Zehn Gebote für die digitale Welt

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00:00:00: Wie werden Digitalisierung und künstliche Intelligenz unser Leben verändern?

00:00:05: Und welche Veränderungen wollen wir

00:00:08: nicht?".

00:00:09: Darüber spreche ich heute mit Johannes Hof.

00:00:12: Johannes Hof ist Professor für Theologie & Philosophie an der Universität Innsbruck, beschäftigt sich schon lange mit technischen Transformationen – damit wie sich diese Transformation auf die Gesellschaft auswirken!

00:00:28: Johannes Hof, Sie sind Teil einer Gruppe von Expertinnen und Experten die sich Future Foundation nennt.

00:00:34: Auch Ihre Frau, die Wirtschaftsinformatikerin Sarah Spiekermann ist Teil dieser Gruppe.

00:00:39: Die Future Foundation hat zehn Regeln für die digitale Welt aufgestellt.

00:00:44: Bevor wir uns einige diese Regeln im Detail anschauen Wie kam es denn überhaupt zu diesen Regeln?

00:00:51: Und zu dem Zusammenschluss zur Future Foundation

00:00:55: Ja man entdeckt heute als Wissenschaftler, wenn man auf Konferenzen eingeladen wird.

00:01:02: Dass es viele Forscher gibt die nicht an Universitäten arbeiten sondern Teil einer Kampagne sind eine Business-Konzernz Google Facebook oder Meta und so weiter.

00:01:13: Da kommen dann oft auch Leute, die hochspezialisiert sind in bestimmten Bereichen und dann aber auch gute Science-Fiction Geschichten erzählen.

00:01:20: Und wenn man jetzt zum Beispiel ein neurowissenschaftler ist und eigentlich weiß wie das Gehirn funktioniert – und dann wird erzählt, dass man das Gehören bald runterladen kann und solche Geschichten – dann denkt man, spinnen sie jetzt oder bin ich im falschen Film?

00:01:33: Aber man isst gleichzeitig als Wissenschaftler eingeschüchtert weil dieses Hochfinanzierte interdisziplinäre Teams sind und man muss sich eigentlich zusammen tun um vielleicht zu sagen, vielleicht ist es auch noch möglich zwischen Science-Fiction und Wirklichkeit zu unterscheiden.

00:01:50: Dann haben wir versucht eine Gruppe zusammensuchend von führenden Experten die gewissermaßen das gesamte Science-fiction Spanctrum abdenken.

00:01:58: Leute, die gehören Links erforschen, Brusthesen erforscht, Neurowissenschaftler Informatiker, Wirtschaftsinformatika, Psychologen, Philosophen, Theologen wie mich und so weiter um zu sagen was können wir eigentlich tun?

00:02:13: Um das reale Leben wiederzuentdecken und Technik so zu kultivieren dass sie unser Leben passt und nicht einfach über uns drüber geschüttet wird, so wie wir ständig das nächste Update aufgezogen bekommen.

00:02:29: Und da... kam dann plötzlich die Idee auf, eigentlich bräuchte man sowas wie die Zehngerbote für die digitale Welt.

00:02:37: Da gab es einen Streit darüber ob man die Zehngebote nennen darf weil viele eben sich nicht als Christen verstehen und da Berührungsängste haben.

00:02:43: aber wir haben im Prinzip geschafft zehn Regeln zu entwickeln die so ähnlich funktionieren wie die Zähngebote und damit anders als die Regeln die man so was weiß ich bei Google in der Mensa hängen hat.

00:02:54: wo dann steht?

00:02:55: ja Fairness Gerechtigkeit Transparenziehe und solche Dinge.

00:02:59: Sondern die Senkeboote funktionieren ja anders.

00:03:03: Die sind immer auslegungsbedürftig, also da steht zum Beispiel du darfst nicht töten und manche haben dann trotzdem keine Probleme gehabt die Todesstrafe einzuführen andere waren Pazifisten.

00:03:13: das ist ein sehr Kontext sensibel und kulturell wandlungsfähig.

00:03:17: Und je nachdem welche Rolle ich in der Weltspiele bedeuten sie etwas anderes.

00:03:22: also die Oma, die zu Hause ist und denkt wir haben eigentlich kein richtiges Mittagessen mehr die kann dann sagen da gibt es die zehn Regeln.

00:03:29: Schaftraum für Muße und analoge Begegnung steht darin.

00:03:33: das ist im Prinzip das dritte Gebot eine Abwandlung des Sonntagsgebots und Dann Kann Die Oma Sagen Jetzt Machen wir Das auch mal mit.

00:03:40: alle schalten dass Handy am Tisch aus.

00:03:43: Für einen IT-Designer bedeutet diese Regel was ganz anderes.

00:03:48: Zum Beispiel, dass nicht ständig Popup Messages kommen, die mich ablenken oder das ich vielleicht sogar eine Technologie entwickle.

00:03:55: wenn alle in der Familie zusammen sind, schalten die Hände es automatisch aus wäre alles technisch möglich.

00:04:00: aber wir lenken unsere kreative Energien in die falsche Richtung weil wir uns nicht am Leben und der Lebenswelt der Menschen orientieren sondern an den Bedürfnissen der Tech Konzerne die uns dann, wie man heute in der Tech-Szene sagt ständig Probleme lösen, die wir gar nicht haben.

00:04:16: Ja das ist ein guter Punkt!

00:04:19: Wir werden jetzt ein paar dieser zehn Regeln uns genauer ansehen und ich möchte gerne beginnen mit der zweiten Regel Die heißt schreibt Maschinen keine Menschlichkeit

00:04:31: zu.

00:04:32: Was ist denn da eigentlich das Problem dabei?

00:04:35: Man kann sich eigentlich von einem Menschen kein Bild machen.

00:04:40: Es gibt eine schöne Geschichte von Berth-Hördbrecht.

00:04:43: Was machst du, wennst du einen fremden Menschen kennenlernst?

00:04:46: Ich mache mir ein Bild von ihm und dann versuche ich das zueinander zu passen.

00:04:52: Das Bild zum Menschen oder der Mensch zum Bild?

00:04:55: Natürlich der Mensch vom Bild!

00:04:57: Wir machen uns ein Bild des Menschen und passen ihn daran an und wir bauen auch Technologien die nachzistische Spiegelbilder werden.

00:05:07: von uns selbst sprechen uns permanent an.

00:05:11: Ich habe noch nicht das Wort auf den Lippen, dann weiß die KI schon was die Antwort ist.

00:05:15: und so werde ich eingelult in eine Welt, die mir auch die Illusion erzeugt dass reale analoge Begegnung zwischen Menschen bei denen immer dieses unbegreifliche des menschen wirksam wird, dass der Mensch anders ist als mir mein Bild von ihm verloren geht.

00:05:33: Als können man sie dadurch ersetzen?

00:05:35: Als könnte ich zum Beispiel Freundschaften durch Facebook Bekanntschaften ersetzen, die das nie ersetzen können.

00:05:41: Das zeigt auch die Forschung und dabei spielt eine ganz große Rolle dass wir kis und digitale Technologien anthropomorphisieren.

00:05:50: Das fängt schon dann an wenn die Kis sagt ich Man könnte auch sagen Chagipiti meint man könnte das verfremden oder wenn sie suggeriert Die KI hätte Gefühle.

00:06:04: Wir haben ja heute schon die Lage dass Menschen sich im Kis verlieben oder dann jetzt eben das Eherecht auch noch irgendwann ausgeweitet werden muss auf die Heirat mit Robotern und Kis.

00:06:17: Und wenn wir uns fragen, wollen wir das wirklich?

00:06:20: Und wie hat Technologiedesign auszusehen, wenn wir das vermeiden sollten?

00:06:26: und unserer alltäglichen Umgangsform mit diesen Technologien, wir müssen unsere Kinder erziehen usw.

00:06:32: Auch das lässt sich wie alle zehn Regeln in ganz verschiedenen Kontexten unterschiedlich dann übersetzen.

00:06:38: aber jeder hat – und das ist das Entscheidende an den zehn Reglen über die zehn Geboten auch – seine eigene Verantwortung herauszufinden was die Regeln jetzt für ihn hier und jetzt bedeuten.

00:06:47: Gerade bei Jugendlichen nimmt es ja sehr zu dass sie KI, Chatbots zum Beispiel wie Freunde behandeln und auch das Gefühl haben da sind jetzt meine Freunde und denen erzähle ich jetzt meinen Kummer oder führe mit ihnen ein Gespräch.

00:07:03: Was da auch ein großes Problem ist dass ja die Konfliktfähigkeit abnimmt denn so wie sie gesagt haben einen Mensch der überrascht uns immer wieder der passt eben nicht in das Bild das wir uns von ihm machen und die KI kommt uns immer entgegen.

00:07:19: Was auch verloren geht, dass thematisieren Sie auch im Rahmen dieser zehn Regeln für die digitale Welt, die sie aufgestellt haben ist das kritische Denken und das Urteilsvermögen.

00:07:31: Warum passiert das eigentlich?

00:07:35: Warum passiert es wenn wir viel mit Chatpots zu tun haben, wenn wir immer gleich die KI fragen, dass wir dann ein bisschen verlernen selbst zu denken?

00:07:47: Sprechen Sie ein ganz wichtiges Thema an, dass auch kontrovers diskutiert wird.

00:07:53: Denn es geht letztendlich ein bisschen die Frage, die ja gegenwärtig auch aktuell tagespolitisch relevant ist.

00:07:59: Sollten wir KI diese Netzwerktechnologien für Jugendliche verbieten?

00:08:05: Ich bin ganz erschienen in der Meinung, dass wir das mit der gegenwärtsigen Technologie tun müssen und nicht ausschließen, dass es bessere Technologien dazukommt bei der das nicht nötig.

00:08:16: Da gibt es einen ganz wichtigen Satz von einem Medienwissenschaftler aus den Sechstiger Jahren, der Marscha McLuhan hieß.

00:08:23: Der heißt The Medium is the Message.

00:08:27: Diesen Satz muss man verstehen!

00:08:29: Es ist vollkommen gleichgültig welche Inhalte diese Technologie produziert.

00:08:35: Ob sie uns jetzt in Gebetspraxis einführt oder Chronographie präsentiert das ist sekundär.

00:08:42: auch die Frage was steht drunter?

00:08:44: Bitte beachten Sie, diese KI ist nicht menschenförmig.

00:08:49: Hat keinerlei Relevanz!

00:08:52: Die Technologien führen uns in Abhängigkeiten allein dadurch dass sie in ganz bestimmter Weise designt sind und eine bestimmte Eigendynamik haben die unabhängig von den Inhalten funktioniert.

00:09:05: Marsha Melikloun hat das dann so zusammengefasst... ...die Inhalte auf neuen medialen Technologin verhalten sich zu der Macht dieser Technologien, wie die Aufschrift auf dem Gehäuse einer Atombombe zur Atombompel.

00:09:22: Wenn jemand sagt na nein wir brauchen die müssen jetzt kein Handyverbot haben.

00:09:26: Wir müssen gucken dass die Kinder aufgeklärt sind über die Inhalte das sie wissen wie man die Medien nutzt dann zeigt er deutlich Er hat überhaupt nicht verstanden was gegenwärtig abläuft.

00:09:36: welche Dynamik Technologin haben elektronische Technologen?

00:09:44: Das ist das Problem, die sind ja so schnell.

00:09:46: Also bevor ich nachgedacht habe, hab' ich schon etwas gemacht mit meiner Technologie.

00:09:50: Man könnte sich vorstellen dass man die Technologie besser designet Dass man diese Dynamik abbaut aber dass es in den gegenwärtigen Technologien nicht gegeben und deshalb wäre's am klügsten alles zu versuchen sie möglichst konsensuell zu verbieten also ohne dass der Verhaltensdruck entsteht.

00:10:07: das Nachbarkind Und das ist technisch durchführbar, auch die Alterserkennung wäre möglich und das wäre im gegenwärtigen Zeitpunkt zumindest mal ein Versuch wert.

00:10:19: In Österreich wird derzeit ein Social Media-Verbot für unter vierzehn Jahre gediskutiert.

00:10:25: Ich würde gerne noch einmal darauf zurückkommen dass die Nutzung von KI dazu führen kann, dass unsere Urteilsvermögen unser kritisches Denken und auch unsere Konfliktfähigkeit abnehmen.

00:10:38: Das betrifft ja nicht nur Kinder- und Jugendliche, das betrifgt uns alle also auch die Erwachsenen.

00:10:44: Und wenn wir das weiter denken, hat es auch Auswirkungen nicht zuletzt auf die Demokratie.

00:10:52: Sie sprechen das in der vierten Regel für die digitale Welt an, die da lautet garantiert den Erhalt sozialer und demokratischer Kompetenzen.

00:11:04: Wie können denn diese Kompetenzen erhalten werden?

00:11:08: Es ist wiederum hier so, dass man keine pauschalisierende Antwort geben muss und dann in die verschiedenen Kontexte reinschauen muss.

00:11:17: Das beträgt ja einerseits unser Alltagsverhalten auf der anderen Seite gesetzlich Regulierung, auf der andere Seite Technologie Design – wie bauen wir diese Technologien?

00:11:25: Nur beim Alltagverhalten.

00:11:26: anfangen würde ich sagen Wir müssen ein neues Ethikkonzept entwickeln dass sich an der sogenannten tugend ethischen Tradition orientiert.

00:11:38: In allen Kulturen ist eines die klassische Ethik eine Form von Tugend-Ethik, in der Modalen hat man gesagt Nein, Ethik bedeutet es gibt allgemein Regeln auf die wir uns einigen was Fairness ist das ich jemanden seine Interessen respektiere und das ich reflektiert kritisch darüber nachdenke.

00:11:56: Was ich eben gesagt habe zeigt kritisches Denken ist eigentlich zu langsam.

00:12:00: wenn ich kritisch nachdenken etwas gut für den anderen Menschen wäre, komme ich immer zu spät weil die Technologie mich schon in irgendwas reingeritten hat.

00:12:08: Und die tugend ältige Tradition hat nicht gefragt was soll ich tun sondern wie verändert ein bestimmtes Verhalten meinen Charakter?

00:12:18: also Wie verändern sich unsere Verhaltensweisen?

00:12:23: Diese Art von Denken heißt man muss eigentlich eine emotionale Intelligenz entwickeln dass man zum Beispiel intuitiven Gefühl kriegt.

00:12:33: Diese Technologie tut mir nicht gut, die verändert meinen Charakter zum Negativen.

00:12:37: Diese Technologie... ...tut mir gut!

00:12:41: Ich habe das mit der Tradition der Geisterscheidung in der christlichen Tradition verglichen.

00:12:47: immer also es gibt doch die Unterscheidungen der Geister.

00:12:50: Es gibt Dinge die eudaimonisch sind, die mich innerlich sammeln Die mich eins werden lassen mit mir und meiner Welt und mit Gott.

00:13:01: Das würde man im griechischen symbolisch nennen, Symbolen.

00:13:04: die werfen mich zusammen.

00:13:06: und dann gibt es Dinge die zerreißen mich.

00:13:09: Die sind nicht eudaimonisch sondern dämonisch.

00:13:12: sie reißen auseinander krieg ich diabalain, diabolich.

00:13:17: Es ist ganz interessant.

00:13:18: ein befreundeter Lehrer hat das mal in der Schule ausprobiert mit Schülern.

00:13:21: Hat er das erklärt?

00:13:22: Es gibt da dämo-nische Dinge in euer Welt Und eudaimonische oder die sich immer sammeln.

00:13:28: Also jetzt geht nach Hause und überlegt euch mal welche Dinge bei Euch Dämonisch sind und welche heudermonisch.

00:13:35: Ohne das über Technik gesprochen würde, war die Mehrheit also knapp neunzig Prozent der Schüler haben sofort von ihrem Handy gesprochen dass das eigentlich eine diabolische Technologie ist.

00:13:45: Das ist das erste.

00:13:46: Also Tugendetik heißt es geht nicht darum dass das richtige tour Sondern dass ich dank wie verändere Ich mich?

00:13:53: Welche Übungen brauche ich?

00:13:55: So jeder jemand der Musikinstrument liegt er weiß ich muss üben damit ich ein Gefühl dafür kriege Wie das geht.

00:14:00: was läuft irgendwie intuitiv richtig ab.

00:14:03: Und sobald ich zu sehr darüber nachdenke, funktioniert es schon nicht mehr!

00:14:06: Also das ist tugendetisch.

00:14:08: Das ist das was wir in unserem alltäglichen Leben wieder entdecken müssen und da hat meines Erachtens die christliche Tradition überhaupt.

00:14:17: die ganzen religiösen Tradition haben dort viel beizutragen weil sie klassischerweise immer tugendetig waren und die modernen Ethiken immer nur auf allgemeine Regeln abstrakte Regeln funktioniert haben diesen Kontext nicht mehr funktionieren.

00:14:30: Ein Angriffspunkt, wo wir was verändern können.

00:14:33: Da ist jeder gefordert in seinem Leben.

00:14:36: eine andere Sache wäre dann selbst gesetzliche Regelungen oder auch Technologie zu sein.

00:14:40: Eine ganz interessante Regel finde ich auch die erste.

00:14:43: Die erste Regel für die digitale Welt erhebt digitale Technik nicht zum Selbstzweck und in der Erklärung zu dieser Regel steht dann dass das Digitale zu einem falschen Gott wird wenn es nicht der Entfaltung und dem Wohlergehen von Menschgesellschaft und Umwelt

00:15:03: dient.

00:15:05: Sind wir schon so weit, dass das Digitale zu einem Gott geworden ist?

00:15:10: Was meinen Sie?

00:15:12: Ja... Das geht zunächst einmal auch in Debatten rein die im Silikon-Wallet geführt wurden.

00:15:19: Viele glauben ja, dass irgendwann die Superintelligenz entsteht, die intelligenter ist als wir.

00:15:25: Das passiert auf einem Bestimmten Art von Philosophie, die in der Nachkriegszeit prominent war.

00:15:30: Der sogenannte Computer-Funktionalismus.

00:15:33: aus heutiger Sicht ist diese Theorie eigentlich veraltet aber es ist immer noch virulent.

00:15:39: Wir wissen heute Intelligenz ist etwas das so was wir Leben voraussetzt und lebendige Maschinen.

00:15:45: dafür gibt's noch keinen technischen Pfad das zu bauen.

00:15:48: Deshalb kann man wenn man wirklich gründlich akademische Forschung hineingeht und dazu gehört dann auch die theoretische Biologie zum Beispiel.

00:15:56: Dann kann man erkennen, dass eine Bakterie intelligenter ist als eine KI, obwohl der KI in der Lage ist Formen von Intelligenz zu imitieren und zwar auf höchstem Niveau, die leistungsfähiger ist als jeder Mensch.

00:16:08: Das heißt bestimmte Aspekte unserer menschlichen Intelligenze können durch Maschinen eindeutig überboten werden.

00:16:14: das sind sie uns überlegen und das führt dann zur Versuchung zu einem Diener Maschinen zu werden.

00:16:24: Das heißt, ich sage diese Maschine ist überlegen.

00:16:28: Ich lege meine Verantwortung

00:16:31: ab!

00:16:32: Das ist eigentlich, sagen wir mal das erste Gebot in den zehn Geboten.

00:16:36: Eigentlich das Schlüssel zu allen anderen Gebotten.

00:16:38: Deshalb kann man die Bedeutung dieses Gebots in allen anderen Geboten wiederfinden.

00:16:42: Wir hatten eben die analoge Welt.

00:16:44: wenn die Intelligenz intelligenter ist als wir und dass eigentlich das große Vorbild ist an dem wir uns orientieren müssen dann braucht man auch kein analoges Leben mehr.

00:16:53: Aber es gilt eben in der christlichen Tradition, das ist übrigens das Glaubensbekenntnis, das große Glaubenbekenntniss.

00:16:59: Ich glaube an Gott den Schöpfer des Himmels und der Erde, der sichtbaren und der unsichtbaren Welt... Das ist interessant!

00:17:08: Da ist nicht nur vom Himmel-und-Erde die Rede sondern der Sichtbaren und Der Unsichtbaren-Welt.

00:17:12: Die Engel sind auch erschaffen.

00:17:14: Gott isst nicht nur der Schöpfau vorn.

00:17:16: Immer nennten irdischen Wesen, sondern auch von Transcendentenwesen wie Engeln.

00:17:20: Gott ist kein Engel.

00:17:22: Das war die große Entscheidung im vierten Jahrhundert nach Christus, dass die Konzilsväter gesagt haben Jesus Christus war kein superintelligentes oder super gutes Geschöpf.

00:17:38: entweder wir beten im Namen Jesu Christi zu Gott dann isst er eins mit Gott und kein Geschöpf?

00:17:45: Oder er ist ein Geschö pfft.

00:17:47: dann können wir nicht mehr so weiterbeten Und die Konsequenz war, dass es keine Geschöpfe über uns geben kann.

00:17:53: Eine KI mag noch vergleichbar sein mit so einer Art Engel.

00:17:57: So ein Superwesen das bestimmte Starken hat, die wir nicht haben aber Es kann kein Gott werden.

00:18:03: Das ist die große Gefahr und das hat dann auch weitreichende Konsekvenzen in unserem Alltagsleben.

00:18:08: Nehmen wir jetzt mal die erste Regel erhebt digitale Technik nicht zum Selbstzweck und Dann sechs behandelt Menschen Nicht Als Daten Objekte.

00:18:20: Das ist ein Alltagsverhalten, ich war kürzlich auf der Post.

00:18:26: Ich kenne die Frau und wollten Päckchen abholen für meine Frau.

00:18:32: Ich habe den Pass von meiner Frau mitgebracht.

00:18:35: Dann nützt aber nichts!

00:18:36: Sie müssen ihren eigenen, du musst deinen eigenen pass mitbringen.

00:18:39: Und die frau hat sich nicht getraut zu sagen Bist eine blöde regel im computer?

00:18:46: Ich kenn dich ja, ich brauch dein pass nicht.

00:18:49: das heißt wir Schreiben diesem Computer eine höhere Autorität zu als uns selbst.

00:18:57: Sie steht plötzlich über uns und wir trauen nicht dagegen, zu verschlossen.

00:19:01: Da fangen wir an Sklaven einer Technologie zu werden Selbst gebauten Göttern zu dienen Und das betrifft jetzt wirklich unser Alltagsverhalten.

00:19:11: aber wer hätte heute noch den Mut zu sagen?

00:19:14: Ich gebe jetzt einfach was Falsches ein und sag dass ist schon okay ich könnte doch belangt werden oder irgendwas.

00:19:18: und da muss man sich natürlich auch fragen Wie sind die Regeln gebaut?

00:19:22: Was könnte der Gesetzgeber machen, damit sowas anders funktioniert.

00:19:27: Auch die Art von Bürokratisierung, die wir haben... Aber das ist genau ein Punkt!

00:19:33: Hinter allen Daten, die du hast, steckt eine Person und die Person ist wichtiger als die Daten.

00:19:40: Das heißt aber auch ich habe Verantwortung für was der Computer macht und kann ihn nicht an den Computer delegieren.

00:19:46: Gehen wir noch weiter zu einem anderen Aspekt.

00:19:48: Gerade künstliche Intelligenz verbraucht wahnsinnig viel Energie und auch wahnsinnige viel Wasser, denn diese riesigen Rechner-Rechenzentren müssen ja auch gekühlt werden.

00:19:59: In der fünften Regel die die Future Foundation aufgestellt hat heißt es zerstört nicht Natur und Leben für den technischen Fortschritt.

00:20:09: Wie kann das jetzt ganz konkret funktionieren?

00:20:14: so viele Konzerne auch auf KI setzen und auf Digitalisierung setzen.

00:20:18: Und diese Ressourcenverbrauch unglaublich steigt.

00:20:25: Zunächst einmal brauchen wir eine realistische Einschätzung, wenn jetzt sagen die verbrauchen riesen Mengen Energie da ist Kühlung das sind die gesamten Datencenters oder so.

00:20:33: Da hat man nur einen ganz kleinen Ausschnitt der Energie des Energieverbrauchs erfasst.

00:20:39: Also wir beim Fleischverbrauch wissen wir das, geht bis hin zur Kuh auf der Weide die Grase in den Luft lässt, die das Klima verändern.

00:20:46: Wenn man das zurückverfolgt bei der KI also bis hin zu Energie, die ich brauche um die Materialien abzubauen und die seltenen Erden

00:20:54: usw.,

00:20:55: dann kommen bestürzende Ergebnisse raus.

00:20:58: Es gibt einen wichtigen Nature-Artikel dazu.

00:21:01: Das ist mehr als was wir mit Fleischverbrach und Verkehr verbrauchen zusammengenommen.

00:21:06: Also die realistische Einschätzung.

00:21:09: und dann eben auch zu fragen der Geschwindigkeit, müssen wir denn jetzt auf Torhüftel kommen raus möglichst schnell digitale Technologien einführen?

00:21:16: Die wie wir an den Netzwerken sehen können gar nicht richtig erprobt sind sondern funktionieren wie ungetestete Medikamente die uns plötzlich abhängig machen.

00:21:25: Können wir diesen Prozess nicht verlangsamen indem wir Qualitätssicherung einführen?

00:21:30: es ist ehrlich gesagt relativ schwer Vorstellbar, denn jeder sagt wir brauchen Wachstum.

00:21:35: Wir müssen da rein investieren.

00:21:37: Da entsteht eine angstgesteuerte Form von Innovationen die aber erstaunlicherweise eben dazu führt dass wir einerseits unseren Fleischkonsum reduzieren für den Klimawandel Aber hier den Hebel einfach maximal aufdrehen und sagen der wird schon eine technische Lösung vergeben.

00:21:57: aber da wird es dann wirklich schon sehr schwer weil man sieht im Moment Es gibt dieses geopolitische Wettrennen zwischen Großrecht, Mächten in der KI die es sehr schwer macht da überhaupt noch eine Bremse einzuführen.

00:22:14: Ihre zehn Regeln für die digitale Welt könnten so eine Bremos sein wenn wir jetzt alle Regeln oder die Idee hinter den Regeln zusammenfassen in einem Bild vielleicht nämlich wie könnte eine gute digitale Zukunft aussehen, eine gute digitale Welt.

00:22:36: Ich glaube da auch dass die katholische Tradition Potenziale und Ressourcen hat dazu beizutragen so eine Welt zu gestalten.

00:22:47: Papst Leo hat ja auch sich Papst Leo genannt weil er an Leo XIII und die Entstehung der Katholischen Soziallehre einknüpft.

00:22:58: Rährende Warum hieß diese Enzykliker von Die war nicht so ganz der Bringer, ist mehr Mythos als Wirklichkeit sagen mir die Spezialisten, die darüber forschen.

00:23:11: Aber sie hat doch Ideen in die Welt gebracht, die Idee dass es sowas wie einen mittleren Weg geben kann zwischen Kapitalismus und Kommunismus, Staatsgesteuerter oder Konzern gesteuerten Welten, die dann auch nach dem zweiten vatikanischen Konzil sehr produktiv wurde, auch bei den Enzykliken etwa von Papst Transiskus.

00:23:33: Und da ist auch ein ernsthaftes jetzt Bestreben in Gang von Papz Leo hier die Diskussion fortzuführen und an diese Tradition mit Blick auf KI anzuknüpfen.

00:23:46: Da könnte man jetzt an die katholische Soziallehrer anknüpfen.

00:23:49: eines der wichtigsten Lehren ist eigentlich das Prinzip der Subsidiarität Was ich auf der niedrigeren Ebene regeln kann.

00:23:56: Auf der Ebene eines Dorfes, auf der Ebne eines Landes, das brauche ich nicht auf der höheren Ebne zu lösen.

00:24:01: Genau dieses Prinzip kann man auch zum Beispiel im Bereich des Technologie-Designs anwenden dass sie nicht zentralistisch organisiert wird sondern Zum Beispiel durch dezentrale Selbstkontrolle von Hate-Messages, Hassbotschaften oder Fake News.

00:24:22: Einer der genialsten Vordenker auf diesem Gebiet ist Audrey Tang, der gegenwärtig in Oxford eine Lehrstuhl hat aber zuvor Digitalisierungsminister von Taiwan war.

00:24:34: Audrey ist eigentlich ne Sie, also ist Transil.

00:24:37: Audrey hat dezentraler Architekturen entwickelt.

00:24:41: Ein schönes Beispiel dafür ist JUMOR statt HOMOR.

00:24:45: Ich habe Messages, die einen bestimmten Erregungswert haben.

00:24:48: Die werden normalerweise durch die Technologien, die wir haben hochgespült und dann entstehen die Aggressionen, die Linken gegen die Rechten, die rechten gegen die linken usw.. Und man kann das aber abfangen indem Profiling Technologien, sogenannte Profiling-Technologie benutzt.

00:25:04: Man sagt da gibt es zum Beispiel bestimmte Leute die gehen der Klug damit um und haben sich bewährt.

00:25:09: Die kriegen diese Messages, die ergänzen diese Botschaft durch eine witzige Botschaft und verschicken einen witzigen Kommentar darüber.

00:25:16: Der Rumor... Das Gedöns wird durch Humor ersetzt.

00:25:20: Die empirische Forschung zeigt, humoristische Nachrichten werden noch schneller durch die digitalen Technologien verbreitet als die aggressiven Nachricht und zunächst lässt man quasi die Luft raus.

00:25:30: Anstatt jetzt zu sagen jemand der Hassbotschaften verbreitet, der muss verboten werden da brauchen wir zentrale Organisationen die staatlich bestützt sind oder irgendwelche Organisationen, die Hate Speech verfolgen.

00:25:43: macht man einfach eine digitale Technologie die subsidiär funktioniert.

00:25:47: Das heißt, die funktionieren lokal und dadurch kann man gewisse Dynamiken zum Beispiel bendigen.

00:25:53: Das ist im Prinzip eine Anwendung des alten katholischen Subsidiaritätsprinzips.

00:25:58: in Bereich der digitalen Technologien – das kann man eben auch im Bereich des Technologiedesigns in vielen anderen Bereichen auch bei Faktencheck usw.

00:26:05: umsetzen ohne dann zentralistisch Zensur, die immer gefährlich ist.

00:26:09: Denn was wir gerade zensieren, das hängt von der politischen Tagesstimmung

00:26:15: ab!

00:26:16: Ideen für eine gute digitale Zukunft.

00:26:20: Liebe Hörerinnen und Hörern, alle zehn Regeln für die Digitale Welt finden Sie auf radio-classic.at im Artikel zu dieser Sendung.

00:26:29: Wir verlinken auch zur Webseite der Future Foundation.

00:26:33: Dort werden die Regeln näher erklärt.

00:26:37: Johannes Hof ich danke für Ihren Besuch bei uns im Studio Und für dieses spannende Gespräch.

00:26:42: Da wird es sicher in den nächsten Jahren noch viel mehr zu sprechen geben.

00:26:46: Dankeschön auch.

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