nur nicht Bescheid weiß... Nein,
01:08:02: nein, ich rede auch vom Regisseur.
01:08:04: Wenn das ihr Schüler war, wie fühlt sich das jetzt an, wenn der Schüler sagt, wie's
01:08:08: geht?!
01:08:12: Ich habe zu einem sogenannten Hunden Geburtstag, aber hier unten hat er das Lob gehalten.
01:08:22: Also wir heißen Laudati und wie man hart hatten immer ein freundschaftliches sich gegenseitig schätzendes sie.
01:08:32: und als er das dann gehalten hat, hab ich ihm gesagt lieber Philipp Nein, ich war immer du mit ihm.
01:08:41: Aber er mit mir sie.
01:08:43: Mit dem haben wir im Beil noch ... Der Abstand des Sie's ist was ganz Tolles oft.
01:08:48: Weil da können sie viel mehr Liebe reinsetzen auch und so oder Achtung.
01:08:54: So, dann habe ich eben gesagt nachdem Du mich so gelobt hast antworte Ich wie Don Carlos Mariposa gegenüber sag du zu mir Das haben wir, du ziehst es gemacht auf der Bühne.
01:09:13: Ist das angenehm mit einem Kollegen zu arbeiten als Regisseur, der selber Schauspieler ist oder besteht da die Gefahr, dass er dann was vorspielt?
01:09:23: Ich frage das nicht nur im Fall von Philipp Haus sondern allgemein wie ist das wenn einer aus der Schauspiller-Truppe plötzlich dann die anderen leitet?
01:09:34: Weiß ich nicht, weil ich das vergesse.
01:09:36: In dem Moment wo einer die Leitung hat über eine Inszenierung ja bestimmt dass die Besetzung mit oder das Bühnenbild, die Musik und allem da bin ich als Schauspieler ja nur nicht Befehlsempfänger.
01:09:53: aber einer der ja sagt Ja was hat er sich dabei gedacht?
01:09:56: Und dann denkt er immer positiv, der muss auch was nicht mitgedacht haben.
01:10:00: So und dann gehe ich dem erst mal ziemlich offen entgegen und sage nicht, das ist ja ein Scheiß!
01:10:07: Was machst du?
01:10:07: Das geht mir gar nicht mehr rein.
01:10:09: Gab es eigentlich mal in Ihrer Karriere Situationen wo ein Regisseur etwas verlangterdose gedacht hat um sein Därtiger schwach sind?
01:10:16: Das mache ich nicht.
01:10:18: Und wenn ja, haben Sie ihm gesagt oder haben sie sich untergeurscht?
01:10:22: Das weiß ich, sie fragen mich jetzt wie ein Tiefenpsychologe.
01:10:30: Aber ich kann aus der Schlinge kommen!
01:10:33: Länger leben ohne Meinung!
01:10:37: Eine Meinung hat heute bald werden und eine Haltung hat keiner mehr?
01:10:40: Ja das ist richtig genau.
01:10:43: Nee aber wenn man immer sagt Ich weiss wie es geht dann komme ich ja nicht weiter.
01:10:52: Ja, aber es gibt sicherlich Situationen, wo Sie sagen das mache ich jetzt eigentlich sehr ungern.
01:10:57: Ich erinnere mich gerade an eine Inszenierung von ... war ein Stuttgart für einem Regisseur, den es heute gar nicht mehr gibt oder der hat ... da spielte ich so einen verklemmten Liebhaber Tochter von diesem, ich fände mir gleich wieder ein welches Stück und der hat gesagt ja er ist so verklemmte.
01:11:24: Der nimmt dann so die Brille oder so und hat mich festgebunden an einem Stuhl ganz dass sich nicht so so schwiegen kann sondern das fand ich so blöde.
01:11:38: und meine Frau hat damals zu mir gesagt so gut warst du noch nie.
01:11:46: Das würde ich mal hinterfragen.
01:11:53: Man kommt oft weiter, nicht dass man schmerzt und ... vor allem haben muss, um dann gut zu sein.
01:12:05: Ich für viele trifft es zu aber auf mich trifft glaube ich mehr zu wenn ich so einen Regie-Klima habe dass meine Fantasie ungestört ist.
01:12:19: und da das ein Regisseur sagt ah toll!
01:12:21: Und ich sage nein, ich weiß gar nicht wie sie mir das eingefallen und so... Das kommt dann von selber wenn Sie's geschehen lassen ja und nicht immer.
01:12:31: Also dass man was anbietet, das man auch wieder verwerfen kann.
01:12:34: Ja
01:12:35: also ich erinnere mich gerade der Regisseur, der Zadeck wie wir haben das Stück gelesen oder ein Stichmini und dann sagt er so morgen mache ich das ganze Stück ja ihr müsst den Text gar nicht können aber ihr habt ungefähr einen Charakter und spielt das durch bis zum Schluss und lasst euch nicht korrigieren euch!
01:13:01: Es machen einfach mit eigenen Worten und so.
01:13:04: Ich habe genug Assistenten, die schreiben alles auf was der da gemacht hat und in der Tat entstehen dadurch auch nach der ersten halben Stunde wo du dich noch nicht daran gewöhnt hast entstehen plötzlich Freiheiten, die du gar nicht ausdenken kannst.
01:13:21: Die kommen ja aus dem Unterbewussten Und der
01:13:25: hat sich das dann abgeschaut, was seine
01:13:26: Mannschaft anbietet?
01:13:27: Der hat sich abgeschafft.
01:13:28: Sag mal du warst da so wunderbar, bei diesem hast du doch so... Du warst immer oben und sagst, du hast die Spine auf den Kopf gelegen.
01:13:34: Was hab ich
01:13:35: gemacht?!
01:13:37: Also aus dem Unterbewussten, ich glaube es ist eine American Method Methode, die das so machen.
01:13:45: Andererseits war er ein großer Terran, hat man hier wirklich fertiggemacht.
01:13:49: Ja
01:13:51: auch das.
01:13:56: Ich habe dann öfter gesagt für Kollegen, lass ich doch von dem nicht.
01:14:04: Nimm das was gut ist und alles andere nicht.
01:14:08: Der Zartig eigentlich ... der ist in seiner Rage oft persönlich geworden.
01:14:15: Da peinbar nie.
01:14:17: Da war immer so ein Zorniger.
01:14:27: Und Zandick sagt dann, sag mal ich schaute jetzt lange zu.
01:14:35: Du bist ein wunderbarer Schauspieler, hat er zu mir gesagt.
01:14:38: Du ist ein wunderbares Schausspieler, deshalb spielst du ja auch bei mir.
01:14:44: Aber lasst doch mal das Paimansche Kinderteater.
01:14:48: Sag ich was?
01:14:48: Was mach' ich?
01:14:50: Du weißt ganz genau was ich meine!
01:14:51: Wenn du sagst, ich habe Bauchwill, da fassen dich einen Bauch.
01:14:55: Wenn du sagst, ich habe einen Kopf will, dann fass dich an den Kopf.
01:14:59: Sag mal, ich hab Bauchweh und kratzt dir dabei den
01:15:01: Arsch!
01:15:04: Das ist das Leben.
01:15:06: Und da hat er recht... Es geht mir so schlecht, wie wir es gar nicht sind?
01:15:11: Ja, also, es geht mir SO schlecht!
01:15:16: Aber das eine hatte natürlich auch ... Wenn man es mischen kann, hat's was für sich.
01:15:21: Und dem Paimann bin ich unendlich dankbar!
01:15:24: Für seine Genauigkeit am Text... Da hier steht gerade auch Hörte-Ich-Sein-Nahen.
01:15:33: Was heißt das?
01:15:35: Ich hab jetzt gekommen und gehört, der weiß ja selber!
01:15:40: Was steckt dahinter und so?
01:15:41: Also er hat immer umgedreht.
01:15:43: Und das ist, finde ich auch fast
01:15:45: wie die Breit.
01:15:45: Ja.
01:15:47: Ist noch intensiver.
01:15:49: Nur am Wort entlangen.
01:15:53: Aber zu Rannen gibt es heute keine mehr.
01:15:54: Das ging nicht mehr, ne?
01:15:56: Vielleicht gibt's welche unsichtbare...
01:16:01: Oder sie trauen sichs ihnen gegenüber nicht?
01:16:03: Nee, nicht mir!
01:16:04: So überhaupt.
01:16:06: Die Freundlichkeit Aber es tut mir leid, also ich weiß das nicht.
01:16:13: Sie hören die Sendung aus dem Wiener Burgtheater zu hören von Heide Tenner und Martin Schwab.
01:16:19: Themen waren das Burgtheatr, Jan Thurnhallen, Ochsenthurn, Provinztheater wie Ulm wieder?
01:16:25: Das Theater spielen in Reichenau Und mehr oder weniger seltsame Regieanweisungen.
01:16:31: Zum Abschluss geht's noch um Nervosität-und-Lampenfieber.
01:16:36: Sie sind in einem Alter, wo man eine Frage stellen darf ohne dass es unhöflich wirkt.
01:16:43: Wie ist das wenn man eine lange Karriere schon hinter sich hat?
01:16:49: Wird Nervosität stärker oder weicht sie einer heiteren Gelassenheit?
01:16:55: Ohne viel nachzudenken würde ich sagen es ist mehr eine heitere Gelassenheiz.
01:17:00: weil Was soll mir passieren?
01:17:05: Ich habe ja auch Beispiele von alten Schauspielern oder älteren damals.
01:17:12: Die hatten eine Freiheit, ich nehme zwei Beispiele.
01:17:15: Eine war Marianne Hoppe.
01:17:17: Marianne sagte immer... Ach, ich hab jetzt gar keine Lesung, da hab' ich meine Texte... ...ich gehe mal in die Katastrophe und hol's!
01:17:28: Das
01:17:31: ist die Gelassenheit.
01:17:33: Und der andere war Hans Manke, ein alter Schauspieler in Stuttgart.
01:17:41: Leider kennen sie ihn vielleicht höchstens noch bei Schauspielen, Führern und Bilder als Galerie oder so ein Toller.
01:17:49: Er sagte zu mir ... Wenn du mal so alt bist wie ich und die wollen dich nicht mehr schminken brauchen wir auch gar nicht mehr.
01:17:57: Ah, das hat einen tollen Kopf trotzdem!
01:18:01: Dann geht, ist aufgestanden.
01:18:04: Dann gehe ich an den Gatterobenschrank.
01:18:08: Hat der Staub runtergenommen?
01:18:12: Ja und war plötzlich... Er hat sich geschützt oder sein privates Fahrgeschütz durch so eine kleine Veränderung.
01:18:20: Fähig toll!
01:18:21: Waren Sie früher nervös?
01:18:24: Oder Lampenfieber?
01:18:26: Auch da schnellige Antworten.
01:18:29: Ich glaube nicht weil ich will ja Theater spielen, dass die Leute mich sehen.
01:18:34: Ich bin viel nervöser auf der Straße oder wenn ich nach einem Fehlend wieder ins Haus komme selbst in mein Haus.
01:18:43: hier ist immer so eine Schwellenangst und habe ich mich immer getröstet mit einem Satz von Goethe vor anderen fühle ich mich so klein.
01:18:54: ich werde stets verlegen sein.
01:18:56: Das sagt der berühmte Faust, dass er alle Studien hinter sich hat.
01:19:00: Der sagt sowas und da habe ich mich nicht das.
01:19:02: ich denke, ich bin wie Faust oder so aber von der Verletzlichkeit oder von der Scheu fand ich das mal.
01:19:10: Gibt es gar keinen Exhibitionismus, den man braucht um auf die Bühne zu gehen?
01:19:18: Was verstehen Sie unter Exhibitismus?
01:19:21: eigentlich ist alles was ich mache Ex-Hibitionismus.
01:19:26: Aber manche machen Freude
01:19:28: wegen Scheu.
01:19:32: Auf der Bühne habe ich keine Scheu, da ist ja Schutz ... Sie wollen ja sehen dass er so ist!
01:19:38: Dass er sabbert oder so aber privat kündigt das schützt mich hier und sie.
01:19:46: Das ist schon Schutz.
01:19:47: Ja genau, ich glaube sie brauchen keinen Schutz.
01:19:51: Die größten von meiner Frau.
01:19:55: Nicht vor meine Frau, von meiner Frage!
01:20:01: Gibt es Rollen rückblickend die Sie nicht gespielt haben?
01:20:06: Obwohl sie sie gerne gespielt hätten zum Beispiel?
01:20:09: Da gibt's nur eins.
01:20:11: Syrano von Bergdorf.
01:20:14: Das muss noch nicht schön sein.
01:20:16: da muss man nur wie sagt der Syranno Auf den Lippen das geschliffene Wort und im Herzen den geschlifenden Degen.
01:20:26: Das ist das Tolle!
01:20:28: Und verkannt zu sein, ein ganzes Leben lang... ...und dann sagt die Roxane, warum lesen sie diese Briefe so?
01:20:34: Es ist schon so dunkel.
01:20:36: Ach Sie,
01:20:37: es von Ihnen stammen diese Briefe.
01:20:43: So, und er sagt... verabschiedet zu einem Hut weg.
01:20:47: Da wollte er so sterben, im Herzen geschliefen in Degen und da wollen wir aber gestorben ist er durch Mäuschen wart und Steine haben sich immer auf den Kopf gestellt.
01:20:57: Und
01:20:58: das
01:20:58: sind so tolle.
01:20:59: Toll!
01:21:01: Und dann fällt es ganz langsam davor.
01:21:05: Nur vielleicht wird's noch?
01:21:07: Nein, das will ich nicht.
01:21:09: Wir wünschen es Ihnen jedenfalls und wir wünschnen Ihnen überhaupt das Allerbeste.
01:21:13: Und vielen, vielen Dank dass Sie sich hier herbeimüht haben außer sie wollen uns noch was vorlesen.
01:21:24: Nein, wir können den Dialog nicht toppen!
01:21:38: Sie hörten einen Mitschnitt vom vergangenen Sonntag, dem Zweiundzwanzigsten Februar, aus dem Prunk-Foyer des Wiener Burgtheaters im Rahmen unserer Senderei aus dem Wieners Burgtheater die auf Initiative und in Kooperation mit der Gesellschaft der Freunde des Wieters Burg Theaters entstand.
01:21:55: Zu hören war Nestorpreisträger Martin Spab im Gespräch mit Heide Tenner.
01:21:59: Christoph Wellner bedankt sich herzlich fürs zuhören.
01:22:02: viel Vergnügen mit dem weiteren Programm hier auf Radio Klassik Steffansdom Aus dem Wiener Burgtheater.
01:22:11: Künstlergespräche der Gesellschaft der Freunde des Burgtheaters moderiert von Heide Tenner.
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