per- 260213#Bischofsvikar Kager

Show notes

Porträt des neuen Bischofsvikars für das Südvikariat der Erzdiözese Wien, Richard Kager. Eine Sendung von Stefan Hauser und Stefan Kronthaler.

Show transcript

00:00:00: Mein Name ist Richard Kaga, bald fünftig.

00:00:04: Geboren in Tauchen bei Mönchkirchen am Wechsel auf einem Bauernhof.

00:00:09: Als Jüngster waren insgesamt sechs Geschwistern.

00:00:12: Ich war mit Abstand der Jüngste.

00:00:15: Zum nächsten Bruder sind sieben Jahre Unterschiede.

00:00:17: Ich habe dann die Volksschule in Mönchkirchen am Wechsel besucht.

00:00:22: Ich bin danach in das Gymnasium, der jetzt die Töse wenig nach Sachsenbrunn ging.

00:00:29: humanistisches Gymnasium.

00:00:30: Grund war der, weil ich mit neun Jahren irgendwann von der Schule heim kam und zu meinen Eltern gesagt habe, wie viele Priester werden.

00:00:38: Sie waren Ministerin nach der Erstkommission.

00:00:41: Gemeinsam mit meinen anderen Schulkollegen.

00:00:44: Wir waren insgesamt zur neunte in der Schule.

00:00:47: Davon war einer evangelisch-achkatholische in der Klasse.

00:00:52: Wir acht sind eben Ministerin geworden.

00:00:55: Gemeinsam mit einem Schulfreund.

00:00:57: haben wir irgendwann dem Alter die Idee gehabt, wir wollen beide Priester hören und sind dann deswegen beide auch nach Sachsenbrunn.

00:01:04: Ich habe dann nicht Priester geworden, später geheiratet, ich habe heute es dann auch entsprechend umgesetzt, war dann halt acht Jahre, also mit der Naht.

00:01:13: Damals gab es noch keine Zugverbindungen, also Busverbindungen, Zug gibt es halt da noch nicht.

00:01:18: Busverbindungen nach Sachsenbrunn, nach Kirchberg am Wechsel.

00:01:21: Ja, ich habe dort dann, ja, in den letzten Jahren, in den letzten Jahren maturiert.

00:01:27: Ich bin da auch nicht mehr in den Wiener Priestersemmel gegangen.

00:01:29: Damit sich ein Lebensweg entwickelt, hin zum Priester-Tum gehört oft die Prägung im Glauben von zu Hause dazu.

00:01:37: Und das stimmt für Richard Kager.

00:01:39: Für uns war, glaube ich ... eine, sagst du aus meiner Sicht, wohltuende Selbstverständlichkeit.

00:01:47: Also es wurde in der Familie gebetet, wir haben jeden Tag gebetet, Rosenkranz gebetet, sind jeden Sonntag in die Kirchen gegangen, von dem her eben auch, dass ich dann Ministrant geworden bin.

00:01:58: Das war für uns eine Selbstverständlichkeit-Glaube, hat einfach zu unserem Leben.

00:02:04: fix dazugehört.

00:02:06: Sechs Geschwister waren die Kagers, drei Brüder und drei Schwestern.

00:02:11: Richard, der Jüngste.

00:02:12: Zu ältesten Schwestern gibt es zwanzig Jahre Altersunterschied.

00:02:17: Aufwachsen auf dem Bauernhof in den neunzehntzigern und siebzigern heißt Bescheidenheit im Alltag.

00:02:24: Ja, natürlich.

00:02:24: Also man kriegt, das fängt schon als Kind, man kriegt zum Beispiel die Schuhe von den Geschwistern, auch das Gewand natürlich, wobei ich gewissermaßen immer irgendwo bevorzugt war, weil ich dann ins Internat ging und da musste ich gewisse Sachen heute in einer größeren Anzahl haben zum wechseln.

00:02:45: Wir sind damals nur alle drei, vier Wochen nach Hause gefahren.

00:02:51: Da brauchte natürlich entsprechend viel Gewandwäsche.

00:02:54: Von dem her war das für mich ein gewisser Vorteil im Vergleich zu den anderen, weil ich da heute mehr selber gewohnt gehabt habe, als das bei meinen Geschwistern der Fall war.

00:03:04: Ja, es waren einfache Verhältnisse.

00:03:07: Es waren mit sehr viel Arbeit verbunden.

00:03:10: Die Ferien, was man so schön sagt, Urlaub am Bauernhof war für mich Arbeit.

00:03:15: Es klingt natürlich, man macht's nicht immer gern, aber man tut's dann doch.

00:03:20: Wenn die Ferien dann auswahlen, war ja zum Teil auch wieder froh, in die Schule gehen zu können, so paradox das vielleicht klingt, weil es gab auch in unserem Kleinen Ort, kaum Gleichaltrige, es gab ein paar, die waren älter als ich oder jünger.

00:03:38: Von daher gab es Sorge in den Ferien wenige, mit denen man sich treffen spielen konnte und so.

00:03:44: Und in der Schule war das anders.

00:03:46: In der Schule in Sachsen-Brunn gab es alle Freizeitmöglichkeiten, die man sich in der damaligen Zeit nur denken konnte von Fußball über die Ständnis.

00:03:56: Und es war immer jemand da, also man war einfach zusammen am Nachmittag.

00:04:01: und hat irgendwie sie sportlich bedätigt.

00:04:04: Hatte der Junge Richard Heimweh?

00:04:06: Für mich war das interessanterweise nie ein Thema.

00:04:10: Ich war mir auch selber dazu entschieden.

00:04:13: Soweit man das in dem Alter sagen kann, mir war das klar, was es jetzt für mich hast.

00:04:18: Es gab in meiner Klasse etliche andere, die hatten Heimweh.

00:04:24: Ich bin eigentlich immer gefreut, dass ich dort hin kann.

00:04:27: Eben weil, also war heute die Arbeit im Vordergrund.

00:04:31: Und ich hab's halt an meinen älteren Geschwistern gesehen.

00:04:34: Schulweg in der Früh, das heißt sehr früh aufstehen, zum Zug gehen, dann in die Hauptschule nach Friedberg oder bei meinem ältersten Bruder HTL nach Wiener Neustadt.

00:04:46: Im Winter, damals gab es noch Winter mit viel Schnee.

00:04:49: Es war mühselig in der Früh, und dann ist es oft erst, wenn es wieder finster war, am Abend nach Hause gekommen, dann hat er eine Aufgabe gemacht.

00:04:57: Und ich habe damals schon gesagt, wenn ich in eine Gymnasium gehe, dann, also dann nach der Volksstelle sicher in eine Gymnasium.

00:05:04: Und da war jetzt Sachsen-Brunn, das Einzige in der ganzen Umgebung, damals.

00:05:08: Das nächste gehört, wenn er neustart gewesen, dann eine HTL.

00:05:12: Sonst gab es zu der Zeit nichts.

00:05:14: Nach der Maturin Sachsenbrunn geht es für Richard Kager in das Wiener Priesterseminar.

00:05:19: Er geht seiner Berufung zum Priester nach, wenngleich sich auch eine Alternative beim Bundesheer anbietet.

00:05:26: Ich war damals einertauglich, d.h.

00:05:29: flugtauglich.

00:05:31: Sie haben damals irgendwie alles probiert, dass ich zum Bundesheer gehe und zu den Flieger gehe und die Ausbildung mache.

00:05:38: Dann haben wir dann alle Prospekte mitgegeben von den diversen Fliegern, Hubschraubern und keine Ahnung.

00:05:44: Es war natürlich irgendwie auch verlockend und interessant.

00:05:49: Da haben wir ein bisschen dann mit dem Gedanken gespielt, ja was wäre das, wenn ich diese Ausbildung mache?

00:05:54: Nur wenn es dann kassend war, die muss man, glaube ich, es waren neun oder zehn Jahre verpflichten, dann haben wir dann gedacht, na das mag ich sicher nicht.

00:06:03: Ich bin dann nämlich ins Priestseminar und habe im Priestseminar auf Klavetta Regens dann erschreiben aufgesetzt, das dann dahingeschickt wurde.

00:06:14: Dadurch wurde ich dann vom Präsenzdienst befreit.

00:06:17: Also mit mir eingetreten.

00:06:18: damals ist der Weihbischof der Etzige Franz Schaal, der war wahrscheinlich im Studium weiter fortgeschritten und von dem er hat dann immer ein paar Jahre übersprungen.

00:06:29: Oder mit mir eingetreten damals, der dann auch Priester geworden ist, ist der Richard Posch, der leider letztes Jahr gestorben ist.

00:06:37: Zuletzt fahre ich in Mödling.

00:06:39: Zu Hause unterstützt man die Entscheidung von Richard Kager ins Priesterseminar einzutritten.

00:06:45: Das war für die Eltern sehr akzeptabel.

00:06:47: Sie haben es eigentlich sehr gefreut und haben immer wieder betont, das ist meine Entscheidung.

00:06:52: Sie werden mich so gut als ihr könnt unterstützen.

00:06:55: Es gab damals im Haus auch keine... Tante meines Vaters, also eine Großtante, die allein gelebt hat.

00:07:02: Und die hat mir finanziell sehr unterstützt, weil sie die Eltern des Internats damals gar nicht so leisten hätten können.

00:07:09: Und die hat diesen Weg einerseits eben mit dem, was sie finanziell ergeben konnte, unterstützt, andererseits auch mit ihrem Gebet unterstützt.

00:07:19: Und irgendwo, das war so verzeichenhaft, mein... Der ersten Arbeitstag als Kaplan, der erste September, ist sie verstorben.

00:07:34: Es war irgendwie so, sie hat ihre Aufgabe erfüllt.

00:07:39: Ich habe mein Ziel erreicht.

00:07:41: Sie kann jetzt sozusagen in Frieden gehen.

00:07:43: Das Theologie-Studium führt Richard Kager von Wien in Speirische Würzburg und nach Fribourg in die Westschweiz.

00:07:52: Also eben zuerst in Wien, dann das sogenannte externen Jahr in Würzburg, wo übrigens auch Josef Grünwidl war.

00:07:59: Damals in seinem externen Jahr, dann in Wien eben fertig studiert, dann war er schon die letzte Zeit Assistent bei Professor Schulte in Dogmatik, dogmatischer Theologie, durfte die Assistentenstelle aber nicht weitermachen.

00:08:16: Das war Domes Kardinal Grower, der meinte, ich soll lieber in die Schule gehen, anstelle einer wissenschaftlichen Karriere eben in der Pfarre dann mehr mich engagieren.

00:08:27: Das habe ich dann auch gemacht, habe dann eben an der Rune gekündigt, bin dann in den Schuldienst gegangen, war dann in Diagonazio ein Berchtholzdorf in der Schule, Volksschule Gymnasium, dann in Oberstanktfeiders Kaplan in der Volksschule.

00:08:43: und habe da hauptsächlich die zweiten Klassen unterrichtet und Gymnasium erste Klasse.

00:08:48: Es war damals davor schon im Priestseminar eine sehr schwierige Zeit.

00:08:54: Das Seminar wurde dann durch damals noch Weihbischof Schönborn visitiert.

00:08:59: Ich war damals Seminarsprecher und dadurch bin ich dann öfters eben mit Weihbischof Schönborn damals auch im Gespräch gewesen.

00:09:08: Und der hat es dann irgendwie auch mitbekommen, dass ich sozusagen nicht freiwillig, sondern auf Drängen von Kardinal Grower eben diese Assistentenstelle und wissenschaftliche Tätigkeit beendet habe.

00:09:21: Und hat mich dann, ich glaube es war mein zweites Kaplanjahr, gefragt, ob ich noch Interesse hätte zum Weiterstudieren, wobei... Die konkrete Anfrage kam damals von Prof.

00:09:36: Gresshacke aus Freiburg im Preiska.

00:09:39: Er hätte eine Stelle frei und hat dem Kardinal Schönborn das angeboten.

00:09:45: Wenn er einen Priester hat, dann kann er den gerne schicken.

00:09:49: Und dann hat er gemeint, er hätte lieber, dass ich nicht im deutschen Sprachraum bleibe, sondern eben da in die Schweiz gehe.

00:09:57: Da ist zumindest ein bisschen französisch, dann lerne er noch was anderes kennen.

00:10:02: auch von der Theologie her, dem französischsprachigen Raum.

00:10:05: und so kam ich dann eben nach Fribourg und habe dort bei der Nachfolgerin am Lehrstuhl für dogmatische Theologie bei Professor Barbara Hallensleben eben dann meine Dissertation geschrieben.

00:10:22: Fribourg war nicht nur ohne, Fribourg war auch, also ich habe dann zunächst gelebt, gewohnt in einem Theologenkonvikt.

00:10:33: Das wurde Ende des Jahrhunderts von den schweizerischen Bischöfen initiiert, um eben, es gab damals, glaube ich, nur in Fribourg die Möglichkeit Theologie zu studieren und um diese Mineristen entsprechend auszubilden, um sich dieses Konvikt gebaut, damit die Seminaristen auch vor Ort, wo sie studiert haben, eine entsprechende Unterbringungsmöglichkeit und geistliche Ausbildung erhalten.

00:11:00: Bin damals im Ende September hingekommen.

00:11:04: Bin dann damals vom Bischofsfikar der Dürzöse Genflosan schon zu Hause angerufen worden, wann ich käme, der hat den Sitz in Fribourg gehabt, er bräuchte dringend eine Priester für eine Gemeinde in Fribourg.

00:11:19: Ich habe dann dort in einer Gemeinde mitgearbeitet, zehn Stunden.

00:11:24: Die Gemeinden damals waren alle zweisprachig.

00:11:28: Das gab einen französischsprachigen Teil.

00:11:32: Da gab es einen eigenen Priester, einen eigenen Pfarrer.

00:11:35: Und eben ein deutschsprachigen Teil, das war damals St.

00:11:38: Thérèse.

00:11:39: Wo ich dann eingesetzt wurde, die hatten einen Gemeindelleiter und der musste sich halt immer irgendwo in den Priester suchen für die Sonntagsgottesdienste.

00:11:47: Das Sallesianum, so hat das Gewerke heißen, das Dialogenkonvikt.

00:11:51: Das war nicht weit von der Pfarrer und dann bin ich in dieser Pfarrer zugeteilt worden, angestellt worden und habe dann dort meinen Dienst gemacht.

00:12:01: Und Richard Kager schreibt seine Dissertation über Johann Adam Möhler, einen Reformtiologen des achtzehnten Jahrhunderts, der die Kirche in erster Linie als Gemeinschaft von Gläubigen sieht.

00:12:12: Er vertrat das Prinzip Einheit in Vielfalt für die Kirche und die Zukunft der Ökomene, also das Miteinander der christlichen Kirchen.

00:12:21: Den schätze ich natürlich sehr.

00:12:24: Also in der damaligen Zeit, glaube ich, zu wenig entsprechend geschätzt und geachtet worden, hat damals schon Anfang des neunzehnten Jahrhunderts gewisse Spuren gelegt, die dann erst im zweiten vatikanischen Konzil, vor allem auch durch Yves Congar aufgegriffen wurden.

00:12:45: Er selber hat seine Theologie sehr von den Kirchenvätern her eben gedacht und geschrieben.

00:12:54: Irenaeus von Lyon zum Beispiel ist da immer wieder in seinen Werken auch vorgekommen.

00:13:01: Er hat sozusagen sich bemüht, die Einheit eben der Kirche, nicht das Einheit der Kirchen zu sehen, sondern das Einheit in der Kirche.

00:13:12: Dieser Blickwinkel ist, glaube ich, einer, der für die heutige Zeit sehr wichtig ist.

00:13:16: Durch die heimatliche Nähe zum Wechsel ist Richard Kager seit jeher ein guter Skifahrer.

00:13:22: Also

00:13:22: ich fahre sehr, sehr gerne Skis, habe das von Kindheit an gelernt.

00:13:27: Ich bin zwar in der Schweiz wenig dazu gekommen, aber zu Hause praktiziere das schon regelmäßig.

00:13:35: Und ich habe dann später, also das war jetzt schon die Zeit, wo ich dann in Schwader fuhr, hat sich eine Gruppe ergeben von der Feuerwehr, wo ich dort auch Mitglied wurde.

00:13:46: Die wollten mit mir um einen Tag Skifahren gehen, da waren wir dann am Stuleck.

00:13:50: Und haben dann gemeint, es ist eigentlich schon, dass wir dann noch einen Tag, wir kennen ja mehrere Tage.

00:13:56: Und seitdem, das sind jetzt glaube ich inzwischen seit achtzehn Jahren, fahren wir nach... Haus im Mainz-Tal, Schladming, Reitalm.

00:14:06: Jedes Jahr im Jänner vier Tage Skifahren.

00:14:08: Das war auch wieder der Fall im Jänner.

00:14:10: Das ist immer eine tolle Sache.

00:14:13: Beim neuen Bischofs-WK für das Südweg-Karriert fällt auf, dass er oft eine Drachtenjacke trägt.

00:14:19: Natürlich klar erkennbar als Priester.

00:14:22: Das ist einfach für mich eine Kleidung, die erstens zu verschiedensten Anlässen passt.

00:14:28: die für mich persönlich auch meine Verbundenheit zu Heimat zum Ausdruck bringt.

00:14:33: Einfach vielleicht so, ja, das volkstümliche, trachtige, bäuerliche.

00:14:39: Und ich fühle mich in der Kleidung sehr wohl.

00:14:41: Kommen wir auf die Seelsorge zu sprechen.

00:14:44: Richard Kager ist neunzehn Jahre lang in Schwadorf als Pfarrer tätig, bevor er zwei Jahrzehnte und zwanzig nach Perchtpolstorf wechselt.

00:14:52: Was ist ihm wichtig?

00:14:54: Wie damals nach Schwadorf kommen bin, war die Gemeinde in keiner einfachen Situation.

00:14:59: Es gab vorher, also mit meinem Vorgänger auseinandersetzungen, Streitereien.

00:15:04: Das war da, glaube ich, auch die Gemeindebegleitung eingeschaltet.

00:15:09: Und sie haben sich dann halt getrennt von diesem Pfarrer, der wurde dann in die Nachbauerwirtschaft versetzt.

00:15:17: Ich kam dann hin.

00:15:19: Da war meine erste Aufgabe, diese beiden Gruppen sozusagen wieder zusammenzubringen, zu versöhnen.

00:15:26: So war mein Dienst eigentlich der erste, der der Einheit und Versöhnung in dieser Gemeinde.

00:15:32: Und zum anderen habe ich das dann gemacht, indem ich ohne Vorurteile vorbehalte auf jeden Menschen dort zugegangen bin.

00:15:40: Jetzt nicht nur Personen, die regelmäßig in die Kirche gehen oder katholisch sind, sondern... Für mich war dort in Schwadorf und später dann in den umliegenden Gebänden, wo ihre Tätigkeit war.

00:15:55: Jeder Mensch wichtig.

00:15:57: Und ich verstehe meine seelsorgrische Tätigkeit so, dass ich mitten unter den Menschen bin.

00:16:04: Also nicht nur der, der vorne jetzt in der Liturgie oder am Sonntag in der Messe steht, sondern vor allem der, der mitten unter das Volk mischt.

00:16:16: Ich bin dort... Ich glaube, zu allen Veranstaltungen oder fast allen Veranstaltungen, wenn es zeitlich irgendwie möglich war, gegangen zu allen Festen.

00:16:27: Ich habe versucht, eben in der Pfarre die Pfarrlichen Feste, die es gab, entsprechend zu festigen, noch größer auszubauen.

00:16:36: Und ich war einfach ein Mensch unter Menschen, der auf diese Weise versucht hat, seinen Glauben zu leben, zu bezeugen, Gott den Menschen näher zu bringen.

00:16:48: die Freude am Evangelium, den Menschen näher zu bringen.

00:16:52: Es war eine wunderschöne Zeit, diese neunzehn Jahre in Sommer, die ich in Schwadorf sein durfte.

00:17:00: Ja, es

00:17:10: geht, weil ich ein großartiges Team habe.

00:17:12: Es gibt dort in Berchtolzdorf, Gott sei Dank noch immer, den Alp Fahre Ernst Freiler.

00:17:18: sehr unterstützt.

00:17:20: Ich habe eben einen hervorragenden Kaplan, der wirklich genauso unter den Menschen ist, auf jeden zugeht, dass er sehr, sehr wertvolle Dienste leistet.

00:17:32: Ich habe zurzeit einen Pastralpraktikanten das zweite Jahr schon.

00:17:36: Wir hatten bis letzten Jänner eine Pastralassistentin, die hat sich aber dann beruflich verändert.

00:17:43: Leider konnte der Posten bis heute nicht nachbesetzt werden, weil es einfach zu wenig Pastralassistenten auch gibt.

00:17:49: Ihr wahnsinnig viele ehrenamtliche Mitarbeiter, ob in meinem ersten Jahr, wie ich dort war, so zum Arbeitsjahr Ende im Juni neu eingeführt ein Mitarbeiter fest, weil ich gemerkt habe, viele dieser Mitarbeiter wissen, gar nichts voneinander.

00:18:10: Es gibt ja in Berchtolzdorf die Pfarrkirche, es gibt die Marienkirche.

00:18:14: Das wurde viele Jahre wie zwei Gemeinden fast geführt.

00:18:19: Von daher gab es da auch eher weniger Berührungspunkte.

00:18:23: Das hat vor mir Josef Grünwidl schon begonnen, diese Gemeinden sozusagen zusammenzuführen, zu sagen, wir sind Eine Pfarrgemeinde, wir gehören alle zusammen.

00:18:33: Und da habe ich gemerkt, dass es viele Mitarbeiter gibt, die nicht wissen, dass der oder die andere in der anderen Kirche als Lektor, Kommunionspender oder wie immer engagiert ist.

00:18:45: Und bei diesem Mitarbeiterfest hat man dann, es war schon mal eine ziemlich Herausforderung, eine möglichst lückenlose Liste zusammenzustellen, all derer, die da mit tun.

00:18:56: Ich glaube, wir sind momentan bei zweihundertsechzig ehrenamtlichen Mitarbeitern, haben aber immer noch Luft nach oben.

00:19:03: Wir haben letztes Monat jetzt begonnen mit einem Projekt, das heißt Helfende Hände, wo sich Leute für verschiedene Bereiche in der Pfarre melden können, wenn sie sagen, ich kann mir vorstellen, da mitzutun, mich zu engagieren, da habe ich ein Talent.

00:19:22: Da helfe ich oder greife ich gerne anderen unter die Arme und bin mit dabei, nicht regelmäßig, vielleicht nur einmal im Jahr.

00:19:31: Also da kann man sich melden, dann leiten wir das an den entsprechenden Gruppenverantwortlichen weiter, der nimmt mit dieser besonderen Kontakt auf und so versuchen wir auch neue Mitarbeiter zu gewinnen.

00:19:42: Also von dem her läuft das jetzt im Berchtelsdorf sehr gut.

00:19:46: Gissüberg halten Leute geben, habe ich jeweils einen Pfarr-Vika, die dort vor Ort, Seelsorge betreuen und wir treffen uns regelmäßig zu Dienstgesprächen, wo wir das auch gegenseitig abstimmen.

00:20:01: Wir versuchen auch einander zu unterstützen, wenn irgendwo es Hilfe braucht, sei es die Pfarrvikare in Berchtholzdorf oder Kaplan, ich oder auch unser Alpfarrer am Gießhübel.

00:20:14: Hochleiten gehört auch dazu oder eben kalten Leute geben.

00:20:17: Das läuft aus meiner Sicht.

00:20:20: Sehr gut und ich versuche auch dort eben möglichst.

00:20:24: Berchtolzdorf ist natürlich noch einmal von den Veranstaltungen her eine andere Liga als die Gemeinden davor.

00:20:31: Aber ich versuche da auch so weit es geht, dort mit dabei zu sein, um eben den Menschen auch die Möglichkeit zu bieten, mit mir ins Gespräch zu kommen.

00:20:41: Also ich bin nicht der, der einfach aufsitzt und wartet bis jemand kommt, sondern sehe mich eher als der.

00:20:46: der unter den Menschen ist.

00:20:48: Richard Kager, der nunmärige Bischofswikar für das Vicariat Süd der Erzdiöse Wien, ist Vertreter von Erzbischof Josef Grünwidl in dieser Region.

00:20:57: Das Vicariat unter dem Wienerwald liegt zur Gänze im Bundesland Niederösterreich und umfasst rund twohundertachzigtausend Katholikinnen und Katholiken in knapp zweihundert Pfahren.

00:21:08: Kager und Grünwidl kennen sich schon seit der Zeit im Wiener Priesterseminar.

00:21:13: Nun ist Richard Kager in die Fußstapfen Josef Grünwidels als Bischofswikar getreten.

00:21:18: Wie kam das?

00:21:19: Also ich habe ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, auch auf dem Hintergrund, weil er uns in der Dichantenkonferenz mitgeteilt hat, dass es gab da diese Befragung mit der Frist bis Mitte November.

00:21:36: Er meinte dann, dass er Anfang Advent eben den neuen Bischofswikar bekannt geben will.

00:21:42: Nachdem es da keine Ernennung gab, wir haben immer wieder uns da in der Dichandekonferenz ausgetauscht.

00:21:49: Ob schon jemand etwas weiß, wann der jetzt kommt, dann haben wir gedacht, er wird seine Gründe haben, warum er das hinauszögert.

00:21:57: Aber für mich war das Thema erledigt.

00:22:00: Da haben wir gedacht, okay, Anfang Advents gibt es keine Ernennung, aber er wird schon einen haben.

00:22:05: Ich weiß davon nichts und damit kann ich.

00:22:09: Mein Leben als Pfarrer in Berchtolzdorf in dieser doch auch intensiven Weise weiter leben.

00:22:17: Dann habe ich ihn im Advent auch bei einer Familie in Berchtolzdorf getroffen und dann haben wir uns da auch verabschiedet und er hat gemeint, oder wir haben gesagt, wir sehen einander dann im Jänner, da gab es diesen Dichantentage im Priestseminar, wo alle Dichanten der Diözöser zusammengekommen sind.

00:22:39: und dann halt bei seiner Weihärm, den vierundzwanzigsten Jänner.

00:22:43: Und dann, einige Tage später, bekomme ich von seinem Büro einen Anruf, ja, ich möge ins erzbischöfliche Sekretariat kommen zu einem Gespräch mit Josef Grünwill, die haben mir gedacht, ja, warum geht's?

00:22:57: Ja, das wird er ihnen dann sagen.

00:23:00: Ich dachte, was will er jetzt von mir, was er mir nicht schon vorher hätte sagen können.

00:23:07: Ja, und dann war er da bei ihm und dann hat er gesagt, du kannst dir wahrscheinlich denken, warum du jetzt da bist, sage ich, nicht wirklich.

00:23:15: Und dann hat er gemeint, ja, es gab er diese Umfrage und da hätten sehr viele meinen Namen genannt.

00:23:21: Und er wünscht sich, dass ich selbst Bischofsfikar für das Vicarer ZÜD werde.

00:23:28: Und dann habe er dann mal geschluckt, hab zuerst gesagt, ja, gibt's doch keinen anderen.

00:23:34: Ich möchte gerne Pfarrer bleiben.

00:23:37: Ich bin seit gut zwei Jahren im Berchtolsdorf.

00:23:40: Ich kann auch die Pfarrer nicht wieder verlassen.

00:23:43: Dann haben wir gemeinsam saniert, wie das möglich ist.

00:23:45: Sie haben immer wieder für mich betont, dass ich Pfarrer bleiben möchte.

00:23:51: Er hat gemeint, er muss das für dich abwägen, was das Beste ist bzw.

00:23:57: was möglich ist.

00:23:59: Ich bin jetzt einmal zur Entscheidung gekommen, dass ich beides versuche.

00:24:05: Ich hoffe, dass es gelingt, weil mir einfach die Pfarrer wichtig ist.

00:24:09: Richard Kager ist ein Seelsauger durch und durch mit jahrzehntelanger Erfahrung.

00:24:14: Pastorale Begleitung der Menschen ist im Wichtig, wie auch Glaubensvermittlung.

00:24:19: Welche Prioritäten erkennt er für die römisch-katholische Kirche Mitte der Jahrzehnte?

00:24:25: Es wird sicher schwer sein, in Zukunft in allen Pfahren einen Fahrer hinzuschicken.

00:24:31: Ich denke, dass hier wichtig sein wird, die erneutlichen Mitarbeiter zu fördern, ihnen vor allem auch Vertrauen zu schenken.

00:24:41: Das heißt, wenn man ihnen Aufgabe übergibt, auch darauf zu vertrauen, dass sie das gut ja sehr gut machen werden.

00:24:48: Es wird wichtig sein, die Pfahren vielleicht auch noch stärker zu vernetzen, um hier auch die Ressourcen besser nutzen zu können.

00:24:57: Erlebt es auch vor Ort in Berchtelsdorf schon mit Gießhübeln und kalten Leuten geben, dass es auch für die Pfaden und für die Gemeinschaft ein Gewinn ist, wenn man da stärker zusammenarbeitet.

00:25:09: Das wird sicher in der Zukunft noch mehr kommen.

00:25:13: Abschließend konfrontieren wir Bischofsvika Richard Kager mit einem Zitat von einem der bedeutendsten Theologen des zwanzigsten Jahrhunderts,

00:25:21: Karl

00:25:21: Rana.

00:25:22: Er gilt als Brückenbauer hin zu den wirklichen Fragen der Menschen.

00:25:26: Rainer sagte einmal, der Christ der Zukunft wird ein Mystiker sein, also einer der das höhere göttliche Sucht, der etwas erfährt.

00:25:35: Oder er wird nicht sein.

00:25:36: Das glaube ich auch.

00:25:37: Also wenn ich diese Verbindung mit Christus nicht habe im Gebet, im Betrachten der heiligen Schrift, im Feiern der Liturgie, dann kann ich aus meiner Sicht für mich persönlich nicht Christ sein.

00:25:51: dann verwalte ich Strukturen, aber gibt nicht das Leben, das von Gott kommt weiter.

00:25:59: Also diese Verbundenheit mit Christus ist für mich essentiell im Glauben.

00:26:05: Und ich merke in der Gemeinde, dort, wo Menschen neu oder wieder neu mit Christus in Verbindung kommen, da entsteht Glauben, da wächst Glauben, da wächst auch die Freude am Glauben, da entsteht einfach Neues.

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