Perspektiven: Die Schneekugelmacherin

Show notes

Die Original Wiener Schneekugelmanufaktur ist ein Wiener Kulturbetrieb – und die Heimat der allerersten Schneekugel der Welt. Sabine Perzy führt das Familienunternehmen in Wien-Hernals heute in vierter Generation und ist damit erfolgreicher als alle ihre Vorgänger.

Auf die Frage, was sie einmal werden wird, wenn sie groß ist, hat Sabine Perzy schon im Kindergarten eines geantwortet: Ich werde die Firma meines Vaters übernehmen. Die Original Wiener Schneekugelmanufaktur. Während ihrer Ausbildung sitzt sie als einzige Frau in einer Klasse voller Burschen, ist Klassenbeste – und wird so sehr gemobbt, dass sie am liebsten alles hinschmeißen will. Die Schule. Ihre Lehre. Den Plan mit der Übernahme der familieneigenen Schneekugelfabrik. Heute ist sie die Chefin der Manufaktur – in vierter Generation. Und: Sie ist die erfolgreichste bisher. Gerlinde Petric-Wallner hat die Unternehmerin in der Schneekugelmanufaktur in Hernals besucht.

Die Geschichte der allerersten Schneekugel der Welt beginnt mit einem Zufall. Der Urgroßvater von Sabine Perzy, Erwin Perzy I., arbeitet damals als Mechaniker von chirurgischen Instrumenten – und ist Erfinder. Er will die Leuchtkraft der damaligen Edison-Glühbirne verbessern, experimentiert dafür mit verschiedenen Schwebestoffen in einer Schusterkugel – einer großen Glaskugel, die Licht sammelt und verstärkt. Früher lag sie auf dem Tisch der Schuhmacher und diente ihnen als natürliche Lupe. Gefüllt war die Schusterkugel mit Wasser. Perzy hat dem Wasser verschiedene Schwebestoffe zugefügt, die das Licht reflektieren sollten. Metallspäne etwa, oder Glasspäne.

Aber ohne Erfolg. Was er auch nimmt, die Späne sinken immer wieder zu schnell auf den Boden der Kugel. Bis er eines Tages in der Küche seiner Mutter steht und ein Päckchen Grieß sieht.

Erwin Perzy füllt den Grieß in die Kugel – und bemerkt, wie dieser langsam runterrieselt. Wie Schnee. Perzy hat eine Idee. Ein Freund von ihm hat damals einen Verkaufsstand in Mariazell. Für ihn hat Erwin Perzy kleine Figuren der Basilika gefertigt. Nun montiert er eine dieser Figuren auf einen Sockel, befestigt darauf die Kugel mit Grieß und Wasser – und schenkt die fertige Schneekugel mit der Basilika Mariazell darin seinem Freund. Es ist die Geburtsstunde der Schneekugel.

Heute leitet seine Urenkelin die Manufaktur: Sabine Perzy. Bis auf wenige Teile wird alles in Wien hergestellt. Barack Obama hat eine, Bill Clinton, Ronald Reagan. Neben den Sonderanfertigungen gibt es 350 Modelle, die das ganze Jahr über verfügbar sind. Und es gibt seit Jahren einen Bestseller: Die Schneekugel mit dem Stephansdom darin.

Eine Sendung von Gerlinde Petric-Wallner.

Show transcript

00:00:07: Ich habe schon als Kind mitbekommen, wenn ich erzählt habe was wir tun oder meine Eltern tun oder was ich eines Tages gerne machen wollen würde und dass dann die Augen von den Leuten immer schon angefangen haben zu leuchten.

00:00:20: Augen, die zu leuchen beginnen weil sie an eines erinnert werden – an Schneekugeln!

00:00:26: An jene zauberhaften Glaskugeln, die sich beim Schütteln in kleine Schneewelden verwandeln.

00:00:31: Langsam riesen weiße Flocken auf die Figuren im Innern der Kugel hinab Auf Steffansdom, Tarnenbaum oder Katze.

00:00:39: Auf rosa Punschkrabfall Engel-Hertz.

00:00:43: Die Motive sind so vielfältig wie die Menschen, die sich dafür begeistern.

00:00:49: Sabine Perzi kennt die Schneekugeln seit sie ein Baby ist Ist sie doch in der Manufaktur ihrer Eltern groß geworden?

00:00:56: An diesem Nachmittag sitzt Perzi im Büroraum, genauer gesagt

00:01:00: In der original Wiener Schneekogelmanufaktor in der Schumanngasse.

00:01:03: Siebel und Achtzig Im siebzen Bezirk hier eben wunderschönen Wien.

00:01:08: Hier hat die Geschichte der Schneekugel ihren Anfang genommen.

00:01:11: Heute führt Sabine Perzi den Betrieben vierte Generation.

00:01:15: Ihr Urgroßvater Erwin Perzi, der erste, hat die Schneekogel erfunden und die Manufaktur gegründet.

00:01:21: Rund einutfünfundzwanzig Jahre ist das mittlerweile her!

00:01:26: Eine Stiege für den ersten Stock einer der Produktionsstätten hier in dem Haus der original Wiener Schneekohle-Manufaktor.

00:01:36: Da

00:01:45: sitzen

00:01:48: meine Damen.

00:01:56: Zugreifen, sagt die Chefin zu ihren Mitarbeitenden.

00:01:59: Einen Google-Hupf hat sie auf den Tisch gestellt.

00:02:02: Eine Mitarbeiterin ist gerade damit beschäftigt eine Figur an Somalen für eine Sondanfertigung

00:02:08: Und hier in dem Bereich werden die Figuren eben zusammengeklebt, angemalt.

00:02:12: In die Kugel eingesetzt, in den Sockel eingefügt mit dem Sockel verpackt im ersten Stock.

00:02:20: Hier haben wir auch den kleinen Verkaufsshop der unter einem Jahr immer da geöffnet ist wo man uns vom Motor bis dann aus Tag neun bis fünf zu nur sigieren kann.

00:02:30: Ganz genau!

00:02:33: Ich kann auch gerne zeigen, unsere ganzen trockenen bereits fertigen Modelle die nur darauf warten in Kugeln eingesetzt zu werden.

00:02:41: Weil der größte Teil der Arbeit liegt ja natürlich in den Figuren weil es wieder eben jede einzelne Figur händisch zusammengeklebt, händig bemalt und das bedarf natürlich Zeit und ist ein großer

00:02:53: Aufwand.".

00:02:54: Fast jeder Teil des Schneekugel wird hier in der Fabrik selbst hergestellt.

00:02:59: Wir machen immer alles frisch.

00:03:00: also wir haben so gesehen fast keinen Lager von fertigen Kugeln, nur so immer ein paar Stück und wir machen auf Bestellung immer alles frisch also wie frisch vom Bäcker.

00:03:14: Also da hast du das Bambim im Haus mit Bäumen, Rissbäume ohne Ende, Engel, Katzen mit Wohlknäulen, Pinguine.

00:03:26: Sabine Perzi führt weiter in den nächsten Raum.

00:03:29: Die Regale an der Wand sind über und über gefüllt mit tausenden Figuren und allerlei Einzelteilen.

00:03:34: Wir sind so eine richtige Manufaktur, also das heißt der größte Teil von unserer Arbeit wird eben händisch gemacht Und die Schneekugeln werden alle hier bei uns im Haus im siebzehnten hergestellt.

00:03:54: Insgesamt arbeiten mit ihr zehn Menschen in der Schneekogelfabrik.

00:04:00: Aufgewachsen ist Sabine Perzi nur wenige Minuten von der

00:04:02: Manufaktur

00:04:03: entfernt und eben in der Manu-Faktur selbst.

00:04:19: schon hier groß geworden, aber geschlafen habe ich nicht.

00:04:38: Wie war es als Kind für sie so intensiv von Schneekugeln umgeben zu sein und auch von Arbeit?

00:04:44: War das manchmal auch lästig?

00:04:48: Also in der Grundsätzlichkeit würde ich sagen dass ich eine sehr schöne Kindheit hatte ist natürlich immer sehr speziell wenn man Eltern hat die halt selbstständig sind ja und wenn dann noch beide einfach wahnsinnig gerne arbeiten.

00:05:01: So wurde ich natürlich schon auch viel mit meiner Oma und meinen Tanten groß.

00:05:09: Der Papa war auf jeden Fall immer sehr in der Firma eingesetzt

00:05:13: Und auch ihre Mutter hat sich sehr hineingekniert ins eigene Unternehmen, erzählt die Tochter.

00:05:18: Also sie hat mir erzählt dass sie oft in der Nacht gearbeitet hat um tagsüber bei mir sein zu können.

00:05:23: also das muss man sich mal vorstellen.

00:05:28: So wie ich vorhin schon sagte, war... Wann es ging?

00:05:31: Weil natürlich auch hier hab' immer schon ein bisschen mitgeholfen.

00:05:34: Du kennst das ja nicht anders!

00:05:36: Für dich ist das ja ganz normal so, ne?

00:05:39: Also ich fand das eigentlich immer sehr schön und das ist ja was ganz Spezielles, was wir da tun.

00:05:51: Also deswegen als lästig empfand ich es nie.

00:05:54: Natürlich ist es halt dann gelegentlich so dass man vielleicht als Kind das Gefühl hat, der Firma vielleicht ein bisschen wichtiger sein könnte, als man selber.

00:06:06: Aber das sind halt so... Du siehst ja hinter diesen Vorhang alles zu tun ist und zu machen ist.

00:06:13: Das weißt du ja später.

00:06:15: Also heute ist mir das vollkommen klar, dass es gibt einfach die Prioritäten, die man setzen muss.

00:06:23: Und ja, das hat schon so gepasst!

00:06:32: Schon als Kind wusste er Bineperzi eines.

00:06:34: Wenn ich einmal groß bin, werde ich genau das machen – Schneekugeln!

00:06:39: Und eines Tages werde ich die Manufaktur von

00:06:42: meinem Vater

00:06:42: übernehmen.".

00:06:44: Also bist du schon im Kindergarten gewusst, dass das so sein wird und dass dann die Augen von den Leuten immer schon angefangen haben zu leuchten wenn du nur sagst, dass du Schneekuggeln herstellst?

00:06:58: Das hörst du ja... Von niemanden, von niemandem.

00:07:01: Also deswegen das ist die absolute Sonderstellung, die wir da

00:07:05: haben.".

00:07:05: Einige Jahre und auch Momente des Zweifelns, des Widerstands.

00:07:09: später wird sie die erste Chefin in der Geschichte der Schneekugelmanufaktur werden – Und?

00:07:15: Die erfolgreichste!

00:07:30: Sabine Perzis Weg scheint vorgezeichnet.

00:07:33: Auch ihre Ausbildung geht in Richtung Wissen erwerben wie die Manufaktor, wie die Produktherstellung funktioniert.

00:07:47: Mittelschule, dann die Ausbildung... also bin dann an die Handelsschule gegangen.

00:07:50: Habe da drei Jahre die Handel-Schule gemacht und danach mit der Lehre zur Werkzeugbautechnikerin angefangen.

00:07:58: Und da war ich das einzige Mädchen in der Klasse was natürlich auch gleichzeitig bedeutet.

00:08:04: Ich war ja drei Jahre älter als alle anderen weil die haben mir dann gleich nachdem es mit der Hauptschule oder Mittelschuhe oder was auch immer fertig waren angefangen und ich war dann schon achtzehn Fucht sein oder was auch immer.

00:08:17: Also das war schon ein bisschen spannend und dann auch als einziges Mädchen und danach noch als Klassenbeste.

00:08:22: also ich war das Ziel von Mobbing, absolut

00:08:27: So sehr wird Sabine Perzi gemobbt dass sie dadurch die Freude an der Sache verliert An der Arbeit und an ihrem Plan für die Zukunft.

00:08:36: Ich wollte die Lehre abbrechen habe gesagt einfach das Ganze möchte nicht mehr.

00:08:42: Zusätzlich zu dem war es dann auch so, dass man ja natürlich irgendwann einmal anfängt darüber nachzudenken ob die Gedanken und Ideen und Wünsche, die du hast überhaupt eine eigenen Wünsche sind oder ob die nur dein ganzes Leben lang immer so in dich hinein suggeriert worden sind weil du ja eben in diesen Familienbetrieb hineingeboren worden bist was du da ja nicht aussuchen kannst.

00:09:06: Das hat irgendwie zu dieser Zeit so ein bisschen kollidiert.

00:09:09: Und dass ich dann zu Papa gesagt habe, hörst du?

00:09:11: Ich weiß nicht ob ich das weitermachen möchte.

00:09:13: Ich möchte vielleicht was ganz anderes.

00:09:15: also tatsächlich wäre ich ganz gerne eventuell ans Theater gegangen.

00:09:19: Also musical darstellen.

00:09:36: Ihr Vater macht ihr damals keinen Druck aber ermutigt sie es doch einfach einmal in der Manufaktur zu versuchen.

00:09:46: Der Papa hat dann damals zu mir gesagt Du pass auf probier es doch zumindest mal und du kannst dann noch immer sagen wenn es dir nicht gefällt Probier's einmal und dann wirst du das eh sehen.

00:09:59: Ja, ja, achtzehn Jahre später sind wir da ne?

00:10:08: Also ich hab es dann probiert und ich möchte nichts anderes in meinem Leben.

00:10:19: Ich habe dann in der Schule...ich habe dann Klasse gewechselt Das war dann kein Thema mehr, ich habe das dann dadurch drückt Egal Wurscht.

00:10:27: also hab das hinter mich gebracht Hab die Lehre abgeschlossen.

00:10:31: Dann hat mich der Papa gefragt so Und was willst Du jetzt machen In der Firma, ich musste mir mehr oder weniger dem... also mir was wichtig.

00:10:38: Ich wollte unbedingt jeden Bereich in der Firma durchmachen!

00:10:42: Ja?

00:10:43: Also ich kann ja nicht als Firmenchefin anderen Leuten sagen, was sie zu tun haben wenn ich selber keine Ahnung davon habe.

00:10:53: Deswegen, ich wollte jede einzelne Station unserer Produktion durchmachen, weil in einem jeden mehrere Monate lang um zu wissen was da überhaupt geht.

00:11:03: Also das ist einmal der erste Schritt und dann habe ich so nebenbei meiner Lehre

00:11:10: gemacht.".

00:11:10: Als ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat fragte Vater sie Was möchtest du jetzt in der Firma machen?

00:11:16: Und ich habe mir als Antwort gegeben Ich möchte gerne die Firma leiten.

00:11:19: Anfang

00:11:20: zwanzig ist Sabine Perzi damals also beginnt die Firma inoffiziell zu leiten.

00:11:25: Also er war eigentlich sehr glücklich, weil ihm hat das eigentlich nie Freude bereitet.

00:11:31: Wir ergänzen uns da ganz wunderbar!

00:11:34: Weil diese ganze Organisation und alles was dazu gehört die Kundengespräche, die E-Mails, die Buchhaltung, na alles halt... Das hat er nie gerne gemacht.

00:11:47: Wie er es immer genannt hat, die Zettel schlichterei.

00:11:53: Er wollte immer in der Werkstatt sein und ich habe schon in der Lehre gewusst, Ich möchte nicht in der Werkstadt sein.

00:11:59: Es ist gut dass ich es weiß das für den Fall dass ich einmal einen Werkzeugmacher anstellen muss damit auch da mir niemand technisch etwas vormachen kann.

00:12:09: Also ich habe das technische Verständnis dafür aber ich stelle mich nicht in die Werkstatte rein.

00:12:13: Ja also das war mir von Haus aus klar Und er liebt das!

00:12:16: Also deswegen der Papa macht die Werkzeit

00:12:18: und ich

00:12:19: lenke das Schiff.

00:12:30: Seit dem ersten Juli, hat Sabine Perzi offiziell die Leitung der original Wiener Schneekugel-Manufaktur über.

00:12:39: Da habe ich offiziell übernommen, dass mein Vater in Pension gegangen ist und es rennt gut zum Glück muss ich sagen.

00:12:55: Sabine Persze hat ihren Platz gefunden.

00:12:57: sie ist die erste Frau an der Spitze der Manufaktor Und sie ist der erfolgreichste Unternehmerin in der Geschichte der Fabrik.

00:13:11: Die Geschichte der allerersten Schneekugel der Welt beginnt mit einem Zufall.

00:13:16: Der Urgroßvater von Sabine Perzi, Erwin Perzi.

00:13:19: er arbeitet damals als Mechaniker von kirurgischen Instrumenten und ist Erfinder.

00:13:25: Er will die Leuchtkraft der damaligen Edisonglühbirne verbessern, experimentiert dafür mit verschiedenen Schwebestoffen in einer Schusterkugel – einer großen Glaskugel, die Licht sammelt und verstärkt.

00:13:37: Früher lag sie auf dem Tisch der Schuhmacher und diente ihnen als natürliche Lupe.

00:13:42: Gefüllt war die Schusterkugel mit Wasser.

00:13:45: Perzi hat dem Wasser verschiedene Schwebestoffe zugefügt, die das Licht reflektieren sollten – Metallspäne etwa oder Glasspäne.

00:13:54: Um

00:13:54: eben zu versuchen einen Lichteffekt mit dahinter befindlichen Edison Glühbirne zu erzeugen um halt mehr Leuchtkraft zu bekommen

00:14:04: Aber ohne Erfolg.

00:14:05: Was er auch nimmt, die Späne sinken immer wieder zu schnell auf dem Boden der Kugel.

00:14:11: Eines Tages steht Erwin Perze in der Küche seiner Mutter.

00:14:31: andere absolut nicht beabsichtigt.

00:14:40: Erwin Perzi blickt also auf den Grieß, der wie Schnee in einer Klasskugel herunterreselt und hat eine Idee.

00:14:47: Ein Freund von ihm hat damals einen Verkaufsstand in Maria Zell.

00:14:50: Für ihn hat Erwin Pärze kleine Figuren der Basilika gefertigt.

00:14:54: Nun montiert er eine dieser kleinen Figuren auf einem Sockel, befestigt darauf die Kugel mit Gris und Wasser.

00:15:01: Und schenkt die fertige Schneekugeln mit der Basilika Maria Zeldarin seinem Freund!

00:15:08: Der hat sie sofort verkauft und er hat dann gesagt hey Erwin das ist ein Produkt da musst du dran bleiben schauen wie du das in großen Mengen produzieren kannst.

00:15:16: Das hat ihnen noch ungefähr zehn Jahre gebraucht um natürlich weil Gris konnte es natürlich ja erkennen Bleiben ist ja klar, um eine Alternative dazu zu finden und herauszufinden wie man die Schneekugeln in größeren Meinungen produzieren kann.

00:15:33: Und die Manufaktur wurde ein paar Gassen weiter vorne in der Schumanngasse gegründet.

00:15:40: Jetzt?

00:15:40: Ja!

00:15:43: Und dann sind wir hier.

00:15:55: Wo raus der Schnee genau besteht, ist ein gut gehüttertes Familiengeheimnis.

00:16:03: Soweit ich weiß, hat dann mein Großvater das letzte Mal das Rezept nochmal verbessert und seitdem diese Rezeptur existiert arbeiten wir mit der.

00:16:18: Und es wird immer nur von Generationen also von Firmeninhaber auf Firmen-Inhaber übergeben.

00:16:24: Es liegt natürlich zur Sicherheit bei unserem Notar in einem Schließfach.

00:16:27: Also das Geheimnis ist nicht verloren aber das weiss... wirklich immer nur der Firmeninhaber.

00:16:34: Sabine

00:16:34: Perz ist also auch eine Geheimnisträgerin und weiß, als einziger Mensch auf der Welt, woraus der Schnee wirklich besteht.

00:16:41: Ganz und gar kein Geheimnis ist das Wasser, dass sich in der Kugel befindet.

00:16:46: Das

00:16:46: ist einfaches österreichisches Hochquellwasser

00:16:48: Und kommt direkt aus den Bergen, konkret aus der Hochquelle-Wasserleitung Nummer zwei und damit dem Hochschwabgebiet in der Steiermark

00:16:55: Eines der besten Wässer, die es überhaupt gibt meiner Meinung nach.

00:17:00: Von da aus, dem siebzehnten Bezirk in Wien erobert die Schneekugel die ganze Welt.

00:17:04: Mit ihrer Mann reißt Sabine Perzi immer wieder und wird auch in einer noch so weit entfernten Ecke der Erde an ihre Arbeit in Harnals erinnert.

00:17:13: Die Inhaberin erzählt von einer Reise nach Japan als sie eines Tages in einem kleinen Geschäft steht im hintersten Winkel von Tokio

00:17:20: Und dann auf einmal in einem Regal seine eigenen Produkte sieht.

00:17:25: das ist sehr strange auch voll cool.

00:17:29: Und man sich dann denkt, ja also die Möglichkeit, die besteht dass ich diese Kugel mit einer ziemlich hohen Wahrscheinlichkeit mindestens einmal in der Hand hatte wie sie verpackt habe um sie da herüber zu verschiefen ist irgendwie voll crazy.

00:17:45: Zehn Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen umfasst ihr Team mittlerweile inklusive ihr selbst.

00:17:50: produziert werden pro Jahr circa dreihunderttausend Schneekugeln.

00:17:54: Das zauberhafte Spielerische an der Kugel hat sich Sabine Perzi bis heute auch für sich selbst bewahrt.

00:18:00: Ich bin selbst zum Glück ein sehr verspielter Mensch, das sieht man vielleicht.

00:18:06: Nein ich habe mir mein inneres Kind bewahrten.

00:18:10: Ich arbeite sehr häufig an Spezialanfertigungen.

00:18:14: ja also Wir stellen ja nicht nur unser Standard-Sortiment her, was ja ungefähr dreihundertfünfzig verschiedene Modelle umfasst.

00:18:22: Sondern auch Auftragsarbeiten werden entgegengenommen!

00:18:25: Bei der Original Wiener Schneekugelmanufaktur kann sich jeder und jede seine oder ihre ganz persönliche Schneekuge machen lassen.

00:18:32: Für

00:18:33: Hochzeiten Geburtstagepensionierungen, Geburten – was es auch immer sein mag.

00:18:39: Und an diesen Einzelanfertigungen arbeite ich recht häufig Und auch das macht mir dann am meisten Spaß.

00:18:48: Also deswegen, es gibt unzählige Kugeln die ich selbst gebaut habe.

00:18:52: Selbstverständlich ne?

00:18:54: Wenn der Kunde diese Kugel holt und oft in Freudentränen ausbricht... Das ist das, wofür ich arbeite!

00:19:12: Gibt es Schneekugeln, die ihr besonders in Erinnerung geblieben sind?

00:19:17: Vater, Mutter, Tochter kommen zu uns in die Manufaktur.

00:19:21: Die Tochter hatte gerade den Bachelor geschafft.

00:19:26: Und die Eltern hatten ihr versprochen, dass wenn sie den Bachelor schafft darf sich eine große Kugel also ein zweihundert Millimeter Kugeln wiegt.

00:19:35: sieben Kilo das gute Stück ja und da kann man schon ordentlich was drinnen... Also wir sind ein kleiner Fußball, ne?

00:19:42: Kann man schonordentlich etwas darstellen und von denen machen wir um die Sechzig-Siebzig Stück nur im Jahr.

00:19:49: Und sie darf sich eben zum bestandenen Bachelor, da ihre Personalisierte Schneekugel anfertigen lassen und das ist das was ich am meisten mag.

00:19:58: wenn der Kunde mir nur sagt Das soll drin sein, das soll drin sind ein paar Stichworte bei ihr war es Ein Drache, ein Wolf, ein Berg und ein Wasserfall und einen Verborgerner Schatz!

00:20:12: Das waren meine Vorgaben Und ich konnte mich künstlerisch komplett auslassen.

00:20:16: Ach, das war mein

00:20:18: Traum.".

00:20:23: Überhaupt kein Thema und wenn es ein halbes Jahr dauert... Es ist halt schon was Künstlerisches!

00:20:32: Deswegen hatte ich keinen Zeitstress.

00:20:34: Ich konnte auf diesen Funken warten.

00:20:36: Dann habe ich es dann wirklich an einem Wochenende fertig gemacht und sie ist so schön geworden.

00:20:44: und die Kugel abgeholt haben, ein halbes Jahr habe ich gebraucht ja um auf diesen Funken warten zu können.

00:20:50: Und dann an einem Wochenende habe ich das durchgezogen... ...und bitte das dann abgehohlt haben!

00:20:58: Die haben angefangen zum Beinen, dann hab' ich angefangen, zum Bein.. also das war sehr fange jetzt schon wieder als der Bein.

00:21:07: Nein, dass wir einfach mit dem was wir da machen den Leuten so eine große Freude machen können Das ist einfach wunderschön.

00:21:24: Noch eine Schneekugel ist Sabine Perzi gut in Erinnerung

00:21:27: geblieben.

00:21:28: Ein Mann aus Deutschland kommt zu mir und hat eine winzig kleine Schachtel, ja?

00:21:35: Und schiebt mir die rüber... Können Sie das bitte in eine Kugel einsetzen?

00:21:40: Das ist meine Frau!

00:21:43: Zuerst denkt man sich hier nix dabei und ich mach diese Schachteln auf.

00:21:48: Ist das ein winzig kleiner Diamant?

00:21:50: Die gepresste Arsch der verstorbenen Frau.

00:21:54: Gut Also da musste natürlich auch was ganz Besonderes gemacht werden.

00:22:01: Es sollte noch ein Kreuzfahrtsschiff, dürfte irgendeine besondere Bedeutung für die beiden gehabt haben und eben dass dieser winzig kleine Diamante war ja drei Millimeter schön eingefasst werden damit das halt auch wirkt.

00:22:16: Das haben wir dann gemacht.

00:22:16: ich habe so einen wunderschönen durchbrochenes Herz und in der Mitte war dann dieser Diamant da.

00:22:25: Alles auf dem Arbeitsplatz wegräumen, dass dieser Diamant nur um Gottes Willen nicht verloren geht.

00:22:30: Das ist ja auch ein absoluter Wahnsinn!

00:22:32: Also er hat sie dann zuerst wieder mitgenommen weil er gesagt hat er überlegt sich da... also wir haben das besprochen hat er gesagt er überlegt sich das und wenn er so weit ist ich glaube er hat noch einfach noch ein bisschen Zeit gebraucht um sich von ihr einmal zu trennen der Tochter mitgeben und dann war eben die Tochter da, hat sich das Schöne dann eben Herz eingefasst.

00:22:53: Das kleine Kreuzfahrtschiff davor... Und er hat es dann selbst geholt.

00:22:59: Und das war natürlich auch extrem emotional!

00:23:06: Er war jetzt erst vor ein paar Monaten bei mir wieder und hat sich wieder nochmal bedankt und wieder so gefreut.

00:23:17: dass die Kugel bei ihm einen ganz besonderen Platz hat und auch Platz bekommen hat.

00:23:22: Dass man uns so etwas anvertraut, ist natürlich ein absoluter Wahnsinn!

00:23:29: Und es gibt zu manchen Promete eine Original-Wienerschnie-Kugel zu Hause hat...

00:23:35: Wir wissen ja oft gar nicht wo diese Sachen hingehen und dann erfährt man das?

00:23:39: hat irgendjemand irgendwo auf seinem Schreibtisch stehen oder so.

00:23:42: Also die bekanntesten Prominenten, die wir beliefert haben sind sicherlich die drei amerikanischen Präsidenten.

00:23:50: Duplikate

00:23:51: dieser besonderen Schneekugeln finden sich im Erdgeschoss der Manufaktur, Die Inhaberin führt die Stiegen hinab ins Museum.

00:23:58: der Schneekuggelmanufaktor

00:24:03: Wir sind jetzt in unserem Schneekogelmuseum hier in dem vordersten Raum.

00:24:09: Da oben ist die älteste Kugel, eben eine Schneekuggle in der Größe.

00:24:15: Das ist auch eine Größe, die wir gar nicht mehr haben.

00:24:17: das ist eine Sechzig Millimeter hatte eben einen Sockel aus Gips, die gibt es natürlich heute auch nicht mehr.

00:24:25: Und mit der Basilika von Maria Zell ist sogar noch Wasser

00:24:29: drinnen.".

00:24:31: Unter der Kugel sind alte Gerätschaften zu sehen – vom Großvater und Urgroßvater.

00:24:37: Auf einer alten Drehbank hat sich Sabine Perzi als Kind verewigt.

00:24:47: Sammelwütig würde ich jetzt einfach einmal sagen, der Papa kann nichts wegschmeißen.

00:24:52: Aber alles was dann eben so einen nostalgischen Wert hat haben wir aufgehoben und so wurde dann nämlich auch die Idee zu dem Museum überhaupt geboren dass man gesagt haben wir haben so viele tolle Sachen dass man die doch irgendwie ausstellen sollte und deswegen wurden vor vielen Jahren das Museum geschaffen.

00:25:13: Einen Raum weiter sind jene drei großen Kugeln zu finden, die einst Schreibtische berühmt amerikanischer Präsidenten zierten.

00:25:20: Ronald Reagan hat eine Bill Clinton ebenso Und auch Barack Obama ist Besitzer einer Schneekugel aus Herr Nalls

00:25:27: Da im Kasten eingesperrt ist die Kugel für Reagan mit der Reagan Range und seinem Jeep.

00:25:33: Dann haben wir da noch ein Duplicat der Kugel für Clinton.

00:25:38: Die Kugl war eigentlich relativ unspektakulär, sie war komplett leer und lediglich mit Wasser und Schnipsel die bei seiner Antrittsrede gestreut worden sind.

00:25:50: Sie wurden auch extra eingesammelt und dann in diese Kugeln eingesetzt Und Clinton hat einen echten Silbersockel von Cartier erhalten und diese Kuge dürfte im Oval Office ausgestellt gewesen sein.

00:26:05: Und da haben wir dann noch in der Mitte stehen die Kugel, die wir damals für Obama gemacht haben mit einer Sachertorte Stefansdom und Riesenrat unter den kompletten Familien Obama davor.

00:26:26: Die Jane Fonder war bei uns ohne dass wir es mitbekommen haben vor ein paar Jahren wie sie ja den Herrn Lugner nach auf dem Obanball begleitet hat.

00:26:35: Da haben wir denn jeder Zeitung erfahren das wir Dort waren für sie was ich unbedingt sehen wollte und offenbar war sie da.

00:26:43: Und wir haben es erst am nächsten Tag in der Zeitung gelesen, dass sie da war.

00:26:46: Das war auch voll lustig.

00:26:48: Also wahrscheinlich mit dem größten Hut unter riesigen Sonnenbrillen!

00:26:53: Ja... Und auch die Frau von Robin Williams hat die Manufaktur in Harnals schon besucht.

00:27:00: Jeder wird bei uns gleichermaßen behandelt und bedient ganz egal wer er ist oder wer er nicht ist.

00:27:08: Nein aber Das erfährt man dann meistens ja eben so hinterher, wer das eigentlich war und freut sich dann.

00:27:24: Zum absoluten Lieblingsmodell in Sachen Schneekugeln zum Top-Seller zählt übrigens eine Figur der Namensgeber unseres Senders Der Wiener Stephans Ton.

00:27:35: Fünf Produktionsschritte braucht es in etwa bis eine Schneekugel fertig ist.

00:27:40: Wir stellen ja fast alles her woraus die Schneenkugel besteht außer das Glas und die Kartons.

00:27:45: Alles andere kommt von hier.

00:27:48: Für diese ganzen Teile brauchst du eben Gießformen, also das ist einmal der Ursprung von allem.

00:28:13: Ich

00:28:13: freue mich einfach dass ich sagen kann in diesen Generationen unternehmen und dass es halt einfach noch nie so gut kränt ist.

00:28:23: Und darauf möchte ich stolz sein, ob das jetzt wirklich etwas damit zu tun hat, aber dass ich eine Frau bin oder nicht?

00:28:29: Das ist ja unerheblich!

00:28:31: Ich weiß, dass ich das geleistet habe und freue mich halt einfach darüber.

00:28:37: Was ich glaube schon... Also ich fühle mich immer so ein bisschen wie die Mama von allen.

00:28:45: die Mutter von meinen ganzen Mitarbeitern, als ich komme manchmal mehr vor als Psychologin und Lebensberaterinnen und BeziehungsberaterInnen.

00:28:56: Und Ernährungsberater Innen als sonstigendetwas.

00:29:00: Ich möchte für alle hier einfach ein Zuhause bieten wo sich alle wohlfühlen dass sie sich nicht denken, Gott, das wollen wir wieder in die Arbeit.

00:29:12: Nein!

00:29:13: Die verbringen ja den größten Teil ihrer Zeit hier und dann soll es ein Spaß machen.

00:29:18: Da soll's leibern

00:29:19: sein.".

00:29:19: Das

00:29:20: ist meine Arbeitsfamilie", sagt die Unternehmerin.

00:29:23: Wer da aufgenommen wird, die suche ich mir schon sehr genau

00:29:25: aus.

00:29:30: Zu einer der stressigsten Zeiten in der Schneekugelmanufaktur zählt übrigens die Weihnachtszeit.

00:29:39: Weihnachten ist für uns immer eine einzige Katastrophe.

00:29:43: Also so ehrlich muss ich sein.

00:29:46: Ich sag's immer so, damit alle anderen schön haben, haben wir nicht so

00:29:51: schön.".

00:29:54: Und dennoch gibt es selbst dann Momente dieser Bineperzi zeigen warum sie tut was sie tut wie in der letzten Weihnachtsaison.

00:30:08: Ich weiß noch, ich bin dann aus der Tür unten im ersten Stock rausgekommen und dann habe ich gehört dass da gerade wieder eine Sonderanfertigung geholt wird die ich gemacht hab.

00:30:15: Und ich gehe die Stiegen hoch und ich höre diesen... diesen freudigen Aufschrei von dieser Kundin weil sie sich so gefreut hat über die Kugel und ich dann so Ja!

00:30:28: Ja genau das ist es was ich hören will.

00:30:30: ja und das ist das was mir dann wieder diesen Auftritt gibt.

00:30:35: Mir geht's nicht ums Geld.

00:30:37: Natürlich, wir machen das fürs Geld ist eh klar.

00:30:41: Aber ich will mir keine goldenen Burgen bauen.

00:30:45: Ich bin froh wenn ich alle Löhne zahlen kann Wenn ich mein Material zahlen und etwas leisten kann aber ich will nicht zum Mond fliegen.

00:30:53: Mir geht es darum den Leuten etwas Schönes zu bieten.

00:30:57: Das machen wir so lange es uns auch Freude macht.

00:31:00: Wir haben eine Freude.

00:31:02: die Kunden haben ein Freude.

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