Zwei Clowns im Pflegeheim

Show notes

Theater Frischluft

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00:00:00:

00:00:00: Wir ziehen uns jetzt mal an.

00:00:03: Du hast eine neue

00:00:05: Mütze?

00:00:05: Bei der Antwort haben wir schon diese Blumen gefehlt,

00:00:08: ich könnte auch

00:00:08: so noch aufstehen.

00:00:10: In der Kapelle des Pflege- und Betreuungszentrums Berndorf bereiten sich zwei Frauen auf ihre Verwandlung

00:00:19: vor.

00:00:19: Es ist wichtig, wenn die Gaons ihr Kostüm anziehen.

00:00:23: Weil es sind sowieso Steps.

00:00:26: Erster Step du kommst hier rein in die Kapelle weil wir uns immer in der Kapele umziehen vom Heim.

00:00:31: Wir finden das ist der schönste Ort und wir gehen da rein und dann fängt das irgendwie so an wie so hineingehen in die Rolle ist es ja irgendwie nicht... Ist aber schon auch eine Mischung aus einer Rolle die man spielt.

00:00:45: aber es ist ganz viel... Man isst man selbst auch.

00:00:50: Im Glauben ist man ja bei sich selbst am nächsten Fast.

00:00:54: Und dann zieht man das an und so, die Barbara bläst dann ihre Schwimmflügel auf.

00:01:00: Ich weiß nicht genau, wie wir angezogen sind.

00:01:02: Wir haben wirklich von Kopf bis Fuß gemustert und wenn irgendwas nicht gut sitzt oder zum Beispiel ein Fleck wäre, dass wir überhaupt nicht gehen, weil die meisten Bewohnerinnen wollen wirklich, dass sie schön auch

00:01:13: sind.

00:01:13: Die Lily schaut sehr schick aus, die ist nicht ganz

00:01:16: blau!

00:01:17: Also ich habe so ein blaues Gleit, so sechziger Jahre

00:01:21: und

00:01:21: das gefällt den Bewohnerinnen eigentlich sehr gut.

00:01:24: Mir gefällt es auch sehr gut!

00:01:26: Dann eine Bluse ist nämlich echte Seite.

00:01:28: Das muss man sich mal... Ich hab' das vom Flohmarkt.

00:01:31: die Hose.

00:01:32: Schau Die ist eben so eine Fächer-Hose Und schaut aus wie so ein bisschen eine Zirkus-House oder?

00:01:40: Und oben auch so hoch Wie so.

00:01:44: Ja, sie ist ja eine sehr elegante Rose und die Seitenbluse hat auch solche Puffärmeln.

00:01:52: Jetzt kommt die Schminke, ich beginne mal mit der Vendierung hier.

00:01:59: Ella Necker und Barbara Sahlcher werden mithilfe einiger Kleidungsstücke dezenter Schmincke und einer roten Nase zu.

00:02:07: Ella Propeller und Lily Leedsink als Clowns besuchen sie zweimal im Monat das Pflege- und Betreuungszentrum Berndorf.

00:02:17: Die Nase ist sozusagen die kleinste Maske der Welt.

00:02:22: Die kleinste maske der welt.

00:02:23: und es stimmt, das macht was wenn man sie aufsetzt?

00:02:25: Die Glauben in mir sind wie das innere Kind.

00:02:28: Das ist sozusagen wie ein Teil von mir Und dann auch das Herz oder so.

00:02:32: Man sagt ja auch die Verbindung zwischen der Nase und dem Herzen Der Glaubennase und den Herzen ist einfach ganz eng.

00:02:38: Also das ist eine direkte

00:02:40: Achse.

00:02:41: Ich habe auch das Gefühl wenn ich die Nase aufsetze.

00:02:43: Es klingt jetzt so spiritual Es ist eine direkte Achse zum Herzen.

00:02:51: Und das Herz ist rot und die Nase ist rot, und ich finde da aktiviert sich was

00:02:56: voll.

00:02:56: Ich glaube deswegen kann man eben als Glaubenfrau oder als Glauenfigur sich so gut mit den Leuten irgendwie in Verbindung setzen weil eben diese Verbindung-Nase-Herz-Kind da ist um mal irgendwie viel weniger in so einer wertenden Position, sondern viel mehr wirklich.

00:03:11: Was ist gerade da?

00:03:13: Und wir haben jetzt auch nie einen Plan, was machen wir.

00:03:15: Sondern wir gehen da rein sind total offen und das weiß ich ja auch noch von meiner Clown-Lehrerin, die gesagt hat ihr geht's hin es ist ganz einfach.

00:03:22: also das war damals in Frankreich Leuvid.

00:03:25: Also sozusagen Lehre machen und dann in eine Situation reingehen und dann schauen was ist er so?

00:03:31: nicht schon irgendwas wollen oder was vorgedacht haben sondern wirklich im Moment sein.

00:03:36: Und das ist, glaube ich wirklich, das total Schöne eben am Klauen und mit den alten Leuten zu arbeiten.

00:03:42: Weil wir

00:03:43: ihnen wirklich halt so begegnen können wie Sie gerade sind und diese Offenheit – also dieses junge Kind vielleicht in uns, das ist total da!

00:03:53: Deswegen können wir so in die Situation einsteigen und den Leuten auch so begegneten, dass sie auch das Gefühl haben, wir wehrten sie nicht.

00:04:01: Wir begegnern Ihnen auf Augenhöhe mit Würde Und ich glaube, deswegen erzählen Sie uns auch so irrsinnig viel oder sprechen so extrem auf uns an und sind ums eben gegenüber meistens sehr offen.

00:04:12: Und reagieren extrem liebevoll auf

00:04:16: uns.

00:04:16: und ja es ist wirklich schön!

00:04:19: Ich stimme

00:04:20: jetzt das Instrument die havaianische Ukulele Die kleinste Gitarre der Welt.

00:04:32: Grüß Gott.

00:04:39: Ah da wird die Messe schon vorbereitet.

00:04:41: Und jetzt das heilige Ritual, wir setzen uns die Nase auf.

00:04:53: Wir sind jetzt bereit?

00:04:54: Wir sind ready for the mission

00:04:56: und gehen in den ersten Stock hin.

00:04:58: Auf Aida oder wie heißt der erste Stock?

00:05:12: Sollen

00:05:12: wir Ihnen was singen?

00:05:16: Sie will uns nicht aufhalten.

00:05:18: Wir haben schon Bescheid, weil sie halten uns überhaupt

00:05:20: nicht auf.

00:05:23: Außerdem dürfen Sie sich etwas wünschen wenn es wollen!

00:05:26: Wir haben wieder den Zauberstab mit.

00:05:29: Wollen Sie sich was wünscht?

00:05:30: ganz still und leise das funktioniert ich schalte ihn ein.

00:05:34: okay jetzt dürfen sie sich was wünschen.

00:05:40: Haben Sie sich schon was gewünscht?

00:05:42: Ich seh es, ja.

00:05:44: Und jetzt machen wir... So!

00:05:47: Es ist jetzt abgespeichert der Wunsch.

00:05:53: und jetzt singen wir was oder?

00:06:13: Also uns ist auch noch für sich wichtig so diesen Bogen zu spannen zwischen der Professorin Pflege auf der einen Seite aber zum anderen auch die psychosoziale Betreuung unserer Bewohnerinnen und Bewohner.

00:06:27: Gregor Herzog ist zum Zeitpunkt der Aufnahme kaufmännischer Direktor des Pflege- und Betreuungszentrums Berndorf.

00:06:35: Mittlerweile ist er frisch pensioniert, er hat die Clowns vor zwölf Jahren ins Haus geholt.

00:06:42: Es ist spürbar, dass sehr viele Menschen mit Kontaktdefiziten zu uns kommen.

00:06:47: Das heißt es gibt zum einen gibt's natürlich oft Angehörige.

00:06:51: Das ist sehr schön weil dort dieser Kontakt ein persönlich besonders enger ist.

00:06:56: Zum anderen kommen aber doch auch viele Menschen zu uns die keine Angehörung mehr haben oder nicht einen ausreichenden Kontakt mit den Angehöregen haben.

00:07:07: und da schauen wir das eben.

00:07:10: Es gibt ein Netz an Kontaktangeboten, die das abfängt und es besteht aus einer bunten Palette in einem sehr bunten Schwellenbereich.

00:07:24: Wir haben für anspruchsvollere Gespräche, für fast therapeutische Sitzungen ein Angebot, wir haben für diese losen Kontakte, die man als Mensch auch braucht Ehrenamtsbesuchen.

00:07:41: Und zum anderen haben wir aber auch sehr professionelle Ansätze und da gehört z.B.

00:07:48: der Hospizverein dazu, wenn es um dieses schwere Limsthema sterben und Sterbebegleitung geht.

00:07:56: Zum Anderen auch für solche Dinge wo man sagt okay die Knacken mit an gewissen Zugang, gewisse Schwellen bei Bewohnerinnen wieder eine gewisse Offenheit hervor und das machen bei uns die Clans sehr gut schon seit Jahren.

00:08:16: Die

00:08:17: schaffen quasi Situationen, wo man einfach durchs Lachen alleine, durch die Situationscomic aus seiner Rolle rausfällt und dann oft auch bereit ist dazu interessante Gespräche zu führen.

00:08:31: sagen wir mal so

00:08:32: Der Besuch der Clown-Damen wirkt sich positiv auf die Bewohnerinnen und Bewohner aus, sagt Gregor Herzog.

00:08:49: die quasi auch diese außergewöhnliche Rolle der Clans sich öffnen und sich einfach ernst genommen fühlen.

00:09:15: Und denen gelingt dadurch ein Zugang, ja?

00:09:19: Wie was glaubt

00:09:21: ihr wie

00:09:23: alt

00:09:24: ich

00:09:24: bin?

00:09:24: Das ist eine gute

00:09:26: Frage!

00:09:28: Wenn ich das

00:09:30: sage, wie alt als ich

00:09:30: bin ... Vom Sessel?

00:09:33: Vom Sesel.

00:09:34: Okay,

00:09:36: sag's!

00:09:37: Ich

00:09:37: werde ...

00:09:38: ...

00:09:39: sieben und

00:09:39: siebzig

00:09:40: Jahre

00:09:40: alt.

00:09:41: Mich hat es vom Sessel kaut!

00:09:43: Das gibt´s nicht!

00:09:44: Mich hat´s vom Sesse kaut... Es glaubt

00:09:47: mir gut, Anna.

00:09:48: Nein, niemand

00:09:49: glaubt das.

00:09:50: Vor allem weil du dich immer so mit die Ketten und so mit dem Schmuck immer so schön herrichst.

00:09:57: Kennst du

00:09:58: die Bär?

00:10:05: Da steht

00:10:10: ein

00:10:19: Guck.

00:10:39: Hundert acht betagte Menschen leben im Pflege- und Betreuungszentrum Berndorf.

00:10:44: Die meisten der Bewohnerinnen und Bewohner benötigen viel Unterstützung, drei Viertel von ihnen sind Dement, erklärt Munika Gigal die Pflegedirektorin des Hauses.

00:10:55: Das wird einfach über die Jahre immer mehr wie ich begonnen habe zu arbeiten.

00:10:59: Sind die Personen nach Schlaganfall gekommen?

00:11:03: zur Pflege bedürftig, aber wir konnten immer noch viele Ausflüge mit den Personen machen.

00:11:09: Das hat sich in den letzten Jahren schon stark verändert.

00:11:12: Wir machen nach wie vor gerne Ausflügen mit unseren Bewohnerinnen Aber wir sehen dass es in der Mobilität einfach schon bei weiten mehr Einschränkungen gibt.

00:11:23: Auch in der kognitiven Auffassungsfähigkeit sind die Bewohner bei weitem eingeschränkter als es das früher der Fall war.

00:11:31: Ja, unsere Bewohnerinnen sind viele noch sehr mobil.

00:11:36: Gerade mit dem entzählen Erkrankungen erleben wir auch immer wieder, dass diese Menschen sehr mobil sind und wir sehr damit gefordert sind sie auch wieder ins Haus zurück zu bringen, sie in ihren Bewegungstrang zu begleiten und in ihrem Bewegungsdrang abzuholen und ihnen das zu ermöglichen was für sie notwendig ist.

00:11:59: ja es gibt aber Genauso Menschen, die wir betreuen.

00:12:02: Die fast betlegrig sind.

00:12:05: Da ist es für uns besonders wichtig dass niemand den ganzen Tag im Bett bleibt sondern die Personen trotzdem aus ihren Zimmern rauskommen in der Gesellschaft teilnehmen damit sie ihnen ihren Zimmer nicht vereinsamen.

00:12:20: die ihre Tage zum Großteil im Bett verbringen in ihren Zimmern.

00:12:27: In den Gemeinschaftsbereichen vernetzen sie die Bewohnerinnen und Bewohner untereinander, sagt Pflegeleiterin Monika Giegerl.

00:12:35: Sehr oft beobachtet man wenn die Clowns nicht da sind dass die Personen am Tisch nebeneinander sitzen ohne miteinander in Kontakt zu treten.

00:12:45: Wenn die Clouns kommen leiten Sie Gespräche ein.

00:12:49: Es kommt dann auch dazu, dass Bewohnerinnen die sonst nie miteinander reden würden auf einmal Augenkontakt zueinander suchen in einen kurzen Austausch miteinander treten.

00:13:00: Es werden vielleicht auch Beziehungen für spätag geknüpft und bei anderen Aktivitäten diese Personen miteinander was unternehmen.

00:13:11: und von dem her sind sie einfach ein totaler wichtiges Bindeglied zwischen unseren Bewohnern Aber auch zwischen Bewohnern und Mitarbeitern, weil auch die Mitarbeiter natürlich integriert werden sofern es die Zeit zulässt.

00:13:26: Und als zu Situationen kommt wo Bewohner-Mitarbeiter klar uns miteinander tanzen singen und lachen und das einfach den Alltag unserer Bewohnerinnen total bereichert Das ist ein Stückchen des Salz in der Suppe des Lebens würde ich sagen.

00:13:43: Beziehungen sind sozusagen das Wichtigste im Leben.

00:13:47: Der Herr Koch kommt.

00:13:48: Was gibt es heute im Essen?

00:13:49: Das Menü des Tages vielleicht erwähnt.

00:13:52: Super, hab

00:13:52: ich eine Nachspeise!

00:13:55: Karotten-Suppe.

00:13:58: Dann haben wir Selbfleisch mit Knödel und warmen Kratzerlaut Und das Nachspeisen...

00:14:05: Ein

00:14:06: Nachspeiser Das fällt mir jetzt nicht an Aber als zweites Menü haben wir einen Topf von Spudel mit Vanilles Sauce.

00:14:12: Das würd' ich nehmen.

00:14:15: Malzeit, Malzeit.

00:14:17: Mein Name ist Gertrude Storch.

00:14:20: Ich bin in Langenlos geboren, am threizehnneunten, sechsunddressig.

00:14:26: Ich

00:14:26: heiße Marlene Schmetz und komme aus Baden.

00:14:32: Und jetzt bin ich heute in Berndorf.

00:14:34: Mir gefällt es sehr gut hier.

00:14:36: Ich habe Unterhaltung.

00:14:37: Ich hab schon viele Freunde gefunden.

00:14:41: Und ich bin für Unterhaltungen und für so was immer sehr

00:14:45: dankbar!

00:14:46: Deshalb freut sich Frau Storch ebenso wie Frau Schmeitz immer auf den Besuch der beiden Clowns.

00:14:52: Die Grenze gefällt mir nur, heute habe ich es versäumt.

00:14:56: Ich kann das gut.

00:14:58: Ja, die machen das sehr gut, geht ganz schön!

00:15:02: Und das ist schön, wenn die kommen.

00:15:05: Man lacht ein bisschen und hat eine Freude schon von ... Wenn man sieht, lacht man schon, was so schön sie aufschauen.

00:15:12: Das ist wahr, gell?

00:15:13: Es ist lierb, ja!

00:15:15: Das ist gut.

00:15:17: Sie merken ja

00:15:17: noch die Namen.

00:15:18: Ja, das macht mir sehr

00:15:20: gut.

00:15:20: Du siehst wegen dem Zauberstab, den haben wir auch dabei.

00:15:23: Da kann man sich alles Mögliche wünschen.

00:15:25: Und wenn Sie wollen können Sie sich auch etwas wünscht.

00:15:29: Ich schalte ihn ein.

00:15:31: Jetzt

00:15:31: dürfen Sie sich was wünschen.

00:15:34: Haben's schon?

00:15:35: Ja, okay.

00:15:37: Geht in Erfüllung!

00:15:38: Sehr

00:15:38: gut haben Sie das gemacht.

00:15:39: Okay, danke

00:15:40: schön.

00:15:40: Geh

00:15:40: in Erpfüllung und mach alles

00:15:42: gut.

00:15:42: Sehr schöne Augen haben Sie, sehr

00:15:44: schöne Augen.

00:15:46: So groß... Irgendwas muss ich auch schießen.

00:15:49: Nein, aber irgendwas muss ich schiessen.

00:15:52: Wir können es sein.

00:16:09: Ella Propeller und Lisi Leedsink kennen alle Bewohnerinnen und Bewohner.

00:16:14: Sie finden mit jedem und jeder ein Thema, trösten, lenken ab, heitern auf, befördern Erinnerungen ins Bewusstsein, bringen die alten Damen und Herren miteinander ins Gespräch und reden Dinge an, die sonst oft ausgeklammert werden.

00:16:31: Heute gelben wir bei der einen neuen Bewohnerin, die schon Und die haben dann auch eben gefragt, ob sie Angst vorm Sterben hat oder wie sie das sieht.

00:16:44: Das kann der Klauen direkt ansprechen und die Leute sind dann oft echt froh, dass man das so direkt sagt.

00:16:55: Der Klaun ist einfach extrem direkt aber mitfühlend und dadurch ist ihm extrem viel möglich Wenn man sagt, da kommt jetzt ein fescher Mann oder eine fesche Frau und das freut alle extrem.

00:17:11: Weil sich das natürlich alle denken oder die Nähe oder die Berührung ist es nicht schön und so.

00:17:18: Denkend un sich sehr allen!

00:17:19: Der klaren kann sagen aber das könnte man auch voll mehr ins Leben mitnehmen.

00:17:23: Sie schauen damit sehr gut aus.

00:17:25: Das sind deine sehr schöne Frauen.

00:17:26: Steht ihnen sehr gut?

00:17:28: Es ist ein kräftiges Muster.

00:17:30: Steh denen sehr gut mit

00:17:31: dem roten

00:17:31: Nageljagd.

00:17:33: Sehr, sehr schön Und die Haare so schön frisiert.

00:17:37: Sie sehen sehr gut aus!

00:17:40: Die Musik ist

00:17:40: für mich

00:17:41: ein Musik, da lebe ich auf wie eine Jugend.

00:17:45: Wir

00:17:47: singen noch was oder?

00:17:52: Ich weiß

00:17:53: nicht können sie?

00:17:54: das finde ich auch immer so schön.

00:17:57: italienisch

00:18:00: kam ein bisschen

00:18:02: mit.

00:18:09: Leander Fabian lebt seit fünf oder sechs Jahren im Pflege- und Betreuungszentrum Berndorf.

00:18:15: Genau, weiß er es nicht – Zahlen hat er sich nie gut gemerkt!

00:18:20: Mit einer anderen Bewohnerin hatte er gerne Karten gespielt.

00:18:23: Seit der er blindet ist, bleibt er am liebsten in seinem Zimmer und hört Radio.

00:18:29: Ja, die Sängerinnen sind da.

00:18:33: Die SängerInnen sind da!

00:18:39: Das ist gut.

00:18:39: Siehst du das dazu?

00:18:40: Weil es am Bloß

00:18:41: findest?!

00:18:42: Ja, wir setzen uns alle hin und die Daumen ertreten nicht genau in ein anderes Platz.

00:18:44: Mir wusstest was euch heisst.

00:18:46: Den Radio

00:18:47: drehen wir auch?

00:18:48: Ich

00:18:48: traue ihn schon an... Ich trau ihn schon auf den Hoverer.

00:18:53: Ich war eigentlich viel wahr.

00:18:57: Ich war der erste Heurige, wo man weich gesessen ist.

00:19:01: Auf gepolsterten Sätzen sitzen und dann haben wir halt den Heiring gemacht.

00:19:08: Und ... zwanzig Jahre oder so was bis meine Frau gestorben ist dann nicht?

00:19:15: Das war eigentlich mein Lebenswerk aber es ist alles vorbei!

00:19:26: Tom Tully, noch vor dem Morgenrot ist es geschehen.

00:19:31: Tom Tulli, morgenbeutam bist du tot!

00:19:37: Hinter den blauen Bergen wartet ein kleines Haus.

00:19:44: Hinter den Blauen Berge war ich einmal zu Hause.

00:19:50: Schenke?

00:19:54: Das ist einfach die traurigen Lieder, was wir gesehen haben.

00:20:00: Nach dem Heurigen hatten wir immer eine Zusammenkunft und da habe ich gesungen.

00:20:08: Aber vorher nicht!

00:20:10: Und in der heurigen Zeit habe ich nie gesungen, weil da waren ja die Leute nicht

00:20:14: heimgegangen.".

00:20:16: Herr Fabian erzählt den Clown-Damen gerne aus seinem Leben von seinem Heurige seiner verstorbenen Frau, der schönsten von allen und von seiner langjährigen Partnerin mit der er danach durchs Leben gegangen ist.

00:20:32: Da habe ich viel gekonnt, Felgenaufschwung in Heinstand.

00:21:00: Das kann ich alles gar nicht erzählen, was ich ausgemacht habe.

00:21:04: Sie haben dann den Turnverein verlassen?

00:21:06: Aus einem trifftigen

00:21:07: Grund?

00:21:08: Ja ja!

00:21:14: Mit dem Südtirol und mit den ganzen Gezinde haben sie da gebrault.

00:21:20: Und ich habe gesagt, ich bin ein Turner und kein Politiker!

00:21:27: Da war ich der Beuschel und der Kölzer.

00:21:31: Mir drei sind dann von den Vereinen

00:21:33: ausgetreten.".

00:21:37: Sie haben ja auch

00:21:38: gesagt das Nationalsozialistische Getue hat ineinander gemacht?

00:21:41: Das war ja so eine komische Geschichte.

00:21:46: Ich bin nie ein Politiker gewesen!

00:21:49: Ich hätte das gar nicht zusammengebracht, dass ich überre Jo sag und dass er einen Grund habe.

00:21:57: Das hätte keine Zahn gebraucht.

00:22:01: Da hat ihnen eher etwas abgestoßen.

00:22:05: Ja, freu mich!

00:22:07: Ich hätte es nicht keiner sagen, obwohl ich hundertprozentig dagegen war.

00:22:12: Und jetzt... Na ja mein Gott!

00:22:15: Jetzt schucke ich da und sehe nichts.

00:22:20: Aber mein Gott, nein.

00:22:22: Aber da... Gott sei Dank gibt das so etwas wie ein Heim?

00:22:28: Ja, ich fühle mich hier wirklich sauer

00:22:32: wohl.".

00:22:33: Über den Besuch der Clown-Damen freut sich Herr Fabian jedes Mal.

00:22:37: Ja, das ist es schön.

00:22:39: Ich weiss ja nicht, wie Sie sich anschauen!

00:22:42: Aber wir singen miteinander und mehr brauche ich nicht.

00:22:47: Sicher?

00:22:48: Ich freue mich auf jeden Besuch.

00:22:52: Ich erlebe ja nicht mehr viel.

00:22:55: Das ist Schirch, wenn man nicht sieht.

00:23:00: Schön ist es aber nicht.

00:23:03: Mir bleibt nichts an, dass ich mich mitleben muss.

00:23:09: Ja mein Gott, so frede ich meinen Leben jetzt weiter bis mit der Kankerl holt.

00:23:17: Da hergut!

00:23:18: Der Jesus Christus.

00:23:21: Führt Ihnen gut?

00:23:22: Es hat mich sehr gefreut.

00:23:23: Wie immer Herr Fabian.

00:23:26: Singen Sie uns noch das Venediglied zum

00:23:29: Schluss.

00:23:36: Und durch die Fyntamio, die Täter und den Hammer haben wir bald ausgeschaut, wer er denkt mal mit mir zwar.

00:23:43: Dann hat einer gefuchtelt mit Händ Der hat uns vertraut wenn er hämmt.

00:23:50: Nach längerem Handeln haben wir es dann erstanden um ungefähr fünfzig Prozent.

00:23:56: Wir mal schauen was ein Duschen durchmit einen Kron und man schätten drauf dass man's nicht kennt.

00:24:03: Adio Caramillo, mir war das letzte Mäutole, Netze und siegst nicht mehr mehr.

00:24:09: Und jetzt ist es

00:24:09: aus.".

00:24:17: Das gibt Sachen, die vergisst man nicht!

00:24:21: Dass die Musik viele Erinnerungen zurückbringt erfahren die Clownfrauen Lili Li Zing und Ella Propeller oft

00:24:29: Wir singen ja ganz viel Leben so viele alte Lieder, die eben auch viel aufmachen.

00:24:34: Und

00:24:35: diese eine Geschichte von der alten Dame, die hat nichts mehr gesprochen.

00:24:38: Also ich hab gedacht, sie kann einfach gar nicht mehr reden ist so wie verstummt.

00:24:42: und dann waren wir da bei einem Weihnachtseinsatz eben wo wir ganz viele Weihnachtsdieder gesungen haben und plötzlich hat die ganzen Weihnachtssiedler alle Strophen voll laut mitgesungen.

00:24:53: Plötzlich war die Sprache wieder da, war diese Erinnerung wieder da und man bleibt perplex aber auch extrem glücklich zurück.

00:25:00: und die war plötzlich ganz hell und jung die Frau.

00:25:03: Und dann ist es eben wieder so, wie in sich irgendwie eingekährt.

00:25:06: Das ist halt überhaupt was wir auch oft beobachten dass wenn wir zum Beispiel in einen Raum kommen wo die Bewohnerinnen eben an einem großen Tisch sitzen das sie eher sehr stumm sind also nicht viel miteinander interagieren Dann kommen wir da singen wir dann stellen wir Fragen verbinden auch die Leute

00:25:23: fragen

00:25:23: nach Sie haben doch auch und sie auch usw.

00:25:26: Und dann entsteht ein Gespräch.

00:25:30: Es ist so wie ein Licht da oder ein Leuchten, oder irgendwie eine Energie.

00:25:37: Eine Lebhaftigkeit da und dann oft aber eben wenn wir wieder weggehen, dann verfällt das auch wieder so.

00:25:44: Dann gehen die wieder ein bisschen in sich hinein.

00:25:48: Aber die meisten sind wirklich dann der Kompensbeutel wieder und so schön, weil er es mit

00:25:52: singen und wir freuen.

00:25:55: Also dass das wirklich extrem von den Bewohnerinnen und Bewohnern eigentlich gewertschätzt wird.

00:25:59: Das ist natürlich für uns auch sehr, sehr schön!

00:26:01: Und von den Angehörigen wird es auch sehr gewertschätzt?

00:26:04: Ich weiß noch dieser eine Tochter von dieser Frau.

00:26:06: Ich hatte damals noch alles klein in so einem Kleid an gehabt und sie hatte als Jugendliche die Frau und hat sich so in mir gesehen als junge Frau.

00:26:16: Die hat mich gern gehabt und die Tochter war immer nebenan und hat das gesehen wie die dann gestorben ist.

00:26:22: Dann hat sie mir einen Brief hinterlassen, den haben Sie mir dann geben wo die eben geschrieben hat sich bedankt von ganzen Herzen für die guten Stunden die ich ihrer Mutter geschenkt habe wo sie jung sein durfte und wie zwanzig und wieder sich beschwingt in dem Kleid gesehen hat.

00:26:38: Und das war... Das ist wirklich so schön wenn du das hörst, dass das irgendwo auch ja da irgendwas funktioniert.

00:26:48: Dass es stimmt!

00:26:50: Und nichts anderes will man ja.

00:26:53: Bei uns

00:27:11: gibt es sehr viel Gesellschaft, sehr viel gute Gesellschaft.

00:27:16: Wir lieben es zu feiern wir haben immer sehr viele gute Gründe zu feieren und ich glaube einfach es ist diese Begleitung die die Bewohner und überhaupt ältere Menschen oder sogar der Mensch an sich braucht.

00:27:34: Es gibt hier auch die Möglichkeit für Gespräche, also regelmäßige geplante Gespräche über das Age-Net.

00:27:44: Wir haben eine ganz tolle Betreuung, also Alltagsbetreuung.

00:27:49: es gibt immer etwas zu spielen, es gibt Musikerwunsch und Bingo Rosen werfen.

00:27:56: Also es ist immer etwas los und ich glaube dort liegt eigentlich der Hauptfokus, was wichtig ist.

00:28:04: Sicher ist das auch eine Medikation aber die sehe ich eher am Rande weil der Mensch heilt nicht von einem Medikament allein.

00:28:12: also da braucht so viel andere Impulse um sich gesund zu fühlen, gesund zu werden ja und ich denke wenn sich der Mensch gut aufgehoben fühlt Dann geht es immer einfach besser.

00:28:25: Iris Madritsch ist Allgemeinerztin und Fachärztin für Psychiatrie.

00:28:31: Seit Jahrzehnte und zwanzig arbeitete sie im Pflege- und Betreuungszentrum Berndorf, solche anderen Impulse von denen sie gesprochen hat geben auch die Hausclowns Ella Propeller und Lisi Liedsing.

00:28:45: Also ich genieße sehr wenn die Clowns im Haus sind weil ich dann so das Gefühl habe, es ist eine ganz besondere Leichtigkeit.

00:28:56: Man merkt einfach wie die Bewohner sich auch freuen wenn Musik gespielt wird und sie mit singen.

00:29:06: Sie vergessen ihren Alltag der manchmal auch sehr trocken sein kann.

00:29:11: Es werden Schmerzen Beweichen werden einfach vergessen, weil die Clowns so einfach eine Leichtigkeit mitbringen.

00:29:23: Also das ist wirklich ganz was Tolles

00:29:26: und

00:29:27: ich schätze sehr wie sensibel die Clouns auf unsere Bewohner eingehen.

00:29:35: Es ist nicht

00:29:35: nur viel Spaß

00:29:38: sondern es ist auch viel näherende Tiefe der einfach gut tut.

00:29:45: Zum einen erlebe die Clowns ja, wie sie mit den Bewohnern sprechen, welche Themen an Platz bekommen.

00:29:55: Zum anderen kann ich dann auch die Bewohner sehen, wie es ihnen geht und wie entspannt sie dann auch sind.

00:30:02: Also man hat wirklich das Gefühl, es fällt etwas ab bzw.

00:30:08: es kommt etwas dazu, wovon sie zähren

00:30:12: können.

00:30:13: Iris Madritsch schickt die Clown-Damen ganz bewusst zu Menschen, die dem Tod schon sehr nahe sind.

00:30:40: Wenn die Clowns in so einer Situation sind, wo einfach dieser Lebensabschied naht gibt es dann noch so viel Tiefe und Beruhigung.

00:31:03: Und die Möglichkeit ganz entspannt auf das Leben zurückzuschauen.

00:31:09: Sie sind da und vielleicht gibt's noch ein paar Worte oder Musik aber es ist jedes Mal Jedes Mal ein Gewinn.

00:31:19: Also das muss man mal erlebt haben und manchmal entscheiden sich dann Bewohner auch einfach weiterzuleben, fröhlich weiter zu leben.

00:31:30: Da habe ich einfach gebeten ob es die Möglichkeit gibt dass sie bei dieser Bewohnerin die sehr lange schon im Haus ist noch so einen Abschied möglich zu machen.

00:31:43: kurz darauf hat sich die Bewohnerinnen wieder erholt und keiner weiß genau warum.

00:31:48: Ob es ist gelungen und jetzt kann sie immer noch die Clowns genießen.

00:31:57: Das ist

00:31:58: die Beste!

00:32:01: Du bist so lieb, Putze!

00:32:06: Ich hab dich auch so liebt!

00:32:12: Ich habe einen Rotlichtlemmen.

00:32:19: Danke

00:32:33: schön

00:32:35: für die Trans ... Freudigen, lebenslustigen Menschen.

00:32:38: So,

00:32:39: la-la!

00:32:40: Vier Stunden sind um.

00:32:41: Jetzt gehen wir die Nase runter.

00:32:44: Wo ist der Schluck Wasser?

00:32:46: Für mich ist das genau die richtige Arbeit.

00:32:50: Wir waren bei Sterbenden oder haben mitkriegt.

00:32:53: die Leute sterben oder die Leute sind kurz vorm Sterben.

00:32:55: Das ist uns auch nicht fremd und ich finde es wirklich heilsam für mich ganz persönlich weil... Wir sterben halt alle und ich bin dankbar, dass sich mit alten Menschen da jetzt Kontakt haben kann die sterben werden.

00:33:12: Weil das ist eine Realität, das gehört zu unserem Leben.

00:33:15: Und

00:33:16: sonst kriege ich das ja gar nicht mit.

00:33:17: wo sind denn die alten Menschen?

00:33:19: Wo sind sie denn daraus?

00:33:21: Meine persönliche Meinung zu der Sache ist, dass das vielmehr nach außen gehen müsste.

00:33:26: es müssten viele mehr Menschen auch Kontakt haben mit alten

00:33:29: menschen.

00:33:31: Einerseits berührt es mich extrem, weil ich finde dass ganz viele Leute echt eigentlich sehr dann so zuversichtlich oder auch mit sich irgendwie im reinen sind wenn sie so alt sind.

00:33:39: Das finde ich extrem.

00:33:41: also schön auch irgendwie zu sehen

00:33:44: und

00:33:45: aber anderen natürlich geht's auch nicht gut.

00:33:47: Aber diesen Kontakt einfach zu haben zu alten Leuten Weil ich mein sonst hat man irgendwie seine Verwandten oder so die man vielleicht sieht Auch diese unterschiedlichen Lebenskunden Zepte, dass eben manche Leute so positiv sind und irgendwie einfach sagen ich habe so ein schönes Leben gehabt.

00:34:04: Und ich erinnere mich einfach jetzt – Ich kann nicht mehr viel machen, ich liege viel im Bett aber ich erinner mich so gerne an die und die und dann gibt es wieder andere wo man das Gefühl hat du da ist einfach eng oder da war auch ganz viele Schirches und schlechtes was sie auch erzählen und dann aber trotzdem oft dann auch wieder so eine Samftheit haben.

00:34:23: Die Recherche für das Leben und die Frage nach dem guten Leben spielt auch eine Rolle.

00:34:30: Das macht uns wahnsinnig neugierig und das beflügelt auch unsere Theaterarbeit mit dem Verein Frischluft, weil wir recherchieren zum Beispiel was ist wichtig für ein gutes Leben?

00:34:44: Was mache ich heldig fit?

00:34:46: Was lässt sich optimistisch sein bis ins hohe Alter?

00:34:50: Was sind die Parameter für ein gutes Leben?

00:34:54: und das ist einfach super spannend.

00:34:56: Und dann sind es halt auch so kleine Recherchen, zum Beispiel eben die Frage wie kann man möglichst faltenfreien Alter gehen?

00:35:04: Da haben wir jetzt schon mehrfach die Antwort gekriegt.

00:35:11: Kaltes

00:35:11: Wasser!

00:35:12: So, das wissen wir jetzt eigentlich auch, gell?

00:35:14: Ja, das müssen wir

00:35:16: voll.

00:35:16: Also so als kleine Rechersche machen wir auch

00:35:21: Die

00:35:21: großen Lebensfragen.

00:35:24: Und jetzt habe ich da was, kannst du noch was wünschen?

00:35:26: Kommt!

00:35:27: Wünschte

00:35:27: aus.

00:35:29: Viele so schöne Tage wie heute.

00:35:31: So viele schöne Gespräche.

00:35:33: Tschüss.

00:35:34: Das ich mir wünsche dass ich ganz lang mit der Barbara arbeiten werde bis wir beide umfallen weil das wissen wir auch wie es geht und unsere ganze

00:35:43: Arbeit

00:35:44: wird komplett gesammelt Österreich ausgebreitet.

00:35:53: Abgespeichert!

00:35:55: Wünsche gehen in der Früh!

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